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Liz MooreDer andere Arthur

Roman

Hardcover

C.H.Beck; W.W. Norton &Company, Inc., New York (2026)

377 Seiten; 21.7 cm x 13.9 cm

ISBN 978-3-406-84333-4

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Der andere Arthur

Hauptbeschreibung

Wie in der Fürsorge für andere die eigene Rettung liegen kann








Arthur Opp, ehemaliger Literaturprofessor, wiegt 250 Kilo und hat sein Haus in Brooklyn seit über einem Jahrzehnt nicht mehr verlassen. Nur 30 Kilometer entfernt kämpft der junge Kel um seinen Schulabschluss und die Chance auf ein besseres Leben: ein Sportstipendium. Zwei Menschen, die unterschiedlicher kaum sein könnten - und die doch etwas Entscheidendes verbindet. "Der andere Arthur" ist ein Roman über zerbrochene Lebensentwürfe, echte Freundschaften und unerwartete Neuanfänge, in dem Liz Moore zwei Außenseiter zu Helden einer tief berührenden Geschichte macht.







Arthur Opp, einst Literaturprofessor, hat sein Haus in Brooklyn seit über einem Jahrzehnt nicht mehr verlassen und wiegt mittlerweile 250 Kilo. Die wenigen Schritte zur Haustür, um Lieferungen entgegenzunehmen, sind seine tägliche Herausforderung. Nur 30 Kilometer entfernt kämpft der 17-jährige Kel um seinen Schulabschluss und die Chance auf ein besseres Leben: ein Sportstipendium. Doch während er um seine Zukunft ringt, hält ihn die Sorge um seine kranke Mutter in Atem. Arthur und Kel sind zwei Menschen, die auf unterschiedliche Weise erfahren haben, wie sich Einsamkeit in ein Leben einschreiben kann. Als sich Kels Mutter, einst Arthurs Studentin, nach Jahren der Funkstille mit einem verzweifelten Hilferuf an Arthur wendet, nimmt eine Geschichte ihren Lauf, die alte Wunden aufreißt, aber auch neue Wege freilegt und eindrücklich zeigt, wie in der Fürsorge für andere die eigene Rettung liegen kann.



Liz Moore, geboren 1983, hat zunächst als Musikerin in New York gearbeitet und anschließend begonnen, Romane zu schreiben. "Der andere Arthur" ist 2012 unter dem Titel "Heft" in den USA erschienen und Liz Moores zweiter Roman. Bei C.H.Beck erschienen bereits ihre Bestsellerromane "Long Bright River" (2020) und "Der Gott des Waldes" (2025), mit dem sie auch in Deutschland wochenlang unter den Top 10 der SPIEGEL-Bestsellerliste stand. Liz Moore lebt mit ihrer Familie in Philadelphia.







Cornelius Hartz lebt als freier Autor und Übersetzer in Hamburg. Er hat zahlreiche Romane und Sachbücher u.a. von Rye Curtis, Edward Carey, Erin Flanagan, Daniel Mason und Catherine Nixey sowie "Der Gott des Waldes" von Liz Moore übersetzt.


Hersteller: Verlag C.H.Beck GmbH & Co. KG
Wilhelmstraße 9, 80801 München DE
E-Mail: produktsicherheit@beck.de, Telefon: +49 89 38189-0


Lebenswelten
Liz Moore hat diesen Roman bereits 2012 geschrieben. Jetzt erst – vermutlich durch den großen Erfolg von „Der Gott des Waldes“ - wurde er ins Deutsche übertragen. Der Übersetzer, Cornelius Hartz hat diese Aufgabe übrigens mit viel Gespür für Zwischentöne gemeistert!

Die Autorin erzählt die Geschichte zweier Männern, die unterschiedlicher nicht sein könnten: einerseits ein massiv übergewichtiger Ex-Literaturprofessor und andererseits ein Schüler, der gerade mal erwachsen wird. Eines ist ihnen jedoch gemeinsam: Einsamkeit. Denn darunter leiden beide. Ihre Gedanken, ihre Scham, ihre Verletzungen, ihre Ängste, ihre Isolation in der Welt und ihre Reaktionen bzw ihre eigenen überlebensnotwendigen Wahrheiten sind zentrale Themen dieses Romans. Es geht aber auch um Möglichkeiten und Grenzen, Hilfe anzubieten bzw. Hilfe anzunehmen – ein sehr sensibles Thema, das leider etwas untergeht.

