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Jenny MustardOkaye Tage

Ein umwerfend schöner Roman über Liebe, Sex und die Suche nach dem eigenen Platz in der Welt

Hardcover

Eichborn (2024)

368 Seiten; 21.5 cm x 13.5 cm

ISBN 978-3-8479-0194-5

versand- oder abholbereit innerhalb von 3 Werktagen

Okaye Tage

Hauptbeschreibung

Sommer in London: Die Schwedin Sam, impulsiv und leicht chaotisch, ist vorübergehend für ein Praktikum bei einer hippen Agentur in die Stadt gekommen. Auf einer Party trifft sie den idealistischen Luc, der nach der Uni noch nicht so recht seinen Platz in der Welt gefunden hat. Die beiden verlieben sich - im vollen Bewusstsein, dass ihre Verbindung aufgrund der Umstände nur von kurzer Dauer sein kann. Abwechselnd aus Sams und aus Lucs Perspektive erzählt, folgen wir ihnen durch die Ups und Downs ihrer Beziehung, durch Glücksmomente und Zweifel, durch Verlustängste und Euphorie - ein hinreißender, temporeicher Debütroman, dessen Charme, Witz und Unmittelbarkeit man sich kaum entziehen kann!



»Unkonventionell, überraschend, glaubhaft« WDR 2




»Ein knallbunter Roman, in dem die Gefühle Achterbahn fahren«
Christine Westermann



»Authentisch, modern, nahbar - eine Liebesgeschichte komplett nach meinem Geschmack« Mona Ameziane



»OKAYE TAGE ist warmherzig und cool zugleich.« Chloë Ashby




Hersteller: Bastei Lübbe AG
Schanzenstr. 6-20, 51063 Köln DE
E-Mail: produktsicherheit@bastei-luebbe.de


Der Liebes-Countdown läuft
In »Okaye Tage« erzählt Jenny Mustard sehr nahbar von einer Sommerliebe in London, die ein Verfallsdatum zu haben scheint. Dabei fängt sie die Emotionen, die Orientierungslosigkeit und die junge Liebe sehr authentisch und zugänglich ein. Sam ist nur einen Sommer in der Stadt und Lucas ist vergeblich auf Jobsuche. Ihre gemeinsame Zeit ist zwar endlich, aber intensiv und eingespielt. Jenny Mustard fängt unaufgeregt den Alltag ein und regt zum Nachdenken an. Die wechselnden Perspektiven geben tiefe Einblicke und sind gut abgepasst. »Okaye Tage« zeigt realistische Facetten der Liebe, die den Zeitgeist treffen und von sehr schwierig bis okay reichen. »Ich bin lieber alleine launenhaft, dann kann ich mir das schlechte Gewissen sparen.« Man spürt beim Lesen die Intimität, wird von Neugier gepackt und taucht tief in die Geschichte ein. Das macht es für mich besonders lesenswert. Auch wenn für mich keine Sogkraft entstand, würde ich es weiterempfehlen.

Lovers to friends to ...
von Morten
Manchmal ertappt man sich ja bei diesen „Was wäre, wenn“-Gedanken. Was wäre, wenn aus einer Jugendfreundschaft mehr geworden wäre. Was wäre, wenn man sich nicht aus den Augen verloren hätte. Oder was wäre, wenn man sich plötzlich, Jahre später, wieder sehen würde?

Jenny Mustard schickt ihre beiden Hauptfiguren Sam(antha) und Luc(as) genau in so eine Situation. Ein halbwildes Partygeknutsche mit 18, bevor sie zurück zu ihrer Familie nach Stockholm musste. Und dann ein Wiedersehen, Jahre später, auf einer Party in London, plötzlich mehr, plötzlich intensiver, plötzlich … ein Bruch.

Late-Twenty-somethings-Beziehungsgeschichten sind kein neues Genre, aber auch wenn fast alle Geschichten erzählt sind, so können sie durch einen Twist, durch eine gute Erzählweise doch spannend sein. Empathie wecken, für das, was zwischen Sam und Luc passiert, wie sie damit umgehen, mit sich, mit dem Bruch, mit ihrer Beziehung, ihrer Freundschaft. Und wo es enden mag.

