Rezensionen
Rezensionen von Miro
Autor: Maud Ventura
Über Ruhm, Rache und Selbstverlust - 4 Sterne
Cleo weiß schon als kleines Kind, dass sie zur Berühmtheit berufen ist. Sie hat eine tolle Singstimme und beträchtliches musikalisches Talent. Schnell steht für sie fest, dass sie Sängerin wird. Mit vorsichtigen Versuchen gibt sie sich nicht ab. Sie geht ihren Weg äußerst straight, absolviert eine solide Ausbildung und veröffentlicht ihren ersten Song erst, als sie sicher ist, dass er sie direkt in den Pophimmel führt.
Ihr Antrieb ist ihre Rache an einer Mitschülerin. Diese eine Freundin, die in der Schule alle angehimmelt haben und der sie damals nicht das Wasser reichen konnte.
Auf ihrem Weg überlässt sie nichts dem Zufall. Sie arbeitet an ihrer Außenwirkung, ihrem Charisma, achtet darauf, wen sie nochmal brauchen könnte und verzichtet auf eine Beziehung zu allen anderen. Ihr Social Media Kanal ist eine einzige Inszenierung. Ein authentisches Leben bleibt dabei komplett auf der Strecke.
Mit zunehmendem Ruhm wird sie immer unerträglicher. Ihre Ansprüche sind komplett überhöht und kaum jemand kann es ihr noch recht machen. Sie benutzt alle in ihrem Umfeld und trampelt über alle anderen, die ihrer Meinung nach eh keine Berechtigung haben, die selbe Luft zu atmen wie sie.
Das Buch ist ein Psychogramm eines Starlets, wo Außenwirkung wichtiger ist als Innenschau. Ventura setzt sich mit der Scheinwelt von Social Media auseinander und zeigt die Rückseite dieser Medaille. Und wie schon in ihrem ersten Buch gelingt ihr das mit bittersüßem Humor. Sie treibt alles auf die Spitze. Leider geht sie dabei für meinen Geschmack etwas zu weit.
Stilistisch ist das Buch wieder top. Ich liebe den schwarzen Humor der Autorin und ihre pointierte Sprache und ich freue mich schon jetzt auf das nächste Buch aus ihrer Feder!
Ihr Antrieb ist ihre Rache an einer Mitschülerin. Diese eine Freundin, die in der Schule alle angehimmelt haben und der sie damals nicht das Wasser reichen konnte.
Auf ihrem Weg überlässt sie nichts dem Zufall. Sie arbeitet an ihrer Außenwirkung, ihrem Charisma, achtet darauf, wen sie nochmal brauchen könnte und verzichtet auf eine Beziehung zu allen anderen. Ihr Social Media Kanal ist eine einzige Inszenierung. Ein authentisches Leben bleibt dabei komplett auf der Strecke.
Mit zunehmendem Ruhm wird sie immer unerträglicher. Ihre Ansprüche sind komplett überhöht und kaum jemand kann es ihr noch recht machen. Sie benutzt alle in ihrem Umfeld und trampelt über alle anderen, die ihrer Meinung nach eh keine Berechtigung haben, die selbe Luft zu atmen wie sie.
Das Buch ist ein Psychogramm eines Starlets, wo Außenwirkung wichtiger ist als Innenschau. Ventura setzt sich mit der Scheinwelt von Social Media auseinander und zeigt die Rückseite dieser Medaille. Und wie schon in ihrem ersten Buch gelingt ihr das mit bittersüßem Humor. Sie treibt alles auf die Spitze. Leider geht sie dabei für meinen Geschmack etwas zu weit.
Stilistisch ist das Buch wieder top. Ich liebe den schwarzen Humor der Autorin und ihre pointierte Sprache und ich freue mich schon jetzt auf das nächste Buch aus ihrer Feder!
von Miro - 2025-11-08 08:55:00
Autor: Polly Clark
Aufwühlend wie Wind und Wellen - 4 Sterne
Helen hat das Bombenattentat in der Londoner U-Bahn knapp überlebt. Ein Mann, James, hat sie aus den Menschenmassen gezogen. Sie wäre fast erdrückt worden. Dabei hat sie ihr Kind verloren.
