Der große Riss
Roman
Hardcover
Hanser, Carl; Ecco (HarperCollins) (2025)
416 Seiten; 21 cm x 13.5 cm
ISBN 978-3-446-28251-3
versand- oder abholbereit innerhalb von 3 Werktagen
Hauptbeschreibung
Cristina Henríquez‘ gefeierter Roman über den Bau des Panamakanals. »Der Sog dieser Geschichte ist ebenso gewaltig wie das Projekt, von dem sie erzählt.« The New York Times
Als um 1900 ein Kanal gebaut wird, der Atlantik und Pazifik verbindet, treffen in Panama die unterschiedlichsten Menschen aufeinander: Arbeiter aus der Karibik, amerikanische Journalisten, aber auch Malaria-Ärzte und Wahrsagerinnen. Viele sehnen sich nach einem neuen Leben. So auch Ada und der Fischerssohn Omar, die sich ineinander verlieben. Doch wie nah beieinander stehen Fortschritt und Ausbeutung? Und welche Rolle spielen Frauen bei dieser Unternehmung? Ein tiefer Riss geht durch die Gesellschaft, die getrennt ist durch Geschlecht, Hautfarbe und Status. Henríquezʼ gefeierter Roman behandelt Fragen, die aktueller denn je sind, und erzählt aus der Perspektive von Frauen von Menschen, die im Getriebe der Geschichte kaum wahrgenommen wurden.
Hersteller: Carl Hanser Verlag GmbH & Co.KG
Vilshofener Straße 10, 81679 München DE
E-Mail: info@hanser.de
ist okay
Im großen und ganzen ist der Roman gut recherchiert. Hierbei geht es allerdings weniger um die Entstehung des Panama Kanals selbst, vielmehr um die einzelnen Schicksale und das Aufeinandertreffen verschiedener Interessengruppen.
Das Buch liest sich wie ein entspannter Schmöker, hat für mich allerdings nicht die Fesselungskraft wie ich es bei einem solch großen Thema/Projekt erwartet hätte. Dennoch, wenn man Lust auf einen etwas langsameren historischen Roman hat, so ist man hier richtig. Die Charaktere sind schön und einfühlsam beschrieben, bei dem ein oder anderen fiebert man richtig mit.
Menschen beim Bau des Panamakanals
Viele Schicksale werden in diesem hoch interessanten Roman vorgestellt. Der politische Aspekt kam mir jedoch zu kurz. Spannend und emotional, vom Schreibstil sehr gut.
Panama in tiefen Atemzügen
Die Geschichte dreht sich nicht so sehr um den Bau des Kanales, die technischen Details, Baufortschritt und die wirtschaftlichen und politischen Angelegenheiten. Viel mehr begleiten wir eine Reihe an Menschen, die in irgendeiner Form mit dem Bau in Berührung kommen bzw. nach Panama gekommen sind. Arbeiter aus anderen tropischen Gefielden, die hier unter harschen Bedingungen schuften müssen, ein Bauwerk entstehen lassen, für dass sie letztendlich keinerlei Ruhm, Dank und Anerkennung bekommen, oder aber die Frau eines amerikanischen Forschers, der versucht die grassierende Malaria auszurotten, aber es nicht schafft aus seinem Schatten auszubrechen und ihr eigenes Leben zu leben. Aber auch die lokale Bevölkerung, die sich eigentlich nicht mit dem Bau auseinandersetzen will, bis die eigene Heimat oder Familie betroffen ist.
Die Autorin ist dabei sehr gut darin, die verschiedenen Protagonist:innen authentisch, interessant und vor allem tiefgründig und vielschichtig erscheinen zu lassen. Auch wenn wir viele verschiedene Personen durch die Geschichte begleiten wird einem einerseits nie langweilig, außerdem steht jede der Figuren so stark für sich alleine, dass man nicht das Gefühl hat, dass sich mehrere Personen charakterlich sehr stark ähneln. Ängste, Träume und vor allem die Hintergründe, was die Personen dazu gebracht hat, meist alleine aufzubrechen, um nach Panama zu reißen, werden detailiert erkundet. Es fällt einem nicht schwer, nicht mit den Protagonist:innen mitzufiebern, und auch bei denjenigen, die meines Erachtens nach als schlechte Menschen konzipiert wurden, regen Mitgefühl und es stellt sich heraus, dass es einen Grund gibt, warum sie tun, was sie tun und von uns als bösartig wahrgenommen werden.
