Rezensionen
Rezensionen von La Calavera Catrina
Autor: Anne Nesbet
Überleben in der kalifornischen Wildnis - 5 Sterne
In „Wir gegen die Wildnis“ von Anne Nesbet campen die 8-jährige Amy, ihre 11-jährige Schwester Vivian und ihr 12-jähriger Cousin Owen eine Nacht ohne ihre Eltern am Ranger Lake in den Bergen Kaliforniens. Ein Abenteuer, auf das Vivian mit großer Vorfreude hingefiebert hat. Durch ein Erdbeben von ihren Eltern abgeschnitten, sind sie auf sich allein gestellt. Es beginnt eine beschwerliche Wanderung durch die bergige und unberechenbare Wildnis mit wenigen Vorräten und zunehmender Erschöpfung. Dabei gehen die Kinder nicht nur an ihre Grenzen, sondern öffnen sich einander. Owen teilt ein trauriges Geheimnis mit seinen Cousinen, das ihn sehr bedrückt. Das gegenseitige Vertrauen und die überstandenen Schwierigkeiten, stärken den Zusammenhalt der Drei, während jeder seine Rollen ausfüllt: Amy ist die jüngste, fantasievoll und erlebt eine ganz besondere Begegnung, Owen ist für die Einteilung der Nahrung und das Kochen verantwortlich, während Vivians Lebensfreude sowie Mut alle ansteckt und auf den richtigen Weg bringt. Ihre Eindrücke und Gespräche stehen im Vordergrund, während die Natur mit all ihren Gefahren und Schönheiten als beeindruckende Kulisse dient. Das Erzählen in der außenstehenden Perspektive macht es möglich, in die Gedanken und Gefühle aller Figuren zu schlüpfen und mit ihnen mitzufiebern. Nebenbei erfährt man viel über das Überleben in der Wildnis und bekommt eindrucksvoll vermittelt, welche emotionalen und körperlichen Herausforderungen damit verbunden sind. «Sie waren alle drei so furchtbar hungrig und müde (…). Und trotzdem ging sie vorsichtig den Pfad hinunter, ohne sich allzu sehr zu beklagen.»
Fazit: Ein empfehlenswertes Schmöckerabenteuer über Mut, Freundschaft und die wilde Natur für Kinder ab 9 Jahren, die den Horizont erweitert. Die Geschichte wird immer spannender, aber nicht zu nervenaufreibend erzählt. Sie ist lebendig geschrieben, und durch die authentischen Charaktere kann man einfach abtauchen und Amy, Vivian und Owen durch die Wildnis begleiten.
Fazit: Ein empfehlenswertes Schmöckerabenteuer über Mut, Freundschaft und die wilde Natur für Kinder ab 9 Jahren, die den Horizont erweitert. Die Geschichte wird immer spannender, aber nicht zu nervenaufreibend erzählt. Sie ist lebendig geschrieben, und durch die authentischen Charaktere kann man einfach abtauchen und Amy, Vivian und Owen durch die Wildnis begleiten.
von La Calavera Catrina - 2026-04-29 19:10:00
Autor: T. Kingfisher
Zauberhaft skurril und originell - 5 Sterne
«In der Bäckerei meiner Tante lag ein totes Mädchen.» Mit diesem Satz beginnt die abenteuerliche Geschichte der vierzehnjährigen Teigzauberin Mona, die als Bäckereilehrmädchen in der Backstube ihrer Tante Tabitha arbeitet. Mona kann nicht nur richtig gute Sauerteigbrote und Muffins backen, panische Angst bringt ihre Magie richtig in Schwung und lässt Lebkuchen tanzen. Unter Mordverdacht stehend, wird Mona in die Burg der Herzogin gebracht. Später lernt Spindle kennen, einen klugen Junge mit umfangreichen Fähigkeiten. Beide sehen sich mit einer Übermacht konfrontiert, die strategisch Magiker des Zaubervolkes tötet.
«Lasse dich nicht davon zurückhalten, dass dir etwas albern oder unmöglich erscheint. In der Magie ist Kreativität ebenso wichtig wie Wissen.»
