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Ferdinand von von SchirachAlexander

Das erste Kinderbuch von Ferdinand von Schirach - Der Nr.-1-Bestseller

Hardcover

Penguin JUNIOR (2026)

160 Seiten; 4-farbig mit Vignetten; 19.3 cm x 13.3 cm; ab 10 Jahre

ISBN 978-3-328-30481-4

Sofort verfügbar oder abholbereit

Alexander

Hauptbeschreibung

Wie können wir friedlich miteinander leben? Anhand der Geschichte eines Jungen aus der antiken Stadt Kaliste, erklärt Ferdinand von Schirach die Grundzüge der Demokratie.




Alexander wird von den Einwohnern seiner Heimatstadt Kaliste der Auftrag erteilt, „gute Gesetze“ zu finden. Nie wieder soll eine Tyrannei möglich sein, und nur einem Kind traut man zu, frei von Vorurteilen gerechte Regeln für das Zusammenleben zu finden. Alexander macht sich also auf den Weg und spricht mit ganz unterschiedlichen Menschen: einem Orakel, einem Modeschöpfer, einem Soldaten und einem echten Philosophen. Nach und nach kommt er so den Prinzipien der Demokratie auf den Grund. Doch die Zeit drängt, denn der König des Nachbarreiches droht, die Stadt zu überfallen – und nur Alexander kann das verhindern, wenn er rechtzeitig gute Gesetze nach Hause bringt.


Klug, einfühlsam und humorvoll: Das erste Kinderbuch von Ferdinand von Schirach! Mit liebevollen vierfarbigen Zeichnungen des Autors.




Ausstattung: 4-farbig mit Vignetten


Hersteller: Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH
Neumarkter Straße 28, 81673 München DE
E-Mail: produktsicherheit@penguinrandomhouse.de

Warnhinweis: ab 10 Jahre


Präzise, kühl und eindringlich erzählt
Alexander“ von Ferdinand von Schirach ist ein stilles, aber wirkungsvolles Buch, das sich weniger über große Handlung als über Atmosphäre, Beobachtung und moralische Zwischentöne definiert. Wie so oft bei von Schirach entsteht die Spannung nicht durch äußere Dramatik, sondern durch das, was unausgesprochen bleibt.

Im Zentrum steht Alexander, dessen Leben, Entscheidungen und innere Leere sich langsam entfalten. Das Buch kreist um Fragen von Identität, Anpassung, Schuld und dem Wunsch nach einem anderen Leben. Vieles bleibt offen, aber genau das lädt zum Nachdenken ein.

Der Text ist knapp, fast asketisch, und gerade diese Reduktion macht ihn so intensiv. Von Schirach schreibt mit einer Klarheit, die manchmal schmerzt. Jede Szene wirkt sorgfältig gesetzt, jeder Satz trägt Gewicht. Die Distanz, die der Autor zu seinen Figuren hält, ist typisch für ihn – und funktioniert hier besonders gut.

Die emotionale Distanz kann gelegentlich kühl wirken. Manche Leserinnen und Leser könnten sich mehr Einblick in Alexanders Innenleben wünschen. Auch bleibt die Handlung bewusst minimalistisch – das ist stilistisch gewollt, aber nicht immer befriedigend.

Fazit:
„Alexander“ ist ein leises, kluges und stilistisch beeindruckendes Buch, das mehr andeutet als ausspricht. Wer von Schirachs nüchternen Stil schätzt, wird hier viel finden.

Hörbuch
Wir haben das Hörbuch gehört, das von dem Autor Ferdinand von Schirach selbst gelesen wurde. Seine Betonung ist präzise, genau wie die Schreibweise, was gut harmoniert hat. Man konnte gut zuhören, und der Hinweis am Ende ließ uns Schmunzeln. Natürlich fehlten die Illustrationen aus dem Buch, aber als Hörbuch beweist das Kinderbuch nochmal ganz eigene Stärken und ich würde es empfehlen.

