Rezensionen
Windstärke 17
Der Roman nach ›22 Bahnen‹ | Nominiert für das Lieblingsbuch der Unabhängigen 2024 (Shortlist)
Autor: Caroline Wahl
Erschienen 2024 bei DuMont Buchverlag
ISBN 978-3-8321-6841-4
Windstärke 17 - 4 Sterne
Caroline Wahl erzählt in "Windstärke 17" die berührende Fortsetzung der Geschichte von Tilda und Ida. Während Tilda ein neues Leben beginnt und Mutter wird, kämpft Ida mit den Schuldgefühlen und dem Verlust ihrer Mutter. Ein älteres Ehepaar und Leif bringen ihr Hoffnung, aber auch neue Herausforderungen. Dieser Roman ist tiefgründig und ergreifend – eine bewegende Lektüre, die zum Nachdenken anregt.
von Gabriele Geissl - 2024-08-26 18:52:10
Kein Titel - 5 Sterne
Nach dem Tod ihrer Mutter hält Ida nichts mehr in ihrem alten Leben. Als sie im Zug auf dem Weg zu ihrer Schwester Tilda sitzt, beschließt sie spontan, einfach nicht auszusteigen und landet so schlussendlich auf der Insel Rügen. Dort findet sie erst einmal Obdach in einer Jugendherrberge, doch ohne Geld wird sie nicht lange über die Runden kommen. Als sie in einer örtlichen Kneipe nach einem Job als Kellnerin fragt, bekommt sie aber noch viel mehr als nur dies, denn der Kneipenbesitzer Knut und seine Frau nehmen Ida bei sich zu Hause auf. Zum ersten Mal scheint Idas Leben sich dem Positiven zuzuwenden, doch der nächste Schicksalsschlag steht bereits vor der Tür...
Caroline Wahl konnte mich bereits mit "22 Bahnen" überzeugen, "Windstärke 17" hat es jedoch tatsächlich geschafft, seinen Vorgänger nochmal zu übertrumpfen. Idas Geschichte war so herzzerreißend, sie zeigte so viel Wut und Stärke und ich konnte das Buch keine Sekunde lang weglegen. Die Geschichte ist sehr modern geschrieben, beinhaltet viel Jugendsprache und spiegelt meines Erachtens nach generell die junge Generation sehr gut wieder aber genau das hat dem Buch sein gewisses etwas verliehen. Für mich ist "Windstärke 17" eines der besten Bücher des Jahres.
Caroline Wahl konnte mich bereits mit "22 Bahnen" überzeugen, "Windstärke 17" hat es jedoch tatsächlich geschafft, seinen Vorgänger nochmal zu übertrumpfen. Idas Geschichte war so herzzerreißend, sie zeigte so viel Wut und Stärke und ich konnte das Buch keine Sekunde lang weglegen. Die Geschichte ist sehr modern geschrieben, beinhaltet viel Jugendsprache und spiegelt meines Erachtens nach generell die junge Generation sehr gut wieder aber genau das hat dem Buch sein gewisses etwas verliehen. Für mich ist "Windstärke 17" eines der besten Bücher des Jahres.
von Sarah - 2024-08-26 09:53:00
Hoffentlich geht das gut - 5 Sterne
Wir sind definitiv nicht die ersten, die „22 Bahnen“ geliebt haben und natürlich freust du dich natürlich darauf wenn eine Fortsetzung eines Deiner Lieblingsbücher zu erwarten ist, aber insgeheim herrscht auch ein kleines bisschen Sorge. Nämlich ob die Fortsetzung dann auch die Erwartung erfüllt.
Aber: ENTWARNUNG! Windstärke siebzehn ist mindestens so packend wie „22 Bahnen“, voll Herzenswärme, großen Gefühlen, eigenartigen Wendungen!
Manch einen gibt’s, dem der Vorgänger vielleicht ein Spur besser gefiel, aber bei ganz, ganz vielen wars umgekehrt.
Ghupft wie Ghatscht: beide super, beide Lesen!
Aber: ENTWARNUNG! Windstärke siebzehn ist mindestens so packend wie „22 Bahnen“, voll Herzenswärme, großen Gefühlen, eigenartigen Wendungen!
Manch einen gibt’s, dem der Vorgänger vielleicht ein Spur besser gefiel, aber bei ganz, ganz vielen wars umgekehrt.
