Icon Kontrast wechseln

T.C. BoyleNo Way Home

Roman. Deutsche Ausgabe

Hardcover

Hanser, Carl; Liveright (2025)

384 Seiten; 21.8 cm x 15.2 cm

ISBN 978-3-446-28423-4

Sofort verfügbar oder abholbereit

No Way Home

Hauptbeschreibung
Liebe als unheimliche, chaotische Kraft – niemand schreibt so über menschliche Abgründe wie T.C. Boyle. Sein neuer Roman als Weltpremiere

T.C. Boyles neuer großer Roman über die obsessive Liebe zweier Männer zu einer Frau, die sich zwischen ihnen nicht entscheiden mag: Terry, ein Arzt aus Los Angeles, zieht nach dem Tod seiner Mutter in ihr Haus in Boulder City in der Wüste Nevadas. Eigentlich wollte er es verkaufen, wäre er nicht in einer Bar Bethany begegnet, die sich bei ihm einquartiert – gegen seinen Willen. Der eigenbrötlerische Terry kann ihr nicht widerstehen. Aber da ist auch noch ihr eifersüchtiger Ex-Freund Jesse, der immer wieder auftaucht und ihn warnt: »Sie ist Gift«. Mitten in der Wüste geraten die beiden Männer aneinander. T.C. Boyles »No Way Home« ist große Literatur über menschliche Abgründe.

Hersteller: Carl Hanser Verlag GmbH & Co.KG
Vilshofener Straße 10, 81679 München DE
E-Mail: info@hanser.de


Ausweglos ...
Terrence, Arzt in Ausbildung in L. A., erfährt vom Tod seiner Mutter und macht sich auf den Weg nach Hause, einer Kleinstadt an einem Stausee in Nevada. Kaum angekommen lernt er dort Bethany kennen, eine attraktive junge Frau, die sich erst kürzlich von Jesse getrennt hat. Beth hat kein Geld, keine Bleibe, Terrence braucht jemanden vor Ort für Hund und Haus und Behördenwege, sodass er sich nach anfänglichem Zögern auf dieses Arrangement und auf eine Beziehung einlässt. Jesse ist trotz Trennung nach wie vor überzeugt, dass Bethany zu ihm gehört, und es entspannt sich ein turbulenter von Gewalt und Betrug und heftigster Konkurrenz geprägter Kampf der drei Protagonisten um Nähe und Distanz im Spektrum Autonomie versus Bindung, Einsamkeit versus Zweisamkeit. Destruktive, kollusive Beziehungsmuster, von Boyle jeweils aus den drei verschiedenen Erzählperspektiven dargestellt. Ein erstes Stilmittel, ein zweites: ein geschickter Spannungsaufbau, verschärft durch den Wechsel in Nebenschauplätze und Auslassungen.
Boyle gibt nicht nur einen Einblick in toxische Beziehungsmuster sondern auch in Einstellungen und Lebensgestaltung junger Amerikaner aus der Mittelschicht, materialistisch, oberflächlich, kultur- und perspektivenlos. Keine Introspektion, keine Selbstreflexion. Und so bleibt es bis zum Schluss, die Wiederkehr des Befürchteten, die nächste Eskalation sind vorprogrammiert. Es gibt scheinbar keinen Ausweg, keine Entwicklung, zuletzt bleibt ein Gefühl von Resignation. Sogar der Stausee trocknet aus.

Ich entkomme mir nicht
Wie die Figuren in diesem Roman handeln, lässt mich manchmal die Haare raufen. Sie bleiben sich selbst aber treu. Niemand lernt dazu, niemand entwickelt sich wirklich weiter. Boyle bleibt in meinen Augen ein Garant für großes Lesevergnügen.
Empfehlung!

Wenn Liebe zum toxischen Desaster wird
Terry, ein in Ausbildung stehender Assistenzarzt aus Los Angeles, fährt nach dem Tod seiner Mutter in die Wüste Nevadas nach Boulder City, um sein Erbe anzutreten: Ein kleines Haus, ein altes Auto und einen Hund. Das Haus wollte er verkaufen, den Hund Daisy mitnehmen, obwohl es in seinem Mietvertag nicht erlaubt war, Tiere zu halten. Aber es sollte ganz anders kommen. In einer Bar in Boulder City begegnet er Bethany, die sich gegen seinen Willen bei ihm im Haus seiner Mutter einquartierte, er kann ihrem Sexappeal nicht widerstehen. Wenn da nicht der eifersüchtige Jesse, Ex-Partner von Bethany, immer wieder auftauchte. Es kommt zu einer folgenschweren Dreiecksbeziehung, die zu schweren Verletzungen führt.
Boyle braucht keine großen Gesten, um Spannung aufzubauen, die Hitze in der Wüste Nevadas trägt ihres dazu bei und wird zur perfekten Bühne. Sprachlich ist dieser Roman ein typischer Boyle – vielschichtig geschriebene Beziehungen, die zerbrechlich sind. T.C. Boyle beweist einmal mehr, dass er ein Meister seines Faches ist.

