Rezensionen
She’s a Star!
Roman | Wenn Selbsttäuschung zur Obsession wird: Bissige Satire über Patriarchat, Ehrgeiz und magisches Denken
Autor: Meredith Hambrock
Erschienen 2026 bei pola
ISBN 978-3-7596-0060-8
Eine Geschichte, der man sich nicht entziehen kann - 5 Sterne
Mich hat die Buchbeschreibung neugierig gemacht, sie versprach eine interessante Geschichte mit einer Hauptfigur, die mich sofort angesprochen hat.
Ich bin froh, dieses Buch gelesen zu haben, da es wirklich sehr unterhaltsam, war auf eine ungewöhnliche Art.
Jessamyn St. Germain ist für die große Bühne gemacht! Ein Star im Rampenlicht, dem alle zu Füßen liegen.
So jedenfalls in ihrer Fantasie, in ihrer eigenen Welt.
Das sehen die anderen aber nicht, während sie sich in Selbsttäuschung und Fantasie verliert, nimmt ihr Wahn ungeahnte Wege.
Ein sehr unterhaltsames Buch mit einer Buchfigur, die man skeptisch beäugt und kaum Sympathien entgegenbringen kann. Das macht sie aber so einzigartig und mit jedem Kapitel war ich gespannt, wie es weitergehen und vor allem ausgehen wird.
Das Buch hat mich komplett in seinen Bann gezogen. Es ist aufregend, ein bisschen böse, hat Humor und ist absolut mitreißend!
von Lori - 2026-06-07 19:17:00
Außergewöhnlich - 4 Sterne
Das Cover von "She's a Star" ist mir sofort ins Auge gefallen. Die Frau mit ihren weit aufgerissenen Augen wirkt ganz schön panisch.
Die Ich-Perspertive und die persönliche Ansprache des Lesers fand ich sehr gelungen. Dadurch wird man richtig in die Geschichte gezogen. Tief in Jess Gedankenwelt, die sehr viele Gewaltphantasien beinhalten.
Jessamyn ist eine unglaublich interessante Protagonistin. Sie lebt in ihrer eigenen Realität. Im wahren Leben ist sie Platzanweiserin, aber in ihrer Phantasie ist sie berühmt, erfolgreich und wird bewundert. Sie ist der Meinung, sie sei für die Hauptrolle bestimmt. Selbst als mal wieder eine Absage kommt. Realität und Phantasie verschwimmen immer mehr. Wo der Ehrgeiz erst noch bewundernswert ist. Ist die Selbsttäuschung dann sehr beklemmend. Es entsteht eine ungesunde und beängstigende Dynamik. Erst hatte ich Mitglied, dann fand ich sie zunehmend nur noch unsympathisch.
Ehrgeiz ist ein guter Motivator, der einen antreibt die eigenen Träume und Ziele zu verfolgen. Zu wenig Ehrgeiz ist sicherlich nicht gut. Problematisch ist er dann, wenn er zu einer Obsession wird. Wenn die Fixierung auf ein bestimmtes Ziel so weit geht, dass man die eigenen Grenzen nicht akzeptieren kann. Wenn das ganze dazu führt, dass man die Realität nicht akzeptieren kann. Die Realität ist nämlich, dass es manchmal eben so ist, dass man machen kann, was man will und es klappt vielleicht trotzdem nicht. Weil einem einfache das Fünkchen Glück fehlt. Weil die, die es zu entscheiden haben, eben einen anderen besser finden. Das muss man akzeptieren und immer einen Plan B haben. Das alles fehlt Jess aber vollkommen.
Jess dabei zu begleiten, wie ihr ihr komplettes Leben Stück für Stück immer weiter entgleitet, war so bedrückend, dass es teilweise fast nicht auszuhalten.
Eine absolute Leseempfehlung für alle, die intensive und außergewöhnliche Geschichten mögen.
Die Ich-Perspertive und die persönliche Ansprache des Lesers fand ich sehr gelungen. Dadurch wird man richtig in die Geschichte gezogen. Tief in Jess Gedankenwelt, die sehr viele Gewaltphantasien beinhalten.
