Rezensionen
Rezensionen von clematis
Autor: Emma Stonex
Rache - 3 Sterne
Nach 18 Jahren wird Jimmy Maguire aus dem Gefängnis entlassen. Auf diesen Moment hat Birdie Keller die ganze Zeit gewartet, denn endlich kann sie ihre Pläne nach Rache umsetzen, den Mord an ihrer Schwester sühnen.
Birdie erzählt aus ihrer Sicht in der Ich-Form, auch Jimmys Blickwinkel wird in etlichen Kapiteln eingenommen. Da der Lebensweg mancher Figuren recht ähnlich verläuft und zudem immer wieder in die Vergangenheit geschwenkt wird, wirkt der Handlungsverlauf zuweilen etwas verwirrend, nicht immer ist zu Beginn einer Szene klar, um wen es gerade geht. Den durchaus interessanten Einblicken in die Persönlichkeitsentwicklung stehen düstere Schauplätze im Gefängnis entgegen, ebenso wie verstörende Ereignisse im Laufe so mancher skizzierter Kindheit. Hat nicht jedes Kind ein Recht auf Liebe, steckt nicht in jedem Verbrecher ein guter Kern? Wodurch wird ein Mensch zum Mörder? Warum wachsen auch Kinder ohne leibliche Eltern meist zu friedvollen Erwachsenen heran? Viele Fragen werden aufgeworfen, einige davon auch beantwortet, das unerwartete Ende wirkt dann durchaus stimmig.
Eine durchwegs düstere Atmosphäre beherrscht diesen Roman, im Vergleich zu Stonex‘ „Die Leuchtturmwärter“ fehlt mir hier eine gewisse Lebendigkeit. Trotz allem ist die Themenwahl ausgesprochen interessant, ist die Bedeutung familiärer und freundschaftlicher Beziehungen sehr gut dargestellt.
Birdie erzählt aus ihrer Sicht in der Ich-Form, auch Jimmys Blickwinkel wird in etlichen Kapiteln eingenommen. Da der Lebensweg mancher Figuren recht ähnlich verläuft und zudem immer wieder in die Vergangenheit geschwenkt wird, wirkt der Handlungsverlauf zuweilen etwas verwirrend, nicht immer ist zu Beginn einer Szene klar, um wen es gerade geht. Den durchaus interessanten Einblicken in die Persönlichkeitsentwicklung stehen düstere Schauplätze im Gefängnis entgegen, ebenso wie verstörende Ereignisse im Laufe so mancher skizzierter Kindheit. Hat nicht jedes Kind ein Recht auf Liebe, steckt nicht in jedem Verbrecher ein guter Kern? Wodurch wird ein Mensch zum Mörder? Warum wachsen auch Kinder ohne leibliche Eltern meist zu friedvollen Erwachsenen heran? Viele Fragen werden aufgeworfen, einige davon auch beantwortet, das unerwartete Ende wirkt dann durchaus stimmig.
Eine durchwegs düstere Atmosphäre beherrscht diesen Roman, im Vergleich zu Stonex‘ „Die Leuchtturmwärter“ fehlt mir hier eine gewisse Lebendigkeit. Trotz allem ist die Themenwahl ausgesprochen interessant, ist die Bedeutung familiärer und freundschaftlicher Beziehungen sehr gut dargestellt.
von clematis - 2026-06-25 08:14:00
Autor: Silvia Trippolt
Hinter Masken - 4 Sterne
Der Verlobte sitzt hinter Gittern, gleichzeitig hat Linda Wohnung und Job verloren. Kurzerhand setzt sie sich in Graz in ihren Fiat Panda und steigt aufs Gas. Irgendwo im Wald in Istrien ist dann plötzlich das Benzin aus und ein mürrischer Trüffelsucher hält sie für eine betrunkene Verrückte.
Humorvoll beginnt diese Geschichte, die Sachen zum Lachen ebenso für ihre Leser bereithält wie tiefgründigere Problemfelder, welche sich im Laufe des Geschehens offenbaren. Klar ist jedenfalls, dass nicht alle so glücklich sind, wie es auf den ersten Blick scheint, ein „jeder Mensch trägt eine Maske“ [kindle, Pos. 3487], so die Pensionsbesitzerin Daria. Zwischen lustigen Szenen, etwa in Mateas Boutique, engen Gässchen in Rovinj und dem Rauschen des Meeres lernen wir die einzelnen Figuren besser kennen, mit liebevollen Details wird das typische Flair Istriens hervorgehoben. Dackel Pino ist ein weiterer Pluspunkt, löst er doch immer wieder unterhaltsame Ereignisse aus. Die Emotionen könnten vielleicht noch spürbarer sein, die Liebesgeschichte mehr knistern, die letzte Szene am Meer gleicht aber vieles wieder aus und auch das Ende kommt recht stimmig daher.
