Icon Kontrast wechseln

Rezensionen

Die Farbe der Sterne
Eine spannende, turbulente Krimikomödie von Curtis Briggs und Stefan Lukschy

Autor: Stefan Lukschy; Curtis Briggs

Erschienen 2024 bei Langen-Müller
ISBN 978-3-7844-3712-5
Rezension verfassen

Bellagio oder Kandinsky? - 4 Sterne

Nachdem Julia vor ihrer eigenen Hochzeit geflüchtet ist, versteckt sie sich in einem heruntergekommenen Hotel, um den Nachlass vor dem Verkauf zu organisieren. Doch der neue Besitzer denkt gar nicht dran, das Hotel, das schon seit Generationen in Familienbesitz war, zu veräußern.

Doch wie soll man den maroden alten Kasten retten?

Zur rechten Zeit entdeckt Max nach einer Verkettung unglücklicher Umständen ein geheimes Fach hinter der Rezeption und darin ein Frühwerk von Kandinsky, welches das Hotel am Kochelsee zu seinen besten Tagen zeigt. Eine Kopie davon hing immer schon über dem Tresen, doch niemand wusste, dass wo das Original abgeblieben war.

Bis hier ist das Buch schon recht witzig, denn die Figuren sind allesamt sehr überspitzt dargestellt. Die Autoren bedienen sich frech aller Klischees und schmücken diese in bodenlose aus. Man muss dieses Buch mit lachenden Augen und einem Zwinkern lesen, sonst erschließt sich der Humor nicht. Ich durfte mehrmals schallend lachen und genau das habe ich mir erwartet bei einer Krimikomödie.

Mit diesen zwei Bilder geht das Verwirrspiel direkt los, einmal ist der Bellagio verschwunden, dann wieder der Kandinsky, denn es gibt mehrer Leute, die hinter dem Bild her sind und so ihre Haut retten wollen. Julia und Max kommen sich während dieser Bilder-Rettungsaktion langsam näher und beide wachsen über sich hinaus.

Ernsthaft an diesem Buch sind immer nur die Rückblenden, die erklären, warum beispielsweise das Wissen um das Original verloren ging oder warum sie jemand verhält, wie er es eben tut. Diese kleinen Reisen in die Vergangenheit waren wichtig für die Geschichte und interessant zu lesen. Der Rest ist Slapstick und Klamauk und ich habe mich königlich amüsiert!

Somit empfehle ich dieses Buch allen, die mal wieder so richtig lachen wollen. Bitte erwartet euch keinen gut ausgearbeitet Krimi mit komischen Elementen. Das hier ist eine Verwechslungskomödie mit Krimielementen!
von Miro - 2024-07-20 09:51:00

Lässt mich zwiegespalten zurück - 3 Sterne

Das Buch lässt mich etwas zwiegespalten zurück. Obwohl die Buchbeschreibung einen Krimi, eine romantische Liebesgeschichte und Komödie, Spannung und Lachen verspricht und ich diese Dinge auch finde, hatte ich doch etwas anderes erwartet. Leider kann ich nicht genau sagen, woran es letztlich lag. War es das Cover in Verbindung mit dem Künstlernamen Kandinsky, das mich in eine falsche Richtung gelenkt hat? War es die Langatmigkeit, die ich an einigen Stellen gespürt habe und die Langeweile aufkommen ließ?

Humor und Witz finde ich zum größten Teil gelungen, denn ich habe oft in mich hineingeschmunzelt und auch mal herzlich gelacht. Dazu passte dann auch das Kopfkino, das einfach meistens eingeschaltet war.

Es gibt auch Ernsthaftigkeit, vor allem in den Rückblicken. Eigentlich mag ich Geschichten, die in verschiedenen Zeitebenen spielen. Mir fehlt allerdings bei dieser Geschichte das Geschick, Humor und Witz auf der einen und Ernsthaftigkeit auf der anderen Seite zu verbinden oder gar zu verknüpfen. Dadurch bin ich etwas enttäuscht.
von liesmal - 2024-07-15 13:59:00

Enttäuschend - 2 Sterne

"Die Farbe der Sterne" von Curtis Briggs und Stefan Lukschy versprach in der Ankündigung „die perfekte Mischung aus Spannung und feinster Unterhaltung“, doch leider konnte der Roman diesen Erwartungen nicht gerecht werden. Die Geschichte dreht sich um ein heruntergekommenes Hotel, einen Erben, der es retten will, ein verschollenes Kunstwerk, und diverser weiterer Figuren mit Interesse am Verkauf des Hauses und/ oder Stehlen des Kunstwerks. Doch statt Unterhaltung bietet der Roman vor allem Wiederholungen und Altherrenhumor.

Der Plot des Romans ist alles andere als gut strukturiert. Viele Ideen wiederholen sich mehrfach, was die Handlung zäh und vorhersehbar macht. Statt der versprochenen Spannung und Unterhaltung fand ich die Geschichte oft langweilig und vorhersehbar: Wäre der Roman nicht Teil einer Leserunde gewesen, hätte ich ihn abgebrochen. Auch der Humor des Buches hat mich nicht angesprochen. Wer Olli Pocher und Mario Barth mag, könnte daran vielleicht Gefallen finden, aber ich empfand die Witze entweder als zu platt oder sogar als beleidigend. Zu oft wird sich über die Schwächen anderer, über Homosexuelle, Frauen oder Alkoholismus lustig gemacht, was für mich nicht nur unlustig, sondern auch unangemessen war.

Ein weiterer Kritikpunkt ist das irreführende Genre. Obwohl das Buch als Krimi beworben wird, gibt es kein echtes Verbrechen, das aufgeklärt wird. Stattdessen häufen sich Logikfehler, die den Lesefluss erheblich stören. Der Schluss des Romans ist zwar etwas spannender, bleibt aber dennoch einfallslos. Vielleicht war ich aber auch einfach nur froh, das Buch endlich beendet zu haben.

Insgesamt hat "Die Farbe der Sterne" meine Erwartungen leider nicht erfüllt. Die Ankündigung des Verlags weckt falsche Erwartungen, und sowohl die Handlung als auch der Humor konnten mich nicht überzeugen. Wer auf der Suche nach einem gut geplotteten Krimi oder einer feinsinnigen Unterhaltung ist, wird hier enttäuscht. Schade - denn das hübsche Cover hatte mich sehr angesprochen!
von LeserinLu - 2024-07-14 06:46:00