Ghupft wie Ghatscht: beide super, beide Lesen!
von Aloisia Prenninger - 2024-08-13 17:23:07
Weiter geht es - 5 Sterne
Idas Mutter ist gestorben, Ida hat alles was ihr wichtig ist in einen alten Koffer gepackt und sich auf den Weg gemacht. Nur auf welchen weiß sie noch nicht. Sie strandet in Rügen und findet bei Marianne und Knut Unterschlupf und eine Art Ersatzfamilie.
Windstärke 17 ist nicht nur das zweite Buch der Autorin, es erzählt auch die Geschichte weiter. Diesmal ist es Idas Geschichte.
Ida ist inzwischen erwachsen, ihre Mutter hat sich mit einer Überdosis das Leben genommen. Tilda möchte dass Ida zu ihr und Viktor kommt.
Immer wieder nimmt die Geschichte Rückblick auf das erste Buch, auf 22 Bahnen. Auch Idas Geschichte hat mich, genauso wie Tildas, sehr berührt und gut unterhalten. Was mich aber irgendwie etwas störte, die Geschichte besteht nur aus vier Teilen und hat keine Kapitel. Obwohl sie nur 256 Seiten hat, schaffte ich es nicht, einen Teil in einem Rutsch zu lesen und ich mag es nicht, wenn ich mitten im Kapitel aufhören muss. Aber der Geschichte tut dies keinen Abbruch, mir hat es trotzdem sehr gefallen und es hat mich schon sehr berührt.
Windstärke 17 ist nicht nur das zweite Buch der Autorin, es erzählt auch die Geschichte weiter. Diesmal ist es Idas Geschichte.
Ida ist inzwischen erwachsen, ihre Mutter hat sich mit einer Überdosis das Leben genommen. Tilda möchte dass Ida zu ihr und Viktor kommt.
Immer wieder nimmt die Geschichte Rückblick auf das erste Buch, auf 22 Bahnen. Auch Idas Geschichte hat mich, genauso wie Tildas, sehr berührt und gut unterhalten. Was mich aber irgendwie etwas störte, die Geschichte besteht nur aus vier Teilen und hat keine Kapitel. Obwohl sie nur 256 Seiten hat, schaffte ich es nicht, einen Teil in einem Rutsch zu lesen und ich mag es nicht, wenn ich mitten im Kapitel aufhören muss. Aber der Geschichte tut dies keinen Abbruch, mir hat es trotzdem sehr gefallen und es hat mich schon sehr berührt.
von _ich.lese_ - 2024-08-11 21:03:00
Starker Folgeband - 5 Sterne
Ich mag "22 Bahnen" von Caroline Wahl sehr und war etwas besorgt, ob die Fortsetzung davon nicht nur ein zweiter Aufguss sein würde.
Weit gefehlt. Windstärke 17 hat wieder das Wasser als Motiv und natürlich sind Ida und Tilda wieder dabei. Das Buch ist aber autark, man kann es auch ohne Kenntnis des Vorgängerbands lesen.
Diesmal liegt der Fokus auf Ida, die eine schwere Kindheit hatte und nun ist die Mutter tot. Zeitlebens - zumindest soweit Idas Kindheitserinnerungen reichen - alkoholkrank hat sie ihre Kinder sich selbst überlassen. Dennoch, es ist die Mutter und Isa weiß nicht wohin zwischen Wut, Schuldgefühlen und Trauer.
Sie landet auf Rügen und lernt dort Kneipenbesitzer Knut und seine Frau Marianne kennen, die sie bei sich aufnehmen. Und dann gibt es da noch Leif, bei dem auch nicht alles eitel Sonnenschein ist.
Caroline Wahl hat einen ganz eigenen Schreibstil. Knochentrocken, fast wie ein Dokumentation, lässt sie uns ausschnittweise teilhaben an Idas Leben. Die äußeren Taten lassen Rückschlüsse auf Idas Innenleben zu.
Dazwischen gibt es aber immer auch tragisch-witzige Elemente, das ist auch nötig, denn das Buch ist nochmal deutlich schwerer als der Vorgänger.
Während Tilda dann irgendwann gegangen ist, hat Ida bis zum Tod der Mutter mit ihr und der Suchterkrankung zusammengelebt und das hat tiefe Spuren hinterlassen.
Eine erfrischende Sommergeschichte mit Inselfeeling ist das nicht, falls Cover und Rügen so ein Kopfkino entstehen lassen sollte.