Ein Roman zum Wohlfühlen, eine Atmosphäre wie im Urlaub und einige tiefgreifende Gedanken – ein gelungener Mix für vergnügliche Lesestunden und Neugierde auf Mehr.
Humorvoll beginnt diese Geschichte, die Sachen zum Lachen ebenso für ihre Leser bereithält wie tiefgründigere Problemfelder, welche sich im Laufe des Geschehens offenbaren. Klar ist jedenfalls, dass nicht alle so glücklich sind, wie es auf den ersten Blick scheint, ein „jeder Mensch trägt eine Maske“ [kindle, Pos. 3487], so die Pensionsbesitzerin Daria. Zwischen lustigen Szenen, etwa in Mateas Boutique, engen Gässchen in Rovinj und dem Rauschen des Meeres lernen wir die einzelnen Figuren besser kennen, mit liebevollen Details wird das typische Flair Istriens hervorgehoben. Dackel Pino ist ein weiterer Pluspunkt, löst er doch immer wieder unterhaltsame Ereignisse aus. Die Emotionen könnten vielleicht noch spürbarer sein, die Liebesgeschichte mehr knistern, die letzte Szene am Meer gleicht aber vieles wieder aus und auch das Ende kommt recht stimmig daher.
Ein Roman zum Wohlfühlen, eine Atmosphäre wie im Urlaub und einige tiefgreifende Gedanken – ein gelungener Mix für vergnügliche Lesestunden und Neugierde auf Mehr.
von clematis - 2026-06-22 22:53:00
Autor: Caroline Seibt
Unter Verdacht - 4 Sterne
Juliane, meist nur Juli genannt, ist verschwunden, bald gehen Familie und Polizei von einem Verbrechen aus, unter Verdacht gerät ausgerechnet der eigene Vater. Während dieser also im Gefängnis auf die Anklage wartet und die Mutter in einer schweren Depression versinkt, bleibt es an Julis jüngerer Schwester Anna hängen, sich um den kleinen Bruder Leon zu kümmern. Gleichzeitig begibt sie sich alleine auf die Suche nach der Wahrheit.
Kurze Kapitel und wechselnde Blickwinkel prägen die Geschichte rund um die verschollenen Juli, erzählt wird jeweils aus der Ich-Perspektive, wodurch man stets sehr subjektive Einschätzungen der jeweiligen Situationen bekommt. Die oft mit ungeklärten Fragen endenden Szenen steigern die Spannung, auch wenn diese keine Gänsehautmomente hervorruft, die Neugierde ist dennoch geweckt und ich möchte als Leserin unbedingt erfahren, was sich zuvor wirklich ereignet hat. Fährten gibt es viele, Motive ebenfalls, und dennoch kommen bis zum Schluss neue denkbare Varianten hinzu.
Sowohl Annas als auch Katharinas Handeln kann man aufgrund der detaillierten Beschreibungen gut nachvollziehen, manche Einzelheiten wiederum bleiben ein wenig im Nebel zurück und man kann sich nur selber zusammenreimen, was an dieser oder jener Stelle genau passiert sein mag. Nichtsdestotrotz wartet das Ende für mich mit einer gelungenen Lösung auf, der Epilog fasst wesentliche Entwicklungen gut zusammen.
Weil sie lügt bietet einen guten, wenn auch nicht extrem hohen, Spannungsbogen und steigert sich im letzten Drittel noch einmal deutlich, sodass ich gerne vier Sterne vergebe.
Kurze Kapitel und wechselnde Blickwinkel prägen die Geschichte rund um die verschollenen Juli, erzählt wird jeweils aus der Ich-Perspektive, wodurch man stets sehr subjektive Einschätzungen der jeweiligen Situationen bekommt. Die oft mit ungeklärten Fragen endenden Szenen steigern die Spannung, auch wenn diese keine Gänsehautmomente hervorruft, die Neugierde ist dennoch geweckt und ich möchte als Leserin unbedingt erfahren, was sich zuvor wirklich ereignet hat. Fährten gibt es viele, Motive ebenfalls, und dennoch kommen bis zum Schluss neue denkbare Varianten hinzu.