«Mehl, Magie und Machenschaften» ist genau das, was der Titel verspricht und vergisst dabei nicht die Erwartungen der jungen Zielgruppe. Autorin T. Kingfisher hat mich noch nie enttäuscht und mit Mona eine Heldin wider Willen geschaffen, die sehr nahbar ist. Zum ersten Mal ist mir eine Buchfigur begegnet, deren Bedürfnisse thematisiert werden – Bedürfnisse, die sonst oft einfach weggelassen werden, als müssten Figuren in Büchern nie auf die Toilette gehen. Mona ist eine junge Heldin, die viel in kurzer Zeit bewältigen muss, und mit der man sich identifizieren kann. Bildhafte Sprache rund ums Backen, gruselige Momente, Humor, Magie und eine spannend-unerwartete Handlung machen diese Geschichte so originell. Den skurrilen Sauerteigansatz Bob fand ich grandios und mir gefiel, wie am Ende alle roten Fäden zusammenliefen.
«Mehl, Magie und Machenschaften» sticht aus dem Jugend-Fantasy-Bereich hervor und macht einfach Spaß. Ganz besonders, wenn man sich von dem ersten Satz angezogen fühlt und Lust auf eine mittelalterliche Kulisse hat.
«Lasse dich nicht davon zurückhalten, dass dir etwas albern oder unmöglich erscheint. In der Magie ist Kreativität ebenso wichtig wie Wissen.»
«Mehl, Magie und Machenschaften» ist genau das, was der Titel verspricht und vergisst dabei nicht die Erwartungen der jungen Zielgruppe. Autorin T. Kingfisher hat mich noch nie enttäuscht und mit Mona eine Heldin wider Willen geschaffen, die sehr nahbar ist. Zum ersten Mal ist mir eine Buchfigur begegnet, deren Bedürfnisse thematisiert werden – Bedürfnisse, die sonst oft einfach weggelassen werden, als müssten Figuren in Büchern nie auf die Toilette gehen. Mona ist eine junge Heldin, die viel in kurzer Zeit bewältigen muss, und mit der man sich identifizieren kann. Bildhafte Sprache rund ums Backen, gruselige Momente, Humor, Magie und eine spannend-unerwartete Handlung machen diese Geschichte so originell. Den skurrilen Sauerteigansatz Bob fand ich grandios und mir gefiel, wie am Ende alle roten Fäden zusammenliefen.
«Mehl, Magie und Machenschaften» sticht aus dem Jugend-Fantasy-Bereich hervor und macht einfach Spaß. Ganz besonders, wenn man sich von dem ersten Satz angezogen fühlt und Lust auf eine mittelalterliche Kulisse hat.
von La Calavera Catrina - 2026-04-29 18:38:00
Autor: Barbara Rose
Freundschaftsgeschichte voller Weisheit und Herz - 5 Sterne
«Der kleine Grimlin und das ganz große Herz» erzählt die warmherzige und fantasievolle Geschichte des schüchternen Wichtels Grimlin, der durch die Unterstützung seiner Freunde über sich hinauswächst, um dem Wichtelzauberer Tjelle zu helfen. Dabei erleben sie ein spannendes Abenteuer und gewinnen wertvolle Aha-Momente, die zentrale Themen wie Vorurteile, Ausgrenzung, Missverständnisse, Hilfsbereitschaft, Freundschaft und Mut kindgerecht aufgreifen und, ohne erhobenen Zeigefinger, zum Nachdenken anregen.
«Oft entspricht die Vorstellung gar nicht der Wirklichkeit! Erst wenn man ein Wesen kennengelernt hat, darf man sich ein Urteil erlauben. Und auch dann gebietet es die Wichtelehre, freundlich und milde zu sein.»
Kindgerechte Weisheiten und eine heimelige Atmosphäre zeichnen dieses Kinderbuch aus, denn das Zuhause von Grimlin und seinen Freunden ist der urigste Ort der Welt – mit Wurzeltee, Mirabelmus und anderen Köstlichkeiten. Die farbprächtigen Illustrationen von Laura Bednarski laden zum Träumen ein und verbreiten eine wohlige Stimmung. Durch das Unwetter, die Ungewissheit über den Verbleib des Wichtelzauberers und die Sorge um gefährliche Wesen wird es richtig spannend – dabei bleibt es durchgehend altersgerecht und eignet sich sogar für ängstliche Kinder. Es gibt ein Wiedersehen mit den liebgewonnen Charakteren aus dem ersten Buch, aber es kommen auch neue Wesen dazu. Ich würde empfehlen, in der Reihenfolge zu lesen, aber es ist auch möglich, mit diesem Buch zu beginnen.
