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Rezensionen

Rezensionen von MeinSohnPrinzAndreas

Autor: Rebecca Gablé

gelungener historischer Roman aus dem angelsächsischen England - 4 Sterne



Das England im frühen 11. Jahrhundert ist geprägt durch politische instabilität unter der Herrschaft Æthelred des Unberatenen und den beständigen Überfällen dänischer Invasoren. In dieser Zeit macht sich Ælfric of Helmsby zusammen mit seinem Sohn und einen dänischen Gefangenen auf den Weg in die Hauptstadt des angelsächsischen Englands. Unterwegs machen sie bekanntschaft mit dem wissensbegierigem Mönch Eilmer of Malmesbury und eine langanhaltende Freundschaft entsteht. Dabei geraten unsere Helden schnell in den inneren Kreis des Hofes und finden sich schnell zwischen politischen Ränkespielen wieder.

Zeitlich schließt der Roman nahe vor "Das Zweite Königreich", dem ersten Band der Helmsby-Reihe an. Allerdings lässt sich Rabenthron gut lesen, ohne dass man die anderen beiden Romane aus der Reihe gelesen haben muss.

Schnell habe ich auch hier wieder in den Schreibstil Gablés hineingefunden, flott und raumgreifend wird die Geschichte erzählt, und die Seiten sind bei mir nur so dahingeflogen. Auch die Atmosphäre für Umgebung in räumlichen und historischen Sinn wurde wieder sehr gut getroffen und man hat wirklich das Gefühl, an den histroischen Schauplätzen mitdabei gewesen zu sein. Was dieses Mal aber hinter meinen Erwartungen zurückblieb war die Ausbildung der einzelnen Charaktere. Nach Klappentext und den ersten Kapiteln habe ich mir erwartet, dass wir mit Ælfric, Hakon und Eilmer drei gleichwertige Hauptcharaktere haben, zwischen denen in der Geschichte die Perspektiven hin und herwechseln. Allerdings blieb uns die Autorin dies schuldig. Der Fokus liegt deutlich auf Ælfric und später dann auf seinem Sohn Penda, den wir schon als kleinen Jungen zu Beginn des Buches kennenlernen. Bruder Eilmer taucht in den späteren Kapiteln des Buches hin und wieder mal auf, spielt allerdings keine wirklich tragende Rolle und auch Hakon - der zwar mehr auftritt als Eimer - blieb deutlich unter meinen Erwartungen. Nicht nur, was den Anteil an der Handlung anbelangt, sondern viel mehr auch die Charakterentwicklung. Hakon und andere auch, bleiben den ganzen Roman über nur sehr schwer greifbar für mich. Andere Figuren widerum wurden ihrer Rolle entsprechend in guter Art und Weise Gablés gezeichnet und dargestellt. Aber so muss ich leider sagen, dass der Roman ohne Hakon und Eilmer nicht sehr viel schlechter funktioniert hätte. Das Potential für intensive Zwischenmenschliche Beziehungen und Konflikte zwischen den drei jungen Männern mit doch sehr unterschiedlichem Hintergrund wurde leider nicht angetastet, obwohl es mitunter eines der Themen war, auf das ich mich zu Beginn des Romanes am meisten gefreut hatte. Auch muss ich sagen, dass mir im vergleich zu anderen Roman der Autorin unser Hauptprotagonist Ælfric weniger symathisch war. Er ist nicht unsympathisch, aber er macht durch gewisse Dummheiten und Wesenszüge auf mich doch einen bisschen stark naiven Eindruck.

Was Rebecca Gablé aber ohne Zweifel wieder sehr gut gelungen ist, ist es die historischen Gegebenheiten und das Leben am Hof spannend aufzubereiten. Nach diesem Roman weiß glaube ich jeder darüber Bescheid, was es mit den letzten Königen vor der normannischen Eroberung Englands auf sich hatte. Wir erleben - zwar mit vielen Zeitsprüngen - die Herrschaften von 5 englischen Königen mit und finden uns immer wieder mit dabei bei wichtigen Einzelereignissen. Besonders Augenmerkt wird von der Autorin auf Königin Emma, die uns den ganzen Roman über begleitet und ihren Sohn Prinz Edward, den späteren Eduard der Bekenner, gelegt. DSas ist der Autorin auch hier wieder sehr gut gelungen, diese nahbar zu machen und ihnen ein stark menschliches Antlitz zu geben. Auch wenn wir es nicht wissen, ich kaufe es der Autorin ab, dass die beschriebenen historischen Persönlichkeiten wirklich so drauf waren.

