Rezensionen
Tolle Frau, tolles Buch - 5 Sterne
Ilsa Barea-Kulcsar war eine geborene Pollack und stammte aus Wien. Nach 16jähriger Tätigkeit für die Sozialdemokratie, aber auch für die KPÖ musste sie 1934 Österreich verlassen und landete 1936 in Madrid, mitten im spanischen Bürgerkrieg, wo sie ihren zweiten Mann Arturo Barea kennenlernte. Gemeinsam konnten sie aus Spanien über Paris nach England ausreisen. "Telefonica" wurde noch im Pariser Exil konzipiert, 1939 in England fertiggestellt, erschien aber erst 1949 in der Wiener Arbeiterzeitung in Fortsetzungen. Ilsa Barea-Kulcsar berichtet darin über das Leben in der Madrider Telefonzentrale während der Belagerung und des Beschusses durch Francos Truppen im spanischen Bürgerkrieg.
Im Mittelpunkt des Romans steht das Gebäude mit seinen dreizehn Stockwerken und den unterschiedlichsten Schicksalen eigentlich wie ein lebendiger Organismus. Eine der Hauptfiguren ist die deutsche Journalistin Anita Adam, die für die republikanische Zensur arbeitet, wie Ilsa Barea-Kulcsar selbst auch. So beschreibt Barea-Kulcsar die unterschiedlichsten Journalistencharaktere, aber auch die untereinander konkurrierenden politischen Organisationen, Anarchisten, Kommunisten, Anarcho-Syndikalisten, etc. In den beiden Kellergeschossen wiederum befinden sich hunderte Flüchtlinge. Der Roman ist kein Schlüsselroman, obwohl die Liebesgeschichte zwischen der deutschen Journalistin und dem Kommandeur der Telefónica schon an die reale Liebesbeziehung von Ilsa und Arturo Barea angelehnt ist. Die scheinbare Aussichtslosigkeit dieser Liebe wird berührend erzählt und lädt dazu ein über die Schicksale in den gegenwärtig beschossenen Städten der Ukraine nachzudenken. Letztlich bewegen sich alle Figuren quasi in einem zeitlosen Raum, einer Endzeit vergleichbar. Übrigens widmet die amerikanische Autorin Amanda Vaill ein Drittel ihres Buches "Hotel Florida" den beiden Bareas (Die beiden anderen Teile befassen sich mit Ernest Hemingway, dem Fotografen Robert Capa und ihren jeweiligen Partnerinnen).
Im Mittelpunkt des Romans steht das Gebäude mit seinen dreizehn Stockwerken und den unterschiedlichsten Schicksalen eigentlich wie ein lebendiger Organismus. Eine der Hauptfiguren ist die deutsche Journalistin Anita Adam, die für die republikanische Zensur arbeitet, wie Ilsa Barea-Kulcsar selbst auch. So beschreibt Barea-Kulcsar die unterschiedlichsten Journalistencharaktere, aber auch die untereinander konkurrierenden politischen Organisationen, Anarchisten, Kommunisten, Anarcho-Syndikalisten, etc. In den beiden Kellergeschossen wiederum befinden sich hunderte Flüchtlinge. Der Roman ist kein Schlüsselroman, obwohl die Liebesgeschichte zwischen der deutschen Journalistin und dem Kommandeur der Telefónica schon an die reale Liebesbeziehung von Ilsa und Arturo Barea angelehnt ist. Die scheinbare Aussichtslosigkeit dieser Liebe wird berührend erzählt und lädt dazu ein über die Schicksale in den gegenwärtig beschossenen Städten der Ukraine nachzudenken. Letztlich bewegen sich alle Figuren quasi in einem zeitlosen Raum, einer Endzeit vergleichbar. Übrigens widmet die amerikanische Autorin Amanda Vaill ein Drittel ihres Buches "Hotel Florida" den beiden Bareas (Die beiden anderen Teile befassen sich mit Ernest Hemingway, dem Fotografen Robert Capa und ihren jeweiligen Partnerinnen).
von Wolfgang Suschnig - 2023-06-13 09:58:00