Abgesehen von herausfordernden Namen wie „Wiesenzischler“ lässt es sich leicht vorlesen und hält für Kinder ab 5 Jahren auch die eine oder andere unvorhersehbare Wendung bereit, während sich mit älteren Kindern spannende Gespräche ergeben. Ein interaktiver Bonus im Buch sind ein leckeres Kuchenrezept und eine Bastelanleitung. Außerdem gibt es die spielerische Möglichkeit, nach jedem gelesenen Kapitel hinten im Buch ein Bild auszuschneiden (das auch ausgedruckt werden kann) und vorne in die Karte einzukleben. Eine tolle Idee mit Belohnungseffekt.
Fazit: Diese liebevolle Fortsetzung steht dem ersten Band in nichts nach und überzeugt mit Herz, Klugheit und einer spannenden Geschichte, die ich Groß und Klein uneingeschränkt empfehlen würde.
«Oft entspricht die Vorstellung gar nicht der Wirklichkeit! Erst wenn man ein Wesen kennengelernt hat, darf man sich ein Urteil erlauben. Und auch dann gebietet es die Wichtelehre, freundlich und milde zu sein.»
Kindgerechte Weisheiten und eine heimelige Atmosphäre zeichnen dieses Kinderbuch aus, denn das Zuhause von Grimlin und seinen Freunden ist der urigste Ort der Welt – mit Wurzeltee, Mirabelmus und anderen Köstlichkeiten. Die farbprächtigen Illustrationen von Laura Bednarski laden zum Träumen ein und verbreiten eine wohlige Stimmung. Durch das Unwetter, die Ungewissheit über den Verbleib des Wichtelzauberers und die Sorge um gefährliche Wesen wird es richtig spannend – dabei bleibt es durchgehend altersgerecht und eignet sich sogar für ängstliche Kinder. Es gibt ein Wiedersehen mit den liebgewonnen Charakteren aus dem ersten Buch, aber es kommen auch neue Wesen dazu. Ich würde empfehlen, in der Reihenfolge zu lesen, aber es ist auch möglich, mit diesem Buch zu beginnen.
Abgesehen von herausfordernden Namen wie „Wiesenzischler“ lässt es sich leicht vorlesen und hält für Kinder ab 5 Jahren auch die eine oder andere unvorhersehbare Wendung bereit, während sich mit älteren Kindern spannende Gespräche ergeben. Ein interaktiver Bonus im Buch sind ein leckeres Kuchenrezept und eine Bastelanleitung. Außerdem gibt es die spielerische Möglichkeit, nach jedem gelesenen Kapitel hinten im Buch ein Bild auszuschneiden (das auch ausgedruckt werden kann) und vorne in die Karte einzukleben. Eine tolle Idee mit Belohnungseffekt.
Fazit: Diese liebevolle Fortsetzung steht dem ersten Band in nichts nach und überzeugt mit Herz, Klugheit und einer spannenden Geschichte, die ich Groß und Klein uneingeschränkt empfehlen würde.
von La Calavera Catrina - 2026-04-29 18:29:00
Autor: Yuki Ibuki
Heilsam und warmherzig erzählt - 5 Sterne
Heilsam und warmherzig erzählt die Autorin Yuki Ibuki vom Erwachsenwerden der 17-jährigen Mio, die unter den psychischen Folgen von Schikanierung und Ausgrenzung leidet und vor ihrer aussichtslosen Lage nach Morioka zu ihrem Großvater flieht, der ihr die Kunst des Webens beibringt. Sowohl Mios familiäres Konfliktumfeld als auch ihre sanften Fortschritte nehmen viel Raum ein, aber trotz dieser belastenden Themen, finden sich immer wieder schöne Momente und Beschreibungen der Leichtigkeit und achtsamen Entwicklung.
Dieser ruhige Roman hält, was der Klappentext und das Cover versprechen: nachvollziehbare Selbstfindung, faszinierende Einblicke in die japanische Kultur und das Handwerk der Weberei, eine starke Verbindung zur Natur, intensive Auseinandersetzungen mit den Gedanken, Gefühlen und Konflikten der Figuren und eine subtile, zurückhaltende Erzählweise. Bei diesem Buch muss man gar nicht viel über die Handlung wissen, wenn man sich von diesen Punkten bereits angesprochen fühlt. Unterstützt durch die gelungene Übersetzung aus dem Japanischen von Charlotte Scheurer, war es ein beruhigendes und emotionales Leseerlebnis mit Tiefgang, das zum Nachdenken und Verweilen einlädt. Erzählt wird abwechselnd aus den Perspektiven von Mio und ihrem Vater Hiroshi, gewebt in eine dichte Atmosphäre und eine bildhaft ausgeschmückte Kulisse, deren Stille und Schönheit beruhigend wirkt.