Auch wenn die Kritik hart wirken mag, ist der Roman immer noch außerordentlich spannend und unbedingt lesenswert. Als jemand, der beinahe alle Bücher der Autorin gelesen hat, komme ich nicht umhin, Rabenthron in seiner Umsetzung mit diesen zu vergleichen. Und dabei schneidet dieser Roman für mich persönlich einfach in einigen Aspekten schlechter ab. Dennoch kann ich den Roman wirklich jedem ans Herz legen und ich hatte sehr viele spannende Stunden damit.
von MeinSohnPrinzAndreas - 2025-09-08 10:20:00
Autor: Cristina Henríquez

Panama in tiefen Atemzügen - 4 Sterne

Ein Riss geht durch Paname. Der physische wächst von beiden Ufern des Landes jeden Tag ein Stück bis der Panamakanal als neues Nadelöhr der Schifffahrt entsteht. Der zweite Riss, viel feingliedriger, dringt viel subtiler und dennoch viel schneller voran. Er geht durch die Gesellschaft, durch Familien, teilt diejenigen, die im Bau des Panamakanals eine Chance für eine blühende Zukunft sehen und diejenigen, die die bisherige Suveränität Panamas und das lokale Lebensgefühl bedroht sehen. Gleichzeitig bringt er auch Klassenkämpfe in ein Land, dass bisher Rassismus nicht in solch einer Form gekannt hat.

Die Geschichte dreht sich nicht so sehr um den Bau des Kanales, die technischen Details, Baufortschritt und die wirtschaftlichen und politischen Angelegenheiten. Viel mehr begleiten wir eine Reihe an Menschen, die in irgendeiner Form mit dem Bau in Berührung kommen bzw. nach Panama gekommen sind. Arbeiter aus anderen tropischen Gefielden, die hier unter harschen Bedingungen schuften müssen, ein Bauwerk entstehen lassen, für dass sie letztendlich keinerlei Ruhm, Dank und Anerkennung bekommen, oder aber die Frau eines amerikanischen Forschers, der versucht die grassierende Malaria auszurotten, aber es nicht schafft aus seinem Schatten auszubrechen und ihr eigenes Leben zu leben. Aber auch die lokale Bevölkerung, die sich eigentlich nicht mit dem Bau auseinandersetzen will, bis die eigene Heimat oder Familie betroffen ist.

Die Autorin ist dabei sehr gut darin, die verschiedenen Protagonist:innen authentisch, interessant und vor allem tiefgründig und vielschichtig erscheinen zu lassen. Auch wenn wir viele verschiedene Personen durch die Geschichte begleiten wird einem einerseits nie langweilig, außerdem steht jede der Figuren so stark für sich alleine, dass man nicht das Gefühl hat, dass sich mehrere Personen charakterlich sehr stark ähneln. Ängste, Träume und vor allem die Hintergründe, was die Personen dazu gebracht hat, meist alleine aufzubrechen, um nach Panama zu reißen, werden detailiert erkundet. Es fällt einem nicht schwer, nicht mit den Protagonist:innen mitzufiebern, und auch bei denjenigen, die meines Erachtens nach als schlechte Menschen konzipiert wurden, regen Mitgefühl und es stellt sich heraus, dass es einen Grund gibt, warum sie tun, was sie tun und von uns als bösartig wahrgenommen werden.

Die Handlungsstärnge ziehen sich nur über einen recht kurzen Zeitraum von mehreren Monaten. Kurz gerade im Hinblick darauf, dass wir Beginn und Fertigstellung des Baues nur in kurzen Annektoten geschildert bekommen. Jede der Personen geht nach diesem Zeitraum - sofern möglich - wieder ihre eigenen Wege, ich hätte mir aber Interaktion über einen längeren Zeitraum gewünscht. Ich glaube zwar, dass das Buch dadurch zu lange gestreckt worden wäre und nicht mehr so kurz und kompakt funktioniert hätte. Es fühlt sich ein wenig wie ein tropischer Fiebertraum an, aus dem man erwacht, weil man muss, aber gerne wieder zurück eingetaucht wäre.

Und so zeichnet sich das Buch durch sein histroisches Wissen zu den Anfangsjahren Panamas und bunte, vielschichte Erzählweise aus. Ein kurzer, prägnanter Eindruck von Menschen und Land, bei dem man sich gewünscht hätte, er möge noch ein Stückchen weitergehen.
von MeinSohnPrinzAndreas - 2025-02-19 15:49:00
Autor: Kai Spellmeier

weihnachtliche Geschichte für junge Leute - 3 Sterne

Dima kommt zusammen mit seiner Mutter neu in das Städtchen Fontainbridge. Schnell stellen die beiden fest, dass sich hier scheinbar alles um Weihnachten zu drehen scheint. Und so sind auch die Winters, die Nachbarfamilie, fanatische Weihnachtsfans und Luis, der Sohn der Familie meldet sich rasch als Tourguide, um Dima in die weihnachtlichen Traditionen der Stadt einzuweihen. Schnell kommen die beiden sich näher, doch während Luis mit sich und seiner Identität im Reinen ist, scheint Dima noch ein wenig in der Selbstfindungsühase festzustecken.