Körperlich erholt sie sich rasch, aber sie ist schwer traumatisiert und die Gedanken an ihrem Retter lassen sie nicht los. Sie projiziert alles in ihn. Sie ist sich sicher, dass sie mit ihm ein gutes Leben hätte führen können. Doch Frank, ihr Ehemann gibt nicht auf. Um die Ehe zu retten, kauft er das Segelschiff, auf dem sie sich einst kennenlernten. Die Innisfree wird zum Symbol für ihr Leben; ihre Vergangenheit und ihre Zukunft.
Gemeinsam mit ihrem 12jährigen Sohn und der 16jährigen Pflegetochter machen sie sich auf, um ein neues Leben auf dem Wasser zu beginnen. Es soll sofort eine große Reise werden - sie wollen den Atlantik überqueren, denn das haben sie früher mit der Innisfree nie geschafft.
Das Boot liegt toll in den Wellen, doch die Crew lässt zu wünschen übrig. Die Kinder haben absolut keine Erfahrung auf dem Meer und können Gefahren kein bisschen einschätzen. Ihnen ist wenig bewusst, wie wichtig es ist, sich den Anweisungen unterzuordnen. Sie sind eben Kinder, die vorher noch nie gesegelt sind. Auch die Konflikte zwischen Helen und Frank schwelen weiter und führen zu unnötigen Gefahren. Als Leser*in merkt man sofort, dass das nicht gut gehen kann. Bei einer Atlantiküberquerung müssen sich alle aufeinander verlassen können und hier liegt alles im Argen.
Emotional fand ich diesen Roman sehr grenzwertig. Ich musste ihn sogar eine Weile unterbrechen, weil mir diese ungute Dynamik zwischen den Figuren zu viel wurde. Hier hat sich niemand unter Kontrolle. Alle geben sich ihren niedrigsten Instinkten hin und verletzen sich gegenseitig. Dass sich schlussendlich das Meer gegen sie auflehnt, wirkt fast wie eine Notwendigkeit. Wie die Familie aus diesem Schlammassel rauskommt, wird hier natürlich nicht verraten.
Trotz der ganzen Tragik, fand ich das Buch spannend und so richtig losgelassen hat es mich auch Tage nach der Lektüre noch nicht. Es ist ein Buch, dass in die Abgründe blickt und uns die schlechten Seiten des Menschseins vor Augen hält.
Körperlich erholt sie sich rasch, aber sie ist schwer traumatisiert und die Gedanken an ihrem Retter lassen sie nicht los. Sie projiziert alles in ihn. Sie ist sich sicher, dass sie mit ihm ein gutes Leben hätte führen können. Doch Frank, ihr Ehemann gibt nicht auf. Um die Ehe zu retten, kauft er das Segelschiff, auf dem sie sich einst kennenlernten. Die Innisfree wird zum Symbol für ihr Leben; ihre Vergangenheit und ihre Zukunft.
Gemeinsam mit ihrem 12jährigen Sohn und der 16jährigen Pflegetochter machen sie sich auf, um ein neues Leben auf dem Wasser zu beginnen. Es soll sofort eine große Reise werden - sie wollen den Atlantik überqueren, denn das haben sie früher mit der Innisfree nie geschafft.
Das Boot liegt toll in den Wellen, doch die Crew lässt zu wünschen übrig. Die Kinder haben absolut keine Erfahrung auf dem Meer und können Gefahren kein bisschen einschätzen. Ihnen ist wenig bewusst, wie wichtig es ist, sich den Anweisungen unterzuordnen. Sie sind eben Kinder, die vorher noch nie gesegelt sind. Auch die Konflikte zwischen Helen und Frank schwelen weiter und führen zu unnötigen Gefahren. Als Leser*in merkt man sofort, dass das nicht gut gehen kann. Bei einer Atlantiküberquerung müssen sich alle aufeinander verlassen können und hier liegt alles im Argen.