Es geht um den Jungen Alexander. Es ist ca. 800 v. Chr. bis 500 n. Chr. in der Zeit der Antike und Alexanders Heimatstadt Kaliste droht erneut Krieg. Um das zu verhindern, muss Alexander herausfinden, wie man eine friedvolle Gesellschaft bildet und dies durch Gesetze in Kaliste erreichen kann. Die lehrhafte Erzählweise passt in die Zeit und vermittelt eine moralische oder belehrende Botschaft, weshalb ich sie als Parabel einordnen würde. Sehr komplizierte Zusammenhänge werden vereinfacht dargestellt, was unterschiedlich gut gelingt, aber zu einem Kinderbuch passt. Es gibt warmherzige Szenen, wie mit dem Pferd, aber in der Summe hat es einen kühlen und abstrakten Charakter. Alles berücksichtigend fanden wir das Buch aber gut und die Lehren sind unmissverständlich klar. Ich bin aber froh, dass wir es gemeinsam gehört haben und darüber sprechen konnten. Die dadurch sichtbaren Ungerechtigkeiten und Verletzungen der Menschenwürde in unserer Realität waren nicht leicht zu erklären.

Demokratie erleben
von Daggy
Der Autor hat auch die Bilder zu diesem Buch gezeichnet und so sehen wir Alexander mit seinen in alle Richtungen stehenden Haaren auf der Mauer sitzen und angeln.
Der Vater von Alexander ist eigentlich Tuchhändler, wie alle in seiner Familie, aber noch viel lieber zeichnet er und so hat er seinem kleinen Sohn viele Tiere an die Wand seines Zimmers gemalt. Alexander mag besonders den Elefant und er ist überzeugt, dass der seinen Schlaf bewacht. Doch dann streitet der König von Kaliste, wo die Familie bisher friedlich gelebt hat, mit seinem Nachbarn und so kommt es zum Krieg, indem der Vater stirbt.
Die Bürger von Kailste möchten verhindert, dass wieder so ein Tyrann ihre Stadt beherrscht, deshalb möchte sie Gesetzte, die sie davor bewahren sollen. Gemeinsam komme sie auf die Idee, dass nur ein Kinder geeignet ist ein solches Gesetz zu benennen. Nachdem Alexander eine Rätsel lösen konnte, wird er in die Hauptstadt geschickt, um Erfahrungen zu sammeln. Da inzwischen der General des Nachbarreiches eine Frist von sieben Tagen vorgegeben hat, bis sie die Stadt angreifen wollen, eilt die Zeit. Doch Alexander ist ein sehr kluger Junge und er kann sehr gut zuhören und beobachten. So vertrauen ihm die Bürger von Kaliste zu Recht, denn Alexander kann ihnen am Ende sagen, was das Wichtigste Gesetz ist.
Ich glaube wir können sehr viel von Alexander lernen, auch wir Erwachsenen. Die Erzählung spielt im antiken Griechenland und so begegnen Alexander ein Philosoph, der in einer Tonne wohnt und ein putzendes Orakel. Das faszinierendste aber sind die Schlüsse, die Alexander aus seinem Erleben zieht. Es wäre sehr schön, wenn diese Buch vielen Menschen zeigen würde, wie wichtig es ist Gesetze gegen die Tyrannei einzelner Herrscher anzuwenden und die Demokratie zu stärken.


Grundzüge der Demokratie für Kinder ab 10 Jahren
Das erste Kinderbuch von Ferdinand von Schirach ist eine philosophische Reise in die Vergangenheit: Alexander soll in der Hauptstadt gerechte Gesetze für die antike Stadt Kaliste finden, in der Hoffnung, dass es in einer gut und gerecht geführten Stadt keinen Tyrannen geben kann. Nur ein unvoreingenommener und kluger Kopf kann dies bewerkstelligen, und so wird Alexander ausgewählt, diese bedeutende Aufgabe zu übernehmen.