Gerade habe ich viel Stress rund um mich herum und habe dringend was gebraucht, was mich leicht unterhaltet und wo ich den Kopf ausschalten kann. Einfach etwas fürs Herz. Und in diesem Roman findet man sehr gut auch soetwas. Nur bin ich wahrscheinlich schon ein wenig zu alt für die Geschichte. So hat mir das Setting leider nicht ganz so gut gefallen. Es war mir viel zu viel Bling-Bling und Weihnachtskitsch. Nußknacker-Dekorier-Wettbewerb und andere Wettbewerbe, die nicht das Weihnachten repräsentieren, dass ich persönlich feiere und mich dementsprechend auch kaum in Weihnachtsstimmung versetzen konnten. Auch hätte die Kleinstadt abseits von Weihnachten ein wenig mehr Charakter und Substanz vertragen, denn sie war für mich ansonsten nur recht schwer greifbar.

Das gleiche gilt auch für den Großteil der handelnden Figuren. Dima und Luis sind ganz okay, einigermaßen gut beschrieben und gerade Dima macht auch eine interessante Charakterentwicklung durch. Aber der Rest der Figuren war für mich zu sehr ein Einheitsbrei, bzw. manche insbesondere Hannah und Alec, die besten Freunde Luis' waren für mich zu klischeehaft und teilweise ein wenig nervtötend. So richtige Besties aus Jugendfilm und -buch, mit denen im echten Leben aber glaube ich kaum jemand großartig etwas anfangen könnte.

In der Mitte des Buches fand ich die Geschichte auch ein wenig zäh, der Autor hat stellenweiße Spannungspotential verschenkt. Gerade aber das Ende war dann doch sehr angenehm und wohltuend, und hat ein paar Überraschungen, manche mehr manche weniger erwartbar mitgebracht.

Insgesamt ein tolles Buch für die kuschelige Weihnachtszeit und gerade für Teenager sehr zu empfehlen. Ich habe mich halt alterstechnisch nicht mehr ganz angesprochen gefühlt.
von MeinSohnPrinzAndreas - 2024-11-05 07:04:00
Autor: Mithu Sanyal

Zwiegespalten - 3 Sterne

Durga, halb Inderin, halb Deutsche, hat gerade ihre freiheitsliebende Mutter verloren, als sie nach London kommt, um an einer Neuverfilmung eines Poirot-Filmes mitzuarbeiten. Dieser soll ganz im Zeichen des Postkolonialismus und der Aufarbeitung rassistischer Stereotype stehen. Für viele der Brit:innen, die gerade den Tod ihrer Queen zu betrauern haben, kommt nun dieser vermeindliche Angriff auf ihre geheiligte Agatha Christie wie ein Angriff auf ihr Leben selbst. Und so muss sich Durga nicht nur mit ihrer eigenen Trauer auseinandersetzen, sondern auch mit Menschen, die kaum dazu bereit sind, über die porblematischen Aspekte ihres Kulturgutes zu diskutieren. Doch plötzlich findet sie sich im Jahr 1906 wieder, im India House, umgeben von Kämpfern für die indische Unabhängigkeit.

Ich fand die Idee ganz hervorragend, die heutigen Diskussionen über Kolonialismus bzw. Postkolnialismus den Vorstellungen und Sichtweisen der Freiheitskämpfer, die noch mitten in diesem Kolonialismus feststecken, gegenüberzustellen und so die Möglichkeit zu schaffen, diese direkt zu vergleichen. Vor allem weil der Klappentext gerade was die Handlung in der Vergangenheit angeht, durchaus rasant und handlungstechnisch spannend zu versprechen scheint. Allerdings hat gerade die erste Hälfte des Buches ein ganz substanzielles Problem. Die Handlung dreht sich nur um die Vorstellung von mehr oder minder wichtigen Figuren, vor allem im kolonialen Handlungsstrang, und aus sehr vielen Diskussionen über Indien, die richtige Form des Widerstandes, die Frage nach Identität und Religion und noch viel mehr. Zu lesen durchaus interessant, da einerseits neue Aspekte zum indischen Freiheitskampf und vor allem auch zu dessen postkolonialer Entwicklung, insbesondere des Hindutva thematisiert werden. Allerdings fehlte es an sonstiger Handlung, ganz einfach. Man handelt sich quasi von Podiumsdiskussion zu Podiumsdiskussion, hin und her zwischen Indiahouse, 1906 und den Drehbuchautor:innen 2022. Die Autorin versäumt hier definitiv die Gelegenheit, der Geschichte mehr Tiefe zu geben, neben dem informierenden Aspekt auch noch Spannung miteinzubauen. Das sie es kann, beweist sie ja in der zweiten Hälfte des Romanes. Hier bekommt gerade der historische Handlungsstrang Fahrt und ein Ziel, auf dass er zuzusteuern scheint. Über das ganze Buch erstreckt sich aber meine Verwirrung, bzw. abwartende Haltung, wie sich der Zusammenhang zwischen Handlung in den Jahren 2022 und 1906, und Durgas Mutter ergibt. Diese spielt zwar immer wieder eine Rolle und wird von Durgas Gedanken- und Gefühlswelt immer wieder aufgegriffen, das Buch hätte meiner Meinung nach aber auch sehr gut ohne der Mutter funktioniert.