Wenn Liebe zum toxischen Desaster wird
Terry, ein in Ausbildung stehender Assistenzarzt aus Los Angeles, fährt nach dem Tod seiner Mutter in die Wüste Nevadas nach Boulder City, um sein Erbe anzutreten: Ein kleines Haus, ein altes Auto und einen Hund. Das Haus wollte er verkaufen, den Hund Daisy mitnehmen, obwohl es in seinem Mietvertag nicht erlaubt war, Tiere zu halten. Aber es sollte ganz anders kommen. In einer Bar in Boulder City begegnet er Bethany, die sich gegen seinen Willen bei ihm im Haus seiner Mutter einquartierte, er kann ihrem Sexappeal nicht widerstehen. Wenn da nicht der eifersüchtige Jesse, Ex-Partner von Bethany, immer wieder auftauchte. Es kommt zu einer folgenschweren Dreiecksbeziehung, die zu schweren Verletzungen führt.
Boyle braucht keine großen Gesten, um Spannung aufzubauen, die Hitze in der Wüste Nevadas trägt ihres dazu bei und wird zur perfekten Bühne. Sprachlich ist dieser Roman ein typischer Boyle – vielschichtig geschriebene Beziehungen, die zerbrechlich sind. T.C. Boyle beweist einmal mehr, dass er ein Meister seines Faches ist.

Wenn Liebe zum toxischen Desaster wird
Terry, ein in Ausbildung stehender Assistenzarzt aus Los Angeles, fährt nach dem Tod seiner Mutter in die Wüste Nevadas nach Boulder City, um sein Erbe anzutreten: Ein kleines Haus, ein altes Auto und einen Hund. Das Haus wollte er verkaufen, den Hund Daisy mitnehmen, obwohl es in seinem Mietvertag nicht erlaubt war, Tiere zu halten. Aber es sollte ganz anders kommen. In einer Bar in Boulder City begegnet er Bethany, die sich gegen seinen Willen bei ihm im Haus seiner Mutter einquartierte, er kann ihrem Sexappeal nicht widerstehen. Wenn da nicht der eifersüchtige Jesse, Ex-Partner von Bethany, immer wieder auftauchte. Es kommt zu einer folgenschweren Dreiecksbeziehung, die zu schweren Verletzungen führt.
Boyle braucht keine großen Gesten, um Spannung aufzubauen, die Hitze in der Wüste Nevadas trägt ihres dazu bei und wird zur perfekten Bühne. Sprachlich ist dieser Roman ein typischer Boyle – vielschichtig geschriebene Beziehungen, die zerbrechlich sind. T.C. Boyle beweist einmal mehr, dass er ein Meister seines Faches ist.

Wenn Liebe zum toxischen Desaster wird
Terry, ein in Ausbildung stehender Assistenzarzt aus Los Angeles, fährt nach dem Tod seiner Mutter in die Wüste Nevadas nach Boulder City, um sein Erbe anzutreten: Ein kleines Haus, ein altes Auto und einen Hund. Das Haus wollte er verkaufen, den Hund Daisy mitnehmen, obwohl es in seinem Mietvertag nicht erlaubt war, Tiere zu halten. Aber es sollte ganz anders kommen. In einer Bar in Boulder City begegnet er Bethany, die sich gegen seinen Willen bei ihm im Haus seiner Mutter einquartierte, er kann ihrem Sexappeal nicht widerstehen. Wenn da nicht der eifersüchtige Jesse, Ex-Partner von Bethany, immer wieder auftauchte. Es kommt zu einer folgenschweren Dreiecksbeziehung, die zu schweren Verletzungen führt.
Boyle braucht keine großen Gesten, um Spannung aufzubauen, die Hitze in der Wüste Nevadas trägt ihres dazu bei und wird zur perfekten Bühne. Sprachlich ist dieser Roman ein typischer Boyle – vielschichtig geschriebene Beziehungen, die zerbrechlich sind. T.C. Boyle beweist einmal mehr, dass er ein Meister seines Faches ist.

Obsessiv
T.C. Boyle schreibt Bücher, die unter die Haus gehen und dort gären, bis das ganze Elend und die Tragik hervorbricht.
Das beziehungskontrukt, dass hier im Zentrum steht und frei Menschen auf obsessive und destruktive Art verbinden ist fragil, toxisch und furchtbar fesselnd.

Als Leser fühlt man sich als Voyeur im Leben der drei zentralen Figuren aus deren Perspektive die Geschichte erzählt wird. Die Geschichte entwickelt eine fast schon obszöne Sogwirkung, bekommt beinahe Telenovela-Charakter und schlittert unaufhörlich auf den Abgrund zu.

Bethany ist unbestritten die zentrale Figur, um die sich der Fokus der beiden Männer dreht. Für sie ist sie Lichtgestalt, gleichwohl fragt man sich als Leser unwillkürlich woran das eigentlich liegt. Denn Bethany ist wankelmütig, fast schon dreist und trotzdem unbeholfen.

Der Autor kann einfach erzählen, ich wollte unaufhörlich wissen wie es weitergeht; was als nächstes kommt. Die Geschichte entwickelt eine fast schon unangenehme Sogwirkung und bekommt einen voyeuristischen Charakter, der den Leser in seinen Bann schlägt. Ich hab selten bei einem Roman so mitgefiebert.

Das Ende lässt mich zwar ein bisschen unschlüssig zurück, passt aber eigentlich auch zur Geschichte. Ich fands super.