Das Schicksal der Stadt liegt damit in den Händen eines Jungen, der in sieben Tagen herausfinden muss, wie man friedlich miteinander leben kann. Wem wird er begegnen? Was wird er lernen? Auf seiner Reise begegnet Alexander ganz unterschiedlichen Menschen und fragt sie, was ihnen wichtig ist. Diese Gespräche sind bedeutend, weil sie dem Jungen Wissen, Orientierung oder wichtige Einsichten geben, die für die Entwicklung der Handlung entscheidend sind. Es sind unterhaltsame und amüsante Gespräche, aus denen sich grundlegende Rechte wie Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit, Gleichheit vor dem Gesetz und Schutz der Menschenwürde ergeben – kindgerecht und in einfacher Sprache erklärt, eingebunden in eine interessante Geschichte, bei der man hofft, dass Alexander am Ende das Schlimmste verhindern kann.

Die ruhige und distanziert nüchterne Erzählweise passt zu Alexanders Besonnenheit und der enormen Verantwortung, die auf seinen Schultern lastet. Mit großer Klarheit und verständlichen Worten bleibt Ferdinand von Schirach beim Wesentlichen und veranschaulicht das Thema in gut verträglichen Abschnitten. Dadurch hebt sich die Geschichte mit einer ausgewogenen Mischung aus Unterhaltung und Wissensvermittlung hervor und bietet für Klein und Groß Anregungen zum Austausch und Nachdenken – gemeinsames Lesen wird empfohlen.

Erwachsene dürfen sich eine Scheibe abschneiden
Ferdinand von Schirach hat sein erstes Kinderbuch veröffentlicht. Er beschreibt darin, wie einfach Demokratie sein kann.
Ganz allein schafft er das nicht, sondern es gelingt ihm mit Hilfe eines kleinen Jungen: Alexander lebt in einer fiktiven antiken Stadt, die lange Zeit von einem Tyrannen beherrscht wurde. Die Menschen, die dort leben, wünschen sich eine Stadt, in der es gerecht zugeht. Alexander scheint der Richtige zu sein, diese Gesetze, die gleichermaßen für alle Menschen gelten, zu finden. Dafür hat er eine Woche Zeit. Er macht sich auf den Weg…
Unterwegs begegnet er ganz unterschiedlichen Menschen mit vielen verschiedenen Meinungen. Schon bald stelle ich fest, dass Alexander nicht nur ein pfiffiges Kerlchen ist, sondern dass er auch die Gabe besitzt, den Menschen zuhören zu können, um aus dem Gesagten Wichtiges und Richtiges herauszufiltern. Kann Demokratie so einfach sein?
Richtig schwierig wird es für mich, als Alexander vor einer Frage steht, die sich wahrscheinlich fast jeder schon einmal gestellt hat: Darf ich auch nur einen einzigen Menschen opfern, wenn ich damit...?
Mir gefällt es, mit welch einfachen Worten der Autor alle wichtigen Themen einer Demokratie anspricht und erklären kann. Am Ende habe ich sogar das Gefühl, dass sich Alexander und Ferdinand recht gut kennen.
Danke für die lehrreiche Geschichte und für die ebenso einfachen wie wunderbaren Zeichnungen. Von einem Kind wie Alexander können und sollten sich Erwachsene eine Scheibe abschneiden. Dann würde es keinen König mehr geben, der weint, weil er feststellen muss, dass aus einem Krieg keine Sieger, sondern nur Verlierer hervorgehen.