Sowohl Annas als auch Katharinas Handeln kann man aufgrund der detaillierten Beschreibungen gut nachvollziehen, manche Einzelheiten wiederum bleiben ein wenig im Nebel zurück und man kann sich nur selber zusammenreimen, was an dieser oder jener Stelle genau passiert sein mag. Nichtsdestotrotz wartet das Ende für mich mit einer gelungenen Lösung auf, der Epilog fasst wesentliche Entwicklungen gut zusammen.
Weil sie lügt bietet einen guten, wenn auch nicht extrem hohen, Spannungsbogen und steigert sich im letzten Drittel noch einmal deutlich, sodass ich gerne vier Sterne vergebe.
von clematis - 2026-06-21 15:04:00
Autor: Eva Almstädt
Silberne Konfirmation - 3 Sterne
Zur Silbernen Konfirmationsfeier wird in Estherwieck geladen, kurz darauf ist der Pastor tot. Er galt als sehr zurückgezogen seit dem Tod seiner Frau, ist gerne allein im Watt spazieren gegangen. Ist er vielleicht aus Unachtsamkeit frühmorgens vom Weg abgekommen? Hat ihn ein Priel überrascht? Oder war es am Ende gar kein Unfall sondern Mord?
Viele Fragen stellt man sich seitens der Polizei, noch mehr Rätsel werden aufgeworfen, als eine der ehemaligen Konfirmandinnen im Sand vergraben aufgefunden wird. Der Journalist Niklas John gerät ins Visier der Ermittler und sucht Hilfe bei Anwältin Fentje Jacobsen, obwohl diese im Moment gar nicht gut auf ihn zu sprechen ist. Ein verstörender Fall, bei dem erst recht spät die zu erwartende Spannung aufkommt, auch die Hintergründe zur Tat scheinen ziemlich an den Haaren herbeigezogen zu sein. Dennoch ist es natürlich für Kenner der Serie schön, alte Bekannte wiederzutreffen und dem „ewigen Geplänkel“ zwischen Fentje und Niklas zuzusehen. Auch Katze Blofeld wird ihr angestammter Platz eingeräumt, sodass der neue Tierarzt Otto von Venen ins Spiel kommen kann, während man Großmutter und ihre Süßspeisen diesmal nicht so sehr in den Vordergrund rückt.
Es sind also die realistisch gezeichneten Figuren rund um Fentje und Niklas, welche die Handlung tragen, auch der angenehm dahinfließende Schreibstil Almstädts und die Atmosphäre an der Nordsee gefallen mir immer wieder. Trotz einiger Kritikpunkte bin ich natürlich neugierig, welche Fälle hier künftig aufzuklären sind.
Viele Fragen stellt man sich seitens der Polizei, noch mehr Rätsel werden aufgeworfen, als eine der ehemaligen Konfirmandinnen im Sand vergraben aufgefunden wird. Der Journalist Niklas John gerät ins Visier der Ermittler und sucht Hilfe bei Anwältin Fentje Jacobsen, obwohl diese im Moment gar nicht gut auf ihn zu sprechen ist. Ein verstörender Fall, bei dem erst recht spät die zu erwartende Spannung aufkommt, auch die Hintergründe zur Tat scheinen ziemlich an den Haaren herbeigezogen zu sein. Dennoch ist es natürlich für Kenner der Serie schön, alte Bekannte wiederzutreffen und dem „ewigen Geplänkel“ zwischen Fentje und Niklas zuzusehen. Auch Katze Blofeld wird ihr angestammter Platz eingeräumt, sodass der neue Tierarzt Otto von Venen ins Spiel kommen kann, während man Großmutter und ihre Süßspeisen diesmal nicht so sehr in den Vordergrund rückt.
Es sind also die realistisch gezeichneten Figuren rund um Fentje und Niklas, welche die Handlung tragen, auch der angenehm dahinfließende Schreibstil Almstädts und die Atmosphäre an der Nordsee gefallen mir immer wieder. Trotz einiger Kritikpunkte bin ich natürlich neugierig, welche Fälle hier künftig aufzuklären sind.
von clematis - 2026-06-21 14:49:00
Autor: Sarah Lark
Der weite Weg zu Gold und Glück - 5 Sterne
Die adelige Vivian lässt sich von der Abenteuerlust des Stallmeisters Ross anstecken und bucht mit dem weit unter ihrem Stand stehenden jungen Mann kurzerhand eine Schiffspassage von England nach Kanada, um ihr Glück auf den verheißungsvollen Goldfeldern zu suchen. Dass der Weg weiter und sehr viel beschwerlicher ist als gedacht, stellt sich natürlich erst auf der Reise heraus.
