Rezensionen
Viper’s Dream
Kriminalroman
Autor: Jake Lamar
Erschienen 2025 bei Edition Nautilus GmbH;No Exit Press, London 2023
ISBN 978-3-96054-470-8
Selten peinlich - 1 Sterne
Am Beginn des Buches freut man sich als Jazzhörer, wenn ein Teil der Handlung in Nica de Koenigswarters "CatHouse" spielt und Musiker wie Count Basie, Miles Davis oder Thelonius Monk Kurzauftritte haben. Die Hauptfigur sinniert während der Handlung über ihr bisheriges Leben nach der Bitte der "Jazzbaroness" Koenigswarter, dieser ihre drei Wünsche zu nennen (ein solches Buch existiert ja tatsächlich - "Die Jazzmusiker und ihre drei Wünsche"). Clyde 'Viper' Norton war aus Alabama ins New York der 30er Jahre gekommen, um Karriere als Jazztrompeter zu machen, konnte diesen Traum allerdings auf Grund zu geringen Talents nicht realisieren. Stattdessen wurde er ein einflussreicher Drogenhändler im Harlem der 40er und 50er Jahre, gleichzeitg ein erklärter Gegner des von der Mafia dominierten Heroin-Handels. Als Leser fragt man sich immer wieder, warum dieses Buch als Kriminalroman bezeichnet wird. Spannung kommt selten auf: dafür trieft es seitenweise von Kitsch. Eine gefährdete, unglückliche Liebe taucht immer wieder auf, deren sprachlicher Umsetzung Herr Lamar schlicht nicht gewachsen ist. Zu guter Letzt wird auch noch ein verkehrtes Ödipus-Motiv bemüht (wie im Hildebrandslied, wo Hildebrand seinen Sohn erschlägt). Passagenweise ist dieser sog. "Kriminalroman" richtig peinlich, bes. das Ende, das hier klarerweise nicht verraten werden soll (aber echt weh tut).
Fazit: Abzuraten!!!
Fazit: Abzuraten!!!
von Wolfgang Suschnig - 2026-01-15 14:50:00