Die große Stärke von Mustards „Okaye Tage“: Es ist verdammt authentisch. Es gibt ganz viele Momente, die nachvollziehbar sind. Oder die man zumindest verstehen kann. Die nicht Romance-Drama-Fiction sind, sondern aus dem wahren Leben gegriffen. Die man vielleicht erlebt oder zumindest miterlebt oder von ihnen gehört hat. Das gibt dem Roman eine persönliche Ebene, lässt aus den Figuren fast so etwas wie Bekannte werden. Und das macht es fast noch spannender, die Geschichte aus den beiden Perspektiven zu lesen. Wie sie denken, wie sie die Situationen um sich herum wahrnehmen. Wie nah sie sich sind und wie wenig sie sich doch einander öffnen, um den anderen nicht zu verprellen, anfangs, oder ihre verletzliche Seite zu zeigen, später.

Für wen ist das Buch? Leser:innen zwischen 20 und 45, die gerne realistische Beziehungsgeschichten mögen. Die vielleicht „Liebewesen“ von Caroline Schmitt toll fanden, „Klarkommen“ von Ilona Hartmann oder auch Autorinnen wie Chloe Ashby und Sally Rooney. Die, Achtung, Mini-Spoiler und Triggerwarnung, auch Themen wie Drogenkonsum und Abtreibung abkönnen. Die London in ihr Herz geschlossen haben und bestimmt den ein oder anderen Ort wiedererkennen werden. Oder alle, die einfach Lust auf eine gute Geschichte haben. Und sich vielleicht hin und wieder eine „Was wäre, wenn“-Frage stellen.

Sie liebt mich, sie liebt mich nicht, ...
von Miro
Eigentlich liebt Sam Luc schon seit vielen Jahren, als sie sich auf einer Party in London zufällig wiedertreffen. Und es funkt sofort zwischen den beiden. Genau wie damals als Sam als Austauschschülerin schon mal in London war. Jetzt ist sie für einen Sommer hier und macht ein Praktikum bei einer Werbeagentur. Sam und Luc stürzen sich kopfüber in eine Beziehung, die von Anfang an ein Ablaufdatum hat, denn eine Fernbeziehung wollen beiden nicht.

So ist es nicht verwunderlich, dass Luc seine Alltagsroutinen aufgibt, sein Training vernachlässig und mehr trinkt und feiert als gut für ihn ist. Es ist ja nur für einen Sommer. Dann wird eh alles wieder wie es war.

Getrennt geht es allerdings beiden schlecht und so kommt es zu einem Wiedersehen in Griechenland, dass zu einer festen Beziehung führt. Sam zieht endgültig nach London und die beiden finden sich in einer schrecklich kleinen Wohnung wieder, haben notorisch zu wenig Geld und verlieren sich im Alltag. Ihre Charaktere sind einfach zu verschieden, zu viele Kompromisse müssen eingegangen werden. Leicht ist das nicht, aber kann es trotzdem klappen?

Jenny Mustard hat hier einen halbwegs realistischen Liebesroman geschrieben. Sie zeigt auf, dass es mehr braucht, als Liebe auf den ersten Blick, damit man ein Leben teilen kann. Und sie zeigt auf, dass es einen Unterschied macht, ob man sich für einen Sommer aufeinander einlässt, oder für ein ganzes Leben. Diese zwei Menschen hier wirken recht authentisch. Sam und Luc gibt es bestimmt irgendwo da draußen und es gibt sie vermutlich in den verschiedensten Varianten. Die einen schaffen es, die anderen nicht. Beides ist möglich.

Netter Roman, aber fehlende Chemie
Sam, impulsiv und leicht chaotisch, kommt für ein Praktikum nach London und trifft dort auf einer Party den idealistischen Luc, der sich nach der Uni noch orientiert. Trotz des Wissens, dass ihre Verbindung wohl nur von kurzer Dauer sein wird, verlieben sich die beiden. Erzählt aus beiden Perspektiven, begleiten wir Sam und Luc durch die Höhen und Tiefen ihrer Beziehung.

