Rezensionen
Kindheit und Studium im Chaos - 3 Sterne
Während Hedda in der Gegenwart mit ihrer Masterarbeit kämpft und frisch schwanger ist, erkunden wir in wechselnden Kapiteln ihre Vergangenheit und erfahren, wie sie aufgewachsen ist.
Die kurzen Kapitel und die verschiedenen Zeitebenen haben mir hierbei grundsätzlich gut gefallen, durch vergangene Erlebnisse kann man oft ihre Entscheidungen und Verhaltensweisen im Jetzt besser verstehen und schön interpretieren.
Gleichzeitig liegt hierin aber auch eine Schwachstelle des Romans: Passend zum Titel ist alles ein wenig chaotisch, teilweise wusste ich nicht direkt, in welcher Zeit wir uns gerade befinden, und musste mich erstmal wieder kurz orientieren.
Statt einer zusammenhängenden Erzählung gibt es oft eher nur fragmentarische Ausschnitte, kurze Szenen aus dem Leben der Protagonistin.
Eine wirkliche Beziehung habe ich zu ihr jedoch nicht aufbauen können, sie ist für mich auf Distanz geblieben, nur zwischendurch konnte ich ein wenig mitfühlen und auch mitleiden, da es teilweise sehr bedrückend und traurig wurde.
Die Nebencharaktere sind gar nicht im Gedächtnis geblieben, auch Heddas Beziehung blieb recht blass.
Sehr gelungen fand ich dagegen die Symbolik: Immer wieder werden spannende Metaphern eingebaut, die viel über die Charaktere verraten, hier hatte ich echt Spaß, diese zu finden und zu interpretieren.
Insgesamt erzähltechnisch eigentlich ein sehr interessantes Buch, dessen Handlung mich jedoch nicht übermäßig packen konnte.
Die kurzen Kapitel und die verschiedenen Zeitebenen haben mir hierbei grundsätzlich gut gefallen, durch vergangene Erlebnisse kann man oft ihre Entscheidungen und Verhaltensweisen im Jetzt besser verstehen und schön interpretieren.
Gleichzeitig liegt hierin aber auch eine Schwachstelle des Romans: Passend zum Titel ist alles ein wenig chaotisch, teilweise wusste ich nicht direkt, in welcher Zeit wir uns gerade befinden, und musste mich erstmal wieder kurz orientieren.
Statt einer zusammenhängenden Erzählung gibt es oft eher nur fragmentarische Ausschnitte, kurze Szenen aus dem Leben der Protagonistin.
Eine wirkliche Beziehung habe ich zu ihr jedoch nicht aufbauen können, sie ist für mich auf Distanz geblieben, nur zwischendurch konnte ich ein wenig mitfühlen und auch mitleiden, da es teilweise sehr bedrückend und traurig wurde.
Die Nebencharaktere sind gar nicht im Gedächtnis geblieben, auch Heddas Beziehung blieb recht blass.
Sehr gelungen fand ich dagegen die Symbolik: Immer wieder werden spannende Metaphern eingebaut, die viel über die Charaktere verraten, hier hatte ich echt Spaß, diese zu finden und zu interpretieren.
Insgesamt erzähltechnisch eigentlich ein sehr interessantes Buch, dessen Handlung mich jedoch nicht übermäßig packen konnte.
von Ryria - 2026-06-14 21:11:00
In der Krise - 4 Sterne
Das Cover, der Titel, der Klappentext und auch der Schauplatz des Romans haben mich direkt angesprochen.
Hedda, die Protagonistin, hat eigentlich ein gutes Leben, sie steht kurz vor dem Abschluss ihrer Doktorarbeit und sie und ihr Freund erwarten ein Baby. Doch dann läuft alles plötzlich nicht mehr wie geplant und Heddas Leben gerät ziemlich aus dem Gleichgewicht. Da hilft es auch wenig, dass ihr Vater plötzlich wieder in ihrem Leben auftaucht, der gerne große Pläne schmiedet, ohne, dass viel dahintersteckt.
