Rezensionen
Frag Philomena Freud
1. Fall: Die Perlenspinne. Historischer Krimi ab 12 Jahren. Eine mutige Amateurdetektivin im Wien der 1920er zwischen düsteren Geheimnissen und skrupellosen Machtspielen
Autor: Annette Roeder
Erschienen 2025 bei Knesebeck
ISBN 978-3-95728-982-7
spannender Kinderkrimi zur Zeit Sigmund Freuds - 5 Sterne
Wien, 1920: Philomena lebt auf der Straße und verdient ihr Geld als Schuhputzerin - und zwar vor der Praxis von Siegmund Freud. Immer an ihrer Seite: der von ihr gerettete Schnauzer Kaiser Franz. Dort bekommt sie natürlich viel mit und kann schon selbst gute Ratschläge geben.
Sie ist auch ständig auf der Flucht vor der Dame vom Jugendamt, die sie wieder ins Heim stecken will. Doch Philomena liebt ihre Freiheit und will diese (verständlicherweise) auf keinen Fall aufgeben.
Als sie erfährt, dass die junge Patientin Sidonie von Wallersee verdächtigt wird, ihre Vormundin, die Baronin von Wallersee, ermordet zu haben, wird Philomena hellhörig. Sidonie hat ihre Erbtante angeblich mit einer Haarnadel erstochen, an der eine Spinne aus Perlen befestigt war. Doch Sidonie hat Angst vor Spinnen und ist u.a. deshalb in Behandlung bei Dr. Freud. Philomena glaubt daher nicht, dass es Sidonie war, auch wenn diese gestanden hat.
Philomena ist ein außergewöhnliches Mädchen! Sehr sympathisch, empathisch, mutig, vif und mit so viel Einfallsreichtum gesegnet! Aber sie ist natürlich auch sehr stur - und sie hat großen Gerechtigkeitssinn, denn sie ist sich sicher, dass Sidonie unschuldig ist, und will es unbedingt beweisen. Und dafür fallen ihr viele hilfreiche Dinge ein.
Auch das historische Wien und v.a. das Leben der Straßenkinder ist authentisch und lebendig dargestellt, und man bekommt große Lust, die wunderschöne Strudelhofstiege zu besuchen.
Die Psychoanalyse von Sigmund Freud ist spannend veranschaulicht und es ist toll umgesetzt, wie Philomena die Psychoanlyse auf ihre Art beherrscht und anwendet.
Der Mordfall ist komplex und mitreißend, und man fiebert mit Philomena mit.
Erwähnen muss ich auch das tolle Cover, das sich erst nach dem Lesen komplett erschließt. Philomena und Kaiser Franz stehen auf der wunderschönen Strudlhofstiege, die in der Geschichte eine große Rolle einnimmt. Und die perlenbesetzte Spinne ist auch erst auf den zweiten Blick ersichtlich.
Fazit:
Eine sympathische, junge Protagonistin löst einen aufregenden psychologischen Fall mit viel historischem Wien-Flair.
Ich freue mich schon auf die nächsten Fälle mit Philomena!
Sie ist auch ständig auf der Flucht vor der Dame vom Jugendamt, die sie wieder ins Heim stecken will. Doch Philomena liebt ihre Freiheit und will diese (verständlicherweise) auf keinen Fall aufgeben.
Als sie erfährt, dass die junge Patientin Sidonie von Wallersee verdächtigt wird, ihre Vormundin, die Baronin von Wallersee, ermordet zu haben, wird Philomena hellhörig. Sidonie hat ihre Erbtante angeblich mit einer Haarnadel erstochen, an der eine Spinne aus Perlen befestigt war. Doch Sidonie hat Angst vor Spinnen und ist u.a. deshalb in Behandlung bei Dr. Freud. Philomena glaubt daher nicht, dass es Sidonie war, auch wenn diese gestanden hat.
Philomena ist ein außergewöhnliches Mädchen! Sehr sympathisch, empathisch, mutig, vif und mit so viel Einfallsreichtum gesegnet! Aber sie ist natürlich auch sehr stur - und sie hat großen Gerechtigkeitssinn, denn sie ist sich sicher, dass Sidonie unschuldig ist, und will es unbedingt beweisen. Und dafür fallen ihr viele hilfreiche Dinge ein.
Auch das historische Wien und v.a. das Leben der Straßenkinder ist authentisch und lebendig dargestellt, und man bekommt große Lust, die wunderschöne Strudelhofstiege zu besuchen.