Jessamyn ist eine unglaublich interessante Protagonistin. Sie lebt in ihrer eigenen Realität. Im wahren Leben ist sie Platzanweiserin, aber in ihrer Phantasie ist sie berühmt, erfolgreich und wird bewundert. Sie ist der Meinung, sie sei für die Hauptrolle bestimmt. Selbst als mal wieder eine Absage kommt. Realität und Phantasie verschwimmen immer mehr. Wo der Ehrgeiz erst noch bewundernswert ist. Ist die Selbsttäuschung dann sehr beklemmend. Es entsteht eine ungesunde und beängstigende Dynamik. Erst hatte ich Mitglied, dann fand ich sie zunehmend nur noch unsympathisch.
Ehrgeiz ist ein guter Motivator, der einen antreibt die eigenen Träume und Ziele zu verfolgen. Zu wenig Ehrgeiz ist sicherlich nicht gut. Problematisch ist er dann, wenn er zu einer Obsession wird. Wenn die Fixierung auf ein bestimmtes Ziel so weit geht, dass man die eigenen Grenzen nicht akzeptieren kann. Wenn das ganze dazu führt, dass man die Realität nicht akzeptieren kann. Die Realität ist nämlich, dass es manchmal eben so ist, dass man machen kann, was man will und es klappt vielleicht trotzdem nicht. Weil einem einfache das Fünkchen Glück fehlt. Weil die, die es zu entscheiden haben, eben einen anderen besser finden. Das muss man akzeptieren und immer einen Plan B haben. Das alles fehlt Jess aber vollkommen.
Jess dabei zu begleiten, wie ihr ihr komplettes Leben Stück für Stück immer weiter entgleitet, war so bedrückend, dass es teilweise fast nicht auszuhalten.
Eine absolute Leseempfehlung für alle, die intensive und außergewöhnliche Geschichten mögen.
von Sassy - 2026-06-05 13:04:00
Ein anstrengender, aber lesenswerter Weird-Girl-Rausch - 4 Sterne
Geschichten über und mit obsessiven Figuren sind für mich immer ein Grenzfall. Gut geschrieben saugen sie mich absolut ein und fordern mich moralisch heraus. Weniger gut geschrieben wird es einfach nur anstrengend. Meredith Hambrock hat mit „She’s a Star“ ein Werk geliefert, das überwiegend in die erste Kategorie fällt und welches auf alle mir bekannten Romane dieser Art noch einmal eine Schippe draufsetzt.
Die erste Hälfte fand ich unglaublich stark! Über die Ich-Perspektive sitzen wir in Jessamyns Kopf und sind ihrer Wahrnehmung ausgeliefert. Schon relativ früh konnte ich mir nicht mehr sicher sein, was wirklich wie stattgefunden hat und was lediglich der Interpretation unserer Protagonistin entspricht. Denn es kristallisiert sich zunehmend heraus, dass Jessamyn eine unzuverlässige Erzählerin ist, die immer mehr einem Wahn verfällt, der sie (und uns) irgendwann fast völlig einnimmt. Nur durch Reaktionen der Nebenfiguren kam ich immer wieder ins Grübeln, ob die Realität nicht eine andere ist.
Die Nebenfiguren bleiben überwiegend blass. Das ist aufgrund der selbstbezogenen Erzählperspektive eine schlüssige Entscheidung. Dennoch muss mensch den enormen Fokus auf eine Figur natürlich mögen. Das Tempo ist von Beginn an hoch, der Ton direkt mit einem bissigen und durchaus gesellschaftskritischen Witz, der mir sehr gut gefallen hat. Dadurch, dass wir so nah an den Gedanken der Hauptfigur dran sind, entsteht eine bedrückende und intensive Atmosphäre.
In der zweiten Hälfte verlor die Geschichte aber ein wenig an Atem. Die Gedankenspiralen wiederholen sich und entschleunigen die Geschichte - meiner Meinung nach eher zum Nachteil der Erzählung. Später zieht das Tempo glücklicherweise wieder an; die Handlung wird immer ernster, wahnhafter und maximal unhinged - bis am Ende alles eskaliert.
