Rezensionen
Rezensionen von fantasia
Autor: Peter Grainger
Der etwas andere Ermittler - 5 Sterne
Dieser Krimi liest sich angenehm unaufgeregt und entwickelt gerade dadurch einen besonderen Reiz. Der Leser folgt dem Geschehen gerne, während sich ein Puzzleteil sich an das nächste fügt und das Gesamtbild immer klarer wird. Besonders gelungen ist die Figur des DC Smith, der anders ist als die anderen: jemand, der um die Ecke denken kann, genau beobachtet und sehr menschliche und sympathische Züge hat. So lässt ihn auch der Fall des toten Siebzehnjährigen nicht los, bis er schließlich den Mörder findet. Dass dieser wiederum seine ganz eigene Geschichte als Opfer mit sich trägt, verleiht dem Fall zusätzliche Tiefe und macht ihn interessant.
Auch über Smith erfährt man gegen Ende des Krimis einige überraschende Details, die zunächst nicht in das Bild des schrulligen, liebenswerten Ermittlers zu passen scheinen. Dadurch gewinnt die Figur weiter an Kontur.
Mit Chris Waters, einem jungen Auszubildenden, bildet er ein interessantes und sympathisches Ermittlerduo, das Lust auf mehr macht. Ich bin sehr gespannt auf weitere Bände und kann den Krimi sehr empfehlen.
von fantasia - 2026-06-23 17:57:00
Autor: René Goscinny; Albert Uderzo; Philippe Fenech; Suaëna Airault; Sébastien Viaud; Philippe Clerc; Olivier Serrano; Yves Coulon
Kleine Helden, große Streiche - 3 Sterne
Der Band „Im Schatten der Römer“ ist Teil der Reihe Idefix und die Unbeugsamen. Diese Reihe erscheint in einem Format, das griffiger ist als die Asterix und Obelix-Bände, das Schriftbild finde ich sehr klein.
Der blitzgescheite Idefix, seine superschnelle, aber vergessliche Freundin Turbine und der dicke Dertutnix sind eine Hundetrio, das von einer Katze, einem Uhu und einer Taube unterstützt wird und den Römern übel mitspielt. Und das zur Freude der Leserinnen und Leser, die miterleben, wie man General Labienus und seinem verwöhnten Kätzchen, dem Prinzesschen, eins auswischt und den Künstler Grautvornix aus der Gefahrenzone schafft. Zwei weitere Abenteuer befinden sich in dem Band, die dem ersten in nichts nachstehen. Gandios gezeichnet und inhaltlich nett kann man sich mit dieser Lektüre entspannt zurücklegen und ins alte Lutetia abtauchen, wo die Welt immer wieder in Ordnung gebracht wird.
von fantasia - 2026-06-20 17:57:00
Autor: Manik Sarkar
Mehr Ochse, denn Unternehmer - 5 Sterne
Was für ein Buch! Ich habe es geliebt. Schräg, witzig, aber auch nachdenklich stimmend. Wie kommt man nur auf die Idee, über einen Mann zu schreiben, der das Metzgerhandwerk über alles liebt und die Philosophie des Fleischverarbeitens für sich entdeckt hat?
Gut, man hätte sich auch ein Buch über einen Konditor oder Maurer vorstellen können- denn eigentlich geht es darum, über einen Menschen zu schreiben, der perfekt ist in seinem Tun, aber letztendlich in der Welt scheitert, da er das Business nicht beherrscht. Buchhaltung, Werbung, Kundenkontakt, das ganze Drumherum, das oft wichtiger ist als das eigentliche Geschäft, ist ihm ein Buch mit sieben Siegeln. Introvertiert, wenig Kontakt zur Außenwelt, einzig die Perfektion bei der Ausübung des Handwerks zählt für ihn. Er passt einfach nicht in diese Welt und muss scheitern.
Aber genau diese Fleischer-Ochsenkopf-Mentalität ist dann das Besondere, was sich auch in der Sprache zeigt. “Allen sturen Ochsenköpfen“ ist dieses Buch gewidmet und der Protagonist „breit wie ein Ochse, massige Oberarme (…), vom Sägen und Hacken und Heben: zähe, sehnige Muskelmasse. Einmal hatte er ein Stierkalb eingekauft, in dessen starren Augen er sich selbst wieder erkannte.“ (S.100) „Niemand konnte sich besser in ein Tier hineinversetzen als er, vor allem in die Kuh, unangefochtene Königin des Tierreichs.“ (S.126) - brilliant formuliert und exakt auf das Thema zugeschnitten.