Meine Erwartungen an diesen Coming-of-Age-Roman waren groß, da ich das Genre sehr gerne lese. Leider hat mich die Geschichte nur teilweise überzeugen können. Der Perspektivwechsel zwischen Sam und Luc hat mir gefallen, da wir so beide Gedankenwelten besser verstehen und Situationen aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten können. Jenny Mustard erzählt uns ihren gemeinsamen Sommer auf eine schöne Weise, inklusive der gemeinsamen Playlist und ihrem Insider, den titelgebenden „Okaye Tage“. Luc lässt sogar seine strengen Alltagsroutinen für Sam fallen.

Doch trotz dieser liebevollen Details hat es bei mir einfach nicht „Klick“ gemacht. Die Chemie zwischen den beiden wirkte für mich blass und ungreifbar. Vielleicht lag es auch daran, dass mir beide Protagonist*innen nicht durchgehend sympathisch waren. Luc war oft zu obsessiv mit seinen Routinen, während Sam, besonders gegen Ende, recht egoistisch wirkte.
Was ich jedoch mochte, waren die aktuellen Themen, die Mustard aufgegriffen hat. Lucs Wunsch, für ein umweltfreundliches Unternehmen zu arbeiten und dabei die Schwierigkeit, erst bei weniger umweltbewussten Firmen Berufserfahrung sammeln zu müssen, war ein interessanter Aspekt. Auch der Umgang mit dem Kinderwunsch in Beziehungen und die Darstellung von Frauen, die keine Kinder möchten, fand ich sehr gut und wichtig. Der daraus entstehende Konflikt zwischen Sam und Luc wurde für meinen Geschmack jedoch zu leicht und blauäugig gelöst.

Alles in allem bleibt es ein netter Roman, der mir vermutlich nicht in Erinnerung bleiben wird. Besonders positiv hervorheben möchte ich jedoch die Übersetzung von Lisa Kögeböhn. Auch wenn mich die Geschichte inhaltlich nicht ganz abgeholt hat, war das Buch sprachlich hervorragend!

Nicht nur Okay
von Schkob
Okaye Tage ist der Debütroman der in London lebenden Schwedin Jenny Mustard, in dem sich die Protagonist*innen Luc und Sam über einen Sommer in London auf Ihre Liebesgeschichte einlassen. Ich mag die charmanten Charaktere mit ihren so offensichtlichen Fehlern. Sie gehen erfrischen ehrlich mit sich um, reflektieren ihre Handlungen und wo sie sich auch einmal falsch verhalten. Die Beziehung der Beiden erhält so eine Leichtigkeit und macht sie authentisch.
Auch Sams Freund*innen und Lucs Wahlfamilie sind schöne Charaktere, die mich mit Ihrer Art begeistern und die Charakteristik der Protagonist*innen unterstreicht.
Ich mochte die Handlung, das Setting und das Cover, welches frisch sommerlich daherkommt.
Für mich war Okaye Tage mehr als okay und hat mich wirklich beeindruckt. Eine klare Empfehlung für alles die Liebesgeschichten mögen.

Mehr als okay
Ich habe mich förmlich verloren in diese wundervolle Geschichte. Da ich es als Hörbuch gehört habe, ein großes Kompliment an die Sprecherin!
Im Buch geht es um die Beziehung zwischen Sam und Luc. Ein ungleiches Pärchen, welches sich bei ihrem ersten Treffen "okay" fand, wohlwissend, dass sie sich nach einigen Tagen wieder trennen müssen. Sam lebt in Schweden, Lucia London. Zwei Menschen, zwei Länder und viele Kilometer zwischen ihnen. Eine Liebesgeschichte auf Zeit sozusagen. Wir begleiten das Pärchen während ihrer gemeinsamen Zeit und auch während der Zeit, in der beide allein leben und nur aneinander dachten.
Ich habe etwas gebraucht um reinzukommen, als ich dann aber drin war, wurde es wunderbar. Wir begleiten das Pärchen auf ihrem Weg zueinander - und wieder weg von einander, immer mit einem leisen Unterton. Ich bin mir nicht sicher, ob ich mir wünschte, dass sie gemeinsam oder getrennt leben sollten. Ein sehr authentisches Paar in der aktuellen Zeit.
Ich mochte die Stunden gemeinsam mit der Sprecherin, Luc und Sam sehr.

