Rezensionen
Rezensionen von Rinoa
Autor: Vera Zischke
Voller Menschlichkeit und Wärme - 5 Sterne
Was für ein wunderbares Buch! Schon von der ersten Seite haben mich die Geschichte und der schnörkellose Schreibstil gefangen genommen.
Die Autorin schafft es, so viel Gefühl und Wärme hineinzulegen, ohne dabei auch nur annähernd ins Kitschige oder Triviale abzugleiten.
Jeder der wirklich sehr unterschiedlichen Charaktere ist so wunderbar gezeichnet, mit allen Schwächen, Zweifeln, Unzulänglichkeiten und inneren Kämpfen, aber auch mit (zum Teil neuentdeckten) Stärken und ganz viel Empathie.
Dass bei dem Versuch, sich um Leo zu kümmern, nicht alles glatt läuft und es auch Rückschläge gibt, macht es für mich nur umso realistischer und menschlicher.
Dies ist kein Heile-Welt- oder Alles-Wird-Gut-Roman. Es ist die Geschichte von Menschen, die über sich hinauswachsen, Dinge tun, die sie selbst nicht (mehr) für möglich gehalten haben und dafür umso mehr zurückbekommen.
Und auch, wenn das Haus und die Gemeinschaft in der Hansastraße nur Fiktion sind, geben sie doch Hoffnung und für mich die Botschaft, über den Tellerrand zu schauen, besser hinzuschauen, nicht nur nebeneinander her, sondern miteinander zu leben.
Ich bin immer noch ganz begeistert und muss meinerseits aufpassen, hier nicht kitschig zu werden. Ich kann das Buch wirklich jedem ans Herz legen, für mich ist es ein Juwel und die Autorin eine absolute Entdeckung.
Die Autorin schafft es, so viel Gefühl und Wärme hineinzulegen, ohne dabei auch nur annähernd ins Kitschige oder Triviale abzugleiten.
Jeder der wirklich sehr unterschiedlichen Charaktere ist so wunderbar gezeichnet, mit allen Schwächen, Zweifeln, Unzulänglichkeiten und inneren Kämpfen, aber auch mit (zum Teil neuentdeckten) Stärken und ganz viel Empathie.
Dass bei dem Versuch, sich um Leo zu kümmern, nicht alles glatt läuft und es auch Rückschläge gibt, macht es für mich nur umso realistischer und menschlicher.
Dies ist kein Heile-Welt- oder Alles-Wird-Gut-Roman. Es ist die Geschichte von Menschen, die über sich hinauswachsen, Dinge tun, die sie selbst nicht (mehr) für möglich gehalten haben und dafür umso mehr zurückbekommen.
Und auch, wenn das Haus und die Gemeinschaft in der Hansastraße nur Fiktion sind, geben sie doch Hoffnung und für mich die Botschaft, über den Tellerrand zu schauen, besser hinzuschauen, nicht nur nebeneinander her, sondern miteinander zu leben.
Ich bin immer noch ganz begeistert und muss meinerseits aufpassen, hier nicht kitschig zu werden. Ich kann das Buch wirklich jedem ans Herz legen, für mich ist es ein Juwel und die Autorin eine absolute Entdeckung.
von Rinoa - 2026-06-25 14:40:00
Autor: Maxim Leo
Unterhaltsam, aber nicht mehr - 4 Sterne
Der Einstieg hat mir super gefallen und ich war gleich mittendrin in der Geschichte. Ich mochte den Schreibstil und das überspitzt und auch klischeehaft Gezeichnete. Die wirklich sehr verkopfte Marlene und der eher spirituelle Alex, selbst gerade auf der Suche nach dem Sinn, das versprach eine explosive Mischung.
Doch leider verpuffte diese ziemlich schnell und das Ganze wurde doch recht handzahm. Was an sich gar nicht so schlimm gewesen wäre, allerdings kratzte es für meinen Geschmack zu sehr nur an der Oberfläche. Da hätte ich schon mehr Tiefe erwartet und mir auch gewünscht, wie es der Thematik entsprochen hätte.
Vielleicht war das Buch dafür aber auch zu kurz, vielleicht war das nicht die Intention des Autors (für mich war es das erste Buch von ihm). Mir ging Marlenes Verwandlung jedenfalls ein wenig zu schnell und zu leicht vonstatten und auch die anderen Nebengeschichten werden recht flott abgehandelt.