Ein junger Protagonist macht noch kein Kinderbuch
Von Schirach ist für Erwachsene ein toller Autor, hier wagt er sich an ein Kinderbuch. Er beschreibt er Aufstieg und Fall eines Reiches und die Reise des jungen, nachdenklichen Alexander beim Versuch, seine Stadt vor einem weiteren Krieg zu bewahren, indem er gerechte Gesetze findet. Dabei begegnet er verschiedenen, teils bekannten Figuren, von denen er etwas über die Regeln des guten Zusammenlebens lernt, über Ethik, Psychologie und Philosophie.
Die Geschichte entspricht altgriechischen Dramen und Sagen: die Figuren eigenwillig, prototypisch, leicht greifbar und meist sympathisch, die Handlung eine unverhüllte Heldenreise des jugendlichen Alexanders, der später „der Große“ werden wird.
Der Erzählstil ist größtenteils geprägt von einer entlarvenden Einfachheit, wie sie vor allem Kindern zueigen ist, wodurch die ethischen Grundsätze etwas plakativ, aber dafür eben sehr greifbar vermittelt werden. Manche Details ließen sich jedoch nicht in dieser Sprache bändigen, wodurch es hin und wieder zu abstrakten Exkursen kommt, die aus der Geschichte herausstechen. Erwachsene werden viele Motive wiedererkennen (Diogenes; der Schaumschläger mit den kleinen Händen, das Trolley-Problem…), je nach persönlicher Präferenz wird man sich darüber freuen oder sie als „schon bekannt“ überfliegen; jüngeren Lesende ermöglichen sie spannende erste Begegnungen. Der Erzählrhythmus schwankt zwischen der temporeichen Handlung um die Rettung der Stadt, die Spannung aufbaut, und den kontemplativ geschilderten Begegnungen, Beobachtungen und langen Dialogen. Diese Tempowechsel haben bei mir ein unharmonisches Gefühl wie im Stop-and-go-Verkehr erzeugt.
Die Altersempfehlung von 10 Jahren finde ich passend, für jüngere Kinder sind die Themen noch zu abstrakt und die vielen Dialoge daher vermutlich wenig fesselnd. Ältere Kinder sollten Leseerfahrung mitbringen – um „leichte“ Lektüre handelt es sich für sie sicher nicht, aber dafür eine umso bereicherndere.
Insgesamt ist „Alexander“ ein Buch, das jungen Lesenden erste Begegnungen mit Themen aus Recht, Ethik, Psychologie und Philosophie ermöglicht und sie dabei sicherlich herausfordert.

Demokratie und gerechte Gesetze
„Alexander“ von Ferdinand von Schirach ist ein sehr besonderes, wirklich gutes Buch zum Thema Demokratie.
Die Geschichte spielt in der Antike. Alexander lebt mit seiner Familie in der Stadt Kaliste, die durch einen Krieg mit dem Nachbarstaat erschüttert wurde und viele Menschen starben. Alexander verlor seinen Vater. Nun sind die Bewohner auf der Suche nach einem Kaliste mit neuen, gerechten Gesetzen und wählen Alexander aus, diese zu finden und weitere Kriege zu verhindern. Auf seiner Reise und Suche nach gerechten Gesetzen begegnet Alexander verschiedenen Menschen, kann Fragen stellen, sucht und bekommt Antworten.
Durch die kurzweiligen Kapitel und die klare Sprache werden die großen Themen der Demokratie unvoreingenommen und mit viel Einfühlungsvermögen erklärt. Die sehr gut gewählten Zeichnungen ergänzen die Themen hervorragend und passen einfach super.
Das Buchcover als Hartcover mit der leuchtend gelben Farbgestaltung und der dazu passenden Zeichnung und Schrift ist sehr ansprechend gestaltet. Auch die Gestaltung der Innenseiten sowie die farblichen Akzente in dem Buch haben mir sehr gut gefallen.
„Alexander von Ferdinand von Schirach ist ein wunderbares Buch über Gerechtigkeit, Gesetze, Demokratie und Zusammenhalt. Dieses Buch ist zwar ein Kinderbuch, aber es gehört in jede Hand und in jedes Bücheregal. „Alexander“ ist eine absolute Leseempfehlung, nicht nur für Kinder ab 10 Jahre.

Einfühlsam
In Ferdinand von Schirachs erstem Kinderbuch widmet sich der bekannte Autor ähnlichen Fragen, wie in seinen Büchern aus dem Thema Recht - auf eine kindgerechte Art und Weise. Um zu verhindern, dass in der antiken Stadt Kaliste jemals wieder ein Tyrann die Herrschaft übernimmt, wird der kleine Alexander losgeschickt, gerechte Gesetze zu finden. Er begegnet verschiedenen verschrobenen Persönlichkeiten, von denen er aber wichtige Dinge lernt. Geschickt lässt der Autor etwas griechische Historie (Tyrannenherrschaft), Mythologie (die Sphinx), politische Theorie (Rawls Schleier des Unwissens) in die Geschichte einfließen, um auf die grundlegenden Menschenrechte zu kommen - Gleichheit trotz Unterschiedlichkeiten, Menschenwürde, Meinungsfreiheit, und andere wichtige Konzepte. Diese können anhand des Buchs Kindern gut erklärt werden.