Gut, man hätte sich auch ein Buch über einen Konditor oder Maurer vorstellen können- denn eigentlich geht es darum, über einen Menschen zu schreiben, der perfekt ist in seinem Tun, aber letztendlich in der Welt scheitert, da er das Business nicht beherrscht. Buchhaltung, Werbung, Kundenkontakt, das ganze Drumherum, das oft wichtiger ist als das eigentliche Geschäft, ist ihm ein Buch mit sieben Siegeln. Introvertiert, wenig Kontakt zur Außenwelt, einzig die Perfektion bei der Ausübung des Handwerks zählt für ihn. Er passt einfach nicht in diese Welt und muss scheitern.
Aber genau diese Fleischer-Ochsenkopf-Mentalität ist dann das Besondere, was sich auch in der Sprache zeigt. “Allen sturen Ochsenköpfen“ ist dieses Buch gewidmet und der Protagonist „breit wie ein Ochse, massige Oberarme (…), vom Sägen und Hacken und Heben: zähe, sehnige Muskelmasse. Einmal hatte er ein Stierkalb eingekauft, in dessen starren Augen er sich selbst wieder erkannte.“ (S.100) „Niemand konnte sich besser in ein Tier hineinversetzen als er, vor allem in die Kuh, unangefochtene Königin des Tierreichs.“ (S.126) - brilliant formuliert und exakt auf das Thema zugeschnitten.
von fantasia - 2026-06-18 18:14:00
Autor: Emily Hawkins; Vlad Stankovic
Staunen über die Wunder der Natur - 5 Sterne
Ein wunderschönes Buchcover mit glänzenden Elementen und mystisch anmutenden Bildern lädt die Leserinnen und Leser ein, das Buch „Supermond und Kugelblitz“ von Hawkins und Stankovic in die Hand zu nehmen. Und dann geht es schon hinein in die Welt der außergewöhnlichen Naturphänomene und ihre Geheimnisse- und die stellt sich breitgefächert dar: vom Weltraum über das Wetter, Pflanzen, Tiere und einmalige Schauplätze. Ein kleines Intro von Darstellungen zeigt nach der Gliederung noch einmal die Bandbreite auf.
Die Phänomene können in beliebiger Reihenfolge gelesen und bestaunt werden. Jedes genannte und gezeigte Phänomen ist mit einer Erklärung versehen. Das Buch zeigt auch, wie eine Welt im Wandel Neues hervorbringt, die Cappuccino-Bären z.B. - eine Mischung aus Braun- und Eisbären- oder explodierende Kröten in Folge raffinierter Krähenangriffe.
Das Buch macht neugierig, weckt das Interesse an der Naur- und das gilt nicht nur für Kinder und Jugendliche.
Ich kann es sehr empfehlen.
von fantasia - 2026-06-10 09:33:00
Autor: Mia Andersen
Inselsommer - 4 Sterne
Sommer, Sonne, Ferien, Mädchenfreundschaften, verliebt sein. Das sind kurz die Stichworte, um die sich „Seaside Sisters“ Lenes Inselsommerglück von Mia Andersen dreht. Der Untertitel zeigt, dass eine der drei Hauptfiguren im Mittelpunkt des Mädchenbuches steht und deutet schon an, dass in den Folgebänden die Erlebnisse der anderen im Fokus stehen.
Die Hauptfiguren im 1. Band sind die Zwillinge Lene und Elsa, ihre Freundin Amba - ein Mädchentrio mit unterschiedlichen Interessen - zu dem sich ein viertes Mädchen gesellt, Frida. Diese verbringt mit ihrer Mutter einige Zeit in der „Silbermöwe“, dem Gästehaus von Lenes und Elsas Eltern. Nach einiger Zeit wird klar, dass Fridas Mutter vorhat, mit ihrer Tochter auf der Insel Rosenholm zu bleiben.