Mehr als okay, das Buch
Ich mochte den Titel ja sofort. Endlich mal kein Titel, der sich vor lauter Superlativen überbietet, nein, okaye Tage.

Mein Lieblingssatz gleich vorneweg:
"Aber selbst wenn es uns jetzt mies geht, verbringe ich lieber noch zwei miese Tage mit dir als zwei okaye Tage ohne Dich."

Es geht um Sam und Luc. Beide Endzwanziger, sie gebürtige Schwedin und für ein Praktikum in einer hippen Werbeagentur in London. Er Brite, eigentlich aus der Umweltbranche, aber mangels Job Interimsverkäufer.

Die Beiden verlieben sich heftig und der atemlosen Lovestory steht das Verfallsdatum (=Sams Praktikumsende und Rückkehr nach Schweden) immer ins Gesicht geschrieben. Wahrscheinlich deshalb ist die Beziehung auch anstrengend, man muss das hier und jetzt auskosten, jede Minute nutzen.
Dabei sind Sam und Luc so unterschiedlich - und je nach Buchfortschritt war ich mal mehr bei Sam und dann wieder mehr bei Luc.

Ich mag das Buch, weil es aus beiden Perspektiven erzählt wird.
Und weil es so viele aktuelle Themen anreißt.
Kann ich beruflich integer sein, meine Vorstellungen von einer besseren Welt leben oder muss ich irgendwann mal auf materielle Sicherheit gehen? Vegan oder Fleisch? Rauchen oder nicht? Kinder ja oder nein?

Große Liebe oder passt es einfach nicht? Oder nur gerade nicht? Teures Leben in der Großstadt, Drogen, Alkohol, jung und unbekümmert sein.

Gut fand ich auch die gendergerechte Sprache und die Selbstverständlichkeit von Liebesbeziehungen egal welchen Geschlechts. Nicht als Punkt einer Agenda, denn man gewollt abhaken muss (kommt mir bei manchen Büchern aktuell etwas zu gewollt vor), sondern halt einfach ein Freundeskreis.

Ein Buch für eine ganz bestimmte Lebensepoche, leicht und doch nicht seicht und ohne Zuckerguß-Schönverfärberei.

Dieser eine Mensch
von Jule
"Okaye Tage" von Jenny Mustard und übersetzt von Lisa Kögeböhn ist eine Geschichte in der es insbesondere um die Beziehung zu diesem einen Menschen geht, den man besonders liebt. Wir treffen auf Sam und Luc, die eigentlich nicht unterschiedlicher sein könnten und trotz größter Diskrepanzen immer wieder zueinander finden.

Der Beginn der Geschichte war für mich ein wenig holprig, auch weil ich mit der ganzen Situation erst mal klarkommen musste. Dennoch habe ich dann sehr schnell in den Lesefluss gefunden, was auch am Schreibstil lag: Dieser ist superlocker und leicht geschrieben, bezieht sich häufig auf Umgangssprache und lässt keinerlei Verständnisprobleme aufkommen.

Ebenfalls ist der Aufbau der Geschichte sehr gelungen, besonders im Hinblick auf den Countdown mit den Tagen, der alles greifbarer wirken lässt. Auch das Verweben von Vergangenheit und Gegenwart ist recht gelungen, obwohl ich auch hier sagen muss, dass ich zwischendurch ein paar Probleme damit hatte, weil es so schnell hin und her ging.

Auf jeden Fall bekommt man dadurch auch einen guten Einblick in die Beziehung von Luc und Sam. Man lernt sie kennen, kann in ihre Gefühle eintauchen und die Dynamiken werden bildlicher. Die Nebenprotagonisten vervollständigen das Bild und sorgen für interessante Wendungen.