Trotzdem war die Geschichte unterhaltsam und kurzweilig, ich mochte die Sprache und habe sie gern gelesen. Ob sie allerdings noch länger in mir nachhallen wird, kann ich mir eher nicht vorstellen.
Doch leider verpuffte diese ziemlich schnell und das Ganze wurde doch recht handzahm. Was an sich gar nicht so schlimm gewesen wäre, allerdings kratzte es für meinen Geschmack zu sehr nur an der Oberfläche. Da hätte ich schon mehr Tiefe erwartet und mir auch gewünscht, wie es der Thematik entsprochen hätte.
Vielleicht war das Buch dafür aber auch zu kurz, vielleicht war das nicht die Intention des Autors (für mich war es das erste Buch von ihm). Mir ging Marlenes Verwandlung jedenfalls ein wenig zu schnell und zu leicht vonstatten und auch die anderen Nebengeschichten werden recht flott abgehandelt.
Trotzdem war die Geschichte unterhaltsam und kurzweilig, ich mochte die Sprache und habe sie gern gelesen. Ob sie allerdings noch länger in mir nachhallen wird, kann ich mir eher nicht vorstellen.
von Rinoa - 2026-06-12 11:45:00
Autor: Thomas Knüwer
Ein etwas anderer Krimi - 4 Sterne
Der Schreibstil hat mir gleich gut gefallen und auch, dass die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven erzählt wird. Die Handlungen laufen dabei relativ lange parallel, bis sie sich berühren, was auch einen Teil der Spannung ausmacht. Denn gerade zu Beginn habe ich mich öfter bei der Frage ertappt, wohin das eigentlich alles führen soll und wann es denn nun endlich losgeht - dabei war es schon längst losgegangen.
Die persönlichen Schicksale, die diese drei so unterschiedlichen Menschen an die verlassene Tankstelle führen, fand ich jeweils schon sehr krass und für meinen Geschmack auch etwas überzogen, aber vielleicht bin ich da auch zu naiv. Ich empfand die Fülle an schlimmen Dingen schon als etwas unrealistisch, anderseits, gäbe es diese Dinge nicht, würden sie wahrscheinlich auch nicht aus ihrem Leben fliehen wollen.
Dem Autor gelingt es jedenfalls hervorragend, Einblicke in die Leben von Joran, Charu und Edda zu zeigen und auch deren Trost- und vielleicht sogar Hoffnungslosigkeit zu beschreiben. Das hat mich wirklich berührt.
"Giftiger Grund" ist für mich durchaus ein besonderer und nicht alltäglicher Krimi, der viel von der Innenschau seiner Protagonisten lebt. Ich konnte mich sehr gut in ihre Gefühlswelt hineinversetzen, auch wenn ich sie manchmal auch gerne schütteln wollte, insbesondere Joran.
Insgesamt hat mir das Buch wirklich gut gefallen und ich werde mir den Autoren auf jeden Fall merken.
Die persönlichen Schicksale, die diese drei so unterschiedlichen Menschen an die verlassene Tankstelle führen, fand ich jeweils schon sehr krass und für meinen Geschmack auch etwas überzogen, aber vielleicht bin ich da auch zu naiv. Ich empfand die Fülle an schlimmen Dingen schon als etwas unrealistisch, anderseits, gäbe es diese Dinge nicht, würden sie wahrscheinlich auch nicht aus ihrem Leben fliehen wollen.
Dem Autor gelingt es jedenfalls hervorragend, Einblicke in die Leben von Joran, Charu und Edda zu zeigen und auch deren Trost- und vielleicht sogar Hoffnungslosigkeit zu beschreiben. Das hat mich wirklich berührt.
"Giftiger Grund" ist für mich durchaus ein besonderer und nicht alltäglicher Krimi, der viel von der Innenschau seiner Protagonisten lebt. Ich konnte mich sehr gut in ihre Gefühlswelt hineinversetzen, auch wenn ich sie manchmal auch gerne schütteln wollte, insbesondere Joran.
Insgesamt hat mir das Buch wirklich gut gefallen und ich werde mir den Autoren auf jeden Fall merken.
von Rinoa - 2026-06-02 16:46:00
Autor: Clara Blais
Doppelter Pageturner - 5 Sterne
Ich muss gestehen, dass mich „Liars all around me“ auf jeden Fall überrascht hat und definitiv anders war, als ich zunächst dachte. Erwartet hatte ich eine eher oberflächliche Geschichte, einen High-School-Thriller mit ein wenig Romantik gespickt und zu Beginn sah es auch ganz danach aus.