Die Psychoanalyse von Sigmund Freud ist spannend veranschaulicht und es ist toll umgesetzt, wie Philomena die Psychoanlyse auf ihre Art beherrscht und anwendet.
Der Mordfall ist komplex und mitreißend, und man fiebert mit Philomena mit.
Erwähnen muss ich auch das tolle Cover, das sich erst nach dem Lesen komplett erschließt. Philomena und Kaiser Franz stehen auf der wunderschönen Strudlhofstiege, die in der Geschichte eine große Rolle einnimmt. Und die perlenbesetzte Spinne ist auch erst auf den zweiten Blick ersichtlich.
Fazit:
Eine sympathische, junge Protagonistin löst einen aufregenden psychologischen Fall mit viel historischem Wien-Flair.
Ich freue mich schon auf die nächsten Fälle mit Philomena!
von Petra Sch. - 2026-06-02 20:07:00
Philomenas erster Fall - 4 Sterne
Schuhe putzen und schwierige Fragen beantworten, das kann Philomena Freud am besten.
Sie verehrt Doktor Freud, und so ist es kein Wunder, dass Philomena ihr Schuhputzkönnen genau vor Doktor Freuds Praxis anbietet.
Und so kommt Philomena nicht umhin, Doktor Freuds Stammpatienten kennenzulernen. Besonders gern mag sie Sidonie von Wallersee, die Adoptivtochter einer echten Baronin. Und ausgerechnet Sidonie wird eines Tages vor der Praxis verhaftet, ihre Erbtante soll sie ermordet haben.
Philomena weiß von einem Detail und ist davon überzeugt, dass Sidonie gar nicht die Mörderin sein kann. Und dann macht Philomena sich auf, Sidonies Unschuld zu beweisen.
Geschichten mit jungen Ermittlerinnen sprießen ja zurzeit wie die Pilze aus dem Boden. Als Fan dieses Genres kann ich einfach nicht widerstehen und musste also auch Philomena kennenlernen.
Man kann sie einfach nicht nicht mögen. Sie ist nicht nur zu allen freundlich und höflich, sie hat auch einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn, weswegen sie auch gleich Sidonie helfen muss.
Alleine ist sie dabei zum Glück nicht. Denn eigentlich ist Philomena ein Waisenkind und als Zögling Nr. 34 auch immer auf der Flucht vor Frau Schnürschuh, der Sprengelfürsorgerin des Waisenhauses.
Von diesen Kindern gibt es eine ganze Bande und auf deren Hilfe kann sich Philomena immer verlassen. Ganz besonders dann, wenn es um Ilse Schnürschuh geht.
So manches Mal wird Philomena in die Bredouille geraten. Man glaubt ja gar nicht, wie gefährlich so eine Mordermittlung sein kann.
Was Philomena Freud ein bisschen von den anderen berühmten Detektivinnen abhebt, ist mMn der Schauplatz der Geschichte. Das historische Wien der Zwanziger Jahre und der Wiener Charme kommen hier schon ziemlich gut zur Geltung. Ich habe viele neue Ausdrücke gelernt.
Allerdings kommen Doktor Freud und seine Psychoanalyse nur am Rande vor.
Den Fall selbst fand ich schlüssig, altersgerecht und auch spannend. So ausgefuchst wie bei meinen persönlichen Buchheldinnen Flavia de Luce oder Myrtle Hardcastle geht es aber nicht zu.
Ich mochte den Humor, Philomenas Gewitztheit und nicht zu vergessen Kaiser Franz, der Riesenschnauzer, der immer an ihrer Seite ist.
Über Philomena hätte ich gerne mehr erfahren, besonders über ihre Vergangenheit. Auch kommen mir die meisten Nebenfiguren zu kurz.
Aber es handelt sich hierbei ja auch erst um den ersten Band einer neuen Reihe. Über viele neue Details würde ich mich in weiteren Bänden freuen.
Sie verehrt Doktor Freud, und so ist es kein Wunder, dass Philomena ihr Schuhputzkönnen genau vor Doktor Freuds Praxis anbietet.
Und so kommt Philomena nicht umhin, Doktor Freuds Stammpatienten kennenzulernen. Besonders gern mag sie Sidonie von Wallersee, die Adoptivtochter einer echten Baronin. Und ausgerechnet Sidonie wird eines Tages vor der Praxis verhaftet, ihre Erbtante soll sie ermordet haben.