Emotional fand ich diesen Roman sehr grenzwertig. Ich musste ihn sogar eine Weile unterbrechen, weil mir diese ungute Dynamik zwischen den Figuren zu viel wurde. Hier hat sich niemand unter Kontrolle. Alle geben sich ihren niedrigsten Instinkten hin und verletzen sich gegenseitig. Dass sich schlussendlich das Meer gegen sie auflehnt, wirkt fast wie eine Notwendigkeit. Wie die Familie aus diesem Schlammassel rauskommt, wird hier natürlich nicht verraten.
Trotz der ganzen Tragik, fand ich das Buch spannend und so richtig losgelassen hat es mich auch Tage nach der Lektüre noch nicht. Es ist ein Buch, dass in die Abgründe blickt und uns die schlechten Seiten des Menschseins vor Augen hält.
von Miro - 2025-05-30 13:01:00
Autor: Mo Enders
Bookford Manor - 4 Sterne
Annie liebt Bücher und so richtig wohl fühlt sie sich nur lesend in einer großen Bibliothek. Zum Glück ist ihre Mutter Bibliothekarin und so verbringt Annie viel Zeit zwischen ihren Lieblingsbüchern. Ein Buch hat es ihr besonders angetan: Silberkorn und wenn sie darin versinkt, kann es passieren, dass sie plötzlich verschwindet.
Wieso das passiert erfährt sie, als plötzlich zwei Männer zuhause auftauchen und ihr erklären, dass sie kein Mensch sondern eine Migra ist. Also eine halbe Buchfigur und sie scheint beträchtliche Kräfte zu haben, denn es ist schwer für eine Migra nur in der Menschenwelt zu leben.
Annie wusste, dass sie adoptiert wurde und dass ihre Mutter sie in Irland abgeholt hatte. Nun darf sie etwas mehr über ihre Wurzeln erfahren, denn sie soll auf Bookford Manor zu Schule gehen. Die Schule für Migras, wo sie lernen in ihre Lieblingsbücher zu reisen und die Buchwelt zu beschützen. Doch der Einstieg dort ist nicht ganz einfach. Ihr Name ist in der Buchwelt nicht unbekannt und so sieht sich schnell einer Wand aus Misstrauen gegenüber. Als auch noch Caspian de Vries ihr auf dem Weg in die Buchwelt beistehen soll, breitet sich Angst in ihr aus, denn sein Vater ist der Chef der Liga Lexis, quasi der CIA der Buchwelt.
Mo Enders hat hier den Start in eine spannende Geschichte vorgelegt. Das Buch liest sich fast atemlos, denn Zeit für längere Erläuterungen findet sich nicht. Die Handlung galoppiert rasant dahin. Vieles müssen wir als Leser*innen einfach hinnehmen, weil mit Zeitsprüngen und Auslassungen nicht gespart wird. Hier hat es sich die Autorin manchmal ein bisschen zu einfach gemacht, denn plötzlich sind drei Wochen vergangen und alles läuft wieder wie geschmiert. Das hohe Tempo bringt einerseits Spannung, zeigt aber auch auf, dass die Geschichte auf wackeligen Beinen steht. Das Fundament könnte schon ein bisschen besser auserzählt sein. Außerdem bedient sich die Autorin schamlos bei Tintneherz und Thursday Next. Aber da ich beide Reihen liebe, stört mich das nicht besonders.
Ich habe diesen Reihenauftakt sehr gerne und in kürzester Zeit gelesen und freue mich auf Band 2, der im Frühjahr erscheint. Vielleicht klärt sich da dann die eine oder andere offene Frage. Ich gebe auf jeden Fall eine klare Leseempfehlung an alle die Bücher und Fantasy lieben!
Wieso das passiert erfährt sie, als plötzlich zwei Männer zuhause auftauchen und ihr erklären, dass sie kein Mensch sondern eine Migra ist. Also eine halbe Buchfigur und sie scheint beträchtliche Kräfte zu haben, denn es ist schwer für eine Migra nur in der Menschenwelt zu leben.