Der Schreibstil hat mir gut gefallen und ließ sich angenehm lesen, wenn ich ihn auch etwas einfach und den Anfang allgemein so ein wenig übertrieben oder besser gesagt recht konstruiert fand.
Erzählt wird abwechselnd aus Sicht von Avery und Ryle, das mag ich sowieso immer gern, weil man dadurch zum einen einen guten Einblick in die Gefühls- und Gedankenwelt bekommt und zum anderen durch die verschiedenen Perspektiven auch die Ereignisse differenzierter beleuchtet werden können.
Und obwohl ich eigentlich ein eingefleischter Krimi- und Thriller-Fan bin, hat mir die Annäherung zwischen Ryle und Avery wirklich sehr gut gefallen, was zunächst vor allem an Ryle lag, in den ich mich vielleicht selbst so ein bisschen verknallt habe, auch wenn meine Teenager-Zeit schon lange hinter mir liegt. Aber so gibt es was fürs Herz, aber auch jede Menge Spannung und diese Mischung fand ich wirklich toll.
Und auch meine Meinung zu Beginn musste ich revidieren, denn so oberflächlich und einfach gestrickt, wie ich zunächst dachte, ist es mitnichten. Stattdessen bekommt man Zugang zum Innersten der beiden Protagonisten und das geht schon ganz schön tief rein und ist vielschichtiger als erwartet.
Ich konnte also irgendwann einfach nicht mehr aufhören zu lesen, zum einen, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es mit Avery und Ryle weitergeht, zum anderen aber natürlich auch, weil ich hinter die Umstände von Sheilas Tod kommen wollte.
Das Ende war dann für mich nicht ganz überraschend, zumindest in weiten Teilen, aber die Autorin legt auch noch einige falsche Fährten und hält so die Spannung hoch.
Ich mochte das Buch wirklich sehr gerne und war fast ein wenig enttäuscht, als es vorbei war. Ich kann es uneingeschränkt weiterempfehlen.
Der Schreibstil hat mir gut gefallen und ließ sich angenehm lesen, wenn ich ihn auch etwas einfach und den Anfang allgemein so ein wenig übertrieben oder besser gesagt recht konstruiert fand.
Erzählt wird abwechselnd aus Sicht von Avery und Ryle, das mag ich sowieso immer gern, weil man dadurch zum einen einen guten Einblick in die Gefühls- und Gedankenwelt bekommt und zum anderen durch die verschiedenen Perspektiven auch die Ereignisse differenzierter beleuchtet werden können.
Und obwohl ich eigentlich ein eingefleischter Krimi- und Thriller-Fan bin, hat mir die Annäherung zwischen Ryle und Avery wirklich sehr gut gefallen, was zunächst vor allem an Ryle lag, in den ich mich vielleicht selbst so ein bisschen verknallt habe, auch wenn meine Teenager-Zeit schon lange hinter mir liegt. Aber so gibt es was fürs Herz, aber auch jede Menge Spannung und diese Mischung fand ich wirklich toll.
Und auch meine Meinung zu Beginn musste ich revidieren, denn so oberflächlich und einfach gestrickt, wie ich zunächst dachte, ist es mitnichten. Stattdessen bekommt man Zugang zum Innersten der beiden Protagonisten und das geht schon ganz schön tief rein und ist vielschichtiger als erwartet.
Ich konnte also irgendwann einfach nicht mehr aufhören zu lesen, zum einen, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es mit Avery und Ryle weitergeht, zum anderen aber natürlich auch, weil ich hinter die Umstände von Sheilas Tod kommen wollte.
Das Ende war dann für mich nicht ganz überraschend, zumindest in weiten Teilen, aber die Autorin legt auch noch einige falsche Fährten und hält so die Spannung hoch.
Ich mochte das Buch wirklich sehr gerne und war fast ein wenig enttäuscht, als es vorbei war. Ich kann es uneingeschränkt weiterempfehlen.
von Rinoa - 2026-05-26 17:43:00
Autor: Colin Walsh
Besonders - 5 Sterne
Für mich war der Einstieg etwas holprig, denn zu Beginn hat mir der Schreibstil gar nicht zugesagt. Das hat sich aber nach ein paar Kapiteln gelegt und dann wurde es richtig gut.