Für alle, die japanische Literatur mögen und die, die eine Auszeit aus dem hektischen Alltag brauchen und sich ein Buch mit entschleunigender Kraft wünschen.
Dieser ruhige Roman hält, was der Klappentext und das Cover versprechen: nachvollziehbare Selbstfindung, faszinierende Einblicke in die japanische Kultur und das Handwerk der Weberei, eine starke Verbindung zur Natur, intensive Auseinandersetzungen mit den Gedanken, Gefühlen und Konflikten der Figuren und eine subtile, zurückhaltende Erzählweise. Bei diesem Buch muss man gar nicht viel über die Handlung wissen, wenn man sich von diesen Punkten bereits angesprochen fühlt. Unterstützt durch die gelungene Übersetzung aus dem Japanischen von Charlotte Scheurer, war es ein beruhigendes und emotionales Leseerlebnis mit Tiefgang, das zum Nachdenken und Verweilen einlädt. Erzählt wird abwechselnd aus den Perspektiven von Mio und ihrem Vater Hiroshi, gewebt in eine dichte Atmosphäre und eine bildhaft ausgeschmückte Kulisse, deren Stille und Schönheit beruhigend wirkt.
Für alle, die japanische Literatur mögen und die, die eine Auszeit aus dem hektischen Alltag brauchen und sich ein Buch mit entschleunigender Kraft wünschen.
von La Calavera Catrina - 2026-04-29 18:18:00
Autor: Baek Seungyeon
Ein Ort für Briefe und Geschichten - 3 Sterne
Im «Letter Shop» wird nicht nur Briefpapier und später Notizbücher verkauft. Dort ist ein Treffpunkt für Freunde des Briefeschreibens und seit Hyoyeong dort arbeitet, spürt sie die tröstliche Wirkung und offenherzige Zugewandheit. Die Handlung und die Einzelschicksale der Kunden und Kundinnen ist nicht das eigentliche Vergnügen, sondern ganz titeltreu der Briefladen, in dem die Zeit stillzustehen schein. Man liest dieses Buch nicht, um zu erfahren, wie es weitergeht, sondern um die ruhige Atmosphäre zu genießen. «Eine frische Note von Eukalyptus, gepaart mit dem intensiven, erdigen Aroma von Tusche, verlieh dem Letter Shop seine ruhige, behagliche Atmosphäre.» Anonyme Brieffreundschaften und die daraus entstehenden zwischenmenschlichen Begegnungen mit zurückhaltenden und liebenswerten Figuren zu erleben, macht diesen Roman aus. «Dank dieser Briefe habe ich gelernt, auf Papier etwas ehrlicher zu sein.» Abwechslung bieten die geschriebenen Briefe und Arbeitsprotokolle. Es ist eine Würdigung der Langsamkeit und eine Wertschätzung für das Handgeschriebene.
Hyoyeong ist dabei der zentrale Anker dieses Romans. Sie erhält Briefe von ihrer Schwester Hyomin, die sie nicht beantwortet. Es ist sicher eine Mission des Romans, die Kultur des Briefeschreibers zu fördern. Zudem passt die Botschaft zum Weihnachtsfest, das im Roman vor der Tür steht. Bei mir hat der einfache Schreibstil in Kombination mit der überschaubaren Handlung dafür gesorgt, dass ich mich nicht darauf einlassen konnte und immer wieder abgeschweift bin. Zwar habe ich es durchgelesen, doch manchmal war der Wunsch groß, abzubrechen, obwohl ich es so gern mögen wollte und die Atmosphäre genossen habe. Vielleicht eine gute Wahl, wenn man eine unaufgeregte und leichte Lektüre sucht. Es soll im Herbst 2026 eine Fortsetzung erscheinen.