Annie wusste, dass sie adoptiert wurde und dass ihre Mutter sie in Irland abgeholt hatte. Nun darf sie etwas mehr über ihre Wurzeln erfahren, denn sie soll auf Bookford Manor zu Schule gehen. Die Schule für Migras, wo sie lernen in ihre Lieblingsbücher zu reisen und die Buchwelt zu beschützen. Doch der Einstieg dort ist nicht ganz einfach. Ihr Name ist in der Buchwelt nicht unbekannt und so sieht sich schnell einer Wand aus Misstrauen gegenüber. Als auch noch Caspian de Vries ihr auf dem Weg in die Buchwelt beistehen soll, breitet sich Angst in ihr aus, denn sein Vater ist der Chef der Liga Lexis, quasi der CIA der Buchwelt.
Mo Enders hat hier den Start in eine spannende Geschichte vorgelegt. Das Buch liest sich fast atemlos, denn Zeit für längere Erläuterungen findet sich nicht. Die Handlung galoppiert rasant dahin. Vieles müssen wir als Leser*innen einfach hinnehmen, weil mit Zeitsprüngen und Auslassungen nicht gespart wird. Hier hat es sich die Autorin manchmal ein bisschen zu einfach gemacht, denn plötzlich sind drei Wochen vergangen und alles läuft wieder wie geschmiert. Das hohe Tempo bringt einerseits Spannung, zeigt aber auch auf, dass die Geschichte auf wackeligen Beinen steht. Das Fundament könnte schon ein bisschen besser auserzählt sein. Außerdem bedient sich die Autorin schamlos bei Tintneherz und Thursday Next. Aber da ich beide Reihen liebe, stört mich das nicht besonders.
Ich habe diesen Reihenauftakt sehr gerne und in kürzester Zeit gelesen und freue mich auf Band 2, der im Frühjahr erscheint. Vielleicht klärt sich da dann die eine oder andere offene Frage. Ich gebe auf jeden Fall eine klare Leseempfehlung an alle die Bücher und Fantasy lieben!
von Miro - 2024-10-05 22:09:00
Autor: Andreas Eschbach
Windover News - 4 Sterne
James Windover ist am Zenit seiner Karriere. Er bringt seine eigenen Zeitung genau nach seinen Vorstellungen heraus. Eine Zeitung die berichtet, aber nicht bewertet. Und seine Zielgruppe ist speziell. Nur wer wirklich zu den Reichsten zählt, kann sich für ein Abo bewerben und nur wenn alle andern Abonnenten zustimmen, darf diese Person für eine Million Euro im Jahr die Windover News beziehen.
Um so objektiv zu berichten braucht die Zeitung Spezialisten aller Art zur Recherche. Wer, wenn nicht das Team von James Windover soll also das Rätsel entschlüsseln, dass im Silicon Valley präsentiert wurde: ein weiteres "Manhattan Project", das sich zum Ziel setzt in 10 Jahren den Tod abzuschaffen.
In der ersten Hälfte des Buches steht James Windover im Zentrum der Geschichte und seine Biografie. Dass sein Vater im Sterben liegt, als er von dem Projekt erfährt, soll wohl seine anfängliche Begeisterung dafür anfachen. Fast hätte James seine eigenen Prinzipen über Bord geworfen, aber da er ein selbstbewusstes Team um sich gescharrt hat, findet sich immer rechtzeitig jemand, der ihn wieder auf den richtigen Weg bringt. So stellt er sich einer Recherche, deren Ausgang er sich eigentlich anders wünscht und entdeckt eine spannende Geschichte.
Erst da beginnt der Thriller und James findet sich in einer wilden Verfolgungsjagd quer durch Europa, die einem James Bond in nichts nachsteht. Das Ende kommt dann ein bisschen anders als erwartet, aber nicht unrealistisch. Das hat mir dann erstaunlich gut gefallen. Und für James natürlich wieder untermauert mit einem Erlebnis aus der eigenen Biografie.
Die Recherche zu diesem Buch war bestimmt aufwendig, denn der Autor musste sich mit Neuroanatomie, Neuropsychologie, Genetik und Nanotechnik auseinandersetzen. Das wollte er dann wohl auch unbedingt in seinem Buch unterbringen. Die erläuternden Anteile der Geschichte finde ich etwas zu ausufernd und hätten mich das Buch fast abbrechen lassen. Die ersten 200 Seiten fand ich streckenweise schon sehr langatmig. Es dauert ein bisschen, bis diese Geschichte Fahrt aufnimmt. Dann wird sie allerdings sehr spannend und ich konnte das Buch kaum mehr aus der Hand legen. Daher habe ich mich dann doch für 4 Sterne entschieden. Durchhalten lohnt sich hier definitiv!
