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Samantha HarveyUmlaufbahnen

Roman | Booker Prize 2024 | »Was für ein himmlischer Roman!« Adam Soboczynski, Die Zeit

Hardcover

dtv Verlagsgesellschaft (2024)

224 Seiten; 19.5 cm x 11.8 cm

ISBN 978-3-423-28423-3

versand- oder abholbereit innerhalb von 3 Werktagen

Umlaufbahnen

Hauptbeschreibung


Von oben betrachtet sieht die Welt gleich ganz anders aus




Nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse 2025 in der Kategorie Übersetzung


Sechs Astronauten schweben in einer Raumstation durchs All. Den Planeten Erde umkreisen sie in 90 Minuten, sechzehnmal in 24 Stunden. Die zwei Frauen und vier Männer aus ganz unterschiedlichen Nationen arbeiten, essen und schlafen auf engstem Raum – und doch ist alles losgelöst vom Alltag, Schwerkraft und Zeitempfinden sind außer Kraft gesetzt. Was passiert, wenn man seine Heimat nur aus weiter Ferne durch ein kleines Fenster sieht? Wie verändern sich Denken und Fühlen? In dem Zeitraum von nur einem Tag, während die Sonne sechzehnmal auf- und untergeht, betrachtet dieser ungewöhnliche, kraftvoll poetische Roman die großen und kleinen Fragen der Menschheit und bringt uns der Schönheit des Universums ganz nahe.




»Ich wusste nicht, wie sehr mir dieses Buch gefehlt hat, bis ich es gelesen habe. Dieser Roman lässt die schönsten Tränen fließen.« Ruth-Maria Thomas


Ausgezeichnet mit dem Booker Prize 2024 und Hawthornden Prize for Literature 2024, nominiert für den Orwell Prize for Political Fiction 2024 sowie den Ursula K. Le Guin Prize 2024 




Hersteller: dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG
Tumblingerstraße 21, 80337 München DE
E-Mail: produktsicherheit@dtv.de


Umlaufbahnen
Ich habe das Buch aufgrund der tollen Rezensionen gelesen. Tja. Das Buch hat durchaus seinen Reiz. Aber phasenweise waren die vielen Aufzählungen doch etwas ermüdend. Es fiel mir teilweise schwer, aufmerksam zu bleiben. Kein Buch für mich.

Ein literarisches Juwel
Es gab sooooo mega viele gute Besprechungen über Umlaufbahnen von Samantha Harvey, da konnte ich nicht widerstehen und wollte es auch lesen. Hier verschiebt sich die Perspektive im wahrsten Sinne des Wortes beim Lesen.
Samantha Harvey nimmt uns mit in eine Raumstation, in der vier Männer und zwei Frauen (davon 2 Kosmonauten) inmitten der Unendlichkeit des Alls die Erde sechzehnmal am Tag umkreisen. Diese scheinbar einfache Prämisse entfaltet eine unendliche Komplexität. Die Protagonist:innen schweben nicht nur physisch, sondern auch emotional und existenziell – zwischen der Sehnsucht nach dem Planeten, den sie hinter sich gelassen haben, und der Ehrfurcht vor der erhabenen, verletzlichen Schönheit dieser leuchtenden Kugel im Nichts. Die Idee, diese Dualität zwischen Nähe und Distanz, zwischen Isolation und universeller Verbindung zu erforschen, ist schlicht genial.
Die Prosa ist von einer sprachlichen Eleganz, die ihresgleichen sucht. Die Beschreibungen der Erde aus dem All – „diesiges blassgrün schimmerndes Meer“ oder „Gran Canarias steile, strahlenförmige Schluchten wie eine eilig gebaute Sandburg“ – sind so präzise und poetisch, dass man das Gefühl hat, die Welt tatsächlich mit den Augen der Astronaut:innen zu sehen. Die Erde wird zur Diva in einem Ozean der Leere, gleichzeitig majestätisch und fragil.
Die fragmentarische Struktur des Romans, die auf klare Handlung und Spannungsbögen verzichtet, spiegelt die Schwerelosigkeit des Settings wider. Gedanken, Erinnerungen und Beobachtungen treiben wie Partikel im Raum und bilden ein einzigartiges literarisches Mosaik. Der Booker Prize 2024 ist sehr verdient gewonnen.
Der Roman wird von existenziellen Überlegungen durchzogen wie ein stilles Pulsieren, verstärkt durch die persönlichen Geschichten der Astronaut:innen: die sterbende Mutter einer Raumfahrerin, die Fragen einer Tochter, die Sehnsucht nach Blumen vor einem Fenster in Moskau. Es macht das Lesen so wahnsinnig intensiv. Das letzte Mal, dass ich mich so unbedeutend klein in diesem Universum fühlte, war am Abgrund des Grand Canyon.
Die Isolation des Alls bringt die Charaktere nicht nur einander näher, sondern auch sich selbst. Samantha Harvey zeigt mit großem Einfühlungsvermögen, wie widersprüchlich der menschliche Geist ist: der gleichzeitige Wunsch, zurückzukehren, und für immer zu bleiben. Diese Paradoxien machen das Buch so zutiefst menschlich und berührend.
Der Roman ist auch äußerst gut von Julia Wolf übersetzt. Großartig auch, dass sie es auf den Klappentext hinten geschafft hat. Immerhin außen sichtbar. Tolle Übersetzungsleistung.
Fazit: Dieser Roman ist große Kunst! Ein außergewöhnliches Buch, das sowohl Herz als auch Verstand anspricht. Wer sich auf die Schwerelosigkeit dieser poetischen Reise einlässt, wird nicht nur die Erde, sondern auch sich selbst mit neuen Augen sehen.