Sätze und Ausdrücke wie: „Der Morgen fing an, wie die Nacht aufgehört hatte: mit Quatschen, Gekicher und Gegacker.“ (S.119), Lene spürt „prickelndes Brausepulver im Bauch“ (z.B. S.145) und am Himmel stehen „Sahneerdbeerwolken“ stehen für dieses liebevoll in pastelligen Farben gestaltete Mädchenbuch. Schöne farbige Illustrationen, Comic-Elemente und kleine kreative „Bonbons“ ergänzen den Text: Besonders ist die Verzierung der Schnittkante.
Aber zu den ersten Eindrücken gesellt sich dann die Rettung eines jungen Seehundes, verbunden mit dem Thema Umweltschutz. Lenes Ambitionen Journalistin zu werden, die im Nachspann aufgegriffen wird. Die Leserinnen erhalten Tipps, wie man diesen Beruf erlangen kann. Das passt und ist stimmig.
Etwas konstruiert wirkte auf mich die Gegenüberstellung von Fridas Mutter, die mit ihrer Lebensgefährtin zusammenziehen möchte, und dem Mädchengespann, das überwiegend traditionellen Mädchenhobbys wie Backen, Mode, Nähen und Muscheln anmalen nachgeht.
Die Hauptfiguren im 1. Band sind die Zwillinge Lene und Elsa, ihre Freundin Amba - ein Mädchentrio mit unterschiedlichen Interessen - zu dem sich ein viertes Mädchen gesellt, Frida. Diese verbringt mit ihrer Mutter einige Zeit in der „Silbermöwe“, dem Gästehaus von Lenes und Elsas Eltern. Nach einiger Zeit wird klar, dass Fridas Mutter vorhat, mit ihrer Tochter auf der Insel Rosenholm zu bleiben.
Sätze und Ausdrücke wie: „Der Morgen fing an, wie die Nacht aufgehört hatte: mit Quatschen, Gekicher und Gegacker.“ (S.119), Lene spürt „prickelndes Brausepulver im Bauch“ (z.B. S.145) und am Himmel stehen „Sahneerdbeerwolken“ stehen für dieses liebevoll in pastelligen Farben gestaltete Mädchenbuch. Schöne farbige Illustrationen, Comic-Elemente und kleine kreative „Bonbons“ ergänzen den Text: Besonders ist die Verzierung der Schnittkante.
Aber zu den ersten Eindrücken gesellt sich dann die Rettung eines jungen Seehundes, verbunden mit dem Thema Umweltschutz. Lenes Ambitionen Journalistin zu werden, die im Nachspann aufgegriffen wird. Die Leserinnen erhalten Tipps, wie man diesen Beruf erlangen kann. Das passt und ist stimmig.
Etwas konstruiert wirkte auf mich die Gegenüberstellung von Fridas Mutter, die mit ihrer Lebensgefährtin zusammenziehen möchte, und dem Mädchengespann, das überwiegend traditionellen Mädchenhobbys wie Backen, Mode, Nähen und Muscheln anmalen nachgeht.
von fantasia - 2026-06-04 13:17:00
Autor: Penelope Farmer
Ausgeträumt? - 3 Sterne
Das schön gestaltete Cover lädt zum Lesen des Buches ein, das mit einer fantasievollen Geschichte aufwartet.
Kinder, die sich ihren Traum vom Fliegen erfüllen können, einen Traum, den viele haben, aber der nur für Kinder realisierbar ist. Als die "sonst so strenge" Lehrerin Miss Hallibutt fragt, ob sie das auch lernen könne, verneint der Vogeljunge: "Nein, ich kann es nur Kindern beibringen. Sie sind zu alt." Zu alt, um Träume realisieren zu können?
Nach einigen abenteuerlichen Tagen kommt, wie es kommen musste, der Tag der Entscheidung: für immer fliegen und mit dem Vogeljungen davon ziehen oder nach Hause zurückkehren, ohne je wieder fliegen zu können.
Wie die Entscheidung letztendlich ausfällt, will ich nicht verraten, um zukünftigen Leserinnen und Lesern die Spannung nicht wegzunehmen. Mich haben diese Wahlmöglichkeiten ein bisschen enttäuscht. Kann man seine Träume nicht auch im Alltag zumindest zum Teil realisieren bzw. muss man sich von allem trennen, um sie zu realisieren?? Aber das ist vielleicht eher eine Frage, die sich Erwachsenen stellt und nicht Kindern.