Erzählt wird abwechselnd aus Sicht von Mush, Helen und Joe, bei Letzterem in Du-Form, was durchaus nicht alltäglich und auch etwas gewöhnungsbedürftig war. So schafft er nicht nur eine Distanz zum Leser, sondern auch zu sich selbst, was ich als sehr passend empfand.
Innerhalb der Kapitel gibt es immer wieder Rückblenden in die Vergangenheit und insbesondere die Zeit vor Kalas Verschwinden, diese sind zwar nicht klar als solche gekennzeichnet, aber trotzdem gut zu erkennen und stimmig.
Sowieso fand ich den ganzen Aufbau der Geschichte richtig toll gemacht, man erfährt immer mehr Details auch von früher, ohne dass es irgendwie gezwungen wirkt oder ich das Gefühl hatte, mir werden aus Spannungsgründen Dinge nur angedeutet oder gar vorenthalten. Stattdessen lief der Erzählfluss ganz natürlich immer weiter.
Auch die Figuren fand ich toll und komplex gezeichnet, mit all ihren Fehlern und Schwächen, die viel auch von ihren eigenen Erfahrungen und Erlebnissen geprägt sind. Ich fand sie sehr nahbar, vielleicht nicht unbedingt sympathisch, zumindest nicht alle, konnte aber trotzdem sehr viel Verständnis für sie aufbringen.
Ich muss gestehen, dass „Kala“ ganz anders war, als ich erwartet habe und das meine ich absolut positiv. Das Buch ist voller Weisheit und Lebensklugheit, würde ich besonders schöne oder nachdenkenswerte Stellen in Büchern markieren, dieses wäre voll davon.
Ich habe jede Sekunde der Lektüre genossen und kann es wirklich nur wärmstens empfehlen.
Erzählt wird abwechselnd aus Sicht von Mush, Helen und Joe, bei Letzterem in Du-Form, was durchaus nicht alltäglich und auch etwas gewöhnungsbedürftig war. So schafft er nicht nur eine Distanz zum Leser, sondern auch zu sich selbst, was ich als sehr passend empfand.
Innerhalb der Kapitel gibt es immer wieder Rückblenden in die Vergangenheit und insbesondere die Zeit vor Kalas Verschwinden, diese sind zwar nicht klar als solche gekennzeichnet, aber trotzdem gut zu erkennen und stimmig.
Sowieso fand ich den ganzen Aufbau der Geschichte richtig toll gemacht, man erfährt immer mehr Details auch von früher, ohne dass es irgendwie gezwungen wirkt oder ich das Gefühl hatte, mir werden aus Spannungsgründen Dinge nur angedeutet oder gar vorenthalten. Stattdessen lief der Erzählfluss ganz natürlich immer weiter.
Auch die Figuren fand ich toll und komplex gezeichnet, mit all ihren Fehlern und Schwächen, die viel auch von ihren eigenen Erfahrungen und Erlebnissen geprägt sind. Ich fand sie sehr nahbar, vielleicht nicht unbedingt sympathisch, zumindest nicht alle, konnte aber trotzdem sehr viel Verständnis für sie aufbringen.
Ich muss gestehen, dass „Kala“ ganz anders war, als ich erwartet habe und das meine ich absolut positiv. Das Buch ist voller Weisheit und Lebensklugheit, würde ich besonders schöne oder nachdenkenswerte Stellen in Büchern markieren, dieses wäre voll davon.
Ich habe jede Sekunde der Lektüre genossen und kann es wirklich nur wärmstens empfehlen.
von Rinoa - 2026-05-25 17:23:00
Autor: Colin Hadler
Thriller + Romantik = große Unterhaltung - 5 Sterne
Puh, was für ein Buch. Es ist mein drittes von Colin Hadler, von daher dachte ich mir schon, dass es bestimmt ein rasanter Trip werden würde. Aber das hatte ich dann doch nicht erwartet.
Dabei ist der Beginn noch recht ruhig. Ich-Erzähler Robin ist überzeugt, dass der unnahbare Kian etwas mit dem Verschwinden seines besten Freundes zu tun hat und will ihn daten, um mehr herauszufinden. Das steht so auch im Klappentext, bis sich im Buch aber alles in diese Richtung sortiert hat, dauert es ein wenig.
Diverse Einschübe und Rückblenden sorgen für Spannung, zugegebenermaßen teilweise aber auch für Verwirrung und es gibt eine ordentliche Portion Spice.