In zwei großen Handlungssträngen, welche im Laufe der Kapitel zusammengeführt werden, erzählt Sarah Lark auf beeindruckende Weise, wie es den Auswanderern und Abenteurern um 1860 wohl ergangen sein mag. Besonders beeindruckend ist die Tatsache, dass einigen Figuren im Buch historisch belegte Personen als Vorbild gedient haben und viele wahre Begebenheiten in die fiktive Handlung miteingeflossen sind. Zudem sind es die wunderbaren Landschaftsbeschreibungen und die vielen kleinen Details zum Land und zur indigenen Bevölkerung, welche dem Roman seine Lebendigkeit und Authentizität verleihen. Einer – für mich – unvorstellbaren Reise folgt eine aufregende Zeit des Goldschürfens, welche jedoch ernüchternd ist aufgrund des geringen Ertrages und der schwierigen Lebensumstände weitab der gewohnten Zivilisation. Weitere interessante Themen bereichern die Geschichte, seien es Tanz und Theater, Pferde und Wettrennen und natürlich die Beweggründe, welche überhaupt erst den Goldrausch ausgelöst haben.
Epische 600 Seiten, welche die Zeit im Nu verstreichen lassen, begeistern durch bildhafte Beschreibungen, bestens charakterisierte Personen und eingehende Recherche, sodass das Lesen dieses Romans zum wahren Vergnügen wird. Wann folgt Band 2 der Kanada-Dilogie?
In zwei großen Handlungssträngen, welche im Laufe der Kapitel zusammengeführt werden, erzählt Sarah Lark auf beeindruckende Weise, wie es den Auswanderern und Abenteurern um 1860 wohl ergangen sein mag. Besonders beeindruckend ist die Tatsache, dass einigen Figuren im Buch historisch belegte Personen als Vorbild gedient haben und viele wahre Begebenheiten in die fiktive Handlung miteingeflossen sind. Zudem sind es die wunderbaren Landschaftsbeschreibungen und die vielen kleinen Details zum Land und zur indigenen Bevölkerung, welche dem Roman seine Lebendigkeit und Authentizität verleihen. Einer – für mich – unvorstellbaren Reise folgt eine aufregende Zeit des Goldschürfens, welche jedoch ernüchternd ist aufgrund des geringen Ertrages und der schwierigen Lebensumstände weitab der gewohnten Zivilisation. Weitere interessante Themen bereichern die Geschichte, seien es Tanz und Theater, Pferde und Wettrennen und natürlich die Beweggründe, welche überhaupt erst den Goldrausch ausgelöst haben.
Epische 600 Seiten, welche die Zeit im Nu verstreichen lassen, begeistern durch bildhafte Beschreibungen, bestens charakterisierte Personen und eingehende Recherche, sodass das Lesen dieses Romans zum wahren Vergnügen wird. Wann folgt Band 2 der Kanada-Dilogie?
von clematis - 2026-06-18 17:48:00
Autor: Cynthia Ellingsen
Schatten der Vergangenheit - 4 Sterne
Vor siebzig Jahren ist Evie nach Chicago ausgewandert, nun, mit 93 Jahren, will sie noch einmal in ihre alte Heimat Irland zurückkehren. Welche Geheimnisse, welche Schatten der Vergangenheit werden Evie und ihre Enkelin Rainey hier erwarten?
Auf spannenden zwei Zeitebenen wird diese durchaus bewegende Geschichte erzählt, wobei der Klappentext freundlicherweise sehr wenig preisgibt und somit die Richtung der Handlung lange offen bleibt. Für mich hat es ein wenig gedauert, bis ich einen Zugang zu Evie und ihrer ziemlich unnahbaren Freundin Harding gefunden habe, erst in der zweiten Hälfte des Romans sind spürbare Emotionen übergesprungen. Die Verquickung der unterschiedlichen Zeiten (1945-1952 und heute) gelingt mühelos, der Wechsel bietet kurzweilige Unterhaltung.