Die Handlungsstärnge ziehen sich nur über einen recht kurzen Zeitraum von mehreren Monaten. Kurz gerade im Hinblick darauf, dass wir Beginn und Fertigstellung des Baues nur in kurzen Annektoten geschildert bekommen. Jede der Personen geht nach diesem Zeitraum - sofern möglich - wieder ihre eigenen Wege, ich hätte mir aber Interaktion über einen längeren Zeitraum gewünscht. Ich glaube zwar, dass das Buch dadurch zu lange gestreckt worden wäre und nicht mehr so kurz und kompakt funktioniert hätte. Es fühlt sich ein wenig wie ein tropischer Fiebertraum an, aus dem man erwacht, weil man muss, aber gerne wieder zurück eingetaucht wäre.
Und so zeichnet sich das Buch durch sein histroisches Wissen zu den Anfangsjahren Panamas und bunte, vielschichte Erzählweise aus. Ein kurzer, prägnanter Eindruck von Menschen und Land, bei dem man sich gewünscht hätte, er möge noch ein Stückchen weitergehen.
Gut recherchierter und vielperspektivischer historischer Roman
Besonders gut hat mir an diesem Buch gefallen, dass wir es aus so vielen Perspektiven erleben. Es gibt einige Hauptfiguren, die immer wieder vorkommen, doch zwischendurch gibt es immer wieder kleinere Abschnitte, in denen wir das Geschehen auch aus dem Kopf einiger Nebenfiguren betrachten können. Das schafft insgesamt ein vielseitiges Bild der damaligen Zeit und Gesellschaft. Dabei gelingt es der Autorin, die Perspektiven geschickt so aufeinander aufzubauen und miteinander zu verweben, dass das Lesen angenehm und vergnüglich ist und man sich immer gut auskennt, worum es gerade geht.
Wir lernen zum Beispiel die jugendliche Ada kennen, die mit ihrer Mutter und ihrer Schwester auf der Insel Barbados lebt und sich kurzentschlossen als blinde Passagierin auf einem Schiff auf den Weg nach Panama macht, um hier Geld zu verdienen. Denn ihre Schwester ist schwer krank und kann nur durch eine ärztliche Behandlung geheilt werden, die die Familie sich jedoch nicht leisten kann.
Dann gibt es den Malariaforscher John und seine Frau Marian aus den Vereinigten Staaten. John hat ein ehrgeiziges Ziel: er möchte die Malaria nicht nur erforschen, sondern auf Panama auch ausrotten, ähnlich wie es gelungen ist, das Gelbfieber zurückzudrängen. Aus Vorsicht rät er seiner Frau, das Haus während der Regenzeit nicht zu verlassen, doch diese hält die monatelange Einsamkeit nicht aus und schlägt seinen Rat in den Wind. Als sie daraufhin erkrankt, sucht John nach einer Pflegerin für sie und findet Ada, die sich gerade tapfer dafür einsetzt, dass ein auf der Straße liegender Kranker ins Spital kommt und ärztlich versorgt wird. Beeindruckt von ihrem Mut und ihrer Entschlossenheit stellt er sie ein.
Der gerettete Kranke wiederum ist Omar, der Sohn eines Fischers, der selbst keine Zukunft als Fischer für sich sieht und das Meer scheut, nachdem seine Mutter dort verschwunden ist, als er klein war. Er sucht Arbeit im Panamakanal, was zu einem heftigen Konflikt mit seinem Vater Francisco und monatelangem Schweigen zwischen den beiden führt. Denn Francisco ist gegen den Bau des Kanals und fühlt sich und sein Leben auch von seinem Sohn durch dessen berufliche Entscheidungen abgewertet.
Und dann gibt es noch weitere Menschen, die zum Beispiel davon betroffen sind, dass ihre Stadt umgesiedelt oder geflutet werden soll, um den Bau des Kanals zu ermöglichen und die versuchen, sich dagegen zu wehren.