Ein wenig ging mir Robin auf die Nerven, mit seinen sich doch recht oft wiederholenden Gedanken, andererseits war sein innerer Zwiespalt schon auch recht gut dargestellt.
Und irgendwann habe ich gar nicht mehr groß nachgedacht, sondern war mittendrin im erwarteten rasanten Trip, konnte überhaupt nicht mehr aufhören zu lesen, hatte zig mögliche Lösungen vor Augen und doch keine Ahnung, wie alles zusammenhängen könnte. Das war wirklich großartig gemacht. Am Ende vielleicht ein wenig zu viel des Guten, realistisch betrachtet, aber das war mir zu dem Zeitpunkt völlig egal (und ist es noch).
"Firewatch" wird als "romantic Suspense" beworben, was mich eigentlich eher abschrecken würde, wenn ich nicht den Autor bzw. seine vorherigen Bücher so mögen würde. Hier fand ich die Mischung aus Thriller und Liebesgeschichte aber wirklich richtig gelungen, es war gleichzeitig unglaublich spannend und dabei nicht weniger berührend, ich hätte gerne noch weitergelesen. Von mir gibt es ganz klar die volle Punktzahl!
Dabei ist der Beginn noch recht ruhig. Ich-Erzähler Robin ist überzeugt, dass der unnahbare Kian etwas mit dem Verschwinden seines besten Freundes zu tun hat und will ihn daten, um mehr herauszufinden. Das steht so auch im Klappentext, bis sich im Buch aber alles in diese Richtung sortiert hat, dauert es ein wenig.
Diverse Einschübe und Rückblenden sorgen für Spannung, zugegebenermaßen teilweise aber auch für Verwirrung und es gibt eine ordentliche Portion Spice.
Ein wenig ging mir Robin auf die Nerven, mit seinen sich doch recht oft wiederholenden Gedanken, andererseits war sein innerer Zwiespalt schon auch recht gut dargestellt.
Und irgendwann habe ich gar nicht mehr groß nachgedacht, sondern war mittendrin im erwarteten rasanten Trip, konnte überhaupt nicht mehr aufhören zu lesen, hatte zig mögliche Lösungen vor Augen und doch keine Ahnung, wie alles zusammenhängen könnte. Das war wirklich großartig gemacht. Am Ende vielleicht ein wenig zu viel des Guten, realistisch betrachtet, aber das war mir zu dem Zeitpunkt völlig egal (und ist es noch).
"Firewatch" wird als "romantic Suspense" beworben, was mich eigentlich eher abschrecken würde, wenn ich nicht den Autor bzw. seine vorherigen Bücher so mögen würde. Hier fand ich die Mischung aus Thriller und Liebesgeschichte aber wirklich richtig gelungen, es war gleichzeitig unglaublich spannend und dabei nicht weniger berührend, ich hätte gerne noch weitergelesen. Von mir gibt es ganz klar die volle Punktzahl!
von Rinoa - 2026-05-18 15:05:00
Autor: Camilla Sten
Nicht unbedingt neu, aber durchaus spannend - 4 Sterne
Destination-/Closed-Setting-Thriller, gerne auch gepaart mit Jungesellinnenabschiedspartys - wie hier - oder ähnlichem, sind mittlerweile keine Seltenheit auf dem Buchmarkt. Und auch, wenn ich dieses Untergenre sehr mag, sind die Möglichkeiten, eine spannende Geschichte zu erzählen, natürlich nicht unendlich.
Dann schleppt Ich-Erzählerin Tessa auch noch einen schlimmen Vorfall aus ihrer Vergangenheit mit sich herum, was natürlich eine gewisse Geheimniskrämerei erfordert, um die Spannung zu erhöhen (mir hier aber fast ein wenig zu sehr ausgereizt wurde).
Das ist natürlich überspitzt ausgedrückt und gar nicht so negativ gemeint, wie es sich vielleicht anhört. Ich hatte allerdings durchaus Mühe, in das Buch hineinzufinden, denn zur aktuellen Mädelstruppe der Bachelorette Party gesellen sich Rückblenden zu einer anderen Gruppe, die vor zehn Jahren spurlos verschwand und hier habe ich wirklich eine Weile gebraucht, bis ich die ganzen Namen richtig zuordnen konnte und musste immer wieder blättern.