Ellingsen zeichnet gut vorstellbare Charaktere und schildert das Geschehen bildhaft, auch das langsame Annähern an längst zurückliegende Ereignisse passt gut in den Aufbau der Handlung, welche auch einige Details der irischen Geschichte nach dem 2. Weltkrieg bereithält. Logisch werden alle losen Fäden am Ende miteinander verknüpft und bieten einen realistischen Abschluss.
Höhen und Tiefen eines langen Lebens begegnen uns in diesem Roman, der vermutlich eher jenen Lesern gefallen wird, die auch mit schwermütigen Szenen umgehen können. Von mir gibt es 4 Sterne.
Auf spannenden zwei Zeitebenen wird diese durchaus bewegende Geschichte erzählt, wobei der Klappentext freundlicherweise sehr wenig preisgibt und somit die Richtung der Handlung lange offen bleibt. Für mich hat es ein wenig gedauert, bis ich einen Zugang zu Evie und ihrer ziemlich unnahbaren Freundin Harding gefunden habe, erst in der zweiten Hälfte des Romans sind spürbare Emotionen übergesprungen. Die Verquickung der unterschiedlichen Zeiten (1945-1952 und heute) gelingt mühelos, der Wechsel bietet kurzweilige Unterhaltung.
Ellingsen zeichnet gut vorstellbare Charaktere und schildert das Geschehen bildhaft, auch das langsame Annähern an längst zurückliegende Ereignisse passt gut in den Aufbau der Handlung, welche auch einige Details der irischen Geschichte nach dem 2. Weltkrieg bereithält. Logisch werden alle losen Fäden am Ende miteinander verknüpft und bieten einen realistischen Abschluss.
Höhen und Tiefen eines langen Lebens begegnen uns in diesem Roman, der vermutlich eher jenen Lesern gefallen wird, die auch mit schwermütigen Szenen umgehen können. Von mir gibt es 4 Sterne.
von clematis - 2026-06-14 21:25:00
Autor: Melanie Metzenthin
Dinge zum Abschluss bringen - 5 Sterne
Nach der Hochzeitsreise nach New York und dem Besuch von Tante Gloria und Onkel Rudi widmet sich Renate Studt wieder ganz ihren Patienten in der psychiatrischen Klinik am Ochsengrund und kann sogleich ihre neuen Erkenntnisse nutzen. Allerdings gefällt das dem eingesessenen Oberarzt Dr. Kleinschmidt ganz und gar nicht, weshalb er abermals mit hässlichen Machtspielchen daherkommt. Renate überlegt, in Amerika von vorne zu beginnen, entsinnt sich aber dann doch, die Dinge in Deutschland ordentlich zu Abschluss zu bringen.
Ein Ausflug nach New York leitet diesen dritten Band rund um die entschlossene Psychiaterin Dr. Renate Studt ein, um dann wieder in die Heimat Hamburg zurückzukehren. Der Zeitgeist und die gesellschaftspolitischen Umstände sind dank Metztenthins akribischer Recherche bestens dargestellt und durch viele Einzelheiten im Text spürbar, die Schwierigkeiten, mit welchen einige Figuren zu kämpfen haben, durchaus realistischen Schicksalen nachempfunden. Geschickt verwebt die Autorin Fiktives mit historischen Tatsachen und spannenden medizinischen Details, und das stets so, dass auch Laien mühelos verstehen, worum es geht. Wer die sympathische Hauptfigur und deren Wegbegleiter bereits kennt, freut sich über die weitere gemeinsame Zeit, aber auch für Neueinsteiger gibt es genug Informationen, um der Handlung gut folgen zu können. So stellt sich am Ende nur noch die Frage, ob das denn nun ein Abschluss ist oder Renate irgendwann wiederkehren wird.
Ein sehr schön zu lesender Band 3 dieser Reihe, der den Kampf für Recht und Gerechtigkeit gut widerspiegelt und die Zeit der 1960er-Jahre lebendig werden lässt. Empfehlung!