Ich musste oft schwer schlucken, die Thematik ist so schwer und tragisch und dennoch: so ist das Leben halt auch und das Buch bringt es genauso an uns Lesende.
Ergreifend, aufwühlend, fordernd und doch auch hoffnungsvoll. Keine Bilderbuch-Sonnenschein-alles-ist-gut-trallala-Entwicklung, aber Schritt für Schritt vorwärts, seitwärts und auch mal wieder zurück.
Ein starkes Buch!
Weit gefehlt. Windstärke 17 hat wieder das Wasser als Motiv und natürlich sind Ida und Tilda wieder dabei. Das Buch ist aber autark, man kann es auch ohne Kenntnis des Vorgängerbands lesen.
Diesmal liegt der Fokus auf Ida, die eine schwere Kindheit hatte und nun ist die Mutter tot. Zeitlebens - zumindest soweit Idas Kindheitserinnerungen reichen - alkoholkrank hat sie ihre Kinder sich selbst überlassen. Dennoch, es ist die Mutter und Isa weiß nicht wohin zwischen Wut, Schuldgefühlen und Trauer.
Sie landet auf Rügen und lernt dort Kneipenbesitzer Knut und seine Frau Marianne kennen, die sie bei sich aufnehmen. Und dann gibt es da noch Leif, bei dem auch nicht alles eitel Sonnenschein ist.
Caroline Wahl hat einen ganz eigenen Schreibstil. Knochentrocken, fast wie ein Dokumentation, lässt sie uns ausschnittweise teilhaben an Idas Leben. Die äußeren Taten lassen Rückschlüsse auf Idas Innenleben zu.
Dazwischen gibt es aber immer auch tragisch-witzige Elemente, das ist auch nötig, denn das Buch ist nochmal deutlich schwerer als der Vorgänger.
Während Tilda dann irgendwann gegangen ist, hat Ida bis zum Tod der Mutter mit ihr und der Suchterkrankung zusammengelebt und das hat tiefe Spuren hinterlassen.
Eine erfrischende Sommergeschichte mit Inselfeeling ist das nicht, falls Cover und Rügen so ein Kopfkino entstehen lassen sollte.
Ich musste oft schwer schlucken, die Thematik ist so schwer und tragisch und dennoch: so ist das Leben halt auch und das Buch bringt es genauso an uns Lesende.
Ergreifend, aufwühlend, fordernd und doch auch hoffnungsvoll. Keine Bilderbuch-Sonnenschein-alles-ist-gut-trallala-Entwicklung, aber Schritt für Schritt vorwärts, seitwärts und auch mal wieder zurück.
Ein starkes Buch!
von Marie aus E. - 2024-08-07 07:42:00
Windstärke 17 auf Rügen - 3 Sterne
Ida verlässt nach dem Tod ihrer Mutter ihre Heimat, nur ihr Laptop und ein alter Hartschalenkoffer begleitet sie auf eine neue Reise, dessen Ziel sie noch nicht kennt. Weil sie nicht zu ihrer Schwester Tilda nach Hamburg möchte, steigt sie im Zug nicht aus und landet schließlich auf Rügen. Dort lernt sie den Kneipenbesitzer Knut kennen, der sie zu sich nach Haus einlädt und seiner Frau Marianne vorstellt. Bei den beiden lernt Ida das alltägliche Leben der Inselbewohner kennen und trifft auf Leif, dessen Leben gerade auch ins Stocken gerät. Die Welt wird wieder erträglicher, bis Ida den nächsten Schicksalsschlag erlebt.
Windstärke 17 von Caroline Wahl war mein erstes Buch der Autorin, das mich jedoch im Zwiespalt zurücklässt.
Ich habe es geliebt, dass Caroline Wahl eine Welt erschaffen hat, die nicht perfekt ist. Die durch die Augen der Protagonistin zeigt, dass wir Dinge nur oberflächlich wahrnehmen. Diese Oberfläche mag perfekt aussehen, aber die Wunden und Risse sind verborgen. Manchmal muss man sich seine eigene Welt schaffen, um die Schönheit des Lebens zu sehen.