Dieser Roman ist Arbeit! Jessamyn ist eine herausfordernde Hauptfigur, die mehr als eine fragwürdige Entscheidung trifft und doch immer wieder mein Mitgefühl hatte. Ihr ist Schlimmes widerfahren und ich bedaure es doch ziemlich, dass die feministische Komponente des Ganzen nahezu bedeutungslos wird neben all der Obsession. Da hätte ich mir mehr konsequenten Biss gewünscht, allerdings macht die Verdrängung aus Sicht der Erzählerin schon Sinn. Bei allem Ernst der Realität ist der gewählte Humor nahezu bitter, was wirklich gut zum Tragödiencharakter der Geschichte passt.
Wer sich ordentlich fordern lassen möchte von dieser Anti-Heldin und überwiegend temporeiche Geschichten mag, die ungefiltert in menschliche Abgründe schauen, sollte sich dieses Werk nicht entgehen lassen.
Die erste Hälfte fand ich unglaublich stark! Über die Ich-Perspektive sitzen wir in Jessamyns Kopf und sind ihrer Wahrnehmung ausgeliefert. Schon relativ früh konnte ich mir nicht mehr sicher sein, was wirklich wie stattgefunden hat und was lediglich der Interpretation unserer Protagonistin entspricht. Denn es kristallisiert sich zunehmend heraus, dass Jessamyn eine unzuverlässige Erzählerin ist, die immer mehr einem Wahn verfällt, der sie (und uns) irgendwann fast völlig einnimmt. Nur durch Reaktionen der Nebenfiguren kam ich immer wieder ins Grübeln, ob die Realität nicht eine andere ist.
Die Nebenfiguren bleiben überwiegend blass. Das ist aufgrund der selbstbezogenen Erzählperspektive eine schlüssige Entscheidung. Dennoch muss mensch den enormen Fokus auf eine Figur natürlich mögen. Das Tempo ist von Beginn an hoch, der Ton direkt mit einem bissigen und durchaus gesellschaftskritischen Witz, der mir sehr gut gefallen hat. Dadurch, dass wir so nah an den Gedanken der Hauptfigur dran sind, entsteht eine bedrückende und intensive Atmosphäre.
In der zweiten Hälfte verlor die Geschichte aber ein wenig an Atem. Die Gedankenspiralen wiederholen sich und entschleunigen die Geschichte - meiner Meinung nach eher zum Nachteil der Erzählung. Später zieht das Tempo glücklicherweise wieder an; die Handlung wird immer ernster, wahnhafter und maximal unhinged - bis am Ende alles eskaliert.
Dieser Roman ist Arbeit! Jessamyn ist eine herausfordernde Hauptfigur, die mehr als eine fragwürdige Entscheidung trifft und doch immer wieder mein Mitgefühl hatte. Ihr ist Schlimmes widerfahren und ich bedaure es doch ziemlich, dass die feministische Komponente des Ganzen nahezu bedeutungslos wird neben all der Obsession. Da hätte ich mir mehr konsequenten Biss gewünscht, allerdings macht die Verdrängung aus Sicht der Erzählerin schon Sinn. Bei allem Ernst der Realität ist der gewählte Humor nahezu bitter, was wirklich gut zum Tragödiencharakter der Geschichte passt.
Wer sich ordentlich fordern lassen möchte von dieser Anti-Heldin und überwiegend temporeiche Geschichten mag, die ungefiltert in menschliche Abgründe schauen, sollte sich dieses Werk nicht entgehen lassen.
von nessabo - 2026-06-04 17:58:00
Wenn der Traum zur Obsession wird - 5 Sterne
Jessamyn St. Germain will auf die große Bühne und als Musical-Star gefeiert werden.
Allerdings ist die Realität weit entfernt von dem, wie sie selber in sich sieht.
Ein ungewöhnlicher Roman mit einer Buchfigur, der ich gerne gefolgt bin, aber nicht mit iht befreundet sein möchte. Sie ist exzentrisch, hartnäckig, zielstrebig und auch gefährlich.