Ein Ausflug nach New York leitet diesen dritten Band rund um die entschlossene Psychiaterin Dr. Renate Studt ein, um dann wieder in die Heimat Hamburg zurückzukehren. Der Zeitgeist und die gesellschaftspolitischen Umstände sind dank Metztenthins akribischer Recherche bestens dargestellt und durch viele Einzelheiten im Text spürbar, die Schwierigkeiten, mit welchen einige Figuren zu kämpfen haben, durchaus realistischen Schicksalen nachempfunden. Geschickt verwebt die Autorin Fiktives mit historischen Tatsachen und spannenden medizinischen Details, und das stets so, dass auch Laien mühelos verstehen, worum es geht. Wer die sympathische Hauptfigur und deren Wegbegleiter bereits kennt, freut sich über die weitere gemeinsame Zeit, aber auch für Neueinsteiger gibt es genug Informationen, um der Handlung gut folgen zu können. So stellt sich am Ende nur noch die Frage, ob das denn nun ein Abschluss ist oder Renate irgendwann wiederkehren wird.
Ein sehr schön zu lesender Band 3 dieser Reihe, der den Kampf für Recht und Gerechtigkeit gut widerspiegelt und die Zeit der 1960er-Jahre lebendig werden lässt. Empfehlung!
von clematis - 2026-06-14 15:12:00
Autor: Marie Bernstein
Herzried - 3 Sterne
Die letzte (inhabergeführte) Buchhandlung im schweizerischen Herzried steht vor dem Aus, nachdem schon zwei Kettenfilialen geschlossen haben. Als letzten Ausweg sieht Mitarbeiterin Aurora – von Freunden Ro genannt – ein großes Bücherfestival, um Gäste und Leser anzulocken. Leider stößt sie damit nicht nur auf Wohlwollen im Ort, insbesondere der Bürgermeister ist mehr als skeptisch.
Aus Sicht der 27jährigen Aurora erleben wir die Handlung im Roman rund um die Planung der Festivitäten, welche den kleinen Bücherladen im letzten Moment retten sollen. Gemeinsam mit ihren beiden engsten Freundinnen und ihrem Kollegen Christian sammelt sie Ideen, welche recht schnell in die Tat umgesetzt werden müssen. Wäre im Buch das Alter der Protagonistin nicht genannt, hätte ich sie zehn Jahre jünger eingeschätzt, so wie sie sich verhält. Ihre Naivität und die nicht ganz glaubwürdige Lösung sämtlicher Probleme, welche im Vorfeld natürlich zwangsläufig auftreten, spielen da eine ähnlich große Rolle wie die recht oberflächliche Liebesgeschichte, die ruhig mehr Knistern und Emotion vertragen hätten. Die Freundschaft zwischen den jungen Frauen und deren Unerschütterlichkeit hingegen sind Pluspunkte, die Buchhandlung als Ausgangspunkt des Geschehens und der Einsatz für dessen Erhalt gleichen die genannten Defizite zumindest teilweise aus. Zudem gibt es am Ende eine deutliche Entwicklung der Charaktere, was ebenfalls positiv stimmt.
Fazit: ein lockerer Sommerroman, den man gemütlich zum Abschalten lesen kann.
Aus Sicht der 27jährigen Aurora erleben wir die Handlung im Roman rund um die Planung der Festivitäten, welche den kleinen Bücherladen im letzten Moment retten sollen. Gemeinsam mit ihren beiden engsten Freundinnen und ihrem Kollegen Christian sammelt sie Ideen, welche recht schnell in die Tat umgesetzt werden müssen. Wäre im Buch das Alter der Protagonistin nicht genannt, hätte ich sie zehn Jahre jünger eingeschätzt, so wie sie sich verhält. Ihre Naivität und die nicht ganz glaubwürdige Lösung sämtlicher Probleme, welche im Vorfeld natürlich zwangsläufig auftreten, spielen da eine ähnlich große Rolle wie die recht oberflächliche Liebesgeschichte, die ruhig mehr Knistern und Emotion vertragen hätten. Die Freundschaft zwischen den jungen Frauen und deren Unerschütterlichkeit hingegen sind Pluspunkte, die Buchhandlung als Ausgangspunkt des Geschehens und der Einsatz für dessen Erhalt gleichen die genannten Defizite zumindest teilweise aus. Zudem gibt es am Ende eine deutliche Entwicklung der Charaktere, was ebenfalls positiv stimmt.