Der Schreibstil war gewöhnungsbedürftig und recht simpel, Gedankengänge werden vollzogen und dann nochmal wörtlich wiedergeben. Das führt zu vielen Wiederholungen, die mich während des Lesens gestört haben und die dennoch perfekt gepasst haben, weil sie Ida gut widerbespiegelt haben. Ida, deren Gedankenwelt laut ist und die eben nicht alles sagt, was sie denkt und dann manchmal doch. Ida, die mich aber auch häufig Nerven gekostet hat. Ihr Leben ist hart, das Schicksal meinte es nicht gut mit ihr, aber ihre Gedankengänge sind mir dennoch zu ‚ich-bezogen‘ und negativ belastet, dabei gibt es um sie rum so viel Hoffnung und Hilfe.
Diese Wut, die schlechten Gefühle und der Trotz, mögen auch so stark gewesen sein, weil das Buch sehr kompakt ist. Bestimmt hätten 100-200 Seiten mehr nicht geschadet. Das Ende hat mich dann leider auch komplett enttäuscht, auch wenn ich während des Lesens der letzten fünfzig Seiten schon damit gerechnet hatte, dass mir etwas fehlen wird.
Vielleicht macht es aber auch Hoffnung auf eine neue Perspektive, denn ihr Vorgängerband handelt wohl von ihrer großen Schwester Tilda und auch in Windstärke 17 finden sich Charaktere wieder, deren Perspektive spannend sein könnten.
Windstärke 17 von Caroline Wahl war mein erstes Buch der Autorin, das mich jedoch im Zwiespalt zurücklässt.
Ich habe es geliebt, dass Caroline Wahl eine Welt erschaffen hat, die nicht perfekt ist. Die durch die Augen der Protagonistin zeigt, dass wir Dinge nur oberflächlich wahrnehmen. Diese Oberfläche mag perfekt aussehen, aber die Wunden und Risse sind verborgen. Manchmal muss man sich seine eigene Welt schaffen, um die Schönheit des Lebens zu sehen.
Der Schreibstil war gewöhnungsbedürftig und recht simpel, Gedankengänge werden vollzogen und dann nochmal wörtlich wiedergeben. Das führt zu vielen Wiederholungen, die mich während des Lesens gestört haben und die dennoch perfekt gepasst haben, weil sie Ida gut widerbespiegelt haben. Ida, deren Gedankenwelt laut ist und die eben nicht alles sagt, was sie denkt und dann manchmal doch. Ida, die mich aber auch häufig Nerven gekostet hat. Ihr Leben ist hart, das Schicksal meinte es nicht gut mit ihr, aber ihre Gedankengänge sind mir dennoch zu ‚ich-bezogen‘ und negativ belastet, dabei gibt es um sie rum so viel Hoffnung und Hilfe.
Diese Wut, die schlechten Gefühle und der Trotz, mögen auch so stark gewesen sein, weil das Buch sehr kompakt ist. Bestimmt hätten 100-200 Seiten mehr nicht geschadet. Das Ende hat mich dann leider auch komplett enttäuscht, auch wenn ich während des Lesens der letzten fünfzig Seiten schon damit gerechnet hatte, dass mir etwas fehlen wird.
Vielleicht macht es aber auch Hoffnung auf eine neue Perspektive, denn ihr Vorgängerband handelt wohl von ihrer großen Schwester Tilda und auch in Windstärke 17 finden sich Charaktere wieder, deren Perspektive spannend sein könnten.
von Anndlich - 2024-07-22 13:14:00
Windstärke 17 - 5 Sterne
Ich wünschte, dieses Buch wäre nie zu Ende gewesen! Denn am Schluss wollte ich mich überhaupt nicht von den Charakteren verabschieden, ich war einfach noch nicht bereit dafür. Vielleicht sollte ich einfach noch einmal von vorne beginnen?
Wie meine Kollegin Maxie in ihrem tollen Buchtipp bereits ausgeführt hat, kann "Windstärke 17" als Fortsetzung von "22 Bahnen" gelesen werden, funktioniert aber auch unabhängig davon ganz wunderbar. In mir weckt das jedenfalls die leise Hoffnung, dass in zukünftigen Romanen vielleicht noch andere Figuren aufgegriffen werden (bittebitte) - oder vielleicht einfach weitererzählt wird (bittebittebitte). Ich bin für beides bereit!
Als mir die Frage gestellt wurde, welches Buch mir besser gefällt, konnte ich es zuerst nicht beantworten, aber jetzt habe ich noch ein wenig darüber nachgedacht und kann sagen: Windstärke 17. Warum? Ich habe eine Affinität zu Romanen, die am Meer spielen und war bereits auf Rügen. Die Geschichte hat mich direkt wieder dortin katapultiert und ich habe jede Minute genossen. Wenn ich das schreibe, fühle ich mich den Hauptfiguren aus "22 Bahnen" gegenüber glatt ein wenig schuldig. Verdammt. Einigen wir uns auf unentschieden.