Kinder, die sich ihren Traum vom Fliegen erfüllen können, einen Traum, den viele haben, aber der nur für Kinder realisierbar ist. Als die "sonst so strenge" Lehrerin Miss Hallibutt fragt, ob sie das auch lernen könne, verneint der Vogeljunge: "Nein, ich kann es nur Kindern beibringen. Sie sind zu alt." Zu alt, um Träume realisieren zu können?
Nach einigen abenteuerlichen Tagen kommt, wie es kommen musste, der Tag der Entscheidung: für immer fliegen und mit dem Vogeljungen davon ziehen oder nach Hause zurückkehren, ohne je wieder fliegen zu können.
Wie die Entscheidung letztendlich ausfällt, will ich nicht verraten, um zukünftigen Leserinnen und Lesern die Spannung nicht wegzunehmen. Mich haben diese Wahlmöglichkeiten ein bisschen enttäuscht. Kann man seine Träume nicht auch im Alltag zumindest zum Teil realisieren bzw. muss man sich von allem trennen, um sie zu realisieren?? Aber das ist vielleicht eher eine Frage, die sich Erwachsenen stellt und nicht Kindern.
von fantasia - 2026-05-25 09:38:00
Autor: Horst Evers
Mehr Chaos als Krimi - 2 Sterne
Schräg das Ganze - mir war es zu viel des Guten. Dass die taffe Hauptkommissarin Taekwondokämpferin mit Olympiaambitionen hat und Hope Joana heißt, ist harmlos.
Die Suche nach dem „Führer“elixier, die Verkleidung der Polizisten als Fantasy-Wesen, der Geheimorden aus dem Darknet oder gar die glücksbringende Hasenpfote im Intimbereich eines radebrechenden führerscheinlosen Fussballstars, der einen Maserati beisitzt, die couragierte Rentnerinnentruppe um Oma Helga - das sind nur ein paar Beispiele für das, was man sich nicht unter einem Krimi vorstellt.
Auch die Sprache fand ich bisweilen unteres Level –
Am besten gefiel mir der Bucheinband.
Zu aufgesetzt wirkt das Ganze, zu konstruiert: Weder als Krimi noch als witziges Buch konnte mich der Autor mit „Hope Joana“ überzeugen.
von fantasia - 2026-05-15 09:23:00
Autor: Sandrone Dazieri
Tödlicher Reichtum - 5 Sterne
Ein interessantes Ermittlerduo, das aus dem Rahmen des Üblichen fällt, führt durch den Thriller „Das Gesetz der Elite“: Colomba Caselli und Dante Torre. Auch die Thematik ist interessant - Tod den Reichen und dies auf die Art und Weise, die mit ihrem erlangten Reichtum zusammenhängt: So z.B. das erste Mordopfer, das in der Kryosauna sterben muss.
Der Reichtum bringt den Tod. Der Leser wird mit dieser Welt der Reichen bekannt gemacht, darf sich aber sein eigenes Urteil darüber bilden.
Gut konstruiert und fesselnd geschrieben will man diesen Thriller nicht aus der Hand legen. Das Geschehen entwickelt sich dynamisch und hält immer wieder überraschende Wendungen bereit. Dabei sorgen die ungewöhnlichen Figuren und das gelungene Konzept für Spannung bis zum Schluss.
Die Handlung entwickelt sich dynamisch und hält immer wieder überraschende Wendungen bereit. Dabei sorgen die ungewöhnlichen Figuren und das originelle Konzept für anhaltende Spannung bis zum Schluss.
von fantasia - 2026-05-05 21:46:00
Autor: Yuki Ibuki
Das Garn des Lebens - 3 Sterne
„Heimkehr nach Morioka“ von Yuki Ibuki ist ein warmherziges Buch, das mir ausgesprochen gut gefallen hat.