Grundsätzlich hat mir diese Konstellation gut gefallen und auch den modernen Erzählstil, mit den oft recht verwirrenden Wechseln zwischen der Gegenwart und Heddas Kindheit fand ich interessant und das Chaos in Heddas Leben wiederspiegelnd. Es wird auch sehr gut deutlich, wie dysfunktional Heddas Familie ist und, wie sie das seit ihrer Kindheit geprägt hat. Das traumatische Ereignis, das Hedda so aus der Bahn wirft, wird authentisch und ohne zu beschönigen geschildert, sodass ich mich gut in sie hineinversetzen konnte. Ansonsten bleiben die verschiedenen Charaktere im Roman für meinen Geschmack aber zu blass, ich hätte gerne etwas mehr über sie erfahren, insbesondere den Vater, was er so genau getrieben hat, bevor und während er weg von seiner Familie war.
Hedda, die Protagonistin, hat eigentlich ein gutes Leben, sie steht kurz vor dem Abschluss ihrer Doktorarbeit und sie und ihr Freund erwarten ein Baby. Doch dann läuft alles plötzlich nicht mehr wie geplant und Heddas Leben gerät ziemlich aus dem Gleichgewicht. Da hilft es auch wenig, dass ihr Vater plötzlich wieder in ihrem Leben auftaucht, der gerne große Pläne schmiedet, ohne, dass viel dahintersteckt.
Grundsätzlich hat mir diese Konstellation gut gefallen und auch den modernen Erzählstil, mit den oft recht verwirrenden Wechseln zwischen der Gegenwart und Heddas Kindheit fand ich interessant und das Chaos in Heddas Leben wiederspiegelnd. Es wird auch sehr gut deutlich, wie dysfunktional Heddas Familie ist und, wie sie das seit ihrer Kindheit geprägt hat. Das traumatische Ereignis, das Hedda so aus der Bahn wirft, wird authentisch und ohne zu beschönigen geschildert, sodass ich mich gut in sie hineinversetzen konnte. Ansonsten bleiben die verschiedenen Charaktere im Roman für meinen Geschmack aber zu blass, ich hätte gerne etwas mehr über sie erfahren, insbesondere den Vater, was er so genau getrieben hat, bevor und während er weg von seiner Familie war.
von Island - 2026-06-12 23:49:00
Wenn die Vergangenheit nicht loslässt - 4 Sterne
Bereits das Cover deutet an, dass hier keine gewöhnliche Geschichte erzählt wird. Der Roman beschäftigt sich mit Menschen, die ihren Platz im Leben suchen und dabei immer wieder von ihrer Vergangenheit eingeholt werden. Im Zentrum steht eine Familie, deren Beziehungen von Missverständnissen, Verletzungen und unausgesprochenen Erwartungen geprägt sind.
Die Figuren wirken oft widersprüchlich und genau darin liegt ihre Stärke. Niemand erscheint vollkommen sympathisch oder vollkommen unsympathisch. Stattdessen entstehen Charaktere, die Fehler machen und dennoch nachvollziehbar bleiben. Besonders Hedda entwickelt eine große emotionale Präsenz.
Der Schreibstil hat mir sehr gefallen. Die Sprache ist modern, bildhaft und immer wieder überraschend treffend. Gleichzeitig verlangt die ungewöhnliche Struktur etwas Aufmerksamkeit. Die verschiedenen Zeitebenen spiegeln jedoch hervorragend die innere Zerrissenheit der Figuren wider.
Sehr gelungen fand ich die Verbindung von ernsten Themen mit leisen humorvollen Momenten. Dadurch wirkt die Geschichte nie einseitig oder übermäßig schwer. Vielmehr entsteht ein Wechselspiel aus Nachdenklichkeit und feiner Ironie.
Nicht jede Frage wird beantwortet und nicht jede Entwicklung erhält einen klaren Abschluss. Genau das passt jedoch zur Grundidee des Romans.
Mich hat dieses Buch vor allem durch seine Atmosphäre und seine emotionale Tiefe überzeugt. Es ist keine leichte Lektüre, aber eine, die lange im Gedächtnis bleibt.