Was ich noch zum Ausdruck bringen möchte: Ich bewundere Caroline Wahl für ihr Sprachgefühl und die Worte, die sie für unsagbare Dinge findet. Es ist so schnörkellos, so klar und die Dialoge messerscharf. Ich glaube, ich fange jetzt wirklich gleich nochmal an...
Wie meine Kollegin Maxie in ihrem tollen Buchtipp bereits ausgeführt hat, kann "Windstärke 17" als Fortsetzung von "22 Bahnen" gelesen werden, funktioniert aber auch unabhängig davon ganz wunderbar. In mir weckt das jedenfalls die leise Hoffnung, dass in zukünftigen Romanen vielleicht noch andere Figuren aufgegriffen werden (bittebitte) - oder vielleicht einfach weitererzählt wird (bittebittebitte). Ich bin für beides bereit!
Als mir die Frage gestellt wurde, welches Buch mir besser gefällt, konnte ich es zuerst nicht beantworten, aber jetzt habe ich noch ein wenig darüber nachgedacht und kann sagen: Windstärke 17. Warum? Ich habe eine Affinität zu Romanen, die am Meer spielen und war bereits auf Rügen. Die Geschichte hat mich direkt wieder dortin katapultiert und ich habe jede Minute genossen. Wenn ich das schreibe, fühle ich mich den Hauptfiguren aus "22 Bahnen" gegenüber glatt ein wenig schuldig. Verdammt. Einigen wir uns auf unentschieden.
Was ich noch zum Ausdruck bringen möchte: Ich bewundere Caroline Wahl für ihr Sprachgefühl und die Worte, die sie für unsagbare Dinge findet. Es ist so schnörkellos, so klar und die Dialoge messerscharf. Ich glaube, ich fange jetzt wirklich gleich nochmal an...
von Verena Gruber aus der Tyrolia-Filiale in Innsbruck - 2024-06-28 16:33:19
Emotional herausfordernde Fortsetzung - 4 Sterne
Ich habe „22 Bahnen“ sehr gern gelesen und mich entsprechend auf die Fortsetzung gefreut. In dieser begleitet wir nun Ida einige Jahre später nach dem Suizid ihrer Mutter auf der Suche nach einem Umgang mit der neuen Realität.
Zu Beginn hatte ich einige Schwierigkeiten in den Text hineinzufinden. Das liegt weniger am Buch selbst als an der Hauptfigur und ihrem Trauma. Mit Menschen, die sich von Nahestehenden abschotten und sie teils sehr hart zurückweisen, kann ich nicht so gut umgehen. Idas Gefühlswelt und Handeln sind mehr als verständlich, aber dessen sollte mensch sich beim Lesen schon bewusst sein. Ihre Schuldgefühle und ambivalenten Emotionen der eigenen Mutter gegenüber sind wirklich herzzerreißend und haben mich emotional extrem gefordert! </3
Nach und nach öffnet sie sich auch wieder und ab da konnte ich die Geschichte gut lesen. Wie stark Ida nicht nur sich selbst beginnt zu stützen, sondern auch Marianne und Leif, die beide wiederum Ida halten, hat mich extrem berührt. Die zwischenmenschliche Sorge ist ganz zart und überwiegend non-verbal, das macht sie aber nicht weniger greifbar.
Caroline Wahl hat meiner Meinung nach ein großes Talent dafür, viele Gefühle in wenige Worte zu verpacken. Das Trauma der Hauptfigur und ihr damit verbundenes Verhalten fand ich phasenweise schwer auszuhalten. Außerdem hätte ich mir gewünscht, Leif noch ein bisschen besser kennenzulernen, da blieb mir persönlich zu viel offen.