Neben der inhaltlichen Einseitigkeit hatte ich allerdings auch die eine oder andere Schwierigkeit mit den Figuren. Egal ob im India House oder im Kollegium Durgas, wir begenen zwar ständig den gleichen Figuren, allerdings musste ich immer wieder am Ende des Buches in den Personenbeschreibungen, oder dem Cast, wie es hier kreativ genannt wird, nachzuschauen, mit wem ich eigentlich gerade interagiere. Denn leider verschwimmen diese bis auf wenige Ausnahmen recht stark zu einem Einheitsbrei. Und so habe ich mir durchaus die Frage gestellt, ob nun ein Mangel an charakterlicher Tiefenzeichnung durch die Irrelevanz für die Handlung oder mangelnde Fähigkeiten der Autorin gegeben sind. Wie dem auch sei, mit Durga, bzw. ihrem Pendant im Jahr 1906 wurde ich auch nicht so richtig warm. Stellenweise kommt sie mir dann doch sehr naiv vor und hat mich zeitenweise doch ziemlich genervt. Dadurch, dass sie die Hauptfigur ist, haben wir jedoch deutlich mehr Substanz, als bei den anderen Protagonist:innen, gerade dadurch, dass wir einen mehr oder minder starken Prozess der Reflektion erleben. Und auch den Leser:innen wird vor Augen geführt, wie Theorien zur Revolution und damit einhergehenden moralischen Aspekten auf die Probe gestellt werden. So stellt sich sicherlich nicht nur Durga die Frage, ob pazifistischer Widerstand nicht gerade dadurch menschenverachtend und falsch ist, dass er ein mindestmaß an menschlichen Kollateralschäden erfordert.

Ansonsten maschieren mehr oder minder bekannte Persönlichkeiten der Geschichte, der Literatur und der damaligen gesellschaftlichen Bewegungen durch das Bild. So machen wir Bekanntschaft mit Ghandi, Sherlock Holmes und den Suffragetten. Manchmal cringe, aber insgesamt ziemlich amüsant und auflockernd.

Insgesamt hört sich das ganze jetzt ziemlich negativ an, trotz all der Mängel hat das Buch dennoch sehr stark zum Nachdenken angeregt und mich gerade in der zweiten Hälfte auch sehr gut unterhalten. Und am Ende, nachdem ich das Buch zugeklapt und beiseite gelegt habe, hat ein gutes und angenehmes Gefühl nachgehallt. Und auch wenn ich einige Abstriche machen musste, so kann ich das Buch gerade wegen dem Inhalt sehr empfehlen, muss allerdings sagen, dass ein wenig Vorwissen zum Hindutva oder auch zu den Versuchen der indischen Unabhängigkeit vor dem Ersten Weltkrieg sehr von Vorteil sind.


von MeinSohnPrinzAndreas - 2024-10-02 21:54:00
Autor: Percival Everett

jugendlich anmutender Abenteuerroman mit bewegender Tiefe - 5 Sterne

Hannibal, eine Kleinstadt am Ufer des mächtigen Mississippi: hier verbringt Jim seine Tage, verstellt sich, spielt eine Rolle, die nur diejenigen durchschauen, die ebenfalls eine Rolle spielen. Denn er ist nicht dumm, sondern ein dunkelhäutiger Sklave. Und so ist es für sein eigenes Wohlergehen das beste, wenn er die Weißen glauben lässt, er sei, ungebildet, dumm, einfältig und einfach nicht so viel wert, wie sie selbst. Doch als er erfährt, dass er den Fluss hinab verkauft werden, von seiner Frau und seiner Tochter getrennt werden soll, nimmt er sein Schicksal selbst in die Hand. Er wagt die Flucht. Und von nun an erlebt er mit seinem jungen Freund Huck ein Abenteuer auf dem großen Strom nach dem anderen, immer kurz davor entdeckt oder getötet zu werden.

Auch wenn ich das Standardwerk Mark Twains noch nicht gelesen habe, wollte ich mich dennoch an diese Adaption, bzw. an diese Erweiterung des Tom Sawyer und Huckleberry Finn - Kosmos heranwagen. Und ich bereue es keineswegs, das Buch gelesen zu haben. Von Anfang an entwickelt der Schreibstil eine Sogwirkung, vor allem, da dieser recht Dialoglastig ist, und wir sehr viel Inhalt durch Gespräche, aber auch die Wahrnehmung von Jim, der unser Ich-Erzähler ist. Und so ist unsere Wahrnehmung einerseits sehr eingeschränkt, auf der anderen Seite liegt der Fokus wirklich nur auf den Geschehnissen und so entsteht dieses rasante Tempo eines jugendlich anmutenden Abenteuerromans. Dennoch hatte ich in der ersten Hälfgte des Romans zeitweise meine Probleme damit, dass man sich komplett in Zeit und Raum verliert. Auch werden manche Ereignisse für meinen persönlichen Geschmack etwas zu rasch abgehandelt. Bedingt durch die Erzählperspektive und die eingeschränkte Wahrnehmung, ist dies allerdings unabdingbar für die Geschichte und dementsprechend leicht verzeihbar.