Der Titel ist Programm
von Ruth
Als seine Mutter starb, hatte er Dienst.“. Terry, 31, ein junger Assistenzarzt kurz vor dem Examen wird völlig unvorbereitet mit dem Tod seiner Mutter konfrontiert. Normalerweise ist er es, der die Angehörigen vom Tod eines Menschen unterrichtet. Doch nun ist er persönlich gefordert. Er muss sich in Boulder City, einer Kleinstadt mitten in der Wüste von Nevada, um die Beerdigung und den Nachlass seiner Mutter kümmern. Eine Aufgabe, die ihn überfordert. Hilfe bekommt er von Bethany, einer jungen, attraktiven Frau, die er in einem Café kennenlernt. Nach einer gemeinsamen Nacht bietet sie ihm an, sie könne sich, während er in L.A. seiner Arbeit nachgeht, um das Haus seiner Mutter und deren Hund Daisy kümmern. Ihr Angebot ist keineswegs uneigennützig, denn Bethany ist nach ihrem Auszug aus der Wohnung ihres Ex-Freundes Jesse ohne Bleibe.
Gegen Terrys Willen quartiert sich Bethany im Haus der verstorbenen Mutter ein und feiert dort sogar während seiner Abwesenheit wilde Partys mit ihren Freunden. Doch als Terry anreist, um sie rauszuschmeißen, landen sie wieder im Bett.
Richtig Probleme gibt es dann, als Jesse auftaucht und auf seinen alten Rechten beharrt. Er ist keineswegs gewillt, seinen Anspruch auf Bethany aufzugeben. „ Sie ist Gift. Das weißt du noch nicht, aber du wirst es bald rausfinden.“ warnt er Terry.
Aber die Warnung kommt zu spät. Terry ist Bethany verfallen und der Kampf zwischen den beiden ungleichen Männern beginnt. Ein Streit um eine Frau, der bald immer drastischere Formen annimmt.
T.C.Boyle beschreibt hier eine Dreiecksgeschichte, bei der es weniger um Liebe als vielmehr um Obsessionen, Abhängigkeiten und Besitzansprüche geht.
Für keine der drei Figuren kann der Lesende Sympathien entwickeln. Terry ist zwar ein Arzt, der sich fürsorglich um seine Patienten kümmert, doch ansonsten wirkt er höchst unreif und unreflektiert. Man fragt sich, warum er sich auf diese unheilvolle Liaison einlässt. Schließlich ist offensichtlich, dass er und Bethany nicht zusammenpassen. Trotzdem trifft er eine fatale Entscheidung nach der anderen. Als Leser kann man nur den Kopf schütteln.
Obwohl Terry und Jesse auf den ersten Blick völlig unterschiedliche Typen sind , so eint sie doch ihr Anspruch auf Bethany. Beide sehen in ihr das Objekt ihrer Begierden, weniger eine eigenständige Frau.
Jesse ist ein Macho wie aus dem Bilderbuch. Er akzeptiert keine Zurückweisung, nimmt sich, notfalls mit Gewalt, was ihm vermeintlich zusteht. Aber auch ihn zeichnet Boyle nicht eindimensional. Er ist nicht nur Trinker und Biker, sondern auch Lehrer und versucht sich in der Schriftstellerei. Inwiefern diese unterschiedlichen Rollen zusammenpassen und glaubwürdig sind, muss jeder Lesende selbst entscheiden.
Und Bethany ist eine Frau, die sich einerseits treiben lässt, gerne Party macht und sich mit Alkohol und Drogen zudröhnt, aber trotzdem Sicherheit sucht. Von Jesse kommt sie nicht los, mit ihm ist das Leben aufregender als mit dem Langweiler Terry. Der verspricht dafür finanzielle Sicherheit als zukünftiger Arzt und ein höheres gesellschaftliches Ansehen. Ihr größtes Pfund ist ihr Aussehen, das weiß sie und das setzt sie ganz gezielt auch ein.
Während man Bethany manipulatives Verhalten vorwerfen muss, so kann man Jesse und Terry toxische Männlichkeit attestieren, dem einen mehr, dem anderen weniger.
Von wirklicher Liebe zwischen den Figuren ist wenig zu spüren, auch wenn sie diese behaupten.
Der einzig wirkliche Sympathieträger ist Daisy, die Hündin. Auch wenn sie nach einem gewalttätigen Zusammenstoß mit Jesse nur noch ein Auge hat, so ist sie doch weniger blind als die anderen Figuren.
Boyle erzählt diese Dreiecksgeschichte chronologisch, aber aus wechselnden Perspektiven. Das hat seinen besonderen Reiz, denn so zeigen sich oftmals verschiedene Versionen der Geschichte und neue Facetten in den Charakteren.
Nicht nur Jesse und Terry sind Gegenspieler, auch der Kontrast zwischen Stadt und Land wird anschaulich herausgearbeitet. Ist Terry als Arzt in der Notaufnahme seiner Klinik mit den Gestrandeten, den Obdachlosen und Armen in der Multikulti-Stadt L.A. konfrontiert, so trifft er in Boulder City auf die Tristesse einer heruntergekommenen Kleinstadt, wo sich die Menschen mit billigem Fast Food, Alkohol, Drogen und Sex betäuben.
Der Titel des Romans ist Programm. Keiner hier hat ein Zuhause, jeder sucht es, im wörtlichen und übertragenen Sinn. Es ist kein Zufall, dass Boyle den einen Handlungsort in der Wüste ansiedelt, auch dies ein unwirtlicher Ort.
„No Way Home“ ist kein typischer Boyle. Behandelte er in seinen meisten Romanen doch politische und ökologische Themen, so kommen diese hier nur am Rande vor.
Da lässt er den Möchtegern-Schriftsteller Jesse an einem Roman schreiben, der vom Bau des Hoover-Damms und seinen Folgen für Mensch und Umwelt erzählt. Hier am Lake Mead zeigt sich der Klimawandel ganz massiv. Seit Jahren sinkt der Wasserspiegel und legt tote Tiere und menschliche Skelette bloß.
Möglicherweise lässt sich „No Way Home“ als Parabel lesen, wie Menschen sich von zerstörerischen Kräften manipulieren und instrumentalisieren lassen, obwohl offensichtlich ist, wie sehr diese ihnen schaden.
Auf jeden Fall zeichnet der Roman das Bild einer Gesellschaft, die nur auf sich bezogen ist und Beziehungen nach dem Nutzprinzip eingeht.
„No Way Home“ ist sicher nicht Boyles bestes Buch. Trotzdem habe ich mich gut unterhalten gefühlt. Es liest sich süffig, bleibt spannend und auch sprachlich konnte es mich überzeugen. Ihm gelingen großartige Bilder ( „ Und dann stürzte der Nachmittag krachend in den Abend.“), atmosphärische Beschreibungen von Landschaft und Milieu, und entlarvende Dialoge.
Das Ende mag manchen enttäuschen, für mich ist es stimmig.