So etwas geniales habe ich überhaupt noch nicht gelesen
So ein Buch habe ich noch nicht gelesen – ein Loblied auf die – unsere – Erde.

Sechs Austronaut*innen befinden sich in einer Raumstation im Weltall und umkreisen die Erde einmal in 90 Minuten, also sechszehnmal in 24 Stunden. Sie sehen die Sonne und den Mond aufgehen und betrachten die Erde aus dem Weltall.

Schon auf den ersten 50 Seiten werden Ereignisse auf der Erde beschrieben, die unvorstellbar schön sind, wenn man sich Bilder dazu (im Internet) ansieht. Die Erde bei Nacht, wenn Lichterketten die Kontinente begrenzen, oder wie ein Taifun vom Weltall aus betrachtet aussieht oder ein Wüstensandsturm.

Viele Fotos habe ich mir zu diesen Ereignissen angesehen und war selbst ganz fasziniert.

Vom Weltall aus gesehen, gibt es auf der Erde weder Nationen noch Grenzen noch Kriege. Grenzen gibt es nur zwischen Wasser und Land, und dennoch führen Menschen Kriege wegen Grenzen.

Mutter Erde wird in diesem Roman so schön beschrieben, dass man nicht verstehen kann, dass sie doch nicht das Zentrum des Weltalls ist – man würde halt gerne wieder an das heliozentrische Weltbild glauben.

„Das, in Ermangelung besserer Alternativen, so unverkennbar zu ihrem Zuhause geworden ist. Ein grenzenloser Ort, ein schwebendes Juwel, schockierend hell.
Kann die Menschheit nicht in Frieden leben?“ (s. S. 120)

Die Menschen hören jedoch nicht auf, die Erde zu tyrannisieren, zu zerstören und zu plündern.

Wie gesagt: Vom Weltall aus betrachtet erscheint die Erde als einer der schönsten Planeten überhaupt.

Das Buch kann uneingeschränkt empfohlen werden und erhielt den Booker Prize 2024.

Aus dem Englischen von Julia Wolf

Der Blick aus der Raumstation
Das Buch wurde eine Meditation genannt. Das ist sicher zutreffend.
6 Astronauten (Nell, Sauna, Chie, Roman, Pietro, Anton), Individeen, bilden sie doch auch ein Kollektiv.
Ihre Gedanken, Erinnerungen und Gespräche füllen den kurzen Roman.
Einige philosophische Fragestellungen wurden eingebracht, was weniger überzeugte.
Ich mag aber viele der kurzen Passagen, die eingestreut werden, z.B. das Treffen und die Freundschaft zwischen einem der Astronauten und einem Fischer, Chies Gespräche mit den Mäusen, Romans Gespräch mit einer Frau auf der Erde uva.

Man kann den Text wegen seiner Ruhe und Poesie bewundern.

Die Welt der Astronaten
von begine


Samantha Harvey lädt uns in ihrem Roman Umlaufbahn in das Weltall ein.
Vier Astronauten und zwei Kosmonauten fliegen in ihre Raumkapsel um die Welt.
Die Autorin hat das ganz gekonnt geschaffen. Nach einer kleinen Zeit des Warmwerden konnte ich mich gut mit der Geschichte arrangieren. Es ist ein ruhiges Buch. Es geschehen keine weltbewegenden Dinge. Die Personen lassen uns an ihre Gedanken und Erinnerungen teilnehmen. Es war interessant zu lesen, das die japanische Astronautin gerade in der Zeit, ihre Mutter verliert und wie die Trauerzeremonien in Japan stattfinden. Außerdem erfährt man, wie sich alle fit halten.
Der Roman liest sich gut und ich mag ihn gerne weiter empfehlen.