Sie verliert sich in Fantasien, in ihrer eigenen Welt und ihr Wunsch wird zur Obsession, der ungeahnte Wege nimmt.
Einen großen Anteil daran trägt auch ihre Musiklehrerin, die falsche Signale sendet und sie in dem Glauben bestärkt, sie wäre ein großes Talent.
Mir hat es großen Spaß bereitet Jessamyn zu begleiten und ihren Gedanken zu lauschen, ihr über die Schulter zu schauen und über manch eine ihrer Handlungen den Kopf zu schütteln.
Sie ist eine Frau, die den Sinn zur Realität verliert und in ihrer eigenen Welt lebt.
Die Geschichte ist tragisch, spannend und auch auf seine Art sehr unterhaltsam!
Allerdings ist die Realität weit entfernt von dem, wie sie selber in sich sieht.
Ein ungewöhnlicher Roman mit einer Buchfigur, der ich gerne gefolgt bin, aber nicht mit iht befreundet sein möchte. Sie ist exzentrisch, hartnäckig, zielstrebig und auch gefährlich.
Sie verliert sich in Fantasien, in ihrer eigenen Welt und ihr Wunsch wird zur Obsession, der ungeahnte Wege nimmt.
Einen großen Anteil daran trägt auch ihre Musiklehrerin, die falsche Signale sendet und sie in dem Glauben bestärkt, sie wäre ein großes Talent.
Mir hat es großen Spaß bereitet Jessamyn zu begleiten und ihren Gedanken zu lauschen, ihr über die Schulter zu schauen und über manch eine ihrer Handlungen den Kopf zu schütteln.
Sie ist eine Frau, die den Sinn zur Realität verliert und in ihrer eigenen Welt lebt.
Die Geschichte ist tragisch, spannend und auch auf seine Art sehr unterhaltsam!
von Leser - 2026-06-02 08:28:00
Selbsttäuschung auf hohem Niveau - 4 Sterne
Wow! Dieses Buch hat mich so richtig überrascht! Aber auch ein bisschen verstört, muss ich zugeben. Man sollte hier auf jeden Fall die Triggerwarnung ernst nehmen.
Jessamyn hat nur ein Ziel. Sie will auf die große Bühne als Musical Star. Alles andere ist unter ihrer Würde. So empfindet zumindest sie das. Sie ist davon überzeugt, die Beste zu sein und großes Talent zu besitzen. Dabei rutscht sie immer tiefer in die Selbsttäuschung hinein. Ihr Ehrgeiz überschattet alles.
Dieses Buch ist außergewöhnlich, mit so einigen unerwarteten Wendungen und Überraschungen. Mit einer genauso außergewöhnlichen Protagonistin, deren Ehrgeiz immer mehr zu einer gefährlichen Obsession wird. Jessamyn verliert immer mehr den Bezug zur Realität und gerät in einen tiefen Strudel der Selbsttäuschung. Außerdem muss man sich als Leser immer mehr fragen, wem sie eigentlich vertrauen kann. Nicht jeder in ihrem Umfeld meint es gut mit ihr.
Ein tolles Buch, mit einer krassen Message. Eine faszinierende Welt der Täuschung. Charaktere, die jeder für sich mit so einigen Problemen zu kämpfen haben. Es zeigt eindrücklich, wohin Selbsttäuschung im Ernstfall führen kann. Wobei das hier schon ein sehr extremes Beispiel ist.
Jessamyn hat nur ein Ziel. Sie will auf die große Bühne als Musical Star. Alles andere ist unter ihrer Würde. So empfindet zumindest sie das. Sie ist davon überzeugt, die Beste zu sein und großes Talent zu besitzen. Dabei rutscht sie immer tiefer in die Selbsttäuschung hinein. Ihr Ehrgeiz überschattet alles.