Eine Besonderheit ist, dass viele der Dialoge versuchen, die Umgangssprache der Versklavten nachzustellen, mit der sich diese von der weißen Herrenrasse versuchten abzugrenzen. Gut gelungen, da sich nach einer kurzen Einstellungsühase sich diese Textstellen sehr flüssig lesen lassen, authentisch wohl kaum, da es immer einer Meisterleistung bedarf, dialektale Eigenheiten in einer anderen Sprache wiederzugeben. Wie dem auch sie, Gefühl und Botschaft, dass Sprache einerseits Gemeinschaft schafft, andererseits auch ausgrenzt und an Narrative verknüpft ist, werden uneingeschränkt vermittelt.

Hinsichtlich der Figuren lässt sich sagen, dass einem vor allem die Hauptfigur sehr stark ans Herz wächst. Er ist das zentrum der Geschichte. Wir erfahren seine gedanken, seine Geschichte, seine Gefühle, durchleben mit ihm die Abenteuer und Gefahren. Die anderen, wie Huck sind nur Wegbegleiter, die kommen und gehen, oder bleiben. Doch Jim wird zu einem komplexen Kosmos der Gefühle, so nachvollziehbar, dass selbst Taten und Entscheidungen, die man unter objektiver Betrachtung als moralisch verwerflich oder gar falsch ansehen müsste, beim Lesen nicht angezweifelt werden.

Kurzum, ein Buch, das fesselt, kindliche Begeisterungsstürme für Schaufelraddampfer und Flussabenteuer lostritt, auch wenn es mir manchmal schon zu rasant vorbeizog. Die Botschaft über die Dummheit und Grausamkeit des Menschen bleibt dennoch klar und unverwaschen erhalten.
von MeinSohnPrinzAndreas - 2024-02-19 00:22:00
Autor: Barbara Kingsolver

ein betäubtes Land - 5 Sterne

Der junge Demon wird in den 90er Jahren im hintersten Winkel von Virginia geboren. Der Vater ist schon vor der Geburt gestorben und so wächst er zusammen mit seiner Mutter in einem Trailer, eingeklemmt zwischen den Bergen, auf. Die Mutter ist immer wieder auf entzug und auch so hat Demon keine Kindheit, die man als durchschnittlich bezeichnen könnte. Und so ist auch sein weiteres Leben geprägt von Armut, Misshandlung und Sucht.

Eine Hommage an die Bewohner:innen Appalachias. Weitab dessen, was man allgemen als Wohlstand warnimmt, setzt sich der Roman intensiv mit dem Themen auseinander, die diese Region betreffen. Sei es einerseits die hohe Arbeitslosigkeit, Alkoholmissbrauch, die misserable Versorgungsinfrastruktur oder die Rolle der Bergregion als Epizentrum der Opioidkrise.

Inhaltlich stark, konnte mich der Roman so sehr schnell fesseln. So beginnt es einmal mit einer unkonventionellen und dennoch glücklichen Kindheit, bevor sich die Handlung dem Leben als Pflegekind zuwendet. Die Intensität der Beschreibungen von Misshandlungen und der Probleme des amerikanischen Kinderunterbringungssystems mögen füer manche Leser:innen zu viel sein, dennoch finde ich es wichtig, dass hier in kaum geschönter Brutalität aufgezeigt wird, mit welchen Problemen die Kinder zu kämpfen haben, und wie sie dadurch für ihr restliches Leben gezeichnet werden.