Um so objektiv zu berichten braucht die Zeitung Spezialisten aller Art zur Recherche. Wer, wenn nicht das Team von James Windover soll also das Rätsel entschlüsseln, dass im Silicon Valley präsentiert wurde: ein weiteres "Manhattan Project", das sich zum Ziel setzt in 10 Jahren den Tod abzuschaffen.
In der ersten Hälfte des Buches steht James Windover im Zentrum der Geschichte und seine Biografie. Dass sein Vater im Sterben liegt, als er von dem Projekt erfährt, soll wohl seine anfängliche Begeisterung dafür anfachen. Fast hätte James seine eigenen Prinzipen über Bord geworfen, aber da er ein selbstbewusstes Team um sich gescharrt hat, findet sich immer rechtzeitig jemand, der ihn wieder auf den richtigen Weg bringt. So stellt er sich einer Recherche, deren Ausgang er sich eigentlich anders wünscht und entdeckt eine spannende Geschichte.
Erst da beginnt der Thriller und James findet sich in einer wilden Verfolgungsjagd quer durch Europa, die einem James Bond in nichts nachsteht. Das Ende kommt dann ein bisschen anders als erwartet, aber nicht unrealistisch. Das hat mir dann erstaunlich gut gefallen. Und für James natürlich wieder untermauert mit einem Erlebnis aus der eigenen Biografie.
Die Recherche zu diesem Buch war bestimmt aufwendig, denn der Autor musste sich mit Neuroanatomie, Neuropsychologie, Genetik und Nanotechnik auseinandersetzen. Das wollte er dann wohl auch unbedingt in seinem Buch unterbringen. Die erläuternden Anteile der Geschichte finde ich etwas zu ausufernd und hätten mich das Buch fast abbrechen lassen. Die ersten 200 Seiten fand ich streckenweise schon sehr langatmig. Es dauert ein bisschen, bis diese Geschichte Fahrt aufnimmt. Dann wird sie allerdings sehr spannend und ich konnte das Buch kaum mehr aus der Hand legen. Daher habe ich mich dann doch für 4 Sterne entschieden. Durchhalten lohnt sich hier definitiv!
von Miro - 2024-09-08 14:06:00
Autor: Alina Bronsky
Zwei schräge Typen - 5 Sterne
Oscar sitzt endlich in seiner ersten Vorlesung für sein Mathematik Studium. Er ist zwar grade mal 17 Jahre alt, hat aber schon sein Abi in der Tasche und ist regulär zugelassen. Er scheint eine Inselbegabung zu haben und die Zahlen geben ihm Sicherheit, denn der Alltag überfordert ihn manchmal ziemlich. Er hat eine autistische Persönlichkeit, die ihn meistens zwingt die Wahrheit zu sagen, auch wenn das gerade nicht passend ist.
Da quetscht sich Moni zu ihm auf die Bank. Er ist sich ziemlich sicher, dass sie sich verlaufen hat, denn sie kann ja wohl nur die Putzfrau sein. Sie ist ziemlich bunt angezogen und sehr alt, über 50, und wohl kaum intelligent genug für diese Studium. Spätestens nach den ersten Ausleseprüfungen wird sie wohl mit dem Großteil der Studierenden wieder weg sein.
Gezwungenermaßen bildet er mit ihr eine Arbeitsgruppe für die Hausübungen und verbringt schnell auch die Mittagspausen mit ihr, denn alle anderen Kommilitonen überfordern ihn sowieso und außerdem bringt sie immer ein leckeres Pausenbrot. Seine speziellen Nahrungsrichtlinien wirft er mit Moni rasch über Bord.
