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Rezensionen

Morden in der Menopause
Roman

Autor: Tine Dreyer

Erschienen 2024 bei DuMont Buchverlag
ISBN 978-3-8321-6828-5
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Hormone töten - 5 Sterne

Livs Alltag könnte turbulenter nicht sein. Mit ihren drei pubertierenden Kindern, dem Ehemann, den pflegebedürftigen Schwiegereltern, dann noch der Halbtagsjob als Küchenplanerin mit der anstrengendsten Kundin seit Menschengedenken, wird es ihr jedenfalls nicht langweilig.
Und nun befinden sich ihre verflixten Hormone auch noch im Achterbahnmodus. Aber selbst jetzt ist Liv noch über die Auswirkungen ihres Ausrasters verblüfft - und genervt - als hätte sie nicht schon genug an der Backe.

Das Buch habe ich geschenkt bekommen und ehrlich gesagt, hatte ich nach dem Klappentext gar nicht so viel erwartet.
Aber was für ein Lesespaß war das denn, ich hatte ja keine Ahnung.

"Hormone töten, und zwar andere", treffender könnte man es in Livs Situation nicht besser beschreiben.
Wie es zum ersten Mord kommt, will ich gar nicht verraten. Nur das Liv jetzt ein echtes Problem am Hals hat, denn jetzt muss sie eine Leiche beseitigen.
Unfreiwillig wird Livs Problem immer größer (und geruchsintensiver) und bringt sie so manches Mal in plötzlicher Erklärungsnot. Wie erklärt man dem Ehemann Blutflecken auf der Kleidung, oder die vielen nächtlichen Ausflüge? Livs Ausreden sind auf jeden Fall oskarreif. Herrlich, da kann man noch was lernen.

Von der Art her, hatte der Roman was von "Achtsam morden" von Karsten Dusse. Beide Hauptfiguren müssen plötzlich kriminell werden um sich einen Haufen Ärger vom Hals zu schaffen. Doch jedes gelöste Problem scheint noch mehr Schwierigkeiten anzuziehen.
Nur dass Liv nicht gerade Achtsam oder mit Bedacht handelt, sie benimmt sich eher wie der sprichwörtliche Elefant im Porzellanladen. Das Ergebnis von beiden Romanen ist am Ende aber das gleiche: Wohin mit der Leiche?
Und Liv hat ja auch noch ihre üblichen Baustellen im Leben. Besonders die Kinder und die Schwiegereltern halten sie auf Trab.

Regelmäßig wird der Leser direkt von Liv angesprochen. Richtig mit einbezogen wird man in ihre Geschichte, die sich bald wie eine Beichte liest.
Und nebenbei erfährt man auch noch einiges über die Wechseljahre und was das hormonell für die Frau bedeutet. Richtig informativ war das.
Tine Dreyers Schreibstil ist flüssig und fesselnd. Das Buch hatte ich in kürzester Zeit ausgelesen, weil es einfach so mitreißend war. Ja, manchmal wird es auch ein bisschen absurd, aber auf die gute Art. Und morbide wird es auch, aber so dass man sich eher darüber amüsiert.
Ein Buch welches man nicht zu Ernst nehmen sollte und das einfach nur unterhalten soll.
Ich empfehle es gerne weiter.
von nanu?! - 2024-06-11 17:26:00

Vor Wut ausversehen jemanden erschlagen… - 5 Sterne

Ja, ein SEHR plakativer Titel ist „Morden in der Menopause“, aber irgendwie passt er dann doch, denn es ist ein lustiger Krimi, was der Titel schon auf den Punkt bringt. A propos auf den Punkt bringen, es ist ein wirklich humorvolles Buch, auch wenn mehr als eine Person leider sein Leben lassen muss, aber so gut pointiert, dass man trotz Toten viel lachen muss. Also aus meiner Sicht beste Unterhaltung!
Die Autorin Tine Dreyer ist ein Pseudonym von Christine Drews! Sie hat auch unter einem anderen Pseudonym bereits Borku,-Krimis veröffentlicht: Emmi Johannsen. Wer hier schon gute Erfahrungen gemacht hat, weiß dass die Autorin wirklich gut schreiben kann in den verschiedensten Genre!
Nun aber mal zur besagten Frau in den Wechseljahren, es geht um Liv, sie ist 48 Jahre alt, hat drei pubertierende Kinder, ist von Beruf Küchenplanerin, natürlich in Teilzeit und hat klapprige Schwiegereltern um die sich gekümmert werden muss. Reicht nicht, nun auch noch die Wechseljahre, da kann einem schon mal unverhältnismäßig die Hutschnur platzen, wenn dem Sohn Drogen verkauft werden. Sie schlich dem Sohnemann nach und der Drogendealer ist leider weder einsichtig noch charmant. Und schon hat man die Situation in der Liv rot sieht, zack ist er leider tot. Es folgen abenteuerliche Aktionen, denn zur Polizei will sie nicht gehen und versucht das ganze zu vertuschen.
Herrlich skurril, witzig, unterhaltsam. Ach ja, und dieser Krimi ist trotz Titel, auch Männern sehr ans Herz zu legen, denn so nebenbei lernt man so einiges über die Menopause! Wissen, dass es zu teilen gilt!
von nil_liest - 2024-06-06 09:47:00

mörderisches Hormon-Chaos - 5 Sterne

4,5 Sterne

Liv, 48, Küchenplanerin, Ehefrau und Mutter von 3 Teenagern, hat seit einiger Zeit ein dünnes Fell. Früher war sie doch immer soo gechillt bei allem?! Und schlafen kann sie auch überhaupt nicht mehr.
Bis sie vor lauter Wut auf den pöbelnden Drogendealer ihres Sohnes diesem mit dem Hammer eins überzieht - und der danach nicht mehr aufsteht. Doch was tun mit der Leiche??
Im Laufe der Zeit merkt Liv, dass ihr ungewöhnliches Verhalten und ihr dünnes Nervenkostüm, die Vergesslichkeit (und auch das Ausbleiben der Periode ;) den Wechseljahren zuzuschreiben ist. Doch bevor sie das alles im Griff hat, gibt's noch 3 weitere Tote.
Und die Hormone sind eindeutig der Grund für das ganze Schlamassel, Liv selbst kann gar nichts dafür.