Die Figuren wirken oft widersprüchlich und genau darin liegt ihre Stärke. Niemand erscheint vollkommen sympathisch oder vollkommen unsympathisch. Stattdessen entstehen Charaktere, die Fehler machen und dennoch nachvollziehbar bleiben. Besonders Hedda entwickelt eine große emotionale Präsenz.
Der Schreibstil hat mir sehr gefallen. Die Sprache ist modern, bildhaft und immer wieder überraschend treffend. Gleichzeitig verlangt die ungewöhnliche Struktur etwas Aufmerksamkeit. Die verschiedenen Zeitebenen spiegeln jedoch hervorragend die innere Zerrissenheit der Figuren wider.
Sehr gelungen fand ich die Verbindung von ernsten Themen mit leisen humorvollen Momenten. Dadurch wirkt die Geschichte nie einseitig oder übermäßig schwer. Vielmehr entsteht ein Wechselspiel aus Nachdenklichkeit und feiner Ironie.
Nicht jede Frage wird beantwortet und nicht jede Entwicklung erhält einen klaren Abschluss. Genau das passt jedoch zur Grundidee des Romans.
Mich hat dieses Buch vor allem durch seine Atmosphäre und seine emotionale Tiefe überzeugt. Es ist keine leichte Lektüre, aber eine, die lange im Gedächtnis bleibt.
von Danshi - 2026-06-02 15:17:00
Viel Potenzial im Chaos verloren - 3 Sterne
Das Cover wirkt modern und zugleich etwas rätselhaft, was gut zur Grundstimmung des Romans passt. Im Mittelpunkt steht eine junge Frau, die sich mit familiären Altlasten, persönlichen Krisen und den Folgen ihrer Vergangenheit auseinandersetzen muss. Die Autorin greift dabei anspruchsvolle Themen auf und zeigt eindrucksvoll, wie stark Kindheitserfahrungen das spätere Leben prägen können. Besonders die Familiengeschichte rund um den Vater besitzt eine gewisse Faszination und verleiht dem Roman Tiefe.
Schwierigkeiten bereitete jedoch die Erzählstruktur. Die häufigen Wechsel zwischen verschiedenen Zeitebenen machten es nicht immer leicht, der Handlung zu folgen. Über weite Strecken fehlte ein klar erkennbarer roter Faden, sodass Zusammenhänge erst spät oder gar nicht greifbar wurden. Die Figuren blieben für mich überraschend distanziert. Vor allem zu Hedda konnte ich nur schwer eine emotionale Verbindung aufbauen.
Der Schreibstil liest sich grundsätzlich flüssig und enthält einige starke Beobachtungen. Gleichzeitig verstärkte die sprunghafte Erzählweise das Gefühl der Orientierungslosigkeit. Die beklemmende Atmosphäre ist der Autorin jedoch zweifellos gelungen.
Am Ende bleibt für mich ein Roman mit interessanten Ansätzen und wichtigen Themen, dessen Umsetzung mich jedoch nicht vollständig erreichen konnte. Wer experimentelle Erzählformen schätzt, wird vermutlich mehr Freude daran haben als ich.
Schwierigkeiten bereitete jedoch die Erzählstruktur. Die häufigen Wechsel zwischen verschiedenen Zeitebenen machten es nicht immer leicht, der Handlung zu folgen. Über weite Strecken fehlte ein klar erkennbarer roter Faden, sodass Zusammenhänge erst spät oder gar nicht greifbar wurden. Die Figuren blieben für mich überraschend distanziert. Vor allem zu Hedda konnte ich nur schwer eine emotionale Verbindung aufbauen.
Der Schreibstil liest sich grundsätzlich flüssig und enthält einige starke Beobachtungen. Gleichzeitig verstärkte die sprunghafte Erzählweise das Gefühl der Orientierungslosigkeit. Die beklemmende Atmosphäre ist der Autorin jedoch zweifellos gelungen.
Am Ende bleibt für mich ein Roman mit interessanten Ansätzen und wichtigen Themen, dessen Umsetzung mich jedoch nicht vollständig erreichen konnte. Wer experimentelle Erzählformen schätzt, wird vermutlich mehr Freude daran haben als ich.
von Norbi_liest - 2026-06-02 14:01:00