Hyoyeong ist dabei der zentrale Anker dieses Romans. Sie erhält Briefe von ihrer Schwester Hyomin, die sie nicht beantwortet. Es ist sicher eine Mission des Romans, die Kultur des Briefeschreibers zu fördern. Zudem passt die Botschaft zum Weihnachtsfest, das im Roman vor der Tür steht. Bei mir hat der einfache Schreibstil in Kombination mit der überschaubaren Handlung dafür gesorgt, dass ich mich nicht darauf einlassen konnte und immer wieder abgeschweift bin. Zwar habe ich es durchgelesen, doch manchmal war der Wunsch groß, abzubrechen, obwohl ich es so gern mögen wollte und die Atmosphäre genossen habe. Vielleicht eine gute Wahl, wenn man eine unaufgeregte und leichte Lektüre sucht. Es soll im Herbst 2026 eine Fortsetzung erscheinen.
von La Calavera Catrina - 2026-04-29 18:11:00
Autor: Tessa Randau
Das Leben im Rückblick betrachten - 4 Sterne
Ich mochte «Zeit für meine Träume», weil auf sympathische Weise Generationen aufeinander treffen, die beweisen, dass man keine Familie sein muss, um eine werden zu können und von ihren Erfahrungen profitieren. Daraus entsteht etwas Schönes.
Ein dünnes Büchlein mit Weisheiten des Lebens. Tessa Randau überzeugt durch ihre Fähigkeit zur achtsamen Wahrnehmung und den intensiven Dialogen. Als die namenlose Protagonistin sich mit Anita auf einen Spaziergang trifft, sprechen sie über Rollenvorstellungen, unrealistische Erwartungen und Alternativen in der Mutterschaft. Die 38-Jährige hat einen großen Kinderwunsch und gewinnt durch Anita einen anderen Blickwinkel hinzu, der auf Erfahrungen und Erkenntnissen beruht. «Aber was ich daraus gelernt habe, ist, dass keine Frau wissen kann, was für ein Typ Mutter sie sein wird, egal, wie sehr sie sich ein Kind wünscht.» Es ist einfühlsam geschrieben und berührt, lückenhaft und etwas distanziert zwar, aber weder flüchtig noch zu flach. Alles steuert auf ein heilsames Ende zu, und die Geschichte ist unbeschwert, positiv und schenkt Hoffnung. Es geht um Freundschaft, Perspektivwechsel, Zusammenhalt, Achtsamkeit und Selbstreflexion.
«Ich finde ja, das Leben wird von Jahr zu Jahr besser.»
Die schöne Ausstattung mit dem freundlich sonnigen Cover macht durch Verzierungen, Illustrationen in einem minimalistischen Stil und kurze Abschnitte einen hochwertigen und durchdachten Eindruck, zum Runterkommen. Eignet sich gut als Mitbringsel für einen Hoffnungsschimmer bei Herzschmerz.
Ein dünnes Büchlein mit Weisheiten des Lebens. Tessa Randau überzeugt durch ihre Fähigkeit zur achtsamen Wahrnehmung und den intensiven Dialogen. Als die namenlose Protagonistin sich mit Anita auf einen Spaziergang trifft, sprechen sie über Rollenvorstellungen, unrealistische Erwartungen und Alternativen in der Mutterschaft. Die 38-Jährige hat einen großen Kinderwunsch und gewinnt durch Anita einen anderen Blickwinkel hinzu, der auf Erfahrungen und Erkenntnissen beruht. «Aber was ich daraus gelernt habe, ist, dass keine Frau wissen kann, was für ein Typ Mutter sie sein wird, egal, wie sehr sie sich ein Kind wünscht.» Es ist einfühlsam geschrieben und berührt, lückenhaft und etwas distanziert zwar, aber weder flüchtig noch zu flach. Alles steuert auf ein heilsames Ende zu, und die Geschichte ist unbeschwert, positiv und schenkt Hoffnung. Es geht um Freundschaft, Perspektivwechsel, Zusammenhalt, Achtsamkeit und Selbstreflexion.
«Ich finde ja, das Leben wird von Jahr zu Jahr besser.»