Lehrreich
Wie können Menschen friedlich zusammenleben? Und was braucht es, damit Macht nicht missbraucht wird? Mit „Alexander“ versucht sich Ferdinand von Schirach an einem Kinderbuch über gerechte Gesetze. Im Mittelpunkt steht der Junge Alexander aus der antiken Stadt Kaliste. Nachdem seine Heimat eine Tyrannei überstanden hat, soll er als unvoreingenommenes Kind gerechte Gesetze finden. Er bricht auf eine Reise auf, sammelt Ideen für gängige Grundrechte und diskutiert sie mit Bürger:innen.

Mir hat die Machart der Geschichte gefallen: In einfachen, klaren Sätzen erzählt Schirach eine märchenhafte Geschichte, die dennoch anspruchsvolle Gedanken transportiert. Das Buch versucht demokratische Prinzipien nicht belehrend, sondern über Gespräche, Bilder und Fragen, die zum Weiterdenken anregen, zu erklären, auch wenn es insgesamt trotzdem etwas moralisierend wirken könnte. Gerade deshalb eignet sich „Alexander“ aus meiner Sicht sehr gut zum Vorlesen. In (Klein-)Gruppen oder im Familienkontext können sich gut Gespräche an die einzelnen Kapitel anschließen, sodass die unterschiedlichen Perspektiven und Ideen mit Leben gefüllt und diskutiert werden können. Außerdem können so einzelne Wörter noch einmal geklärt werden.

Auch die gesamte Gestaltung des Buchs mit Zeichnungen des Autors wirkt wertig und durchdacht. Eine schöne Ergänzung für das Bücherregal aller Menschen, die mit Kindern arbeiten!