So nimmt das Heranwachsen in einer kaputten Welt einen deutlichen Scvhwerpunkt in der Geschichte ein. Ein anderer liegt auf der inflationären Verschreibung und Nutzung von opioidhaltigen Schmerzmedikamenten. Gerade dadurch, dass die Region fernab von jeglicher medizinischer Versorgung ist, die man als ausreichend bezeichnen könnte, haben gewinninteressierte Pharmaunternehmen hier leichtes Spiel, ihre Produkte an den Mann zu bringen. Vor allem, wenn man bedenkt, dass die betäubende Wirkung der Medikamente sicherlich gerne genutzt wird, um den tristen und sorgengeplagten Alltag dieser Region zu entkommen. Dieser Prozess, in dem eine Breite der Bevölkerung in die Abhängigkeit rutscht, wird hier auch dementsprechend interessant beschrieben, als dass man beim Lesen anfangs ein wenig überfordert ist, die Geschehnisse einzuordnen, und sich ein insgesamtes Bild von der Lage der Region zu machen. Es wirkt, als würden wir selbst diesen Prozess beobachten, und uns würde das Hintergrundwissen fehlen, dass wir nun in den 2020er Jahren haben. Wichtige Komponenten dieser Drogenepedemie finden so Eingang in die Geschichte: Pharmavertreter, verschreibungsfreudige Ärzte und Pillenmühlen. Andere wichtige Aspekte, wie Prozesse gegen Purdue-Pharma oder den Unwillen der Politik auf Bundes- und Staatsebene zu handeln, finden leider keinen Eingang in die Geschichte. Mag es sein, weil die Hintergründe der Opioidkrise für diejenigen, die sich nicht zuvor schon mit der Thematik näher befasst hatten, zu vielschichtig und uninteressant sein mögen, wenn sie in Form eines Romans daher kommen. Oder aber, weil umfassendere Beschreibung im Kontrast dazu stehen würde, dass die Bevölkerung dieser Region, von vielen Dingen, die ihnen angetan wurden, gar nichts wussten.

Wie dem auch sei, das Buch hat viele Aspekte abgedeckt, die mich persönlich sehr stark interessieren. Kombiniert mit den tollen Charakteren und dem sprachlichen Stil der Autorin kommt ein für mich sehr toll gelungener Roman heraus, den ich gerne anderen Leser:innen ans Herz lege.
von MeinSohnPrinzAndreas - 2024-02-16 10:33:00
Autor: Hans Platzgumer

literarische Aufarbeitung des Amakasu Zwischenfalls - 4 Sterne

Im Jahre 1912 besteigt Yoshihito den japanischen Kaiserthron. Die fünfzehn Jahre seiner Regentschaft sind geprägt von Führungsschwäche und Umbrüchen im Land. Einer dieser Menschen, die den Umbruch vorantreiben wollen, die ein Ende der Kaiserzeit herbeisehnen und für die Freiheit aller Menschen steht, ist Sakae Ôsugi, gelehrt, und voller revolutionärere Ideen. Als Gegenspieler hat er Hauptmann Amakasu, einen aufopferungsvollen Diener des Kaiserreichs. Er wird auf Ôsugi angesetzt, überwacht ihn, und kennt ihn schon bald besser, als dieser sich selbst. Eine sehr einseitige Beziehung, denn Ôsugi hat kein Bild dazu, wer ihn überwacht. Als 1923 das große Kantô-Erdbeben den Großraum Tokios erschüttert, läutet sich für Japan eine Stunde Null ein. Das Militär stutzt alles wieder zurecht, was in den Jahren der Jahren der laschen Regentschaft Yoshihitos entstehen konnte.

Weder Amakasu-Zwischenfall, noch Sakae Ôsugi waren mir vorher ein Begriff, doch der Klappentext, revolutionäre Bestrebungen und die konservativen Gegenströmungen reizten mich sehr. Und so bekommt man von Hans Platzgumer eine literarisch außerordentlich hochwertige Aufarbeitung mit schon fast biographischen Zügen präsentiert. Als Erzähler haben wir Hauptmann Amakasu, der am Ende seines Lebens über die wohl prägendste Figur seines Lebens und seiner Laufbahn nachdenkt. Er teilt mit uns, wie Yoshihito, Sakae Ôsugi und die anderen im Roman relevanten Protagonist:innen zu den Menschen heranreifen konnten, die sie am Höhepunkt, dem Kantô-Beben, waren. durch diese Form der Nacherzählung werden wir beim Lesen nicht mit überflüssigen Informationen zugeschüttet, sondern bekommen ein recht einfühlsames und Interessantes Bild der unterschiedlichen Figuren. Doch gerade Hauptmann Amakasu kommt einem dadurch besonders intensiv und nahe, auch wenn er durch seine Verhaltensweisen - diese sind nicht übermäßig negativ oder abscheulich - und seine politisch abscheulich reaktionären und rückständigen politischen und gesellschaftlichen Einstellungen absolut nicht sympathieweckend wirkt.

"Ein Wissen, dass sich und seine Konsequenzen nicht ständig hinterfragt, beschränkt sich auf die eigenen Erfolge und widersetzt sich in logischer Folge jeglichen Veränderungen. es ist kein Wissen, sondern ein Festhalten. Niederträchtig steht es im Schulterschluss mit der Macht." (S. 96)

Grundsätzlich liegt, trotz der darin beschriebenen Ereignisse dem Buch eine magische Ruhe und Unaufgeregtheit zu Grunde. Kein sonderlich imposanter Spannungsbogen zieht sich vom Anfang bis zum Ende des Buches. Viel mehr arbeitet der Autor die damaligen gesellschaftlichen und politischen Umbruchsversuche in Japan auf, die universell genauso für andere Länder gültig sein hätten können, und im Kern ihrer Diskussion auch noch im 21. Jahrhundert Geltung finden, Gesellschaftskritik, Schilderung historischer Gegebenheiten und literarisch zum Verlieben.
von MeinSohnPrinzAndreas - 2023-10-24 20:47:00
Autor: Mat Osman

