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Rezensionen

Die Welt in Meran - Schattenflamme
Historischer Roman

Autor: Angela Marina Reinhardt

Erschienen 2026 bei Erzählwerk Breitkopf
ISBN 978-3-911176-14-9
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Ein gelungener zweiter Band - 5 Sterne

Die Rückkehr nach Meran fühlt sich an wie ein Wiedersehen mit alten Bekannten. Viele Figuren stehen erneut vor wichtigen Entscheidungen, während vergangene Ereignisse noch immer nachwirken. Dadurch entsteht eine Geschichte, die von der ersten Seite an fesselt und neugierig macht.
Schnell war die Verbindung zu den bekannten Figuren wieder da. Jean, Max und Helen stehen erneut vor Herausforderungen, die ihre Vergangenheit nicht zur Ruhe kommen lassen. Gerade das macht die Handlung spannend, denn vieles entwickelt sich anders, als zunächst erwartet. Gleichzeitig verlieren die übrigen Figuren nicht an Bedeutung. Auch ihre Wege werden weitererzählt und fügen sich stimmig in das Gesamtbild ein.
Besonders schön ist die Stimmung, die das Buch vermittelt. Meran wird nicht nur als Schauplatz beschrieben, sondern wirkt wie ein Ort, an dem Menschen lieben, hoffen, zweifeln und Fehler machen. Die Zeit des ausgehenden 19. Jahrhunderts ist dabei stets spürbar, ohne dass historische Details die Handlung ausbremsen.
Mehrmals ergeben sich Situationen, in denen man wissen möchte, wie es weitergeht. Alte Konflikte brechen wieder auf, lang gehütete Gefühle spielen eine Rolle und manche Begegnung verändert mehr, als zunächst zu erkennen ist. Gerade diese leisen Entwicklungen haben den Reiz des Romans ausgemacht.
Auch die Nebenfiguren bleiben in Erinnerung. Rosa, Sigmund Hirsch und die Familie Haller bringen weitere Facetten in die Geschichte. Dadurch entsteht ein abwechslungsreiches Bild vom Leben jener Zeit. Nicht jede Entwicklung verläuft geradlinig, und genau das macht viele Ereignisse glaubwürdig.
Die Autorin erzählt ruhig und mit viel Gespür für ihre Figuren. Große Dramatik steht nicht im Vordergrund. Vielmehr sind es die zwischenmenschlichen Momente, die das Buch tragen. Einige Szenen wirken noch lange nach, weil die Figuren mit ihren Stärken und Schwächen sehr menschlich dargestellt werden.
Wer den ersten Band gern gelesen hat, wird sich auch hier schnell wieder zurechtfinden. Die Fortsetzung führt die bekannten Geschichten auf gelungene Weise weiter und macht zugleich neugierig auf das, was noch kommen mag. Für diesen atmosphärischen Ausflug nach Meran vergebe ich wohlverdiente 5 Sterne und eine Leseempfehlung.
von Shilo - 2026-06-11 00:26:00

Eine gelungene Fortsetzung - 4 Sterne

Autorin Angela Marina Reinhardt führt uns, zwei Jahre nach dem ersten Band, zunächst abermals nach Meran.
Man schreibt das Jahr 1874 als sich die Wege der drei Hauptakteure Helen von Burt und ihre Verehrer Maximilian von Montalban und Jean de Benedetti erneut kreuzen. Der Börsenkrach von 1873 und ungezügeltes Geldausgeben haben zahlreiche Vermögen in Luft auflösen lassen, weshalb Max eine reiche Erbin heiraten muss.

Während es Jean eigentlich nur um das Wohl seiner kleinen Tochter geht, spinnen Max und Helens Bruder eine Intrige, um ihn von Helen fern zu halten, damit ihr eigenes Ziel erreicht werden kann. Nach einem verbotenen Duell reist Jean mit Tochter und Kindermädchen überstürzt ab.

Wenig später erfüllt sich Helens Schicksal, das sie nach Wien führt und durch den verheerenden Brand des Ringtheaters am 8. Dezember 1881 eine neuerliche dramatische Wendung erfährt .