Alles in allem ist es eine Geschichte, die man gut lesen kann und die zeigt, dass es diesen einen Menschen gibt, von dem man nicht wegkommt, auch wenn man es noch so sehr möchte. Es ist eine Empfehlung für alle, die in das Leben zweier Menschen eintauchen möchten, das alles andere als perfekt läuft und die ein oder andere Hürde bereithält.

Luc & Sam
von Tara
„Okaye Tage“ ist das Debüt der in London lebenden Schwedin Autorin Jenny Mustard.

Die Handlung beginnt im Sommer in London. Sam arbeitet in einer hippen PR-Firma in Stockholm und hat sich für ein Praktikum in der größten Londoner Marketingagentur unbezahlten Urlaub genommen. Luc lebt in London. Die beiden treffen aufeinander und verlieben sich, haben aber aufgrund ihrer unterschiedlichen Lebensmittelpunkte eigentlich keine Zukunft.

Die Story wird abwechselnd aus der Perspektive von Luc und Sam geschildert. Dieser Wechsel macht das Lesen abwechslungsreich und es ist ebenso spannend wie interessant die Ereignisse aus den unterschiedlichen Sichtweisen zu erleben.

Mit den beiden Protagonisten hat die Autorin zwei äußerst unterschiedliche Charaktere erschaffen, die aber auch Gemeinsamkeiten haben.
Beide wirken lebendig und authentisch, wie auch die übrigen Charaktere des Buches.
Sam und Luc nehmen viel Lifestyle-Trends mit, ihre Beziehung ist intensiv und voller Emotionen.
Die Handlung bleibt nicht in London, sondern es geht auch noch nach Schweden und Stockholm.

Gut gefiel mir, dass der sperrige Buchtitel seine Berechtigung gefunden hat und in der Handlung immer wieder aufgegriffen wurde.
Etwas anstrengend fand ich das Gendern, was mir besonders in der direkten Rede ungewöhnlich erschien.

Alles in allem ist das Buch okay. Es ist eine Achterbahnfahrt der Emotionen - leicht zu lesen und unterhaltsam aber nichts, was mir lange im Gedächtnis bleiben wird.

Ein Wohlfühlroman über eine ganz besondere Verbindung
Ich habe „Okaye Tage“ als eine realistische Beziehungsgeschichte unheimlich gern gelesen und bis zum Schluss mit den beiden Figuren mitgefiebert.

Sam und Luc kennen sich eigentlich schon von früher, begegnen sich aber zwei Jahre später erst so richtig wieder. Da Sam in Stockholm lebt und arbeitet, ist die Beziehung in London auf wenige Wochen befristet. Die beiden sind ziemlich verschieden, passen aber trotzdem oder gerade deshalb richtig gut zueinander. Das hindert weder Luc noch Sam jedoch daran, sich fortlaufend Gedanken über die gemeinsame sowie eigene Zukunft zu machen.

Was hier für mich ganz besonders hervorstach, ist die Liebenswürdigkeit der beiden Protagonist*innen. Jenny Mustard hat es tatsächlich geschafft, nicht nur eine sympathische Frauenfigur, sondern auch eine überaus sensible und nahbare männliche Hauptfigur zu schaffen. Luc widerspricht vielen Vorstellungen hegemonialer Männlichkeit, ohne sich dabei ständig selbst auf die Schulter zu klopfen. Er weint, hinterfragt, ist sensibel und aufmerksam - ich mochte ihn wirklich richtig gerne. <3

Auch Sam ist mit ihrer direkten, wohlmeinenden Art authentisch und liebenswert. Deshalb habe ich mich das ganze Buch über in den Perspektiven der beiden einfach nur wohl gefühlt. Der Countdown sorgt für ein unbedingtes Weiterlesen-Wollen und ich kann so viel verraten: Es wird nicht bei einem bleiben. ;)

Hervorheben möchte ich die genderinklusive Schreibweise, die mir beim Eichborn-Verlag nun schon mehrfach positiv aufgefallen ist. Außerdem werden einige gesellschaftspolitische Themen behandelt, von denen ich mich sehr gesehen gefühlt habe. Und ganz besonders warm wurde mein Herz, weil im Buch nicht ständig Tiere gegessen und benutzt werden - eher ganz im Gegenteil. <3

Der Roman fühlt sich an wie eine Umarmung, weil er ohne überbordendes Drama auskommt, ohne dabei langweilig zu sein. Ich hätte auch noch 100 weitere Seiten von Sam und Luc lesen können. Meiner Meinung nach perfekt für den Herbst, auch wenn die Geschichte vor allem im Sommer spielt.