Die schöne Ausstattung mit dem freundlich sonnigen Cover macht durch Verzierungen, Illustrationen in einem minimalistischen Stil und kurze Abschnitte einen hochwertigen und durchdachten Eindruck, zum Runterkommen. Eignet sich gut als Mitbringsel für einen Hoffnungsschimmer bei Herzschmerz.
von La Calavera Catrina - 2026-04-13 14:05:00
Autor: Lynn Painter
Die Legende der Vier Wünsche - 4 Sterne
Emma kennt von ihrer Oma die Legende über das Portal, das vier Wünsche erfüllt – jede Woche einen. In diesem Jahr bietet sich die letzte Möglichkeit. Emma hat mit ihren Freunden das Portal gefunden und ihre Wünsche abgeschickt, aber leider geht nicht alles glatt und ihr großer Bruder, der auch auf sein angeborenes Wunschrecht besteht, ist dabei nicht unschuldig. Jemand anderem passiert genau das, was Emma sich gewünscht hat und diese Person ist gar nicht glücklich darüber.
Emmas Wünsche nach mehr Selbstbewusstsein, Attraktivität, Anerkennung und ein bisschen Glück für ihrer Mutter sind ihrem Alter entsprechend nachvollziehbar. Sie möchte wie alle anderen auch gut in ihrer Schule integriert sein und mithalten. Außerdem hat sie alles dafür getan, um bei der Schülerratsvertretung mitwirken zu können. Was dann passiert, ist bitter für Emma, aber sie gibt nicht auf, wächst über sich hinaus und stellt sich einem abgedrehten Abenteuer. Durch die Ich-Perspektive ist man ganz nah an ihrer ins Chaos gestürzten Gefühls- und Gedankenwelt. Es gibt viele Dialoge und der Wortwechsel ist oft witzig und sprüht vor warmherziger Lebensfreude und positiver Energie. Es ist diese aufregende Seite des Erwachsenenwerdens, die ansteckend wirkt und authentisch gezeigt wird, sodass man sich darin wieder findet. Manches bleibt enttäuschend flach, obwohl man tiefere Botschaften hätte mitgeben können (Streit, Versöhnung etc.), aber das schadet der Handlung nicht. Die skurrile Entwicklung, in der auch Hamburger, eine Mütze und Fische eine Rolle spielen, und die Prise Magie garantieren spaßige Unterhaltung für Kinder ab 10 Jahren und helfen garantiert bei Langeweile.
Emmas Wünsche nach mehr Selbstbewusstsein, Attraktivität, Anerkennung und ein bisschen Glück für ihrer Mutter sind ihrem Alter entsprechend nachvollziehbar. Sie möchte wie alle anderen auch gut in ihrer Schule integriert sein und mithalten. Außerdem hat sie alles dafür getan, um bei der Schülerratsvertretung mitwirken zu können. Was dann passiert, ist bitter für Emma, aber sie gibt nicht auf, wächst über sich hinaus und stellt sich einem abgedrehten Abenteuer. Durch die Ich-Perspektive ist man ganz nah an ihrer ins Chaos gestürzten Gefühls- und Gedankenwelt. Es gibt viele Dialoge und der Wortwechsel ist oft witzig und sprüht vor warmherziger Lebensfreude und positiver Energie. Es ist diese aufregende Seite des Erwachsenenwerdens, die ansteckend wirkt und authentisch gezeigt wird, sodass man sich darin wieder findet. Manches bleibt enttäuschend flach, obwohl man tiefere Botschaften hätte mitgeben können (Streit, Versöhnung etc.), aber das schadet der Handlung nicht. Die skurrile Entwicklung, in der auch Hamburger, eine Mütze und Fische eine Rolle spielen, und die Prise Magie garantieren spaßige Unterhaltung für Kinder ab 10 Jahren und helfen garantiert bei Langeweile.