Nebenbei erfährt man in dem gut recherchierten Buch auch historisch so einiges, was ich vorher noch nicht wusste, z.B. dass Panama bis kurz vor dem Bau des Kanals Teil von Kolumbien war. Interessant zu lesen und gleichzeitig traurig ist auch, wie sehr die damalige Gesellschaft noch nach Klassen und Hautfarben geteilt war, so gibt es z.B. in der Apotheke eine gut bestückte Abteilung für "Gold" (für die Menschen mit heller Hautfarbe) und eine weniger gut bestückte Abteilung für "Silber" (für alle, die dunklere Haut haben). Und auch sonst erleben wir an vieler Stelle die Diskriminierung speziell benachteiligter Menschen und Gruppen, aber auch ihren Mut, zusammenzustehen, sich gegenseitig zu unterstützen und für ihre Rechte zu kämpfen, auch gegen eine gewaltige Übermacht.
Ich kann das Buch allen, die ein tiefgründiges, nachdenklich machendes und gleichzeitig unterhaltsames Buch über das wenig bekannte Thema der Zeit des Baus des Panamakanals lesen möchten, ausdrücklich empfehlen.
Die vielen Geschichten rund um den Panamakanal
Das große historische Ereignis ist der Kanalbau Panama ca. 1907. Bis 1913 wird erzählt.
Der Autorin Cristina Henriquez gelingt es, ihre Figuren lebhaft und glaubhaft zu gestalten. Das gilt vor allen für die junge Ada Bunting, die mutig ist und Geld für ihre kranke Schwester verdiene will und als zweite Hauptfigur Omar, der auch am Kanal arbeitet. Aber auch Nebenfiguren sind großartig, zum Beispiel Omars Vater Francesco oder auch Lucille. Dann gibt es auch noch John und Marian, deren Rollen leider etwas zu klein ausfallen.
Es steckt also viel drin, denn lalle Figuren haben auch noch ihre eigenen Geschichten.
Cristina Henriquez hat einen epischen Ansatz und verwebt ziemlich viel in die Handlung, vielleicht zu viel. Nicht immer ist man als Leser dicht am Plot, da es manchmal zu ausufernd wird. Das Buch kann also nicht ganz überzeugen.
Trotzdem ist das Buch schon ganz gut geschrieben und absolut lesenswert.
Spannende historisch komplexe Welt
Die poetische Sprache des Romans, die sich bereits in der atmosphärisch dichten Eröffnung zeigt, entfaltet eine beeindruckende Bildkraft. Francisco, der Fischer, und sein in handwerklicher Präzision gebautes Boot symbolisieren die alte Welt, die mit dem technokratischen Fortschritt der Kanalbauprojekte kollidiert. Henríquez fängt in ihren Naturbeschreibungen eine fast mythische Ruhe ein, die durch den Einbruch der Moderne zerstört zu werden droht. Diese Faszination für das Fremde, das Ursprüngliche und die natürlichen Rhythmen des Meeres und der Arbeit verleiht dem Roman eine zusätzliche, fast kontemplative Dimension.
Gleichzeitig verleiht die Autorin auch den Frauenfiguren eine erzählerische Tiefe, die ihre Rolle in der Gesellschaft infrage stellt. Marians Geschichte etwa, die auf erschütternde Weise von den Ungleichheiten zwischen Mann und Frau berichtet, zeigt, wie tief patriarchale Strukturen verwurzelt sind. Dabei wird deutlich, dass Henríquez nicht nur an historischen Fakten interessiert ist, sondern an den inneren Welten ihrer Figuren, an den oft unausgesprochenen Konflikten und der Suche nach Selbstbestimmung.
Der Roman gelingt als eindrucksvolle Verbindung von großem historischen Drama und intimen Einzelschicksalen. Er fängt die Ambivalenz eines gigantischen Projekts ein, das sowohl Hoffnung als auch Zerstörung brachte, und macht deutlich, dass die gesellschaftlichen Fragen von damals keineswegs ihre Relevanz verloren haben. Der große Riss ist damit nicht nur ein packender historischer Roman, sondern auch eine vielschichtige Reflexion über Machtverhältnisse, Widerstand und den Preis des Fortschritts.
Lebenswege
Aber was bedeutet dieses große Vorhaben für die Leute, die dort leben? Alles ändert sich durch das Eingreifen der Amerikaner. Die Einheimischen sind machtlos gegen das was passiert.
