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Rezensionen

Akikos stilles Glück
Roman. Der Autor von "Herzenhören" mit seiner neuen Reihe

Autor: Jan-Philipp Sendker

Erschienen 2024 bei Blessing
ISBN 978-3-89667-629-0
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Der Funke ist leider nicht übergesprungen - 3 Sterne

Ich habe mich sofort in das wunderschöne Buchcover verliebt und wollte das Buch unbedingt haben.
Aber natürlich nicht nur um des Cover willens.
Seit "Herzen hören" mag ich die Bücher des Autors sehr gern.

Leider sprang der Funke diesmal nicht über.
Es geht um die Japanerin Akiko. Neunundzwanzig Jahre alt, Single und Buchhaltungskraft in einer großen Firma in Tokio. Ihre Mutter, mit der sie zusammenlebte und die sie alleine großzog, ist erst kürzlich verstorben.
Groß Sozialkontakte hat Akiko nicht, nur über ihren Beruf.
Allerdings auch kaum Zeit, denn die Arbeitstage dauern 12 Stunden und mehr als eine Woche Urlaub im Jahr wird den Angestellten nicht zugestanden.

Eines Tages trifft sie einen alten Schulfreund aus Jugendzeiten wieder. Kento ist ein Hikikomori, also ein Mensch, der in selbstverfügter Isolation lebt und in dem Fall das Haus nur nachts verlässt.

Eigentlich ist damit schon fast alles erzählt. Mir hat hier die besondere Poesie der anderen Bücher gefehlt, das gewisse Etwas.
Es plätscherte so vor sich hin und hat mich emotional leider nicht erreicht.

Was mit hingegen sehr gut gefallen hat, das war der Einblick in die japanische Lebensrealität gerade von jungen Frauen. Zwischen Stundenhotels, weil für Beziehungen gar keine Zeit vorhanden ist (oder auch gar nicht gewünscht ist), Pflichterfüllung und einer in unseren Augen nicht existenten Work-Life-Balance. Spannend!
von Marie aus E. - 2024-12-11 21:53:00

Der Zauber des Anfangs - 5 Sterne

»Du verbringst seit fast dreißig Jahren Zeit mit dir. Das bedeutet aber nicht, dass du dich kennst.«

Hauptfigur ist die neunundzwandzigjährige Akiko, die als Buchhalterin arbeitet und alleinstehend in einer Wohnung in Tokio lebt. Sie ist „entsetzlich schüchtern“ und einsam, seit ihre Mutter gestorben ist. Als sie den geheimnisvollen Kento wiedersieht, beginnt sie, über ihr Leben nachzudenken. „Je mehr ich von ihm erfuhr, je mehr er von sich erzählte, umso rätselhafter wurde er mir.“ Seine Geheimnisse sind wie ein Spiegel. Kennt sie sich eigentlich richtig? Die Gedanken, die Akiko sich macht, reichen zurück in die Schulzeit und sie stellt sich beispielsweise vor, Teil einer Simulation zu sein, was sie das Mobbing ertragen lässt, dem sie während der Schulzeit ausgesetzt war. Sie möchte sich selbst heiraten, weil sie lieber allein ist und hadert mit dem Verlust ihrer alleinerziehenden Mutter, die sie belogen hat. Es sind die Gespräche mit Freunden wie Tomomi, deren Mann sie kaum noch bemerkt, oder Naoko, die als Solo-Braut inspiriert, und vor allem mit Kento, der ihrem Leben eine neue Wendung gibt, als sich ihr die Frage aufdrängt: Was wäre, wenn …

»Ich hatte mich verlaufen. Ich irrte durch die Tage und meinen Alltag und suchte vergeblich.«

Der Schreibstil ist schnörkelos, klar und treffend. Erst denkt man, es geht nur um die sich langsam entwickelnde Beziehung zu Kento, der als Hikikomori
isoliert und zurückgezogen von überstimulierendem Reizen lebt und seine Wohnung nur nachts verlässt. Akiko mag ihn schon seit der Junior High School, auch wenn sie kaum miteinander gesprochen haben. Sie bleiben seit dem Treffen in Verbindung und mit Geschichten „Aus K.s Welt“ und Haikus lässt Kento sie an seinem Leben teilhaben. Tatsächlich steht jedoch Akikos Entwicklung im Vordergrund, die mit Sorgfalt und Glaubhaftigkeit in leisen Tönen so intensiv dargestellt wird, dass es eine Freude ist, sich darin zu verlieren. Wenn ich etwas kritisieren müsste, dann das in diesem Roman viel zu viel Alkohol getrunken wird.
von La Calavera Catrina - 2024-12-11 21:35:00

Akikos stilles Glück - 5 Sterne

Akiko lebt nach dem verfrühten Tod ihrer Mutter zurückgezogen in Tokio. Als sie auf ein Familiengeheimnis stößt, sieht sie ihre Vergangenheit in einem anderen Licht und überdenkt ihr Leben völlig neu. Ihr Jugendfreund Kento, er als Hikikomori in selbstgewählter Isolation lebt, unterstützt sie auf ihrer Suche nach ihrem wahren Ich und wächst dabei über sich selbst hinaus. Ein feinfühliger Roman über Distanz und Nähe, Einsamkeit und Mitmenschlichkeit,
der den Zauber japanischer Literatur wunderbar einfängt.
von Ina Cassik - 2024-11-07 16:30:47

Tiefe Einblicke in die Gefühlswelt - 4 Sterne

Am Anfang fiel der Einstieg in Akikos Welt schwer - zu ungläubig fühlte ich mich gegenüber der japanischen Kultur, die hier beschrieben wird. Doch je tiefer man in die Gefühlswelt von Akiko und Kento eintaucht, desto mehr wird man in den Bann gezogen. Sehr einfühlsam wird hier eine Mutter-Tochter-Beziehung aufgearbeitet, aber auch eine Jugendliebe erforscht. Dies alles im Rahmen der japanischen Lebensweise eingebettet - wahrlich eine Kulturreise im Kopf mit japanischen Leckerbissen!
von Alexandra G. - 2024-10-02 14:28:00

Akikos stilles Glück - 5 Sterne

„Akikos stilles Glück“ von Jan-Philipp Sendker ist eine faszinierende Reise in die moderne japanische Kultur. Die 28-jährige Akiko lebt ein zurückgezogenes Leben als Buchhalterin in Tokio, bis sie auf ihren früheren Klassenkameraden Kento trifft, einen Hikikomori, der sich von der Gesellschaft zurückgezogen hat. Ihre nächtlichen Begegnungen und Gespräche lassen Akiko über ihr eigenes Leben nachdenken. Der Autor schildert die Annäherung der beiden Protagonisten sensibel und authentisch, während er zugleich Einblicke in japanische Traditionen und Lebensweisen gewährt. Der Roman ist wunderschön geschrieben, berührend und regt zum Nachdenken an. Eine empfehlenswerte Lektüre für Liebhaber kultureller Entdeckungsreisen.
von Thomas Scherz - 2024-09-23 11:15:02