Von der vergeblichen Sehnsucht nach einem Ankommen
"No way home", der neue Roman von T.C.Boyle, beschäftigt sich vordergründig nicht so stark mit aktuellen Gesellschaftsthemen wie manche andere seiner Bücher. Sieht man aber genauer hin, dann tut er das sehr wohl. Porträtiert werden drei unreife junge Erwachsene, die alle drei sich auf ihre Art entwurzelt und heimatlos fühlen und auf der Suche nach Sicherheit, Geborgenheit und Bestätigung sind: nach einer äußeren Heimat für die innere Heimatlosigkeit. Drei Menschen, die diesen Halt nicht in sich selbst finden können und ihn deshalb, natürlich vergeblich, in einer anderen Person suchen müssen.

Da gibt es Terry, einen jungen Assistenzarzt in Los Angeles, den der Zufall erst einmal gelegentlich in die abgelegene Wüstenstadt Boulder City verschlägt: denn hier war der Altersruhesitz seiner Mutter (aber nicht der Ort und das Haus, an dem er aufgewachsen ist - seine Heimat ist es hier nicht), hier hatte sie ein Haus gekauft und bewohnt, und nun ist sie plötzlich verstorben und an ihm ist es, das Haus zu erben, sich um ihren Hund Daisy zu kümmern und sich um alle bürokratischen Formalitäten zu kümmern. Terry ist ein engagierter und völlig überarbeiteter Arzt, mit kaum Privatleben und nur wenig Erfahrungen mit Frauen. Auch die mit der Abwicklung des Erbes verbundene Bürokratie ist ihm fremd und er fühlt sich innerlich dieser Sache kaum gewachsen. Sein bisheriger Werdegang mit der starken Konzentration auf das Medizinstudium und den ersten Jahren als Arzt hat wohl seine intellektuellen Fähigkeiten gefordert und gefördert und ihm einen sechsstelligen Schuldenberg an Studiengebühren hinterlassen, ihn aber emotional nicht erwachsen werden lassen.

So kommt es ihm durchaus gelegen und er wehrt sich höchstens halbherzig, als die sehr attraktive und nach einer Trennung von ihrem impulsiven Ex-Freund Jesse temporär obdachlose Bethany ins Haus von Terrys Mutter einziehen will und verspricht, sich um das Haus und den Hund sowie die mit dem Erbe verbundene Bürokratie zu kümmern. Zwar sagt er erst einmal "nein" dazu, sie macht es trotzdem, zieht einfach ein, stellt ihn vor vollendete Tatsachen. Statt sie entschlossen hinauszuwerfen, verfällt er ihren äußeren Reizen und die beiden beginnen eine sexuelle Beziehung. Er fühlt sich von ihr sehr angezogen - so eine attraktive Frau hat sich wohl noch nie für ihn interessiert - auch wenn sie abgesehen von der körperlichen Attraktivität viele problematische Persönlichkeitseigenschaften aufweist, das Haus verkommen lässt, ihre dubiosen Freunde gegen seinen Willen dorthin einlädt, um wilde Partys zu feiern, und nicht einmal davor Halt macht, sich dort gegen Terrys ausdrücklichen Wunsch mit ihrem Ex Jesse zu treffen, mit unangenehmen Folgen verschiedenster Art für Terry. Dennoch wird Terry sie nicht los und überlegt letztlich in seiner grenzenlosen Naivität sogar, sie zu heiraten. Bethany wiederum erhofft sich von der Verbindung mit ihm sozialen Aufstieg - immerhin ist er Arzt - und materielle Absicherung.

Der dritte im Spiel ist Jesse, Lehrer an der Junior High School, leidenschaftlicher Motorradfahrer, impulsiv und zu Gewalt neigend und der vermeintliche Ex Bethanys, mit dem sie fünf gemeinsame Jahre verbracht hat, der ihr in Bezug auf das soziale Milieu viel ähnlicher ist als Terry und von dem auch sie sich nicht so wirklich lösen will, was aus dem Ganzen eine sehr toxische Dreiecksgeschichte macht. Auch er will Bethany nicht loslassen, erhebt Besitzansprüche auf sie, ist eifersüchtig auf Terry, den er als "Spießer" ansieht und dafür zutiefst verachtet, und meint, eine tiefe Verbindung zu Bethany zu fühlen.

Sympathisch ist in diesem Roman keine der drei menschlichen Figuren, nur mit dem klugen Hund Daisy habe ich mitgefühlt. Alle drei Hauptcharaktere sind zutiefst unreif, unreflektiert und machen über den Roman keine sichtbare Charakterentwicklung durch. Dadurch wiederholen sich verschiedene Situationen in ihrem Leben auch immer wieder, beispielsweise versucht Terry immer wieder auf zaghafte und ungeschickte Art, Bethany Grenzen in Bezug auf den sorglosen Umgang mit seinem Eigentum aufzuzeigen, doch werden diese Versuche nie vehementer oder entschlossener und bleiben immer erfolglos. Bethany wiederum verharrt in ihrer Schwebesituation zwischen den beiden Männern selbst dann noch, als sich einige Ereignisse deutlich zuspitzen, die bei einer psychisch gesünderen Frau längst zu einer Distanzierung geführt hätten. Auch Jesse ist und bleibt der impulsive, zu gewalttätigen Ausbrüchen neigende Mann, der er immer war.