Die Lebenswege und Geschichten der Protagonisten sind interessant und gut gewählt. Jeder von ihnen ist mehr oder weniger von dem Bau betroffen. Auch der Kampf gegen die auftretenden Krankheiten wird eindringlich geschildert.
Beim Lesen des Klappentextes bin ich davon ausgegangen bin, dass ich mehr über den Bau des Panamakanals erfahren, aber es geht um die Menschen, die von diesem Bau betroffen sind.
Von daher hat das Buch anfangs meine Erwartungen nicht erfüllt, konnte mich dann aber doch noch überzeugen.
Der Schreibstil ist flüssig und angenehm.
Habe etwas Anderes erwartet
Gleich vorweg, der Bau rund 82 km langen Wasserstraße, die derzeit durch Trumps Allmachtsfantasien wieder in aller Munde ist, wird meiner Meinung nach, nur am Rande berührt. Vielmehr legt Autorin Cristina Henriquez ihren Fokus auf mehrere Personen, die direkt und indirekt mit der Baustelle zu tun haben. Da ist zum Einen Omar, der Sohn eines Fischers, der im Morast arbeitet oder der Arzt, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Malaria auszurotten zu wollen und andererseits die beiden Frauen Lucille und Ada, die ihrem Schicksal aus Armut und gesellschaftlichen Konventionen kaum entrinnen können.
Anders als ich es von historischen Romanen rund um Großbaustellen kenne, gibt es kaum technische Detail zum Kanalbau, was mich ein wenig enttäuscht zurücklässt. Die Lebensgeschichten der Protagonistinnen und Protagonisten könnte überall spielen. Vorrangig wird der mühsame Alltag beschrieben, die Teilung der Gesellschaft in Besitzende und Mittellose sowie die untergeordnete Rolle der Frauen. Wie tief der Riss, der durch die Gesellschaft geht, zeigt die Episode als Ada Medikamente für ihre kranke Arbeitgeberin holen will und diese zunächst nicht erhält, weil sie als Arme erkennbar und als „Silberne“ nicht bedient wird.
Der Schreibstil ist gut zu lesen. Allerdings habe ich mich mit keinem der Charaktere so richtig anfreunden können. Gut herausgearbeitet ist der Konflikt zwischen Mittel- und Nordamerika herausgearbeitet sowie die Absiedlung ganzer Dörfer. Das kenne ich allerdings aus zahlreichen Geschichten von großen Bauvorhaben wie z.B. Stauseen in der Schweiz oder Italien.
Das Cover und der Titel sind gut gewählt. Vor allem der Titel kann mehrfach interpretiert werden. Der Riss in der Erdkruste, der zwei Meere miteinander verbindet, gleichzeitig aber die Gräben zwischen Mittel- und Nordamerika aufzeigt oder auch für die Spaltung der Gesellschaft steht.
Fazit:
Ein Roman, von dem ich etwas Anderes erwartet habe, weshalb er nur 3 Sterne erhält.
Der große Riss
Fazit:
Ein Epos über den eigentlich dramatischen Bau des Panamakanals, wobei viele Menschen starben, kommt hier etwas zu kurz zu wenig Recherche. Der Schreibstil ist sehr lebendig, das Cover passt gut und ist aufschlussreich.
Gigantisches Vorhaben
An Hand mehrerer Einzelschicksale, überwiegend Frauen, wird die erste amerikanische Bauphase des Kanals geschildert. Die sozialen Unterschiede auf „neutralem Boden“ wurden nicht aufgehoben, eher verstärkt. Auf der einen Seite die Amerikaner, die es sich gut gehen ließen, das Ganze als Abenteuer verstanden bei dem man gut verdienen konnte und kaum Arbeit hatte. Auf der anderen Seite, die für die Arbeit eingewanderten Arbeiter, die von früh bis spät gruben und schaufelten, um die notwendigen Erdmassen zu bewegen. Grub die eine Seite auf, wurde an anderer Stelle wieder aufgeschüttet, um die notwendigen Staumauern zu gestalten. Ein mächtiger Strom von Erde wurde jahrelang durchs Land bewegt.
Diese Geschichte erzählen einige Menschen durch ihre Taten, die in diesem Buch eine Stimme finden, aber es nicht in die Geschichtsbücher geschafft haben. Dort stehen die Ingenieure und der Name des ersten Schiffes, welches den Kanal durchquerte.