Der Schreibstil ist lebendig und mitreißend, und Livs Gedanken bzw. Überlegungen sind soo komisch. Auch wie sie versucht, die Leiche(n) loszuwerden.
An jedem Kapitelanfang ist eine kurze Info zur Menopause, gespickt mit Livs Meinung dazu - total witzig. Allerdings ist auch viel Wahres darin, denn die Natur hat es nunmal so eingerichtet, dass die Hormone der Frauen den Nestbautrieb, den Mutterinstinkt und dieses "sich um alles kümmern" fördern. Fallen diese Hormone weg, ist es nicht mehr so einfach für die Frau selbst und auch alle anderen Familienmitglieder.
Nicht nur, aber eben besonders Frauen in etwa diesem Alter, die ebenfalls Teenager-Kinder haben, können alles sooo gut nachvollziehen, was es noch lustiger für mich gemacht hat.
Natürlich sind einige Dinge sehr überzogen (und unrealistisch), trotzdem oder vielleicht genau deswegen macht das Lesen dieser Lektüre einfach nur großen Spaß.


Fazit:
Ein urkomischer, aber sehr überspitzter Wechseljahre-Krimi mit einer sympathischen Protagonistin, der man gerne dabei zusieht, wie sie sich aus den verrücktesten Situationen zu befreien versucht.
von Petra Sch. - 2024-04-14 20:43:00

Morden in der Menopause - 5 Sterne

Wie kommt Liv 48, am Beginn ihrer Menopause, wovon sie nichts wusste, aus diesem Schlamassel wieder raus. Erschlägt sie doch kurzerhand den Drogendealer ihres Sohnes. Der Versuch diesen zu kompostieren und sich gleichzeitig um seine gar nicht so unsympathische Freundin zu kümmern, endet in total witzigen, von Hormonen getränkten, Situationen. Selten so gelacht und gleichzeitig, in den Zwischenkapiteln, viel über die Menopause und die Hormone gelernt. Arbeitet doch eine Ärztin am Buch mit, hat das alles sozusagen "Hand und Fuss".
von Michaela Santer - 2024-04-08 11:30:51

Herrlich chaotisch und lustig - 5 Sterne

Dieses Buch war mal ein völlig anderer Krimi und so was von lustig, gerade zum Ende hin. Am Anfang waren es noch nicht so viele Lacher aber es steigerte sich sehr...

Ich habe das Buch gut und flüssig lesen können. Es war spannend und teilweise echt unvorhersehbar in was für Situationen diese Frau gekommen ist und was dann alles so passiert ist. Wie sie von einem Chaos in das nächste geschlittert ist, einfach irre!! Die Beschreibungen, was einem so alles blüht in den Wechseljahren und wie das Umfeld so darauf reagiert waren wirklich treffend und es wurde nichts beschönigt! Das dann solche Katastrophen, wie in diesem Fall, passieren ist zum Glück nicht so oft???? aber das ein oder andere Disaster kommt schon mal vor. Der schwarze Humor hat es mir besonders angetan und die Ausdrucksweise der Autorin war toll. Ich hoffe auf mehr solcher Bücher von ihr und kann dieses nur sehr empfehlen!!!
von Buster - 2024-03-18 18:17:00

Ein temporeicher und humorvoller Krimi - 5 Sterne

„Morden in der Menopause“ ist ein unkonventioneller Krimi der in Köln lebenden Autorin Tine Dreyer.

Die 48-jährige Liv ist berufstätig, hat drei pubertierende Teenager, kümmert sich um die pflegebedürftigen Schwiegereltern und die Familie steht bei ihr immer an erster Stelle. Sie ist also mehr als ausgelastet und dann kommen auch noch die Wechseljahre samt Hitzewallungen und Stimmungsschwankungen. Da ist es kein Wunder, dass ihr irgendwann der Kragen platzt und sie in ihrer Wut einen Mord begeht. Doch bei einem bleibt es nicht.

Der Schreibstil von Tine Dreyer ist toll. Sie vereint Spannung mit Humor und Ironie. Dabei beschreibt sie ihre Protagonistin absolut authentisch und ihre Gedanken und Gefühle sind nachvollziehbar, auch wenn ihre daraus folgenden Handlungen so manches Mal ein wenig überzogen sind. Aber genau das ist es, was diesen Krimi ausmacht und was mir beim Lesen großen Spaß gemacht hat. Liv ist nicht in erster Linie eine Mördern, sondern vielmehr eine empathische Frau mit Humor.

Vor jedem Kapitel befinden sich interessante Informationen und wissenswerte Fakten zum Thema Menopause. Die Wechseljahre sind in unseren Breitengeraden ja eher ein Tabuthema und ich fand es einfach ganz großartig erfrischend wie unterhaltsam und offen die Autorin das Thema hier verpackt hat.

Ich habe mich bestens unterhalten gefühlt und würde auch gerne noch mehr von Liv und ihren Lieben lesen. Allzu ernst nehmen, darf man das Ganze aber nicht, einfach lesen und amüsieren.
von Tara - 2024-03-17 16:28:00