Das Ganze findet vor der Hintergrundkulisse von Boulder City statt, die als unattraktive und wenig Perspektiven für junge Leute bietende Wüstenstadt wirkt, in der die einzigen Freizeitaktivitäten zielloses Herumfahren mit dem Motorrad oder Saufen in Lokalen zu sein scheinen.

Reine Dreiecksgeschichten und Liebesdramen sind nichts, was ich normalerweise gerne lese, und ich schätze es sonst auch, wenn es eine charakterliche Weiterentwicklung der Figuren gibt. Dieses Buch hat mich dennoch sehr überzeugt, denn es ist auf eine Art und Weise geschrieben, in der ich gerade diese Stagnation der Charaktere und ihr Verweilen in ihrer Unbewusstheit und den daraus resultierenden Schwierigkeiten sehr glaubhaft finde.

Solche Menschen gibt es viele, und Boyle gelingt es hier, sie in ihrem Umfeld treffend zu porträtieren, und dabei gleichzeitig zum Nachdenken darüber anzuregen, was es für eine Gesamtgesellschaft bedeutet, wenn es viele solcher Menschen gibt und wie genau die dahinterstehenden Sehnsüchte nach einer inneren wie äußeren Heimat und einem Ankommen, ohne wirklich die dafür erforderliche innere und äußere Arbeit leisten zu müssen, sehr leicht von politischen Verführern eingefangen werden können (das ist nicht Hauptthema des Romans, schwingt für mich aber zwischen den Zeilen mit). Damit ist es ein düsteres, aber durchaus treffendes Gesellschaftsporträt des modernen Amerikas in den 2020er Jahren.

Auch sprachlich weiß Boyle genau, was er tut, und jeder Satz sitzt. Hier ein paar Beispiele:

"Leute, die behaupteten, die Wüste zu lieben, redeten immer von unverstellter Weite, aber für ihn war es mehr wie die Sohle eines alten Joggingschuhs: nichts als Druck und abgewetztes Profil. Dass die Wüste leer war, hatte einen Grund - sie war ein negativer Raum zwischen einem selbst und einem Ort, wo man sein wollte, eine letzte Zuflucht für Heilige und Skorpione." (S. 15)

"Das Wasser war kalt, und er blieb nicht lange drin. Auf dem Board hatte er keine Probleme mit dem Gleichgewicht, auch wenn dieser Sport - das ganze Konzept - ihm neu war. Der See war ebenfalls neu, jedenfalls diese intime Bekanntschaft mit ihm." (S. 56)

"Er schlief im Gästezimmer, und nicht mal der Hund leistete ihm Gesellschaft." (S. 293)

"Sie machte keinen Versuch aufzuräumen, noch nicht jedenfalls. Sie ließ Jesse stänkern, bis ihm die Luft ausging, und dann stand sie auf und zog Schuhe und Jacke an." (S. 368)

Insgesamt ist es ein tiefgründiges und interessantes Buch, das ich allen empfehlen kann, die sich für das moderne Amerika und seine vielfältigen Probleme interessieren und die kein Problem damit haben, ein Buch ohne (menschliche) Sympathieträger zu lesen.

Solides Buch, was man schnell runterlesen kann
von Micki
Insgesamt gehört das Buch mal wieder zu den besseren Werken Boyles, doch es erreicht längst nicht das Niveau seiner bekanntesten, frühen Romane. Es zeigt Borgings Stärken, bleibt aber hinter den größten Meilensteinen seiner Karriere zurück.

Der Schreibstil ist wirklich gut: flüssig, zügig lesbar und bildhaft. Boyle schafft es, die Handlung zügig voranzutreiben, ohne sich in Schnörkeleien zu verlieren, und der Text lässt sich recht leicht „von der Hand lesen“. Das macht das Buch auch für Leserinnen und Leser attraktiv, die eher zu zeitgenössischer Belletristik greifen.

Was der Roman teilweise an Spannung und Tiefe fehlen lässt, macht er stilistisch oft wieder wett: Die Sätze fließen, die Szenen funktionieren rasch, und die Atmosphäre wird glaubwürdig eingefangen. Dennoch wirken einige Figuren blass: Charaktere wie Bethany und Terry, die nicht wirklich an Tiefe gewinnen, bleiben sichtbar, aber nicht greifbar. Ihre Motivationen und Entwicklungen ziehen sich eher exemplarisch durchs Buch, statt sich greifbar zu verankern.

Fazit: No Way Home ist ein solides bis gutes Werk von Boyle mit einem starken, lesefreundlichen Stil. Es gelingt, schnell zu fesseln, bleibt aber hinter den außergewöhnlichsten Werken des Autors zurück, insbesondere in Bezug auf Charakterzeichnung und psychologische Tiefe. Wer Boyle mag, sollte zugreifen, doch wer dessen frühere Klassiker sucht, könnte enttäuscht sein.

Abgründig
von Dorsay
Der angehende Arzt Terry geht ganz in seinem Beruf auf, er bereitet sich auf die Abschlussprüfung vor, da ereilt ihm die Botschaft, dass seine Mutter verstorben ist. Sie hat ihm in Nevada ihr Haus hinterlassen. Er nimmt ein paar Tage Urlaub, um das Begräbnis und seine Erbschaftsangelegenheit zu ordnen. In einer Bar lernt er zufällig Bethany kennen. Bethany hat ihre Beziehung zu ihrem Lebensgefährten Jesse beendet. Da sie eine neue Unterkunft braucht zieht sie praktisch ungefragt in Terrys Haus ein, während er in Los Angeles wieder seiner Arbeit im Krankenhaus nachgeht.
Es entwickelt sich eine außergewöhnliche sehr spannende Dreiecksgeschichte mit überraschendem, abruptem Ende.
Der Autor T.C.Boyle hat wieder einmal einen großartigen Roman in seinem unverwechselbarem Schreibstil verfasst. Die glaubwürdigen, außergewöhnlichen Charaktere der handelnden Personen, die Hinterlistigkeit und die Abgründe, die in jedem von uns schlummern, werden präzise herausgearbeitet, Ein absolut gelungener, spannender Gesellschaftsroman.