Liz Moore arbeitet mit Rückblenden und wechselnden Perspektiven – das macht den Roman spannend, denn man lernt nur nach und nach die Protagonisten etwas besser kennen und verstehen und langsam wird auch klar, in welcher Verbindung die beiden zueinander stehen.
Der Stil ist angenehm frei von Sentimentalität oder Pathos, aber präzise formuliert und locker zu lesen. Es ist ein leises Buch, eine eindringliche Geschichte.

Ich habe es gerne gelesen, allerdings lässt es mich ein wenig buchunzufrieden zurück, denn das Ende bleibt – trotz eines winzig kleinen Hoffnungsschimmers – offen. Ein allumfassendes Happy End wäre natürlich völlig unpassend gewesen, aber gleich so viele offene Fragen? Dadurch sieht es ein wenig nach einer (zugegebenermaßen gelungenen) stilistischen Fingerübung der Autorin aus.

Lesenswert ist es allemal!


Zwei Außenseiter
von begine


Der andere Arthur, von Liz Moore ist ein faszinierender Roman.
Es geht um Einsamkeit, soziale Defizite, Arme und Reiche Menschen.
Die Autorin fängt mit dem Professor Arthur Op an. Der geht seit langer Zeit nicht mehr aus dem Haus und wiegt 250 Kilo. Sowie Schwergewicht kann ich mir bildlich nicht richtig vorstellen.
Dann gibt es den 17jährigen Arthur, der sich Kel Keller nennt, so wie sein verschwundener Stiefvater hie0. Er lebt mit seiner Mutter in einem Haus. Die Mutter ist krank und war in ihrer Studienzeit in Arthur Op verliebt.

Die Autorin schreibt über diese beiden Schicksale mit viel Gespür.
Ich war von diesem Roman gefesselt und hoffte auf bessere Bedingungen der beiden Protagonisten.
Es ist ein lesenswerter Roman.

Der andere Arthur
„Ich war mir sicher, dass die Einsamkeit mich eines Tages finden würde. Entsprechend war ich auch nicht überrascht, als es so weit war, sondern hieß sie sogar willkommen.“