Doch irgendwann und fast unmerklich hat es „Klick“ gemacht und ich konnte das Buch kaum noch aus der Hand legen, so spannend war es. Ich wurde regelrecht in die Geschichte hineingezogen, auch wenn das durchaus eine Weile gedauert hat.
Die Auflösung kam dann zwar nicht unbedingt total überraschend, war aber für mich insgesamt stimmig und rund. Wer spannende und gut konstruierte Thriller mag, dem kann ich Bachelorette Party auf jeden Fall empfehlen.
Dann schleppt Ich-Erzählerin Tessa auch noch einen schlimmen Vorfall aus ihrer Vergangenheit mit sich herum, was natürlich eine gewisse Geheimniskrämerei erfordert, um die Spannung zu erhöhen (mir hier aber fast ein wenig zu sehr ausgereizt wurde).
Das ist natürlich überspitzt ausgedrückt und gar nicht so negativ gemeint, wie es sich vielleicht anhört. Ich hatte allerdings durchaus Mühe, in das Buch hineinzufinden, denn zur aktuellen Mädelstruppe der Bachelorette Party gesellen sich Rückblenden zu einer anderen Gruppe, die vor zehn Jahren spurlos verschwand und hier habe ich wirklich eine Weile gebraucht, bis ich die ganzen Namen richtig zuordnen konnte und musste immer wieder blättern.
Doch irgendwann und fast unmerklich hat es „Klick“ gemacht und ich konnte das Buch kaum noch aus der Hand legen, so spannend war es. Ich wurde regelrecht in die Geschichte hineingezogen, auch wenn das durchaus eine Weile gedauert hat.
Die Auflösung kam dann zwar nicht unbedingt total überraschend, war aber für mich insgesamt stimmig und rund. Wer spannende und gut konstruierte Thriller mag, dem kann ich Bachelorette Party auf jeden Fall empfehlen.
von Rinoa - 2026-05-11 14:57:00
Autor: Josh Silver
Außerordentlich spannend und unterhaltsam - 5 Sterne
Auch wenn ich diese Zeit schon eine ganze Weile hinter mir gelassen habe, lese ich ab und an sehr gerne Jugendthriller oder Young Adult Thriller, wie es mittlerweile heißt. Und ich war auch gleich drin in der Geschichte, der Schreibstil ist sehr angenehm und gut zu lesen, auch wenn man natürlich merkt, dass die Zielgruppe eher jüngeren Alters ist. Aber das wusste ich ja vorher und fand ich auch überhaupt nicht schlimm.
In Sebs Gedanken und Gefühle, vor allem seine Unsicherheiten konnte ich mich trotzdem sehr gut hineinfühlen, auch wenn ich seine Zwischengedanken manchmal etwas anstrengend empfand, insbesondere für den Lesefluss.
Und dann entspinnt sich eine wahnsinnig spannende Geschichte, die vielleicht hier und da ein paar Logikschwächen oder offene Fragen aufwirft, was für mich aber überhaupt nicht störte, weil ich so hineingezogen wurde in die Geschehnisse, dass ich einfach nur immer weiter und weiter lesen wollte, ohne groß nachdenken zu können oder auch zu wollen.
Was mir abseits der wirklich spannenden Handlung auch sehr gut gefallen hat, war die beschriebene Anziehung von Seb gegenüber Finn und die behutsame Annäherung der beiden. Normalerweise bin ich kein Fan von Liebesgeschichten, aber diese hier hat mich wirklich sehr berührt.
Und dann kommt am Ende auch noch ein absoluter Cliffhanger mit Ausblick auf den zweiten Teil. Alles in allem hat mir „Happy Head“ wirklich außerordentlich gut gefallen und ich kann es kaum erwarten, im Herbst dieses Jahres endlich weiterzulesen.
In Sebs Gedanken und Gefühle, vor allem seine Unsicherheiten konnte ich mich trotzdem sehr gut hineinfühlen, auch wenn ich seine Zwischengedanken manchmal etwas anstrengend empfand, insbesondere für den Lesefluss.
Und dann entspinnt sich eine wahnsinnig spannende Geschichte, die vielleicht hier und da ein paar Logikschwächen oder offene Fragen aufwirft, was für mich aber überhaupt nicht störte, weil ich so hineingezogen wurde in die Geschehnisse, dass ich einfach nur immer weiter und weiter lesen wollte, ohne groß nachdenken zu können oder auch zu wollen.