Die Hauptfigur ist Mio, die sich von der gehänselten, traurigen, fast depressiven Schülerin zu einer jungen Frau entwickelt, die ihren Weg geht und zu sich selbst findet. Aber nicht nur sie findet zu sich, auch ihre Eltern entwickeln sich als Einzelpersonen sowie als Paar. Das wird sehr unaufgeregt und berührend dargestellt. Man kann miterleben, wie „der Weg des schönen Garns“ zu einem „Weg hin zum Leben und Einklang mit sich selbst“ wird. Denkanstöße werden so leise und en passent mitgegeben. So kommen auch die Lesenden zur Ruhe und denken über die wichtigen Dinge des Lebens nach.
Man erhält einige Einblicke in die japanische Denkweise, den Umgang zwischen den Generationen. Dabei wird auch spürbar, wie Werte wie Rücksichtnahme und Pflichtgefühl das Miteinander prägen. Zudem zeigt sich, dass auch traditionelle Strukturen im Wandel sind, zwischen Stadt und Land ein Unterschied besteht und jede Genration ihren eigenen Weg zwischen Anpassung und Selbstverwirklichung finden muss.
Von dieser Autorin möchte ich unbedingt noch mehr lesen.
von fantasia - 2026-04-21 15:23:00
Autor: Sandra Lüpkes
Wachsen im Wandel der Zeit - 5 Sterne
Sandra Lüpkes Roman „Ein Ort, der bleibt“ ist ein besonderes Buch, das ich sehr gerne gelesen habe.
Allein das lebendige, grüne Cover fesselt den Blick des Lesers und zieht ihn hinein in diese Geschichte rund um den Botanischen Garten in Istanbul. Aus dem Blickwinkel der Protagonisten entwickelt sich das Geschehen, das sich in verschiedenen Zeitebenen abspielt.
Ausgangspunkt der Historie ist die Ankunft der Familie Heilbronn in Istanbul, die Nazideutschland verlassen hat. Alfred Heilbronn ist Jude und folgt dem Ruf Atatürks, der die Türkei modernisieren möchte und deutsche Wissenschaftler dorthin holt. Haymatloz sind sie geworden, müssen sich von der alten Heimat verabschieden und in der Fremde eine neue Heimat gewinnen. Die Assistentin Mehpare unterstützt sie dabei sehr und trägt doch an ihrer eigenen Geschichte. Dem Gartenbauer Mete gelingt es, Mehpares harte Schale zu durchdringen. Den Blick in die Neuzeit erlangt der Leser durch Imre, die die Reste des ehemaligen Botanischen Gartens begutachtet. Wie in der Pflanzenwelt wird zunächst der Samen gelegt, aus dem ein Spross wächst, bis schließlich die Ernte erfolgt - ganz im Einklang mit den Überschriften der Kapitel.
Der Schreibstil ist flüssig und angenehm zu lesen; den Gedankengängen kann man trotz verschiedener Perspektiven sehr gut folgen. Alles greift „organisch“ in einander.
Allein das lebendige, grüne Cover fesselt den Blick des Lesers und zieht ihn hinein in diese Geschichte rund um den Botanischen Garten in Istanbul. Aus dem Blickwinkel der Protagonisten entwickelt sich das Geschehen, das sich in verschiedenen Zeitebenen abspielt.
Ausgangspunkt der Historie ist die Ankunft der Familie Heilbronn in Istanbul, die Nazideutschland verlassen hat. Alfred Heilbronn ist Jude und folgt dem Ruf Atatürks, der die Türkei modernisieren möchte und deutsche Wissenschaftler dorthin holt. Haymatloz sind sie geworden, müssen sich von der alten Heimat verabschieden und in der Fremde eine neue Heimat gewinnen. Die Assistentin Mehpare unterstützt sie dabei sehr und trägt doch an ihrer eigenen Geschichte. Dem Gartenbauer Mete gelingt es, Mehpares harte Schale zu durchdringen. Den Blick in die Neuzeit erlangt der Leser durch Imre, die die Reste des ehemaligen Botanischen Gartens begutachtet. Wie in der Pflanzenwelt wird zunächst der Samen gelegt, aus dem ein Spross wächst, bis schließlich die Ernte erfolgt - ganz im Einklang mit den Überschriften der Kapitel.
Der Schreibstil ist flüssig und angenehm zu lesen; den Gedankengängen kann man trotz verschiedener Perspektiven sehr gut folgen. Alles greift „organisch“ in einander.
von fantasia - 2026-04-12 09:45:00