Trotz allem ein wirklich tolles zweites Buch! <3
Zu Beginn hatte ich einige Schwierigkeiten in den Text hineinzufinden. Das liegt weniger am Buch selbst als an der Hauptfigur und ihrem Trauma. Mit Menschen, die sich von Nahestehenden abschotten und sie teils sehr hart zurückweisen, kann ich nicht so gut umgehen. Idas Gefühlswelt und Handeln sind mehr als verständlich, aber dessen sollte mensch sich beim Lesen schon bewusst sein. Ihre Schuldgefühle und ambivalenten Emotionen der eigenen Mutter gegenüber sind wirklich herzzerreißend und haben mich emotional extrem gefordert! </3
Nach und nach öffnet sie sich auch wieder und ab da konnte ich die Geschichte gut lesen. Wie stark Ida nicht nur sich selbst beginnt zu stützen, sondern auch Marianne und Leif, die beide wiederum Ida halten, hat mich extrem berührt. Die zwischenmenschliche Sorge ist ganz zart und überwiegend non-verbal, das macht sie aber nicht weniger greifbar.
Caroline Wahl hat meiner Meinung nach ein großes Talent dafür, viele Gefühle in wenige Worte zu verpacken. Das Trauma der Hauptfigur und ihr damit verbundenes Verhalten fand ich phasenweise schwer auszuhalten. Außerdem hätte ich mir gewünscht, Leif noch ein bisschen besser kennenzulernen, da blieb mir persönlich zu viel offen.
Trotz allem ein wirklich tolles zweites Buch! <3
von nessabo - 2024-06-26 21:56:00
Von Schicksalsschlägen und dem Geborgenheit-Finden in einer Wahlfamilie - 5 Sterne
"Windstärke 17" kann als die Fortsetzung von Caroline Wahls erfolgreichem Debütroman "22 Bahnen" gesehen werden. Die beiden Bücher hängen zusammen: während das erste aus der Perspektive der älteren Schwester Tilda erzählt wird, geht es nun um die jüngere Schwester Ida. Und wir haben einen Zeitsprung hinter uns: das erste Buch endet mit der 10- oder 11-jährigen Ida und mit Tildas Entschluss, von daheim auszuziehen und für das Promotionsstudium nach Berlin zu gehen.
Was es für Ida bedeutet hat, ab diesem Zeitpunkt weitgehend allein mit der alkoholabhängigen Mutter aufzuwachsen, und welche Schäden das in ihrer Psyche hinterlassen hat, erfahren wir nun in "Windstärke 17". Das Buch beginnt mit der nun erwachsenen Ida, die die Mutter tot auffindet... nach einer langen psychischen, körperlichen und sozialen Abwärtsspirale hat sich diese nun endgültig mit Tabletten das Leben genommen. Auch von Tilda hat Ida sich entfremdet, die beiden haben nur sporadisch Kontakt und Ida stößt die ältere Schwester meistens wütend weg... zu tief sitzt der Schmerz, so viele Jahre mit der Mutter allein gelassen worden zu sein.
Auch jetzt lehnt Ida alle Hilfsangebote der Schwester - die sich mit Mann, Kindern und einer guten Stelle fest im Leben etabliert hat - vehement ab, schaltet ihr Handy auf Flugmodus und flüchtet in einer spontanen Impulsreaktion irgendwohin, landet dabei auf der Insel Rügen. Hier hat sie das Glück, wirklich guten, liebevollen Menschen zu begegnen, die sie wie eine Tochter aufnehmen und liebevoll unterstützen. Zum ersten Mal in ihrem Leben erlebt Ida so etwas wie ein geordnetes Familienleben, doch mit ihrer traumatisierten Psyche fällt es ihr schwer, sich auf dieses einzulassen... und auch hier gibt es Schicksalsschläge und Herausforderungen.
Für mich war "Windstärke 17" kein leicht zu lesendes Buch. Das macht es nicht schlecht. Im Gegenteil, ich finde die Persönlichkeit Idas, ihre Schwierigkeit, sich wirklich auf Menschen einzulassen, ihre Gefühlsschwankungen und ihr risikoreiches, fast schon suizidales Verhalten sehr authentisch geschildert... hier schreibt eine Autorin, die sich mit diesen Themen offensichtlich auskennt und tiefgehend damit auseinandergesetzt hat.
Schwer gefallen ist mir, dass ich innerlich die ganze Zeit den Vorgängerband "22 Bahnen" und seine Hauptprotagonistin Tilda im Kopf hatte, und dieser hatte, trotz der schweren Thematik mit der alkoholkranken Mutter, viel mehr Humor, Leichtigkeit und Hoffnung zu bieten. Tilda war so eine resiliente Persönlichkeit, dass gute Hoffnung dafür Bestand, dass sie ihr Leben trotz der schwierigen Startbedingungen gut auf die Reihe kriegen würde, und sie innerlich zu begleiten, machte Hoffnung und Mut.