Phantastische Reise durch ein längst vergangenes London - 3 Sterne

Mir fällt es wirklich schwer, den Inhalt, oder zumindest einen ansatzweisen Ausblick auf das Buch in wenigen Sätzen zusammenzufassen. Und da wären wir auch schon bei meinem ersten großen - eigentlich dem Hauptproblem - des Buches. Ich hatte den Klappentext schon nicht so ganz durchblickt, erwartete mir ein Theater, dass in die höchsten Kreise der Londoner Gesellschaft aufsteigen würde, wodurch unsere Protagonistin Shay in Berührung mit dem Königshof und der Königin selber kommen würde. Das ganze dann garniert mit fantastischen Elementen, bei denen die Grenze zum Realismus verschwimmt. In dieser Hinsicht wurde ich auch nicht enttäuscht. Physische und Metaphysische Magie findet statt. Aber die Geschichte weiß dennoch nicht so ganz, was sie nun eigentlich möchte. Immer wieder werden neue Richtungen angerissen, ohne dass sich letztendlich darauf weiter intensiviert wird. Teilweise werden wirklich interessante Dinge am Rande erwähnt, die meiner Meinung nach deutliches Potential haben, und dann einfach liegen gelassen. Es entsteht ein richtig konfuses Bild der Geschichte und noch dazu kommt, dass das eigentliche Ziel der Geschichte, woraufhin die Protagonist:innen hinarbeiten, undurchsichtig bis nicht existent ist. Ich hatte die ganze Geschichte über absolut keine Ahnung, auf was ich nun eigentlich hinsteuere. Im Mittelteil lichtete sich der Nebel, hier wurde die Geschichte viel klarer und Strukturierter, verlief lange in einem linearen Muster, doch im letzten Drittel liesen Aufbau und Struktur wieder stark nach. Dennoch muss man dem Buch eines lassen, über weite Teile ist es wirklich rasant, spannend und hat wirkliches Pageturner Potential.

An den Figuren unserer Geschichte muss ich auch noch einmal Kritik üben. Shay und Nonesuch sind eigentlich so ziemlich die beiden wichtigsten Figuren der Geschichte. Dennoch vermag es der Autor nicht, ihnen eine angemessene Tiefe und eine Charaktergestaltung zu geben, die ihrer Rolle gerecht werden würde. ZU Shay konnte ich keine wirkliche Bindung aufbauen, auch wenn man immer wieder ihre Emotionslage sehr nahe mitbekommt, und Nonesuch war so blass, dass er mir mit der Zeit auch einfach egal wurde. Im Näheren Umfeld des Theater gab es dann auch noch ein paar andere Charaktere, die eigentlich interessant wären, zumindest, was man so angedeutet bekommt, aber ja, sie bleiben mehr als nur farblos.

Was ich dem Autor allerdings zugute halten muss, ist, dass er es vermag, ein spannendes Setting zu kreieren. Die Beschreibungen vom pulsierenden Leben in London haben fast süchtig gemacht. Im Generellen wurde alles immer geradezu magisch und fantastisch beschrieben, was bei mir sehr oft das Bedürfnis, weiterzulesen gesteigert hat.

Insgesamt ist das Buch viel zu konfus und undurchsichtig, als wisse der Autor selbst nicht so ganz, was alles er nun in die Geschichte packen solle. Die Spannung und die Atmosphäre können das Buch aber teilweise retten. Dennoch leider keine Leseempfehlung.
von MeinSohnPrinzAndreas - 2023-10-18 10:30:00
Autor: Lauren Groff

Flucht in die Freiheit - 5 Sterne

Virginia in den spärlichen Anfängen einer Kolonie: Ein junges Mädchen entflieht der Siedlung, die man zuvor vielleicht als ihre Heimat bezeichnen hätte können. Was sie getan hat, ist anfangs nicht klar. Wir wissen nur, dass es etwas bedeutungsschweres und unverzeihliches sein muss, denn die Kälte des amerikanischen Winters und die allgegenwärtige Gefahr des Todes sind der englischen Siedlung scheinbar vorzuziehen. Und so beginnt für das Mädchen jeden tag auf neues ein Kampf um die Freiheit, jeden Schritt und Atemzug aufs neue zu tun.