Philomena weiß von einem Detail und ist davon überzeugt, dass Sidonie gar nicht die Mörderin sein kann. Und dann macht Philomena sich auf, Sidonies Unschuld zu beweisen.
Geschichten mit jungen Ermittlerinnen sprießen ja zurzeit wie die Pilze aus dem Boden. Als Fan dieses Genres kann ich einfach nicht widerstehen und musste also auch Philomena kennenlernen.
Man kann sie einfach nicht nicht mögen. Sie ist nicht nur zu allen freundlich und höflich, sie hat auch einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn, weswegen sie auch gleich Sidonie helfen muss.
Alleine ist sie dabei zum Glück nicht. Denn eigentlich ist Philomena ein Waisenkind und als Zögling Nr. 34 auch immer auf der Flucht vor Frau Schnürschuh, der Sprengelfürsorgerin des Waisenhauses.
Von diesen Kindern gibt es eine ganze Bande und auf deren Hilfe kann sich Philomena immer verlassen. Ganz besonders dann, wenn es um Ilse Schnürschuh geht.
So manches Mal wird Philomena in die Bredouille geraten. Man glaubt ja gar nicht, wie gefährlich so eine Mordermittlung sein kann.
Was Philomena Freud ein bisschen von den anderen berühmten Detektivinnen abhebt, ist mMn der Schauplatz der Geschichte. Das historische Wien der Zwanziger Jahre und der Wiener Charme kommen hier schon ziemlich gut zur Geltung. Ich habe viele neue Ausdrücke gelernt.
Allerdings kommen Doktor Freud und seine Psychoanalyse nur am Rande vor.
Den Fall selbst fand ich schlüssig, altersgerecht und auch spannend. So ausgefuchst wie bei meinen persönlichen Buchheldinnen Flavia de Luce oder Myrtle Hardcastle geht es aber nicht zu.
Ich mochte den Humor, Philomenas Gewitztheit und nicht zu vergessen Kaiser Franz, der Riesenschnauzer, der immer an ihrer Seite ist.
Über Philomena hätte ich gerne mehr erfahren, besonders über ihre Vergangenheit. Auch kommen mir die meisten Nebenfiguren zu kurz.
Aber es handelt sich hierbei ja auch erst um den ersten Band einer neuen Reihe. Über viele neue Details würde ich mich in weiteren Bänden freuen.
von nanu?! - 2025-09-13 18:13:00
toller Krimi ab 12 Jahren - 5 Sterne
"Frag Philomena Freud" der Autorin Annette Roeder wird mit einem passenden Farbschnitt zum aussagekräftigen Cover verkauft.
Wien im Jahr 1922 wird realistisch, aber nicht ganz so bedrückend dargestellt, wie es seinerzeit war. So werden die jüngeren Leser dieses Buches zwar mit wichtigen Details konfrontiert, aber nicht zu sehr belastet.
Philomena, die Protagonistin, muss als Straßenmädchen irgendwie überleben und kommt als Schuhputzerin gerade so über die Runden. Ihren Platz hat sie vor der Praxis von Sigmund Freud und bekommt so einiges von dessen Patienten mit. Als Sidonie, eine Patientin Freuds des Mordes an der Baronin Wallersee beschuldigt wird, glaubt sie nicht an deren Schuld und ermittelt mit ihrem Hund und weiteren Helfern auf eigene Faust.
Als Erzieherin war ich sehr gespannt auf den Jugendkrimi und finde ihn mit seinen kurzen Kapiteln absolut passend für Krimi-Neulinge. Die lebendige Schreibweise und der Bezug auf das historische Wien sind altersgerecht umgesetzt.
Freud spielt eine kleinere Rolle im Buch als ich gedacht habe, aber genug, um den Lesern erste Einblicke in seine Arbeit zu geben.
Ein empfehlenswertes Buch, welches Lust auf mehr über Philomena macht.
Wien im Jahr 1922 wird realistisch, aber nicht ganz so bedrückend dargestellt, wie es seinerzeit war. So werden die jüngeren Leser dieses Buches zwar mit wichtigen Details konfrontiert, aber nicht zu sehr belastet.
Philomena, die Protagonistin, muss als Straßenmädchen irgendwie überleben und kommt als Schuhputzerin gerade so über die Runden. Ihren Platz hat sie vor der Praxis von Sigmund Freud und bekommt so einiges von dessen Patienten mit. Als Sidonie, eine Patientin Freuds des Mordes an der Baronin Wallersee beschuldigt wird, glaubt sie nicht an deren Schuld und ermittelt mit ihrem Hund und weiteren Helfern auf eigene Faust.