Und so ist es ja auch gekommen, wie man im zweiten Band sieht, Tilda hat ihr Leben auf die Reihe gekriegt... Ida hingegen kämpft enorm und wird aufgrund ihrer Persönlichkeitsdynamik wohl auch in Zukunft in ihrem Leben noch sehr zu kämpfen haben. Das ist, wie gesagt, realistisch dargestellt, aber in seiner Schwere und Tragik noch viel weniger ein Sommer-Wohlfühl-Buch als "22 Bahnen". Ich empfehle es für Interessierte, die bereit sind, sich auf diese Dynamik einzulassen.
5 Sterne, weil es insgesamt ein sehr gut geschriebenes Buch ist und die traurige und dunkle Thematik das Buch ja nicht per se schlechter macht.
Was es für Ida bedeutet hat, ab diesem Zeitpunkt weitgehend allein mit der alkoholabhängigen Mutter aufzuwachsen, und welche Schäden das in ihrer Psyche hinterlassen hat, erfahren wir nun in "Windstärke 17". Das Buch beginnt mit der nun erwachsenen Ida, die die Mutter tot auffindet... nach einer langen psychischen, körperlichen und sozialen Abwärtsspirale hat sich diese nun endgültig mit Tabletten das Leben genommen. Auch von Tilda hat Ida sich entfremdet, die beiden haben nur sporadisch Kontakt und Ida stößt die ältere Schwester meistens wütend weg... zu tief sitzt der Schmerz, so viele Jahre mit der Mutter allein gelassen worden zu sein.
Auch jetzt lehnt Ida alle Hilfsangebote der Schwester - die sich mit Mann, Kindern und einer guten Stelle fest im Leben etabliert hat - vehement ab, schaltet ihr Handy auf Flugmodus und flüchtet in einer spontanen Impulsreaktion irgendwohin, landet dabei auf der Insel Rügen. Hier hat sie das Glück, wirklich guten, liebevollen Menschen zu begegnen, die sie wie eine Tochter aufnehmen und liebevoll unterstützen. Zum ersten Mal in ihrem Leben erlebt Ida so etwas wie ein geordnetes Familienleben, doch mit ihrer traumatisierten Psyche fällt es ihr schwer, sich auf dieses einzulassen... und auch hier gibt es Schicksalsschläge und Herausforderungen.
Für mich war "Windstärke 17" kein leicht zu lesendes Buch. Das macht es nicht schlecht. Im Gegenteil, ich finde die Persönlichkeit Idas, ihre Schwierigkeit, sich wirklich auf Menschen einzulassen, ihre Gefühlsschwankungen und ihr risikoreiches, fast schon suizidales Verhalten sehr authentisch geschildert... hier schreibt eine Autorin, die sich mit diesen Themen offensichtlich auskennt und tiefgehend damit auseinandergesetzt hat.
Schwer gefallen ist mir, dass ich innerlich die ganze Zeit den Vorgängerband "22 Bahnen" und seine Hauptprotagonistin Tilda im Kopf hatte, und dieser hatte, trotz der schweren Thematik mit der alkoholkranken Mutter, viel mehr Humor, Leichtigkeit und Hoffnung zu bieten. Tilda war so eine resiliente Persönlichkeit, dass gute Hoffnung dafür Bestand, dass sie ihr Leben trotz der schwierigen Startbedingungen gut auf die Reihe kriegen würde, und sie innerlich zu begleiten, machte Hoffnung und Mut.
Und so ist es ja auch gekommen, wie man im zweiten Band sieht, Tilda hat ihr Leben auf die Reihe gekriegt... Ida hingegen kämpft enorm und wird aufgrund ihrer Persönlichkeitsdynamik wohl auch in Zukunft in ihrem Leben noch sehr zu kämpfen haben. Das ist, wie gesagt, realistisch dargestellt, aber in seiner Schwere und Tragik noch viel weniger ein Sommer-Wohlfühl-Buch als "22 Bahnen". Ich empfehle es für Interessierte, die bereit sind, sich auf diese Dynamik einzulassen.
5 Sterne, weil es insgesamt ein sehr gut geschriebenes Buch ist und die traurige und dunkle Thematik das Buch ja nicht per se schlechter macht.
von Eternal-Hope - 2024-06-23 14:54:00