Mit ihrem großartigen Roman „Der Gott des Waldes“ hat mich Liz Moore im letzten Sommer begeistert.
Jetzt liegt endlich ein weiterer Roman von ihr in deutscher Übersetzung vor, der im Original den Titel „Heft“ (Gewicht) hat.
„Das Erste, was du über mich wissen musst: Ich bin unglaublich dick. Ich weiß nicht genau, wie viel ich wiege, aber ich schätze, es sind zwischen zweihundertfünfzig und dreihundert Kilo. Ich kann mich immer noch bewegen, aber wenn ich mehr als sechs oder sieben Schritte gehe, bleibt mir die Luft weg, und außerdem bin ich ziemlich schüchtern. Irgendwie fühle ich mich wie in einem großen Futteral, als wäre ich ein Cello oder ein teures Gewehr.“
So beginnt Arthur Opp einen Brief an seine ehemalige Studentin Charlene. Es ist fast zwanzig Jahre her, seit er sie das letzte Mal gesehen hat, und aus der persönlichen Bekanntschaft, die die beiden einst pflegten, hat sich eine Art dauerhafte und regelmäßige Korrespondenz entwickelt. Allerdings hat Arthur in den Briefen der letzten zwei Jahrzehnte so einiges ausgelassen, und seit fast einem Jahr hat er gar nichts mehr von Charlene gehört.
Es sind drei Ereignisse, die ihn veranlassen, nun diesen ehrlichen Brief zu schreiben:
Zunächst ein völlig unerwarteter Anruf von Charlene, bei dem sie einen weiteren Brief ankündigt, das Eintreffen ebendiesen Briefes wenige Tage später, der aber nichts weiter enthält als das Fotos eines Jungen im Teenageralter mit der Aufschrift „Mein Sohn Kel“, und dann ein weiterer Anruf, bei dem Charlene Arthur bittet, Kel bei seiner Collegebewerbung zu helfen.
Die bloße Vorstellung, diesen Brief an Charlene zu schicken, beunruhigt Arthur bereits zutiefst, aber ein anderer Gedanke ist noch weitaus schlimmer: „dass Charlene und ihr Sohn einfach so vor meiner Tür stünden und ich ihnen öffnen und sagen müsste: Guckt mal, das bin ich, so wohne ich.“
Um sich zu beweisen, dass er es wirklich ernst meint, tut Arthur etwas wirklich Beängstigendes. Er kontaktiert einen Reinigungsdienst, und ja – morgen werde man ihm jemanden schicken.
„Seit sieben Jahren war niemand mehr in diesem Haus.“
Das ist die Ausgangslage bis Seite 41 dieses knapp 400 Seiten umfassenden Romans – und diese ersten Seiten sind schon so wunderbar und so berührend, dass man das Buch danach kaum mehr aus der Hand legen kann.
Liz Moore schreibt so behutsam und feinfühlig über den einsamen Arthur, der mit der Reinigungskraft Yolanda zum ersten Mal seit Jahren wieder einen anderen Menschen in seiner Nähe zulässt, und es schafft, sich Stück für Stück mit seiner Vergangenheit auseinanderzusetzen, und so ganz langsam aus seinem Schneckenhaus hervorkommt.
Genauso eindrucksvoll und berührend ist die Darstellung der zweiten Hauptfigur, des „anderen Arthur“, d.h. Charlenes Sohn Kel.
Seit Jahren schon tun er und seine Mutter so, als wüsste er nichts von ihrem massiven Alkoholproblem, „wir tun jetzt schon seit Jahren so, als würde ich das alles nicht bemerken, was ich bemerke.“
Nach einem schweren Schicksalsschlag erkennt Kel, dass er nicht alles alleine stemmen kann, dass er nicht alle Probleme alleine lösen muss. Es ist für ihn und für uns eine Erleichterung zu wissen, dass es einige Menschen gibt, die ihm zur Seite stehen.
Ich kann gar nicht sagen, welche dieser beiden Figuren mir mehr ans Herz gewachsen ist, welches Schicksal mich mehr berührt hat.
Aber was ich sagen kann: Liz Moores Roman ist ganz einfach wunderbar; ihn zu lesen, macht einen gleichermaßen froh und traurig.
Gegen Ende denkt Arthur darüber nach, wie vielen Menschen es so geht wie ihm, „und wie viele Menschen vor Einsamkeit verzweifeln. Ich nehme an, das geschieht jeden Tag. Jeden Tag verliert jemand den Anschluss an die Welt…“
Aber der Lauf der Ereignisse hat ihn auch eines gelehrt: „Mein ganzes Leben habe ich gehört, dass man sich seine Familie nicht aussuchen kann… Aber heute glaube ich, dass man das auch anders sehen kann: Ich glaube, wir können uns mit Menschen umgeben, die wir gernhaben und bewundern, und dass die so etwas wie unsere Familie werden können.“
Ein schöner Gedanke, vielleicht nicht nur für Arthur und Kel.

Der andere Arthur
In zarten Tönen führt uns die Autorin durch die Ängste, die Einsamkeit, den Verlust, die Neuanfänge der beiden Protagonisten, der beiden Arthurs. Aber auch über alle anderen Figuren dieser Geschichte wird sehr intensiv erzählt. Man taucht in die Welt jeder einzelnen ein, ohne Effekthascherei.

Allein mit der Übersetzung hatte ich meine Probleme...da wird mir eindeutig viel zu viel "geguckt". Dass diese oftmaligen Wiederholungen niemandem aus dem Verlag aufgefallen sind, stört mich.

Gerne vergebe ich für alles andere 4 Sterne!

Der andere Arthur
Ich bin bislang kein Liz Moore Fan gewesen. Und bei einem Plot, der von zwei gegensätzlichen Charakteren erzählt, die ihren Weg finden müssen und sich irgendwie guttun..naja. Da es in diesem Buch aber auch um eine Brieffreundschaft geht, habe ich diesem Titel mit dem schönen roten Cover eine Chance gegeben. Nun bin ich doch Liz Moore Fan. Ich würde den Roman durchaus als Unterhaltungsliteratur einstufen, aber mit durchdachtem Plot und sehr authentischen Figuren - ich kaufe der Autorin wirklich beide Erzählstimmen vollstens ab. Die Handlung ist tiefgründig, ergreifend und mitunter heftig. Manchmal habe ich das Buch deswegen kurzzeitig aus der Hand legen müssen, weil die Schicksale der Figuren emotional fordern. Diese Phasen haben jedoch nie lange angedauert, da ich zugleich unbedingt wissen wollte, wie es weiter geht. Und immer, wenn ich dachte zu wissen, wie die Geschichte verlaufen würde, hatte die Autorin eine Überraschung für mich parat. Richtig gute Unterhaltung mit Niveau!