von La Calavera Catrina - 2026-04-13 13:59:00
Autor: Sara Lundberg
Der Pfad in die Natur - 5 Sterne
Sara Lundberg ist eine schwedische Künstlerin und Illustratorin, deren Werk ‚Katzenpfade‘ vor allem durch seine atmosphärische Qualität besticht. Ihre Bilder laden dazu ein, sich vorzustellen, wie Mensch und Katze miteinander einen äußeren Konflikt ausleben, weil die Katze einmal bestimmen möchte, wo der Spaziergang hinführen soll. Die Katze folgt ihrem Instinkt. Die Szenen wirken wie Ausschnitte aus einem größeren Erzählfluss. Im ersten Teil bleibt die Figur, die aus der Ich-Perspektive erzählt und nicht näher bestimmt wird, in ihrer Verzweiflung stehen, während die Jahreszeiten an ihr vorbei zu ziehen scheinen, bis Schnee fällt und sie beschließt, heimzukehren und die Konsequenzen zu tragen. Die Hintergründe und Details transportieren Gefühle, Stimmungen und Handlungen, ohne das viel Text nötig ist. Alles wirkt vertraut und gleichzeitig ungewöhnlich. Die Aquarelle wirken weich und verleihen den Bildern eine lebendige Textur. Die nachdenkliche Atmosphäre lässt Raum für Interpretation und Emotion. Man spürt eine tiefe Wertschätzung für die Natur. Es geht um Toleranz und Verständnis füreinander und die Chance auf neue Perspektiven. Im zweiten Teil erleben Mensch und Katze nämlich ein Abenteuer, das auch innere Konflikte sichtbar macht, zu einer ganz besonderen Belohnung führt und den symbolischen Konflikt zwischen Freiheit und Kontrolle sichtbar macht. Letztlich hat es sich gelohnt, der Katze auf ihrer abenteuerlichen Erkundung zu folgen, was sich auch in der Kunst der Figur zeigt. Ich habe zwei Illustrationen, die ich besonders mag: Die ausklappbare Seite steht für mich für eine erweiterte Perspektive und ist definitiv ein Highlight. Aber auch die Katze mitten in den Pusteblumen gefällt mir sehr.
‚Katzenpfade‘ sticht aus der Masse heraus und richtet sich an alle, die atmosphärische, beruhigende Bilderbücher im expressionistischen Aquarellstil mögen und viel Raum für Interpretation und Kreativität schätzen. Die Altersempfehlung liegt bei 5 Jahre, aber ich würde es tatsächlich vom Kind abhängig machen und begleitendes Lesen empfehlen.
‚Katzenpfade‘ sticht aus der Masse heraus und richtet sich an alle, die atmosphärische, beruhigende Bilderbücher im expressionistischen Aquarellstil mögen und viel Raum für Interpretation und Kreativität schätzen. Die Altersempfehlung liegt bei 5 Jahre, aber ich würde es tatsächlich vom Kind abhängig machen und begleitendes Lesen empfehlen.
von La Calavera Catrina - 2026-04-13 13:48:00
Autor: Lea Korsgaard
Das lebensverändernde Studium der Schmetterlinge - 4 Sterne
In ihrem Buch «Das Jahr der Schmetterlinge» schreibt die dänische Journalistin, Autorin und Chefredakteurin Lea Korsgaard über ihren Vorsatz, in einem festgelegten Zeitraum die 64 heimischen Schmetterlingsarten zu finden und etwas über ihre Lebensräume und Geschichte zu lernen. Strukturiert ist das Buch von Januar bis August und es geht nicht nur um Schmetterlinge. Es fließen auch andere Erfahrungen, Beobachtungen, Recherchen und aktuelle Bezüge ein, die sich für mich so anfühlten, als würde Lea Korsgaard weit abschweifen und sich von der mir erhofften Leichtigkeit entfernen. Das Buch ist also komplexer und anspruchsvoller als erwartet, weil Lea Korsgaard sich philosophisch und reflektiert zeigt – was mich, einmal darauf eingestellt, zunehmend angesprochen hat. „Er (mein Großvater) begriff, dass wir die Erkenntnis über die tiefsten Zusammenhänge unseres Daseins nicht in erster Linie aus Büchern, Worten und Ideen gewinnen, sondern aus allem Lebendigem.“
Es gibt eine besondere Verbindung ihrer Mutter zu Schmetterlingen. Es ist eine berührende Geschichte, die ins Frühjahr 1975 zurückgeht und einen Wendepunkt darstellte. Der Kleine Fuchs als Zeichen der Hoffnung. Das gehört zu den schönen Details des Buches, die ich besonders mochte. Außerdem fand ich die Begeisterung ansteckend, wenn Lea Korsgaard ihre Exkursionen plant und dann tatsächlich eine Schmetterlingsart sieht. Ihr Antrieb ist Wissensdurst, Neugier und sich mit der Natur zu verbinden. Es ist ein geistiges Sammeln, das sich auch in ihren schönen Illustrationen widerspiegelt, die im Buch zu finden sind. „Er erzählte mir, dass er bereits als junger Mann in den Siebzigerjahren mit dem Sammeln von Schmetterlingen aufgehört hätte. Er hätte festgestellt, dass es ihm größere Freude bereitete, die Tiere lebend und in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten, als sie tot in einer Schachtel liegen zu sehen.“
Ein persönlich erzähltes Sachbuch für Naturinteressierte – nicht nur über das Studium der Insekten, sondern auch über das Leben als ein Wunder.