Alexander
Es gibt Bücher, die man liest – und solche, die einen leise an der Hand nehmen und nicht mehr ganz loslassen: „Alexander“ des berühmten Schriftstellers Ferdinand von Schirach gehört für mich zu letzterer Sorte, denn es ist ein schmales Buch, fast unscheinbar in seiner äußeren Form, und doch trägt es in sich eine Schwere, die nicht erdrückt, sondern nachhallt – wie ein Gedanke, der sich erst Stunden später vollständig entfaltet.
Man kennt den Autor von Schirach als Chronisten menschlicher Abgründe, als Erzähler von Schuld und Gesetz. Dass er sich nun einem Kinderbuch zuwendet, wirkt zunächst wie ein leiser Bruch – und entpuppt sich doch als konsequente Fortsetzung seines Denkens. Denn was ist ein Gerichtssaal anderes als der Versuch, Ordnung in das Chaos menschlichen Handelns zu bringen? Und was ist ein Kind anderes als jemand, der diese Ordnung zum ersten Mal hinterfragt?
Der Protagonist Alexander lebt in Kaliste, einer Stadt, die einst von Offenheit und Schönheit geprägt war, doch diese Welt ist zerbrechlich, denn der Krieg kommt, wie er immer kommt: sinnlos, von oben beschlossen, von unten bezahlt. Alexanders Vater, ein Künstler im Herzen, wird zum Soldaten gezwungen – und kehrt nicht zurück. In diesen stillen, fast nüchtern erzählten Momenten liegt eine der größten Stärken des Buches: Es klagt nicht an, es erklärt nicht, es zeigt. Und gerade dadurch trifft es.
Was folgt, ist keine klassische Heldenreise, sondern etwas Zarteres, Nachdenklicheres. Die Menschen von Kaliste, müde von Gewalt und Tyrannei, treffen eine ungewöhnliche Entscheidung: Ein Kind soll „gerechte Gesetze“ finden; so wird Alexander losgeschickt – nicht weil er alles weiß, sondern weil er noch nicht verlernt hat zu fragen.
Hier beginnt die eigentliche Magie des Buches, die mich nicht mehr losgelassen hat: Alexanders Reise ist kein Abenteuer im herkömmlichen Sinne, sondern ein Mosaik aus Begegnungen. Ein Philosoph, ein Soldat, ein Orakel, ein Modeschöpfer – sie alle sind weniger Figuren als Stimmen, die unterschiedliche Wahrheiten tragen; so wird jede Begegnung zu einem kleinen Spiegel, in dem sich ein Teil unserer Welt zeigt. Und Alexander sammelt diese Splitter, ohne sie vorschnell zu einem Ganzen zu zwingen.
Unweigerlich denkt man beim Lesen an „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry. Nicht, weil die Geschichten gleich wären, sondern weil sie denselben Ton treffen: diese Mischung aus kindlicher Klarheit und philosophischer Tiefe, die Erwachsene fast mehr herausfordert als Kinder. Auch Alexander stellt Fragen, die so einfach klingen, dass man sie leicht unterschätzt – und gerade deshalb so schwer zu beantworten sind.
Von Schirachs Sprache ist dabei von bemerkenswerter Zurückhaltung, denn wir finden kein überflüssiges Wort, kein Pathos. Die Sätze sind klar, fast schlicht, und genau darin liegt ihre Kraft, denn sie lassen Raum – für Gedanken, für Zweifel, für eigene Antworten; – und vielleicht ist es gerade diese Klarheit, die das Buch meines Erachtens in einer komplexen Welt so notwendig macht.
Besonders berührend ist, wie das Buch Trauer verarbeitet: Alexanders Verlust ist kein lauter Schmerz, sondern ein leiser Antrieb. Seine Suche nach Gerechtigkeit entspringt nicht abstraktem Interesse, sondern einer tiefen, persönlichen Erfahrung und das verleiht der Geschichte eine Erdung, die sie vor bloßer Allegorie bewahrt.
Und dann ist da noch die stille Hoffnung, die sich durch jede Seite zieht: die Idee, dass eine bessere Welt möglich ist – nicht durch große Helden oder perfekte Menschen, sondern durch Regeln, die für alle gelten, und durch den Mut, immer wieder neu darüber nachzudenken, was „gerecht“ eigentlich bedeutet.
Vielleicht ist Alexander am Ende gar kein Kinderbuch im klassischen Sinne, sondern ein Buch für alle, die bereit sind, sich auf einfache Fragen einzulassen, ohne schnelle Antworten zu erwarten: Für Kinder, die ernst genommen werden wollen, – und für Erwachsene, die sich erinnern möchten, wie es ist, die Welt zum ersten Mal zu betrachten.
Man schließt dieses Buch nicht mit einem Gefühl von Abschluss, sondern mit einem leisen Weiterdenken. Und vielleicht ist das die größte Stärke dieser stillen, klugen Erzählung: Sie endet nicht auf der letzten Seite – sie beginnt dort erst wirklich. Ich musste bei der Lektüre immer wieder an das berühmte Zitat von Marie Ebner-Eschenbach denken: „Nicht was wir erleben, sondern wie wir empfinden was wir erleben, macht unser Schicksal aus.“

Ferdinand von Schirach 
Die Stadt Kaliste muss „gute Gesetze“ finden, denn nie wieder soll ein Tyrann über sie bestimmen können. Nur einem Kind traut man zu, frei von Vorurteilen gerechte Regeln für das Zusammenleben zu finden. Alexander wird auserwählt und macht sich auf den Weg um seine Aufgabe zu erfüllen.

Diese mit den Zeichnungen des Autors liebevoll gestaltete Geschichte bringt Kindern aber auch Erwachsenen die Bedeutung von Demokratie näher und zeigt auf, wie wichtig friedliches Zusammenleben ist.

Alexander
Das erste Kinderbuch von Ferdinand von Schirach. Das Buch ist im antiken Griechenland angesiedelt. Ein König, der ein Tyrann ist, stürzt sein Reich durch einen Krieg in den Abgrund. Der König wird vertrieben und das Kind Alexander ist auserwählt, gerechtere Gesetze zu finden. Es geht um Freiheit, Gleichheit , Respekt - um alles was Demokratie ausmacht.