Ohne große Erklärungen wird die Leserschaft sogleich in die abgehetzte Flucht und die rasenden Gedanken der Protagonistin geworfen. Gestochen scharf bekommt man jede Empfindung, den Schmerz und die Bitterkeit des Hungers und der Kälte des ersten Fluchttages präsentiert, ohne genau zu wissen, wer das Mädchen ist, und was es getan hat. Erst langsam, mit Voranschreiten der Flucht des Mädchens - immer weiter in Richtung Norden - erfahren wir so banale dinge wie Herkunft und Namen des jungen Mädchens, und was nun eigentlich der Grund für diese Geschichte ist. Je tiefer wir in der Geschichte sind, umso mehr merken wir, dass das nebulöse Konstrukt rund um die Person im Zentrum des Buches sich immer weiter auflöst, im Umkehrschluss die Person selbst durch die Entbehrungen des Alltags in der Natur immer weiter zu entgleiten scheint, physisch und psychisch abbaut. Und so Baut sich die Geschichte in einem weiten Bogen auf und ebenso sanft wieder ab, wobei gerade der finale Punkt der Geschichte unabweichbar und ebenso schmerzhaft ist.

Neben der akribischen Beschreibung der Gedanken des Mädchens auf der Flucht spielen vor allem auch die Umgebung, in der wir uns Befinden, das Setting - die Natur eine zentrale Rolle. Wir erleben in detailreicher Schilderung den Übergang von Winter zu Frühling, das Erwachen der Tier und Pflanzenwelt in einer heute längst verlorenen Intensität. Und fast ist man gewillt, sich an die Stelle des jungen Mädchens zu wünschen, nur um diese Reinheit der Empfindungen auf sich einströmen zu lassen.

Und auch, wenn das Buch nur mit diesem einzigen Handlungsstrang auskommt, so ist es dennoch keineswegs ruhig oder langweilig. Brausend steigern sich die Geschehnisse der Flucht hin, peitschen die Geschichte voran, sei es nur, ebenso wie die Protagonistin selbst beim Lesen auf den nächsten Sonnenuntergang hinzufiebern, nur um zu erfahren können, ob all die Mühen und der Schmerz es gelohnt haben, und das Licht des neuen Tages erneut auf sie herunterscheint. Dabei kommt die Geschichte im Wald fast gänzlich ohne andere Menschen aus, die Natur ist vielseitig genug, um Motor für Spannung zu sein.

Insgesamt einfach ein gelungenes Buch, das mich wirklich gefesselt, mit seiner rohen Schönheit verzaubert und mich mit seinen intelligenten, teilweise auch tieftheologischen Gedankenansätzen gebannt hat.
von MeinSohnPrinzAndreas - 2023-09-15 20:03:00
Autor: Bov Bjerg

Die gesellschaftliche Überwindung der emotionalen Trauer - 2 Sterne

Europa ist im politischen und klimatisch bedingtem Chaos versunken. Als stabiler Staat bleit nur mehr Resteuropa zurück, an dessen Grenzen sich die Flüchtlinge aus aller Welt tummeln. In diesem Resteuropa leben A. wie Anna und ihre Tochter B. wie Berta. A. wie Anna beschließt sich einen Vorweiner zuzulegen und B. wie Berta erzählt die Geschichte, zumindest versucht sie es. Der Vorweiner hat die Aufgabe, sich emotional an seinen Herren oder seine Herrin zu binden und nach deren Ableben das Publikum der Zerstreuungszeremonie, der zukünftigen Form der Beerdigung, beim Trauern anzuführen.

B. wie Berta soll also die Erzählerin der Geschichte darstellen, schafft es irgendwie aber nicht, von sich selbst in der dritten person als neutrale Beobachterin zu erzählen, sondern schweift ständig in die erste Person zurück, wenn es um sie geht. B. wie Berta zeiht aus dem elterlichen Haus in Nordostresteuropa, einer sehr trockenen Gegend, aus und beginnt ein Leben auf eigenen Beinen in Neuhamburg in Nordwestresteuropa, wo es immer regnet. Irgendwie muss sie Platz machen für den Vorweiner, oder will einfach nicht mit diesem unter einem Dach leben. Darauf, das der Leserschaft genauer mitzuteilen wird verzichtet. Ingesamt wird in dem buch generell auf sehr viel verzichtet. Man hat zwar ständig Einblicke in die Gesellschaft Resteuropas, in die dortigen gesellschaftlichen Spannungen und vor allem in deren Sterberitual, mit der Geschichte rund um A. wie Anna und ihren Vorweiner und B. wie Berta geht es aber nur sehr dünn her. Ich habe schnell gemerkt, dass ich mich zunehmend begonnen, zu langweilen. Stark zu langweilen. Dann wird die Geschichte immer wieder unterbrochen vom Bild in Bild, irgendetwas mit Götterauge. Banale Beschreibungen von irgendetwas, das absolut keine Bedeutung für die Geschichte hat und diese nur noch zäher und noch sterbenslangweiliger macht.

Kurzum, mein Interesse war groß, die Enttäuschung leider auch. Ich hatte mir ein besser ausgestaltetes dystopisches Szenario vorgestellt, dass ich ja weitestgehend auch bekommen habe. Von einer ansatzweise interessanten Geschichte rund um A. wie Anna und B. wie Berta fehlt leider jede Spur.
von MeinSohnPrinzAndreas - 2023-08-20 13:21:00