Dieses Buch ist außergewöhnlich, mit so einigen unerwarteten Wendungen und Überraschungen. Mit einer genauso außergewöhnlichen Protagonistin, deren Ehrgeiz immer mehr zu einer gefährlichen Obsession wird. Jessamyn verliert immer mehr den Bezug zur Realität und gerät in einen tiefen Strudel der Selbsttäuschung. Außerdem muss man sich als Leser immer mehr fragen, wem sie eigentlich vertrauen kann. Nicht jeder in ihrem Umfeld meint es gut mit ihr.
Ein tolles Buch, mit einer krassen Message. Eine faszinierende Welt der Täuschung. Charaktere, die jeder für sich mit so einigen Problemen zu kämpfen haben. Es zeigt eindrücklich, wohin Selbsttäuschung im Ernstfall führen kann. Wobei das hier schon ein sehr extremes Beispiel ist.
von KersG - 2026-05-31 09:09:00
Ruhm um jeden Preis - 3 Sterne
Für Jessamyn ist alles klar. Sie wird ein großer Musical-Star. Punkt. Andere Lebenswege sind schlicht nicht vorgesehen.
Für ihr Ziel gibt sie alles. Sie steckt all ihr Geld in Gesangsunterricht bei einer renommierten Gesangslehrerin und ist sich sicher, dass ihr Durchbruch jetzt unmittelbar bevorsteht.
In Vancouver, wo sie lebt, wird das Musical „The Sound of Music“ aufgeführt.
Dumm nur, dass die Hauptrolle an jemanden anders geht. Eine völlige Fehlbesetzung, Jessamyn wird die Verantwortlichen schon noch überzeugen.
Wir Lesenden können einzig aus Jessamyns Ich- Perspektive den Geschehnissen folgen und die ist - wie ziemlich schnell klar wird - von maßloser Selbstüberschätzung geprägt. Doch nicht nur das, die Situation spitzt sich immer mehr zu und scheint in ein Drama zu münden.
Jessamyn ist die absolute Anti-Heldin. Auch wenn ihre Situation fürchterlich ist und sie viel mitgemacht hat bislang, sie konnte null Sympathie-Punkte bei mir sammeln.
Geschrieben ist das Buch sehr gut, der Kniff, dass wir nur aus einer wahrnehmungsgetrübten Innensicht teilhaben können, gefällt mir gut.
Aber wirklich angekommen bin ich nicht im Buch, ich blieb auf Distanz. Zu befremdlich war mir das Verhalten Jessamyns.
Den Showdown zum Ende fand ich dann auch etwas zu viel des Guten.
Das ist vermutlich das erste Buch aus dem Pola-Verlag, das mir nicht ganz so zusagt hat
Für ihr Ziel gibt sie alles. Sie steckt all ihr Geld in Gesangsunterricht bei einer renommierten Gesangslehrerin und ist sich sicher, dass ihr Durchbruch jetzt unmittelbar bevorsteht.
In Vancouver, wo sie lebt, wird das Musical „The Sound of Music“ aufgeführt.
Dumm nur, dass die Hauptrolle an jemanden anders geht. Eine völlige Fehlbesetzung, Jessamyn wird die Verantwortlichen schon noch überzeugen.
Wir Lesenden können einzig aus Jessamyns Ich- Perspektive den Geschehnissen folgen und die ist - wie ziemlich schnell klar wird - von maßloser Selbstüberschätzung geprägt. Doch nicht nur das, die Situation spitzt sich immer mehr zu und scheint in ein Drama zu münden.
Jessamyn ist die absolute Anti-Heldin. Auch wenn ihre Situation fürchterlich ist und sie viel mitgemacht hat bislang, sie konnte null Sympathie-Punkte bei mir sammeln.
Geschrieben ist das Buch sehr gut, der Kniff, dass wir nur aus einer wahrnehmungsgetrübten Innensicht teilhaben können, gefällt mir gut.
Aber wirklich angekommen bin ich nicht im Buch, ich blieb auf Distanz. Zu befremdlich war mir das Verhalten Jessamyns.
Den Showdown zum Ende fand ich dann auch etwas zu viel des Guten.