Aus der Vielzahl der ProtagonistenInnen ist mir Ada Bunting ans Herz gewachsen. Sie kommt als blinder Passagier nach Panama, weil sie Geld verdienen muss, um ihrer Schwester eine Operation zu bezahlen. Sie finden bald Arbeit als Pflegerin einer kranken Amerikanerin, Marian Oswald, die in ihr eine (die einzige) Freundin findet. Nach dem Tod von Marian kehrt sie wieder nach Barbados zurück. Ihre Schwester ist wieder gesund geworden. Die einzelnen Geschicke verzahnen sich ineinander und könnten sich tatsächlich so abgespielt haben, wie die Autorin Christina Henriquez es hier niederschreibt. Es gelingt ihr die Zeit anhand der Menschenschicksale eindrücklich darzustellen. Eine erste „sit in“ Demo wird beschrieben um die Ansiedelung eines Ortes zu verhindern. Die Einsamkeit und Sprachlosigkeit der Menschen untereinander zieht sich über hunderte von Seiten und betrifft Arme (Fischer und Sohn) ebenso wie reiche Amerikaner (Familie Oswald). Das Buch versteht es die Geschichte mit Geschichten darzustellen und überzeugt.
Für alle die Geschichte aus der Sicht der betroffenen Menschen kennenlernen möchten. Hier besonders aktuell der Panamakanal als Spielball der Amerikaner einst und jetzt.
Hier wird Geschichte lebendig
Das Buch beginnt mit einer Anzeige, in der Arbeitskräfte für den Panamakanal gesucht werden. Versprochen wird „Arbeit im Paradies!“, die Wahrheit sah dann wohl ein wenig anders aus…
Unzählige Menschen arbeiten an dem historischen Projekt. Im Vordergrund stehen ein Fischer, eine Ärztin, eine Immigrantin, ein Wissenschaftler und viele weitere. Damit wird das Leben sehr unterschiedlicher Charaktere und Gesellschaftsschichten präsentiert, die sich überschneiden und ineinandergreifen.
Der Schreibstil der Autorin ist ruhig und sachlich. Dennoch ruft sie Emotionen hervor, da hier Arme und Reiche, Fremde und Einheimische direkt nebeneinander stehen. Die einen arbeiten bis zum Umfallen, die anderen geben Befehle und erteilen gnadenlos Anweisungen. Die Arbeitsbedingungen sind hart.
Die Atmosphäre der damaligen Zeit wird gut eingefangen und alles wird authentisch geschildert.
Krankheiten, Tod, Freundschaft, Solidarität, Unterdrückung, Rassismus, Liebe, Verachtung für die Einheimischen und vieles mehr werden zum Thema. Auch die Umgebung wird gelungen geschildert.
Zu Beginn des Buches gibt es eine Karte, die es erleichtert die Handlung geografisch einzuordnen, wenn man den Panamakanal nicht vor seinem inneren Auge hat.
Hier lohnt sich auch ein Blick unter den Schutzumschlag, da das Buchcover sehr passend und stimmig gestaltet wurde.
Wer sich für den Bau des Panamakanals, das Leben der Menschen und die historischen Begebenheiten der damaligen Zeit interessiert, wird in diesem Buch gut mit Informationen versorgt.
Geschichte, die beeindruckt
Christina Henriquez verfolgt in ihrem Roman das Leben mehrerer Menschen, die am Bau des Kanals beteiligt waren. Natürlich wird hier nur ein winziger Bruchteil der helfenden Hände und Köpfe aufgegriffen, aber sie stehen stellvertretend für alle und dennoch ist jeder für sich ein Unikat.
Menschen unterschiedlichster Herkunft und Gesellschaftsschichten, welche die den Bau befürworten, aber auch welche, die sich dagegen sträuben kommen zu Wort.
Es ist interessant die unterschiedlichen Perspektiven einzunehmen.
Das Buch lebt von seinen vielfältigen Charakteren und ihren Verflechtungen, die durch den Bau des Kanals zustande kommen.
Sowohl die Arbeitsbedingungen rund um die Kanalarbeiten als auch die Umgebung werden detailliert beschrieben.
Da der Panamakanal gerade wieder ein höchst aktuelles Thema ist, fand ich die historischen Fakten sehr interessant und lesenswert.
Der große Riss