Als Erzieherin war ich sehr gespannt auf den Jugendkrimi und finde ihn mit seinen kurzen Kapiteln absolut passend für Krimi-Neulinge. Die lebendige Schreibweise und der Bezug auf das historische Wien sind altersgerecht umgesetzt.
Freud spielt eine kleinere Rolle im Buch als ich gedacht habe, aber genug, um den Lesern erste Einblicke in seine Arbeit zu geben.
Ein empfehlenswertes Buch, welches Lust auf mehr über Philomena macht.
von Nele33 - 2025-09-10 15:25:00
Spannende Zeitreise - 5 Sterne
Auf dieses Buch war ich sehr gespannt, weil mich schon nur das Cover und der Titel neugierig gemacht haben. Dann habe ich die Kurzbeschreibung gelesen und es war klar, das Buch muss her! Das Cover ist sehr gelungen und erzählt schon ein bisschen was, vor allem während und nach der Lektüre ist es nochmal umso interessanter anzusehen. Meiner Meinung nach extrem gut gelungen und passend zur Geschichte.
Die Geschichte selbst ist ebenfalls sehr gelungen und macht Spaß auf mehr. Ein gelungener Auftakt dieser Reihe, von der wir hoffentlich noch einiges lesen werden! Philomena ist eine wunderbare Hauptfigur, die sicherlich auch bei ihrer jungen Zielgruppe bestens ankommt. Sie ist so herrlich normal und dabei aber witzig, unterhaltsam, schlau und weiß sich zu helfen. Das muss sie auch, weil sie ja Waise ist und alleine klar kommen muss. Zum Glück hat sie eine Art Bruder und viele Freunde, die sie immer wieder unterstützen. Ich mag, dass sie auch Schwächen hat und nicht immer alles kann und weiß und schon gar nicht alleine. Das macht das Buch so authentisch.
Auch die Atmosphäre Wiens im Jahr 1922 kommt richtig gut rüber und macht Lust auf die Stadt, die immer einen Besuch wert ist. Ich mochte die kleinen Anspielungen und Infos, die für soviel Flair sorgen. Am liebsten hätte ich auch direkt in ein Kipferl gebissen. Und mir mal die Schuhe polieren lassen, während mir Philomena ein paar Geschichten erzählt.
Der Kriminalfall ist ebenfalls spannend und gut durchdacht, am Ende hat alles seinen Sinn und alle Fragen sind geklärt. Ich mag Geschichte, die einen roten Faden haben und sich zum Schluss auflösen. Zwei Anmerkungen haben mir zu denken gegeben und sorgen für einen kleinen Spoiler. Umso gespannter bin ich auf den zweiten Teil!
Die Geschichte selbst ist ebenfalls sehr gelungen und macht Spaß auf mehr. Ein gelungener Auftakt dieser Reihe, von der wir hoffentlich noch einiges lesen werden! Philomena ist eine wunderbare Hauptfigur, die sicherlich auch bei ihrer jungen Zielgruppe bestens ankommt. Sie ist so herrlich normal und dabei aber witzig, unterhaltsam, schlau und weiß sich zu helfen. Das muss sie auch, weil sie ja Waise ist und alleine klar kommen muss. Zum Glück hat sie eine Art Bruder und viele Freunde, die sie immer wieder unterstützen. Ich mag, dass sie auch Schwächen hat und nicht immer alles kann und weiß und schon gar nicht alleine. Das macht das Buch so authentisch.
Auch die Atmosphäre Wiens im Jahr 1922 kommt richtig gut rüber und macht Lust auf die Stadt, die immer einen Besuch wert ist. Ich mochte die kleinen Anspielungen und Infos, die für soviel Flair sorgen. Am liebsten hätte ich auch direkt in ein Kipferl gebissen. Und mir mal die Schuhe polieren lassen, während mir Philomena ein paar Geschichten erzählt.
Der Kriminalfall ist ebenfalls spannend und gut durchdacht, am Ende hat alles seinen Sinn und alle Fragen sind geklärt. Ich mag Geschichte, die einen roten Faden haben und sich zum Schluss auflösen. Zwei Anmerkungen haben mir zu denken gegeben und sorgen für einen kleinen Spoiler. Umso gespannter bin ich auf den zweiten Teil!
von Streiflicht - 2025-08-21 13:55:00