Das ist vermutlich das erste Buch aus dem Pola-Verlag, das mir nicht ganz so zusagt hat
von Marie aus E. - 2026-05-23 22:59:00
Eine Satire über einen angehenden Theaterstar - 4 Sterne
„She’s a Star!“ ist ein düsteres und zugleich humorvolles Werk der in Vancouver lebenden Autorin Meredith Hambrock.
Der größte Traum von Jessamyn St. Germain ist es, ein Star zu werden und sie ist überzeugt davon, dass sie bereits einer ist, nur hat es noch keiner erkannt. Bisher arbeitet sie als Platzanweiserin im Theater, aber sie ist sich sicher, dass die Hauptrolle in dem weltberühmten Musical „The Sound of Music“ ihr gehören muss. Leider ist sie die Einzige, die davon überzeugt ist, die Rolle der Maria bekommt Samantha. Jessamyn wird für die Betreuung der Kinderdarsteller eingesetzt. Ganz klar muss das ein Zeichen sein, damit sie direkt vor Ort ist, wenn Samantha ausfällt.
Die Handlung wird aus der Perspektive von Jessamyn erzählt. Sie ist wirklich eine ganz unglaubliche Protagonistin, die in einer Welt jenseits der Realität lebt. Sie würde alles tun, um ein Star zu werden und ihr verzerrtes Weltbild in Bezug auf sich selbst hat mich im Wechsel erschreckt und amüsiert.
Selbstreflexion ist ihr unmöglich.
Tragische und komische Momente wechseln sich ab. Mal war ich entsetzt über die Protagonistin und dann hatte ich wieder ein unglaubliches Mitleid mit ihr. Jessamyn ist einfach total durchgeknallt, anders kann ich es nicht sagen. Auf ihrem Weg zum Ruhm ist sie total verblendet, regelrecht besessen von ihrem Traum.
Der Roman gibt einen tiefen Einblick in die Untiefen der menschlichen Psyche. Wer schwarzen Humor und Satire mag und in eine Welt, die alles andere als heil ist, abtauchen möchte, den könnte dieses Buch gut unterhalten.
Der größte Traum von Jessamyn St. Germain ist es, ein Star zu werden und sie ist überzeugt davon, dass sie bereits einer ist, nur hat es noch keiner erkannt. Bisher arbeitet sie als Platzanweiserin im Theater, aber sie ist sich sicher, dass die Hauptrolle in dem weltberühmten Musical „The Sound of Music“ ihr gehören muss. Leider ist sie die Einzige, die davon überzeugt ist, die Rolle der Maria bekommt Samantha. Jessamyn wird für die Betreuung der Kinderdarsteller eingesetzt. Ganz klar muss das ein Zeichen sein, damit sie direkt vor Ort ist, wenn Samantha ausfällt.
Die Handlung wird aus der Perspektive von Jessamyn erzählt. Sie ist wirklich eine ganz unglaubliche Protagonistin, die in einer Welt jenseits der Realität lebt. Sie würde alles tun, um ein Star zu werden und ihr verzerrtes Weltbild in Bezug auf sich selbst hat mich im Wechsel erschreckt und amüsiert.
Selbstreflexion ist ihr unmöglich.
Tragische und komische Momente wechseln sich ab. Mal war ich entsetzt über die Protagonistin und dann hatte ich wieder ein unglaubliches Mitleid mit ihr. Jessamyn ist einfach total durchgeknallt, anders kann ich es nicht sagen. Auf ihrem Weg zum Ruhm ist sie total verblendet, regelrecht besessen von ihrem Traum.
Der Roman gibt einen tiefen Einblick in die Untiefen der menschlichen Psyche. Wer schwarzen Humor und Satire mag und in eine Welt, die alles andere als heil ist, abtauchen möchte, den könnte dieses Buch gut unterhalten.
von Tara - 2026-05-21 21:46:00
Bitterböser Fiebertraum - 5 Sterne
„She’s a Star“ ist ein Roman, der sich anfühlt wie ein bitterböser Fiebertraum. Schon nach wenigen Seiten war ich komplett im Bann dieser einerseits unterhaltsamen, andererseits verstörenden Geschichte und konnte kaum aufhören zu lesen.