Der andere Arthur
Arthur Opp, einst Literaturprofessor, hat sein Haus in Brooklyn seit über einem Jahrzehnt nicht mehr verlassen und wiegt mittlerweile 250 Kilo. Die wenigen Schritte zur Haustür, um Lieferungen entgegenzunehmen, sind seine tägliche Herausforderung. Nur 30 Kilometer entfernt kämpft der 17-jährige Kel um seinen Schulabschluss und die Chance auf ein besseres Leben: ein Sportstipendium. Doch während er um seine Zukunft ringt, hält ihn die Sorge um seine kranke Mutter in Atem. Arthur und Kel sind zwei Menschen, die auf unterschiedliche Weise erfahren haben, wie sich Einsamkeit in ein Leben einschreiben kann. Als sich Kels Mutter, einst Arthurs Studentin, nach Jahren der Funkstille mit einem verzweifelten Hilferuf an Arthur wendet, nimmt eine Geschichte ihren Lauf, die alte Wunden aufreißt, aber auch neue Wege freilegt und eindrücklich zeigt, wie in der Fürsorge für andere die eigene Rettung liegen kann.

Es schmerzt, macht traurig, glücklich und alles möglich dazwischen!
Dieses Buch wirbelt einen emotional völlig durcheinander. Eines der ergreifendsten Bücher der letzten Zeit.
Es ist die Geschichte von Arthur und Kel, zwei Außenseiter. Der eine extrem übergewichtig, ehemaliger Uniprofessor, verließ seit Jahren sein Haus nicht mehr. Der andere umschwärmter Highschool-Baseballstar mit Profiambitionen und unschönem familiärem Umfeld.
Und zwischen den beiden gibt es eine Verbindung, eine sehr eigenartige.
Ich empfehle dieses wunderbare Buch all jenen, die ihr Lesejahr gleich mit einem richtigen Kracher anfangen wollen, auch auf die Gefahr hin, dass es heuer ein sehr frühes Jahreslieblingsbuch gibt. Meines isses bisher, aber ein paar Monate kommen ja noch ...
Und außerdem gehört Liz Moore gelesen, und zwar komplett! Von vorn bis hinten!

Zwei einsame Helden
Ein heruntergekommenes Haus, in dem sich der ehemalige Professor Arthur zurückgezogen hat. Er hat es sich so eingerichtet, dass er sein Erdgeschoss nicht mehr verlassen muss und kann sich aufgrund seines Gewichts nur noch wenig bewegen. Als sich eines Tages eine ehemalige Studentin von ihm meldet, fasst er neuen Mut und lässt erstmals wieder Menschen in sein Leben. Der Grund dafür ist Kel, der Sohn von Arthurs damaliger Studentin. Dieser hat auch viel Last zu tragen, besonders für sein junges Alter. Eine Geschichte, die alte Wunden aufreißt, aber auch neue Hoffnung keimen lässt. Von der Autorin des Bestsellers "Der Gott des Waldes" - ein Schreibstil zum Verschlingen!

„In der Fürsorge für andere kann die eigene Rettung liegen.“
Arthur Opp, einst ein angesehener Literaturprofessor, wiegt inzwischen über 250 kg und hat sein Haus in Brooklyn seit mehr als zehn Jahren nicht mehr verlassen. Er lebt als agoraphober und adipöser Einsiedler, bestellt Essen per Internet.
Kel Keller, ein 17-jähriger Junge aus schwierigen Verhältnissen, kämpft um gute Schulnoten und ein Sport-Stipendium, während er sich um seine alkoholkranke Mutter Charlene kümmert.
Nach fast zwei Jahrzehnten Schweigen ruft diese Arthur an und bittet ihn um Hilfe für ihren Sohn. Dieser eine Anruf wird zum Auslöser, der beide Leben aus ihrer Isolation herauslöst.
Liz Moore nutzt die extreme Kontrastierung der beiden Protagonisten, um Gemeinsamkeiten sichtbar zu machen. Tiefe Einsamkeit, das Gefühl von Versagen, der Wunsch nach Zugehörigkeit und die Angst vor Nähe.
Die Autorin arbeitet sehr fein und leise mit Alltagsdetails. Themen wie Sucht, Klasse, Bildung, versäumte Chancen und die Möglichkeit von Vergebung und Neuanfang werden ohne erhobenen Zeigefinger verhandelt.
Dies alles macht das Buch zu einem zutiefst humanistischen Roman.