Okaye Tage
„Wir sind so verschieden, das ist schon fast absurd. Und je älter wir werden, desto weiter werden wir uns auseinanderentwickeln.“
Der Debütroman „Okaye Tage“ von Jenny Mustard ist wirklich spannend, denn dadurch, dass sie ihre beiden Hauptfiguren abwechselnd erzählen lässt, erfahren wir aus zwei unterschiedlichen Perspektiven, wie die Geschichte von Sam und Luc begonnen hat, wie sie geendet hat und was dann noch passiert.
Das erste Mal sind sich die Schwedin Sam und der Engländer Luc während einer Party begegnet, als sie zu Besuch bei ihrer Cousine Diwa in London war. Damals war Sam achtzehn und Luc ein Jahr jünger. Eine Nacht mit wildem Geknutsche hat sie einander nie ganz vergessen lassen.
Zehn Jahre später kommt Sam für ein mehrmonatiges Praktikum nach London zurück und trifft erneut auf Luc. Die beiderseitige Anziehung ist sofort wieder da und es beginnt eine intensive und schwierige Liebesbeziehung mit Ablaufdatum. Sam und Luc zählen die Tage rückwärts bis zur unausweichlichen Trennung an dem Tag, an dem sie zurückmuss nach Stockholm; beide wissen, dass diese Beziehung nicht für immer sein kann. Sie sind sich einig, dass eine Fernbeziehung für sie nicht in Frage kommt.
„Ohne die Deadline hätten wir von Anfang an unsere Zweifel gehabt, weil wir so grundverschieden sind. So ist es besser. Ein sensationeller Sommer.“
Während die impulsive und launenhafte Sam sich sicher ist, dass sie nichts weiter will, als das spannende Kapitel in Lucs Biographie zu sein – denn „eigentlich ist es doch ein tolles Kompliment, die Spannende zu sein. An die man sich gern erinnert, nostalgisch. Die Wilde, die Reißaus genommen hat.“ – nimmt es der sensible Luc schwerer und zweifelt zunehmend an dieser rigorosen Entscheidung. Mit Sam an seiner Seite hat er sich unfassbar lebendig gefühlt; nachdem sie ihn verlassen hat, stürzt er in ein tiefes Loch.
Seine „Arbeitshypothese“: Zwei Menschen, die sich nah sind, müssen sich nicht zwangsweise aneinanderreiben bzw. -aufreiben. Die Unterschiede zwischen ihm und Sam können sie von dem Leben, das sie sich wünschen, abhalten. Oder sie wachsen zusammen zu einer ruhigeren, lockereren Zukunftsversion ihrer Selbst.
Während es für Sam nur schwarz oder weiß, nur katastrophal oder grandios zu geben scheint, ist sich Luc sicher: Beides ist möglich, und „selbst wenn es uns jetzt mies geht, verbringe ich lieber zwei miese Tage mit dir als zwei okaye Tage ohne dich.“

Sam mit ihrer schroffen Art hat es mir nicht ganz leicht gemacht, sie uneingeschränkt sympathisch zu finden. Mit ihrer Aversion vor einer Alltagsroutine und ihrer „Alles-scheißegal-Freiheit“-Attitüde war sie mir manchmal ein Stück weit zu unreif, aber gleichzeitig fand ich sie mit ihrer Angst vor dem Mut, den es mitunter braucht, sich auf einen anderen Menschen einzulassen und Verantwortung zu tragen, auch authentisch bei ihrem großen Schritt ins Erwachsensein.
Einziges Rätsel bei diesem Buch: Sam wird als schwarzhaarig, „dicht und verwuschelt“ beschrieben. Wer ist dann die blonde Frau auf dem Cover?!