Was mir abseits der wirklich spannenden Handlung auch sehr gut gefallen hat, war die beschriebene Anziehung von Seb gegenüber Finn und die behutsame Annäherung der beiden. Normalerweise bin ich kein Fan von Liebesgeschichten, aber diese hier hat mich wirklich sehr berührt.
Und dann kommt am Ende auch noch ein absoluter Cliffhanger mit Ausblick auf den zweiten Teil. Alles in allem hat mir „Happy Head“ wirklich außerordentlich gut gefallen und ich kann es kaum erwarten, im Herbst dieses Jahres endlich weiterzulesen.
von Rinoa - 2026-05-11 14:40:00
Autor: Rachel Khong
Was macht uns aus? - 4 Sterne
Das Buch hat mich so ein wenig ambivalent zurückgelassen.
Auf der einen Seite fand ich es super zu lesen, je weiter ich kam, desto mehr habe ich den Schreibstil geliebt. Und obwohl ich einen ganz anderen Hintergrund habe, konnte ich mich wirklich gut in Lilys Gefühls- und Gedankenwelt hineinversetzen. Es hätte langweilig sein können, weil im Grunde erst einmal gar nicht so viel passiert, aber das war es nicht und das lag definitiv an der Art der Autorin, zu schreiben und der Zeichnung der Charaktere.
Dann wechselt die Perspektive zwanzig Jahre in die Zukunft und zu Lilys Sohn Nick, was für mich ein sehr harter Bruch war und wo mich das Buch auch so ein wenig verloren hat. Was mich vorher noch fesseln konnte, fand ich nun eher zäh und langatmig.
Gegen Ende gibt es nochmals einen Wechsel, diesmal zu Nicks Großmutter Mei und da wurde es für mich auch wieder interessanter.
Trotzdem habe ich mich öfter bei der Frage ertappt, was das Buch mir eigentlich sagen will. Natürlich muss nicht hinter jeder Geschichte eine riesige Botschaft stehen, aber nach den Ankündigungen als "großer Bestseller", den es "nur alle zehn Jahre" gibt, hatte ich schon andere Erwartungen.
Die Frage, was uns zu dem macht, wer wir sind, wird durchaus gestellt und oft genug aufgegriffen. Um diesem Gedanken ernsthaft folgen zu können, wurden mir hier aber zu viele Themen aufgeworfen und diese dann nicht tiefgreifend genug behandelt. Vielleicht hätte das den Rahmen gesprengt, vielleicht hätte man dafür andere Dinge weniger ausführlich darstellen können. Diese Überlegungen sind letztlich natürlich müßig.
So fand ich "Real Americans" durchaus unterhaltsam, zwischendurch aber auch zäh und langatmig. Aufgewertet wurde das Buch auf jeden Fall durch den Schreibstil, der mich wirklich begeistern konnte.
Auf der einen Seite fand ich es super zu lesen, je weiter ich kam, desto mehr habe ich den Schreibstil geliebt. Und obwohl ich einen ganz anderen Hintergrund habe, konnte ich mich wirklich gut in Lilys Gefühls- und Gedankenwelt hineinversetzen. Es hätte langweilig sein können, weil im Grunde erst einmal gar nicht so viel passiert, aber das war es nicht und das lag definitiv an der Art der Autorin, zu schreiben und der Zeichnung der Charaktere.
Dann wechselt die Perspektive zwanzig Jahre in die Zukunft und zu Lilys Sohn Nick, was für mich ein sehr harter Bruch war und wo mich das Buch auch so ein wenig verloren hat. Was mich vorher noch fesseln konnte, fand ich nun eher zäh und langatmig.
Gegen Ende gibt es nochmals einen Wechsel, diesmal zu Nicks Großmutter Mei und da wurde es für mich auch wieder interessanter.
Trotzdem habe ich mich öfter bei der Frage ertappt, was das Buch mir eigentlich sagen will. Natürlich muss nicht hinter jeder Geschichte eine riesige Botschaft stehen, aber nach den Ankündigungen als "großer Bestseller", den es "nur alle zehn Jahre" gibt, hatte ich schon andere Erwartungen.
Die Frage, was uns zu dem macht, wer wir sind, wird durchaus gestellt und oft genug aufgegriffen. Um diesem Gedanken ernsthaft folgen zu können, wurden mir hier aber zu viele Themen aufgeworfen und diese dann nicht tiefgreifend genug behandelt. Vielleicht hätte das den Rahmen gesprengt, vielleicht hätte man dafür andere Dinge weniger ausführlich darstellen können. Diese Überlegungen sind letztlich natürlich müßig.