Doch auch Moni birgt eine Überraschung. Schnell erkennen wir als Leser*innen, wie die Autorin mit den Klischees spielt, denn Moni ist wesentlich klüger als sie vorzugeben scheint. Ihre prekäre Situation lässt sie zwar nicht zur Höchstform auflaufen, aber sie zeigt rasch ihr Potential.
So treffen zwei Menschen aufeinander, die unterschiedlicher nicht sein könnten und fordern sich gegenseitig ihre Grenzen auszuweiten und über ihre Tellerränder zu blicken. Wie üblich zeichnet Alina Bronsky ihre Figuren mit ausgesprochener Liebenswürdigkeit, auch wenn klar ist, dass sie nicht immer leicht zu ertragen sind. Sie haben ihre Ecken und Kanten, werden dafür aber nie verurteilt.
Besonders gut gefallen hat mir außerdem, dass das Buch aus Oscars Sicht der Welt erzählt wird, die doch manchmal etwas anders anmutet, als Durchschnittsbürger die Welt beurteilen. Das ist meistens ganz amüsant und manchmal auch etwas anstrengend, denn seine Sicht ist häufig sehr urteilend. Gleichzeitig hat man das Gefühl alles mit einem Augenzwinkern erzählt zu bekommen.
Mir hat dieser Ausflug in die Welt der Mathematik ausgesprochen gut gefallen. Die Charaktere der zwei Protagonisten sind wirklich spannend gezeichnet! Nur leider war diese Geschichte viel zu kurz! Ich wäre gerne noch ein paar Seiten länger an Oscar's und Moni's Seite geblieben.
Da quetscht sich Moni zu ihm auf die Bank. Er ist sich ziemlich sicher, dass sie sich verlaufen hat, denn sie kann ja wohl nur die Putzfrau sein. Sie ist ziemlich bunt angezogen und sehr alt, über 50, und wohl kaum intelligent genug für diese Studium. Spätestens nach den ersten Ausleseprüfungen wird sie wohl mit dem Großteil der Studierenden wieder weg sein.
Gezwungenermaßen bildet er mit ihr eine Arbeitsgruppe für die Hausübungen und verbringt schnell auch die Mittagspausen mit ihr, denn alle anderen Kommilitonen überfordern ihn sowieso und außerdem bringt sie immer ein leckeres Pausenbrot. Seine speziellen Nahrungsrichtlinien wirft er mit Moni rasch über Bord.
Doch auch Moni birgt eine Überraschung. Schnell erkennen wir als Leser*innen, wie die Autorin mit den Klischees spielt, denn Moni ist wesentlich klüger als sie vorzugeben scheint. Ihre prekäre Situation lässt sie zwar nicht zur Höchstform auflaufen, aber sie zeigt rasch ihr Potential.
So treffen zwei Menschen aufeinander, die unterschiedlicher nicht sein könnten und fordern sich gegenseitig ihre Grenzen auszuweiten und über ihre Tellerränder zu blicken. Wie üblich zeichnet Alina Bronsky ihre Figuren mit ausgesprochener Liebenswürdigkeit, auch wenn klar ist, dass sie nicht immer leicht zu ertragen sind. Sie haben ihre Ecken und Kanten, werden dafür aber nie verurteilt.
Besonders gut gefallen hat mir außerdem, dass das Buch aus Oscars Sicht der Welt erzählt wird, die doch manchmal etwas anders anmutet, als Durchschnittsbürger die Welt beurteilen. Das ist meistens ganz amüsant und manchmal auch etwas anstrengend, denn seine Sicht ist häufig sehr urteilend. Gleichzeitig hat man das Gefühl alles mit einem Augenzwinkern erzählt zu bekommen.
Mir hat dieser Ausflug in die Welt der Mathematik ausgesprochen gut gefallen. Die Charaktere der zwei Protagonisten sind wirklich spannend gezeichnet! Nur leider war diese Geschichte viel zu kurz! Ich wäre gerne noch ein paar Seiten länger an Oscar's und Moni's Seite geblieben.
von Miro - 2024-08-18 22:35:00
Autor: Stefan Lukschy; Curtis Briggs
Bellagio oder Kandinsky? - 4 Sterne
Nachdem Julia vor ihrer eigenen Hochzeit geflüchtet ist, versteckt sie sich in einem heruntergekommenen Hotel, um den Nachlass vor dem Verkauf zu organisieren. Doch der neue Besitzer denkt gar nicht dran, das Hotel, das schon seit Generationen in Familienbesitz war, zu veräußern.