Es gibt eine besondere Verbindung ihrer Mutter zu Schmetterlingen. Es ist eine berührende Geschichte, die ins Frühjahr 1975 zurückgeht und einen Wendepunkt darstellte. Der Kleine Fuchs als Zeichen der Hoffnung. Das gehört zu den schönen Details des Buches, die ich besonders mochte. Außerdem fand ich die Begeisterung ansteckend, wenn Lea Korsgaard ihre Exkursionen plant und dann tatsächlich eine Schmetterlingsart sieht. Ihr Antrieb ist Wissensdurst, Neugier und sich mit der Natur zu verbinden. Es ist ein geistiges Sammeln, das sich auch in ihren schönen Illustrationen widerspiegelt, die im Buch zu finden sind. „Er erzählte mir, dass er bereits als junger Mann in den Siebzigerjahren mit dem Sammeln von Schmetterlingen aufgehört hätte. Er hätte festgestellt, dass es ihm größere Freude bereitete, die Tiere lebend und in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten, als sie tot in einer Schachtel liegen zu sehen.“
Ein persönlich erzähltes Sachbuch für Naturinteressierte – nicht nur über das Studium der Insekten, sondern auch über das Leben als ein Wunder.
von La Calavera Catrina - 2026-04-13 13:42:00
Autor: Marc-Uwe Kling
Mein erstes Mal mit dem Känguru - 5 Sterne
Ich kannte das anarchistische Känguru und sein Mitbewohner bisher nur vom Hörensagen. Wenn man politische Satire mag, sind die Känguru-Chroniken offenbar Pflichtprogramm, leider kannte ich sie bisher nicht. Marc-Uwe Klings «Die Känguru-Rebellion» ist eine unverhoffte Fortsetzung in großer Rebellier-Mission und die offizielle Rückkehr des Känguru.
Das Hörbuch spielt, da gesprochen vom Autor, seine facettenreichen Stärken aus und macht doppelt Spaß, aber die absurden und tiefgründigen Dialoge in den kurzweiligen Geschichten sind so gut, dass es sich auch lohnt, das Buch zu lesen, weil man immer ein Päuschen für rebellische Haltung gegenüber politischen Missständen findet. Es wird gesödert, mit dem Skandale-sammel-Spahn und der KI abgerechnet und Mangojoghurt weggeputzt. Die satirischen Spitzen sind brandaktuell und werden dringend gebraucht, genauso wie die Freundschaft zwischen Marc-Uwe und dem Känguru. Komplexe Themen werden zugänglich gemacht und so fühlt man sich nicht nur informiert, sondern auch gesellschaftskritisch unterhalten, während man «von der Schwerkraft in Kombination mit der weltpolitischen Lage niedergedrückt» wird und einem das Lachen im Hals stecken bleibt.
«Ab und zu erlaube ich mir fünf Sekunden Verzweiflung. Dann geht der Kampf weiter.»
Das Hörbuch spielt, da gesprochen vom Autor, seine facettenreichen Stärken aus und macht doppelt Spaß, aber die absurden und tiefgründigen Dialoge in den kurzweiligen Geschichten sind so gut, dass es sich auch lohnt, das Buch zu lesen, weil man immer ein Päuschen für rebellische Haltung gegenüber politischen Missständen findet. Es wird gesödert, mit dem Skandale-sammel-Spahn und der KI abgerechnet und Mangojoghurt weggeputzt. Die satirischen Spitzen sind brandaktuell und werden dringend gebraucht, genauso wie die Freundschaft zwischen Marc-Uwe und dem Känguru. Komplexe Themen werden zugänglich gemacht und so fühlt man sich nicht nur informiert, sondern auch gesellschaftskritisch unterhalten, während man «von der Schwerkraft in Kombination mit der weltpolitischen Lage niedergedrückt» wird und einem das Lachen im Hals stecken bleibt.
«Ab und zu erlaube ich mir fünf Sekunden Verzweiflung. Dann geht der Kampf weiter.»
von La Calavera Catrina - 2026-04-11 13:44:00