Meine Meinung:

Autorin Angela Marina Reinhardt gelingt es abermals ihre Leserinnen in die Welt des Fin de Siècle eintauchen zu lassen. Dabei spart sie nicht mit Gesellschaftskritik. Zum einen beschreibt sie die Welt der Reichen und Schönen sowie andererseits jene, die von ihnen abhängig sind. Auch die unzureichende medizinische Versorgung, und hier im Speziellen, die gynäkologischen Probleme, werden sehr gut beschrieben. Helen leidet vermutlich an Endometriose, einer Krankheit, der auch heute vielfach zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird. Ende des 19. Jahrhunderts gibt es weder Ärztinnen noch das Fach Frauenheilkunde. Also zuckt man entweder mit den Schulter oder stellt die (Fern)Diagnose Hysterie. Das hat häufig eine Entfernung der Gebärmutter zur Folge, die man(n) als Ursache glaubt. Nicht wenige Frauen sterben bei diesen Operationen, von den seelischen Wunden der Überlebenden spricht niemand.

Der Brand des Ringtheaters, der nach amtlichen Angaben über 380 Tote, (Schätzungen gehen aber von deutlich mehr Toten aus) gefordert hat, wird zur Gründung der Wiener Rettungsgesellschaft sowie zu einer der strengsten Bauordnungen und feuerpolizeilichen Bestimmungen in der Monarchie führen. Auslöser des Brandes ist eine Serie von Unterlassungen, Inkompetenz und Schlamperei.

Interessant ist auch der Sidestep zur österreichisch-ungarischen Polarexpedition von Julius Payer und Carl Weyprecht, an der der Meraner Johann Haller teilgenommen hat und bei seiner Ankunft in Meran wie ein Spitzensportler gefeiert wird, was ihm sehr unangenehm ist. Diese Episode hat zwar mit der eigentlichen Geschichte nichts zu tun, passt aber gut in das Setting.

Das Ende dieses Bandes, der bezeichnenderweise den Titel „Schattenflamme“ trägt, lässt auf eine Fortsetzung hoffen.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem historischen Roman, der zeigt, dass die gute , alte Zeit, vor allem für Frauen nicht wirklich gut war, hier 4 Sterne.
von Bellis-Perennis - 2026-06-03 07:26:00

Schöne Fortsetzung - 4 Sterne

Zum Inhalt:
Jean kommt aus Sorge um seine Tochter wieder zurück nach Meran aus Sorge um seine Tochter. Natürlich trifft er dort auch wieder auf Max, ehemals bester Freund und Rivale um die Frau Helen, die beide lieben. Auf dem prächtigsten Ball der Saison kommt es zur Konfrontation und es drohen Dinge an die Oberfläche zu kommen, die besser für immer verborgen bleiben sollten.
Meine Meinung:
Was mir an dem Buch wieder so gut gefallen hat, ist dass man sich die Gegend so gut vorstellen kann, ja teilweise auch Dinge wieder erkennt, wenn man Meran und die Umgebung kennt. Es war schön zu lesen, wie es mit den unterschiedlichen Protagonisten weitergeht. Sehr authentisch wirken wieder die politischen aber auch gesellschaftlichen Umstände, die sehr deutlich die unterschiedlichen Gesellschaftsschichten darstellen. Mir hat das Buch besonders atmosphärisch gut gefallen und ich hatte eine kleine Auszeit in Südtirol.
Fazit:
Schöne Fortsetzung
von brauneye29 - 2026-06-02 07:11:00

Wieder einmal großartig - 5 Sterne

Ein zweites Mal nimmt Angela Marina Reinhardt uns mit nach Meran. Es sind zwei Jahre vergangen und erneut führt das Schicksal Helen, Jean und Max zur gleichen Zeit an diesen Ort. Jean geht es eigentlich nur um das Wohl seiner kleinen Tochter, Helen doch er trifft wieder auf Helen und seinen einstigen Freund Max...

Ich bin immer wieder begeistert wie sehr sich Angela Marina Reinhardt in ihre Figuren hineinversetzen kann, egal ob Sympathie Träger oder eher Unsympathisch, sie schafft es alle mit Leben zu füllen und realistisch darzustellen. Auch die Stadt Meran wurde bildlich geschildert.

Der Roman erzählt die Geschichte der drei jungen Menschen, voll von Gefühlen, Hoffnung und Phlichtgefühlrn. Er erzählt aber auch die Geschichte der anderen Bewohner der Stadt und auch hier ist Einges los.

Vor allem im letzten Teil nimmt der Roman noch einmal richtig Fahrt auf und wird noch einmal sehr spannen j d gleichzeitig sehr bewegend.
Ich bin wieder einmal unheimlich gerne nach Meran gereist und habe vor allen Helene und Jean sehr gerne ein Stück ihres Weges begleitet.
von Philiene - 2026-05-28 19:12:00