Alexander
Kaliste, die kleine Stadt am Meer, ist für ihre Schönheit bekannt. Nach einem Streit, an dessen Grund sich heute niemand mehr erinnern kann, beginnt der König einen Krieg mit dem Nachbarland, und eine dunkle Zeit beginnt.
Nach zwei Jahren des Kämpfens und des Tötens gelingt es den Einwohnern, ihren König, der jetzt von allen nur noch „Tyrann“ genannt wird, aus der Stadt zu jagen.
Doch was können sie tun, um einen neuen Tyrannen zu verhindern?
Auf den ersten Blick scheint die Antwort einfach: Es braucht gerechte Gesetze! Aber was sind gerechte Gesetze und wo findet man sie?

Mit „Alexander“ hat der bekannte Autor Ferdinand von Schirach sein erstes Kinderbuch veröffentlicht, in dem er den Jüngsten unter uns die Grundpfeiler der Demokratie erklärt – verpackt in einer schönen und durchaus nachdenklich stimmenden Geschichte.
Die Einwohner von Kaliste schicken nämlich denjenigen auf die Suche nach den neuen Gesetzen, der weiß, was Gerechtigkeit ist – einen, der unschuldig ist, und wer könnte unschuldiger sein als ein Kind?
Dieses Kind ist der junge Alexander, dessen Vater gleich in der ersten Schlacht gefallen ist, was ihn immer wieder zu der Frage bringt: Was ist es, das seinem Vater und den anderen Soldaten vom Tyrannen und vom Krieg genommen wurde und das über den Tod hinausging?
Auf seiner Reise in die Hauptstadt trifft er auf allerlei Menschen, die ihm bei seiner Suche und seinen Fragen behilflich sind, u.a. den eleganten Modeschöpfer. Von ihm lernt er, dass es keine Unterschiede zwischen den Menschen vor den Richtern geben darf, denn das wäre ja ungerecht.
„Hässlich! Hässlich würde das werden“, sagte der Modeschöpfer. „Und hässlich wollen wir nicht. Auf keinen Fall wollen wir hässlich, nicht wahr?“
Es sind pfiffige Stellen, wie diese, die meiner Meinung nach den ganz besonderen Charme des schmalen Büchleins ausmachen, genauso wie der einstige Tyrann der Hauptstadt, der völlig verrückt war nach Macht, Geld und Krieg. Dieser Tyrann wurde auch aus dem Amt gejagt, aber ganz vertreiben ließ er sich nicht. „Deshalb haben wir ihn hier in diese große Badewanne auf dem Marktplatz gesetzt. Jetzt muss er dort den ganzen Tag Schaum schlagen… er wird nie müde davon. Nur seine Haare sind schon gelb von der vielen Seife…“
Ein Schelm, wer Böses dabei denkt und sich fragt, was für eine färbende Seife das wohl sein mag.


„Alexander“ ist ein Buch, das rein von der Optik her und durch seine klare und schliche Sprache wirklich gut für Kinder ab etwa zehn Jahren geeignet ist. Aufgrund der Thematik halte ich gemeinsames Lesen mit den Eltern oder Vorlesen in der Klasse für eine gute Idee, da sich aus der Geschichte heraus jede Menge Gesprächsstoff ergeben kann, ergeben MUSS.
Und da es gerade heutzutage nicht schaden kann, sich wieder einmal klarzumachen, was eine Demokratie ausmacht, dass sie nicht selbstverständlich ist und wie sie zu schützen ist, möchte ich Alexanders Geschichte allen Leserinnen und Lesern ans Herz legen.

Was bedeutet eigentlich Demokratie und wie funktioniert sie??? Ferdinand von Schirach bringt`s auf den Punkt!!

Alexander
Alexander erzählt von einem Jungen aus der antiken Stadt Kaliste. Er wird beauftragt, „gute Gesetze“ zu finden, um sein Volk vor Tyrannei und Krieg zu bewahren. Auf seiner Reise begegnet er unterschiedliche Menschen: einem Winzer, einem Modeschöpfer, ei-nem Philosophen, einem Orakel und fragt sie nach dem wichtigsten Gesetz. In diesen Begegnungen setzt er sich mit den Grundideen der Demokratie auseinander. Von Schirach schafft eine kluge und leicht zugängliche Geschichte, die zum Nachdenken über Gemeinschaft und Verantwortung anregt.