Abgründig
von Dorsay
Der angehende Arzt Terry geht ganz in seinem Beruf auf, er bereitet sich auf die Abschlussprüfung vor, da ereilt ihm die Botschaft, dass seine Mutter verstorben ist. Sie hat ihm in Nevada ihr Haus hinterlassen. Er nimmt ein paar Tage Urlaub, um das Begräbnis und seine Erbschaftsangelegenheit zu ordnen. In einer Bar lernt er zufällig Bethany kennen. Bethany hat ihre Beziehung zu ihrem Lebensgefährten Jesse beendet. Da sie eine neue Unterkunft braucht zieht sie praktisch ungefragt in Terrys Haus ein, während er in Los Angeles wieder seiner Arbeit im Krankenhaus nachgeht.
Es entwickelt sich eine außergewöhnliche sehr spannende Dreiecksgeschichte mit überraschendem, abruptem Ende.
Der Autor T.C.Boyle hat wieder einmal einen großartigen Roman in seinem unverwechselbarem Schreibstil verfasst. Die glaubwürdigen, außergewöhnlichen Charaktere der handelnden Personen, die Hinterlistigkeit und die Abgründe, die in jedem von uns schlummern, werden präzise herausgearbeitet, Ein absolut gelungener, spannender Gesellschaftsroman.

Abgründig
von Dorsay
Der angehende Arzt Terry geht ganz in seinem Beruf auf, er bereitet sich auf die Abschlussprüfung vor, da ereilt ihm die Botschaft, dass seine Mutter verstorben ist. Sie hat ihm in Nevada ihr Haus hinterlassen. Er nimmt ein paar Tage Urlaub, um das Begräbnis und seine Erbschaftsangelegenheit zu ordnen. In einer Bar lernt er zufällig Bethany kennen. Bethany hat ihre Beziehung zu ihrem Lebensgefährten Jesse beendet. Da sie eine neue Unterkunft braucht zieht sie praktisch ungefragt in Terrys Haus ein, während er in Los Angeles wieder seiner Arbeit im Krankenhaus nachgeht.
Es entwickelt sich eine außergewöhnliche sehr spannende Dreiecksgeschichte mit überraschendem, abruptem Ende.
Der Autor T.C.Boyle hat wieder einmal einen großartigen Roman in seinem unverwechselbarem Schreibstil verfasst. Die glaubwürdigen, außergewöhnlichen Charaktere der handelnden Personen, die Hinterlistigkeit und die Abgründe, die in jedem von uns schlummern, werden präzise herausgearbeitet, Ein absolut gelungener, spannender Gesellschaftsroman.

verhängnisvolle Beziehung
von Ulla
Als Assistenzarzt lebt und arbeitet Terry in Los Angelos und behandelt im Krankenhaus auch Menschen wie die obdachlose Frances, die er sogar ins Herz geschlossen hat. Er ist pflichtbewusst, kompetent, aber auch überarbeitet und einsam. Als ihm mitgeteilt wird das seine Mutter ganz plötzlich verstorben ist fährt er in die Kleinstadt Boulder City in die Wüste Nevadas um sich um den Nachlass und um das Haus zu kümmern. Er trifft auf Bethany, eine attraktive junge Frau, die frisch getrennt von ihrem langjährigen Freund Jesse obdachlos geworden ist. Nach einer gemeinsam verbrachten Nacht übernimmt Bethany das Haus inklusive der Hündin Daisy. Eigentlich findet sie Terry recht langweilig, ganz besonders im Gegensatz zu Jesse, der rau und auch zuschlagend, aber auch leidenschaftlich sein kann. Ihr bisheriges Leben war von Partys und Barbesuchen bestimmt, mit dem nur gelegentlich nach Boulder City anreisende Terry verläuft ihr Leben anders. Sie steht zwischen den beiden Männern, möchte mit keinem leben und kommt von beiden nicht los. Die beiden Männer kämpfen bis aufs Blut um die Zuneigung von Bethany.
Wir erleben drei sehr verschiedene Charaktere und aus jeder Perspektive fühlen wir mit den Protagonisten mit. Jedoch kann ich nicht alle Beweggründe nachvollziehen und die extreme Härte im Umgang verstört mich ein wenig. Ist das Leben in einer amerikanischen Kleinstadt wirklich so?

Dreiecksbeziehung.
von begine


Der Roman, No Way Home, ist ein ein neues Werk des Schriftstellers T.C. Boyle.
Er hat schon zahlreiche Bücher geschrieben.
In diesem Buch geht es um eine Dreiecksbeziehung.
Der Assistenzarzt Terry erfährt vom Tod seiner Mutter und fährt in die Wüstengegend.
Er lernt Bethany kennen, die sich schnell in seinem geerbten Haus einnistet.
Terry verliebt sich in sie, aber die kann sich nicht richtig entscheiden, denn da gibt es noch den Exfreund Jessy.
Terry war mir sympathisch, die anderen beiden mochte ich nichts gerne. Bethany denkt nur an ihren Vorteil, ein Arzt wird mal mehr bieten.
Der Autor schreibt mit Elan und seine Personen sind identisch.
Der Roman hat mich gut unterhalten.