Doch wie soll man den maroden alten Kasten retten?
Zur rechten Zeit entdeckt Max nach einer Verkettung unglücklicher Umständen ein geheimes Fach hinter der Rezeption und darin ein Frühwerk von Kandinsky, welches das Hotel am Kochelsee zu seinen besten Tagen zeigt. Eine Kopie davon hing immer schon über dem Tresen, doch niemand wusste, dass wo das Original abgeblieben war.
Bis hier ist das Buch schon recht witzig, denn die Figuren sind allesamt sehr überspitzt dargestellt. Die Autoren bedienen sich frech aller Klischees und schmücken diese in bodenlose aus. Man muss dieses Buch mit lachenden Augen und einem Zwinkern lesen, sonst erschließt sich der Humor nicht. Ich durfte mehrmals schallend lachen und genau das habe ich mir erwartet bei einer Krimikomödie.
Mit diesen zwei Bilder geht das Verwirrspiel direkt los, einmal ist der Bellagio verschwunden, dann wieder der Kandinsky, denn es gibt mehrer Leute, die hinter dem Bild her sind und so ihre Haut retten wollen. Julia und Max kommen sich während dieser Bilder-Rettungsaktion langsam näher und beide wachsen über sich hinaus.
Ernsthaft an diesem Buch sind immer nur die Rückblenden, die erklären, warum beispielsweise das Wissen um das Original verloren ging oder warum sie jemand verhält, wie er es eben tut. Diese kleinen Reisen in die Vergangenheit waren wichtig für die Geschichte und interessant zu lesen. Der Rest ist Slapstick und Klamauk und ich habe mich königlich amüsiert!
Somit empfehle ich dieses Buch allen, die mal wieder so richtig lachen wollen. Bitte erwartet euch keinen gut ausgearbeitet Krimi mit komischen Elementen. Das hier ist eine Verwechslungskomödie mit Krimielementen!
Doch wie soll man den maroden alten Kasten retten?
Zur rechten Zeit entdeckt Max nach einer Verkettung unglücklicher Umständen ein geheimes Fach hinter der Rezeption und darin ein Frühwerk von Kandinsky, welches das Hotel am Kochelsee zu seinen besten Tagen zeigt. Eine Kopie davon hing immer schon über dem Tresen, doch niemand wusste, dass wo das Original abgeblieben war.
Bis hier ist das Buch schon recht witzig, denn die Figuren sind allesamt sehr überspitzt dargestellt. Die Autoren bedienen sich frech aller Klischees und schmücken diese in bodenlose aus. Man muss dieses Buch mit lachenden Augen und einem Zwinkern lesen, sonst erschließt sich der Humor nicht. Ich durfte mehrmals schallend lachen und genau das habe ich mir erwartet bei einer Krimikomödie.
Mit diesen zwei Bilder geht das Verwirrspiel direkt los, einmal ist der Bellagio verschwunden, dann wieder der Kandinsky, denn es gibt mehrer Leute, die hinter dem Bild her sind und so ihre Haut retten wollen. Julia und Max kommen sich während dieser Bilder-Rettungsaktion langsam näher und beide wachsen über sich hinaus.
Ernsthaft an diesem Buch sind immer nur die Rückblenden, die erklären, warum beispielsweise das Wissen um das Original verloren ging oder warum sie jemand verhält, wie er es eben tut. Diese kleinen Reisen in die Vergangenheit waren wichtig für die Geschichte und interessant zu lesen. Der Rest ist Slapstick und Klamauk und ich habe mich königlich amüsiert!
Somit empfehle ich dieses Buch allen, die mal wieder so richtig lachen wollen. Bitte erwartet euch keinen gut ausgearbeitet Krimi mit komischen Elementen. Das hier ist eine Verwechslungskomödie mit Krimielementen!
von Miro - 2024-07-20 09:51:00