So fand ich "Real Americans" durchaus unterhaltsam, zwischendurch aber auch zäh und langatmig. Aufgewertet wurde das Buch auf jeden Fall durch den Schreibstil, der mich wirklich begeistern konnte.
von Rinoa - 2026-05-11 14:26:00
Autor: Christian Huber
Intensiv und berührend - 4 Sterne
Von der ersten Zeile an hat mich das Buch in seinen Bann gezogen, mich mittenrein getroffen und ganz tief drinnen berührt. Ich weiß nicht, wie der Autor das geschafft hat, ob es am tollen Schreibstil oder der Art liegt, wie er das Zusammentreffen und später auch Zusammensein von Alina und Bohm beschreibt. Aber es hat auf jeden Fall irgendwas in mir zum Schwingen gebracht.
Und gleichzeitig eine große Sympathie geweckt für Bohm, dessen Schicksal mich sehr bewegt hat. Ich bin der Meinung, dass Obdachlosigkeit jeden treffen kann und auch nicht immer selbst verschuldet ist. Hier wurde das Leben auf der Straße für mich so eindringlich und eindrücklich beschrieben, dass ich die Kälte und den Schmerz fast selbst spüren konnte, ohne jemals auch nur annähernd in einer vergleichbaren Situation gewesen zu sein.
Leider kam für mich ungefähr ab der Hälfte so ein wenig ein Bruch und der Zauber (wenn man das bei der Thematik überhaupt so nennen kann) ging irgendwie verloren.
Ich fand es immer noch wunderbar geschrieben und konnte mich auch immer noch wahnsinnig gut hineinfühlen, vor allem in Alinas Gedanken, aber es hat mich nicht mehr ganz so tief berührt, wie in der ersten Hälfte. Vielleicht lag das auch daran, dass nun viel mehr passiert als noch zu Beginn und es sich dadurch nicht mehr so intensiv anfühlte.
Aber das ist auch irgendwie Jammern auf hohem Niveau, denn „Solange ein Streichholz brennt“ ist für mich trotzdem ein unfassbar tolles und berührendes Buch, von dem ich mir durchaus vorstellen könnte, es nochmals zu lesen, auch, weil mir Alina und Bohm wirklich sehr als Herz gewachsen sind.
Am Ende hat es mich aber trotzdem ein klein wenig unbefriedigt zurückgelassen, ohne dass ich genau erklären kann, warum. Dies ändert aber nichts daran, dass ich es uneingeschränkt weiterempfehlen kann und werde.
Und gleichzeitig eine große Sympathie geweckt für Bohm, dessen Schicksal mich sehr bewegt hat. Ich bin der Meinung, dass Obdachlosigkeit jeden treffen kann und auch nicht immer selbst verschuldet ist. Hier wurde das Leben auf der Straße für mich so eindringlich und eindrücklich beschrieben, dass ich die Kälte und den Schmerz fast selbst spüren konnte, ohne jemals auch nur annähernd in einer vergleichbaren Situation gewesen zu sein.
Leider kam für mich ungefähr ab der Hälfte so ein wenig ein Bruch und der Zauber (wenn man das bei der Thematik überhaupt so nennen kann) ging irgendwie verloren.
Ich fand es immer noch wunderbar geschrieben und konnte mich auch immer noch wahnsinnig gut hineinfühlen, vor allem in Alinas Gedanken, aber es hat mich nicht mehr ganz so tief berührt, wie in der ersten Hälfte. Vielleicht lag das auch daran, dass nun viel mehr passiert als noch zu Beginn und es sich dadurch nicht mehr so intensiv anfühlte.
Aber das ist auch irgendwie Jammern auf hohem Niveau, denn „Solange ein Streichholz brennt“ ist für mich trotzdem ein unfassbar tolles und berührendes Buch, von dem ich mir durchaus vorstellen könnte, es nochmals zu lesen, auch, weil mir Alina und Bohm wirklich sehr als Herz gewachsen sind.
Am Ende hat es mich aber trotzdem ein klein wenig unbefriedigt zurückgelassen, ohne dass ich genau erklären kann, warum. Dies ändert aber nichts daran, dass ich es uneingeschränkt weiterempfehlen kann und werde.
von Rinoa - 2026-04-30 15:09:00