Diese Dreiecksgeschichte konnte mich leider nicht abholen
Diese Dreiecksgeschichte konnte mich leider nicht abholen

Inhalt:
Nach dem plötzlichen Tod seiner Mutter fährt der Assistenzarzt Terrence Tully, Anfang 30, von seinem Wohnort Los Angeles in die Wüste Nevadas, wo seine Mutter ein Haus besitzt, um die Beerdigung und alles Weitere zu regeln. In einem Café trifft er auf Bethany, die mit ihm die Nacht verbringt. Als Terrence wieder nach Los Angeles zurückkehrt, nistet Bethany sich unerlaubt im Haus ein. Terrence schafft es nicht, sich ihrer zu erwehren. Als dann auch noch Bethanys Ex-Freund Jesse auf den Plan kommt, eskaliert die Sache.

Meine Meinung:
Ich kenne bereits „Sprich mit mir“ und „Blue Skies“ von T. C. Boyle, die mich beide begeistern konnten. Daher freute ich mich sehr auf sein neues Werk, das im September 2025 im Hanser Verlag in der Übersetzung von Dirk van Gunsteren veröffentlicht wurde. Leider hat mir dieses nicht wirklich gefallen.

Sämtliche Figuren blieben für mich bis zum Schluss unnahbar. Alle sind dermaßen unsympathisch und handeln für mich kaum nachvollziehbar. Das Geschehen empfand ich oftmals als nicht authentisch. Jede*r manipuliert jede*n und lässt sich manipulieren. Die Beziehungen der Beteiligten sind absolut toxisch. Der Autor konnte mir aber nicht vermitteln, warum die Protagonist*innen alles Mögliche mit sich machen lassen und sich nicht zur Wehr setzen.

Mir fehlten hier einfach die Emotionen, denn erzählt wird eher sachlich-nüchtern. Allerdings ist der Schreibstil richtig toll, weswegen ich auch noch 3 Sterne gebe. Auch die im Hintergrund eingebaute Gesellschaftskritik ist ein Pluspunkt.

Der Schluss konnte mich leider auch nicht überzeugen, denn es ist eigentlich keiner. Alles ist offen; ich fühle mich als Leserin allein gelassen.


Toller Schreibstil, mir hat aber das besondere Etwas gefehlt
von morlin
Bethany hat sich gerade von ihrem Freund Jesse getrennt. Die zweijährige Beziehung war alles andere als einfach gewesen, da wurde sich nichts geschenkt. Nun steht Bethany buchstäblich auf der Straße und hat keine Bleibe. Da kommt Terry gerade recht, der auf Kurzbesuch in der Stadt ist, um die Hinterlassenschaft seiner Mutter zu klären. Bethany wittert ihre Chance und quartiert sich im Haus von Terrys Mutter ein. Und damit beginnt das Drama zwischen Bethany, Jesse und Terry.
Mir hat stilistisch gut gefallen, dass hier alles drei Protagonisten zu Wort kommen. Alle paar Kapitel wechselt die Erzählstimme. Trotzdem konnte ich die Geschichte nur bedingt packen.
T.C. Boyle kann definitiv Schreiben, sprachlich war es wieder toll. Mir hat aber dieses Mal das besondere Etwas gefehlt. Die ungewöhnliche Idee oder skurrile Charaktere. Leider war es einfach nur eine toxische Dreieckgeschichte. Wie gesagt, wieder sehr gut erzählt. Aber für mich war es kein T.C. Boyle wie ich ihn bisher kennen gelernt habe. Daher gibt es von mir dieses Mal nur vier Sterne.

Richtig mitgelitten und mitgefiebert
von xx

In No Way Home erzählt T.C. Boyle die Geschichte eines verhängnisvollen Dreiecks: Der junge Arzt Terrence Tully kehrt nach dem Tod seiner Mutter in seine Heimatstadt Boulder City zurück. Dort trifft er auf Bethany, die sich gerade von ihrem Freund Jesse getrennt hat. Zwischen den dreien entwickelt sich ein gefährliches Spiel aus Begierde, Eifersucht und Gewalt, das unaufhaltsam eskaliert.
Boyle wechselt geschickt zwischen den Perspektiven von Terry, Bethany und Jesse. Dadurch eröffnet er tiefe Einblicke in ihre widersprüchlichen Gefühle: Terrys Naivität, Jesses verletzten Stolz und Bethanys Ambivalenz. Kaum eine Figur weckt Sympathie, doch genau diese Schonungslosigkeit macht den Reiz aus.
Neben dem persönlichen Drama zeichnet Boyle ein Bild des kleinstädtischen Amerika, geprägt von Alkohol, Tabletten und Orientierungslosigkeit. Der klare, eindringliche Stil sorgt dafür, dass die Spannung bis zum Schluss anhält. Dirk van Gunsterens Übersetzung fängt Boyles Ton präzise ein – und bringt den Roman sogar vor der englischen Originalausgabe auf den deutschen Markt.
No Way Home ist ein intensives Psychogramm von Abhängigkeit und Selbstzerstörung – packend, düster und typisch Boyle.

Diese Frau ist Gift
von Miro
Dr. Terrence Tully ist Assistenzarzt in der Notaufnahme und gerade im Dienst, als er telefonisch über den plötzlichen Tod seiner Mutter informiert wird. Sofort macht er sich auf den Weg nach Boulder City, eine Kleinstadt in Nevada, wohin die Mutter nach dem Tod seines Vaters gezogen ist. Terry kennt die Stadt kaum und ist wenig motiviert, sie kennenzulernen, denn die Wüste mag er nicht.