Im Mittelpunkt steht Jessamyn St. Germain, eine Protagonistin, die ich gleichzeitig mögen, bemitleiden, manchmal auch schütteln und hassen wollte. Sie trifft fragwürdige, teilweise erschreckende Entscheidungen, verliert sich immer stärker in ihren eigenen Fantasien und überschreitet dabei mehr als eine Grenze. Und trotzdem habe ich mich ständig dabei ertappt, ihr irgendwie doch die Daumen zu drücken. Durch Jessamyns Rolle als unzuverlässige Erzählerin bleibt die Handlung permanent unberechenbar. Immer wieder verschwimmen Realität, Wunschdenken und Obsession miteinander, und manches, was zunächst real erscheint, entpuppt sich später als Produkt ihrer eigenen Gedankenwelt. Dadurch bleibt der Roman bis zuletzt spannend und voller Überraschungen.
Besonders gelungen fand ich den bitterbösen Humor, der sich durch die gesamte Geschichte zieht. Trotz aller Abgründe ist das Buch unglaublich unterhaltsam und entwickelt einen regelrechten Sog. Auch sprachlich hat mich der Roman überzeugt: Der Stil, ebenso wie die Übersetzung, liest sich sehr flüssig, sodass ich förmlich durch die Seiten geflogen bin. Spannend fand ich außerdem die literarische Ebene durch die zahlreichen Bezüge zu „Die Möwe“ von Tschechow,. Jessamyns Mischung aus Ehrgeiz, Selbstüberschätzung und wachsendem Realitätsverlust hat mich stellenweise auch an „Yellowface“ erinnert, ihr Wunsch, ein glänzender Star zu werden an „Das kunstseidene Mädchen“.
Für mich ist „She’s a Star“ ein herrlich böser, kluger und gleichzeitig verstörender Roman über Ehrgeiz, Selbsttäuschung und die gefährliche Sehnsucht, gesehen zu werden, aber absolut nichts für schwache Nerven!
Im Mittelpunkt steht Jessamyn St. Germain, eine Protagonistin, die ich gleichzeitig mögen, bemitleiden, manchmal auch schütteln und hassen wollte. Sie trifft fragwürdige, teilweise erschreckende Entscheidungen, verliert sich immer stärker in ihren eigenen Fantasien und überschreitet dabei mehr als eine Grenze. Und trotzdem habe ich mich ständig dabei ertappt, ihr irgendwie doch die Daumen zu drücken. Durch Jessamyns Rolle als unzuverlässige Erzählerin bleibt die Handlung permanent unberechenbar. Immer wieder verschwimmen Realität, Wunschdenken und Obsession miteinander, und manches, was zunächst real erscheint, entpuppt sich später als Produkt ihrer eigenen Gedankenwelt. Dadurch bleibt der Roman bis zuletzt spannend und voller Überraschungen.
Besonders gelungen fand ich den bitterbösen Humor, der sich durch die gesamte Geschichte zieht. Trotz aller Abgründe ist das Buch unglaublich unterhaltsam und entwickelt einen regelrechten Sog. Auch sprachlich hat mich der Roman überzeugt: Der Stil, ebenso wie die Übersetzung, liest sich sehr flüssig, sodass ich förmlich durch die Seiten geflogen bin. Spannend fand ich außerdem die literarische Ebene durch die zahlreichen Bezüge zu „Die Möwe“ von Tschechow,. Jessamyns Mischung aus Ehrgeiz, Selbstüberschätzung und wachsendem Realitätsverlust hat mich stellenweise auch an „Yellowface“ erinnert, ihr Wunsch, ein glänzender Star zu werden an „Das kunstseidene Mädchen“.
Für mich ist „She’s a Star“ ein herrlich böser, kluger und gleichzeitig verstörender Roman über Ehrgeiz, Selbsttäuschung und die gefährliche Sehnsucht, gesehen zu werden, aber absolut nichts für schwache Nerven!
von LeserinLu - 2026-05-18 09:05:00