Fazit: ein lockerer Sommerroman, den man gemütlich zum Abschalten lesen kann.
von clematis - 2026-06-13 16:42:00
Autor: Eva-Maria Silber; Kirsten Wilczek
Teuflischer Veilchendienstag - 5 Sterne
Teuflische, weil vergiftete Bonbons, sind in Köln im Umlauf, die Manhardt´sche Konditorei & Süßwarenladen gerät ins Visier der Ermittler, nachdem am Veilchendienstag ein Kind zu Tode gekommen ist. Alsbald schwören sich Zeugen auf eine elegante Dame ein, sich verdächtig gemacht zu haben, weshalb sich ebendiese Person nun vor Gericht befindet. Mangels eines klaren Motivs tut sich Generalprocurator Grandjean mit seiner Anklage genauso schwer wie der gewiefte Rechtsanwalt Dr. Venedey und sein erst kürzlich zum Advokaten ernannte Kollege Bas Sello mit ihrer Verteidigung, da einfach vieles auf die Schuldhaftigkeit ihrer Mandantin hindeutet.
Großartige Recherche und etliche historisch verbürgte Personen als Vorbilder für die Figuren im Roman lassen auch diesen zweiten Band der vorliegenden Krimireihe zu einem wahren Lesevergnügen werden. Die Zeit der 1848er-Revolution in Köln wird so lebendig dargestellt, dass man nicht anders kann, als sich von Sog mitreißen zu lassen, die Charaktere tun ihr Übriges, um den Leser in Atem zu halten, egal, ob es sich um deren beruflichen Alltag als Ermittler oder Verteidiger handelt oder um ihre privaten Angelegenheiten. Als besondere Dreingabe basiert auch dieser Fall auf einem True Crime, welchen die beiden Autorinnen, ihres Zeichens Anwältinnen, bestens in Szene gesetzt haben. Besonders die authentische Darstellung der Verhandlung, aber auch die Vorgeschichte, ist fesselnd in eloquente Worte gefasst, das breite Kölsch, welches natürlich häufig gesprochen wird, wird weitgehend im Handlungsverlauf ins Hochdeutsche übersetzt, sodass man auch als ortsfremder Leser recht gut zurechtkommt und dennoch die vorherrschende Atmosphäre durch und durch spüren kann. Wie die Geschworenen über die kecke Inculpatin (Angeklagte) Christine Edmund wohl urteilen werden?
Vor dem politischen Hintergrund mit Demonstrationen für Freiheit, Wahlrecht und soziale Absicherung, der detaillierten Betrachtung der apothekerlichen Arbeit mit winzigen Maßeinheiten wie Gran und Lot und der anschaulichen Darstellung eines damaligen Gerichtsprozesses lässt auch Band zwei dieser meisterlichen Krimiserie keine Wünsche offen – außer vielleicht, dass es in Bälde eine Fortsetzung geben wird.
Großartige Recherche und etliche historisch verbürgte Personen als Vorbilder für die Figuren im Roman lassen auch diesen zweiten Band der vorliegenden Krimireihe zu einem wahren Lesevergnügen werden. Die Zeit der 1848er-Revolution in Köln wird so lebendig dargestellt, dass man nicht anders kann, als sich von Sog mitreißen zu lassen, die Charaktere tun ihr Übriges, um den Leser in Atem zu halten, egal, ob es sich um deren beruflichen Alltag als Ermittler oder Verteidiger handelt oder um ihre privaten Angelegenheiten. Als besondere Dreingabe basiert auch dieser Fall auf einem True Crime, welchen die beiden Autorinnen, ihres Zeichens Anwältinnen, bestens in Szene gesetzt haben. Besonders die authentische Darstellung der Verhandlung, aber auch die Vorgeschichte, ist fesselnd in eloquente Worte gefasst, das breite Kölsch, welches natürlich häufig gesprochen wird, wird weitgehend im Handlungsverlauf ins Hochdeutsche übersetzt, sodass man auch als ortsfremder Leser recht gut zurechtkommt und dennoch die vorherrschende Atmosphäre durch und durch spüren kann. Wie die Geschworenen über die kecke Inculpatin (Angeklagte) Christine Edmund wohl urteilen werden?
Vor dem politischen Hintergrund mit Demonstrationen für Freiheit, Wahlrecht und soziale Absicherung, der detaillierten Betrachtung der apothekerlichen Arbeit mit winzigen Maßeinheiten wie Gran und Lot und der anschaulichen Darstellung eines damaligen Gerichtsprozesses lässt auch Band zwei dieser meisterlichen Krimiserie keine Wünsche offen – außer vielleicht, dass es in Bälde eine Fortsetzung geben wird.
von clematis - 2026-06-13 09:42:00