Doch dann lernt er Bethany kennen, die sich in sein Leben schleicht und in seiner Abwesenheit in sein Haus einzieht. Terry verliebt sich Hals über Kopf doch Bethany hängt auch noch an Jesse, ihrem Ex-Freund. Ein Motorradrowdy, der zu Gewalt neigt und Bethany zurückgewinnen möchte.

Terry ist eigentlich ein guter Mensch, doch diese Dreiecksbeziehung drängt ihn in eine Abwärtsspirale, die die schlechtesten Seiten an ihm hervorkehrt. Jesse und Terry bedrohen sich, verletzen sich und verklagen sich gegenseitig und Bethany schafft es, mit ihrem leichtsinnigen Verhalten, das Ganze noch auf die Spitze zu treiben. In ihrer Co-Abhängikeit verzeiht sie Jesse jede Gewalttat und stellt Terry damit in ein negatives Licht. Vielleicht liegt es auch daran, dass Jesse ein Einheimischer ist und Terry ein Fremder, denn Boulder City ist ein klischeebehaftete Kleinstadt mit rechtslastig denkenden Bewohner*innen. Alles in allem kein sympathischer Ort.

Diese ganze Spirale aus Hass und Gewalt war mir fast zu viel. Die Figuren sind allesamt unsympathisch und eine Entwicklung ist nicht zu erkennen. Terry hätte schleunigst die Reißleine ziehen und diese Brücken abbrechen sollen, denn eine Frau wie Bethany findet er auch in LA. Wieso er sich das alles gefallen lässt, ist mir schleierhaft und dadurch wirkt die Figur auch unglaubwürdig.

Diese Scharade aus Machtgehabe, Rivalität und Obsession fand ich etwas anstrengend zu lesen und für meinen Geschmack auch etwas zu ausufernd erzählt. Das offene Ende hat mir hier auch nicht wirklich gefallen, denn ich bin immer noch der Meinung, dass ein gebildeter Mensch wie Terry es schaffen müsste, sich daraus auch wieder zu befreien. Daher vergebe ich nur 3 Sterne für diesen Roman.

Eine toxische Dreiecksbeziehung
von cosmea
Der 31jährige Terence Tully genannt Terry arbeitet als Assistenzarzt in einem Krankenhaus in Los Angeles. Dann stirbt seine Mutter, und er hält sich vorübergehend in ihrem Haus in Boulder City, Nevada auf, um die Erbangelegenheiten zu regeln. In einer Bar lernt er die attraktive Bethany kennen, die sich gerade von ihrem Freund Jesse getrennt hat und seitdem wohnungslos und mit geringem Einkommen ist, sodass sie in Terry einen Retter aus ihrer Notlage sieht. Sie quartiert sich nach seiner Abreise heimlich in dem leerstehenden Haus ein und nimmt zudem noch ihre Freundin Lutie auf. Terry ist damit nicht einverstanden. Bethany ist jedoch stärker als er, und er wird sie nicht wieder los. Er hat sich in die schöne junge Frau verliebt und will sie eigentlich auch gar nicht verlieren. Dann taucht ihr Ex Jesse auf, wird zum Stalker und verletzt Terry schwer genauso wie einige Zeit später auch seinen geliebten Hund Daisy. Auch Bethany wird Opfer seiner Gewalttätigkeit. Als Terry dies herausfindet, rächt er sich an Jesse. Es entwickelt sich eine Spirale der Gewalt, und eigentlich will er an der Beziehung nicht länger festhalten, weil Bethany offensichtlich immer noch Gefühle für Jesse hat, egal was dieser tut. Ist er stark genug, sich endgültig von Bethany zu trennen?
Mir hat das Buch gefallen, obwohl es anders ist als die Romane von T.C. Boyle, die ich bisher gelesen habe. Keine der Figuren ist wirklich sympathisch, mit keiner kann ich mich als Leserin identifizieren, aber ich finde das psychologische Kammerspiel schon sehr faszinierend. Auch sprachlich ist Boyles neuer Roman wieder sehr gelungen.

Brillant erzählt und mitreißend
Im Mittelpunkt von "No Way Home", dem neuen Roman von T.C. Boyle, steht Dr. Terrence Tully, genannt Terry. Der 31-Jährige arbeitet in einem Krankenhaus in Los Angeles. Als Assistenzarzt im dritten Jahr, der sich eine Zulassung als Internist wünscht, arbeitet er an 6 Tagen in der Woche, 14 Stunden täglich. Er lebt allein und hat kaum Sozialkontakte. Während einer Visite erreicht ihn die traurige Nachricht, dass seine Mutter Katie ganz plötzlich verstorben ist.

Terry begibt sich auf die lange Reise nach Boulder City in der Wüste Nevadas, wo seine Mutter lebte, um die notwendigen Formalitäten abzuwickeln und sein Erbe, das Haus und den Hund der Mutter, zu übernehmen. Am Abend lernt er in einer Bar die 24-jährige Bethany Begany kennen, die beiden verbringen eine gemeinsame Nacht. Bethany hat sich von ihrem Freund Jesse getrennt und möchte übergangsweise im Haus von Terrys Mutter wohnen. Obwohl Terry ablehnt, zieht sie nach seiner Abreise in das Haus. Terry, der verschuldet ist und das Objekt eigentlich verkaufen möchte, verliebt sich in die junge Frau, doch es gibt da noch ihren Ex-Freund, der alles daran setzt, Bethany zurückzugewinnen ...

Der Roman ist, wie man es von T.C. Boyle kennt, in intelligenter Sprache geschrieben, mitreißend und äußerst unterhaltsam. Seine Protagonisten, die er sehr präzise skizziert, sind keine einfachen, keine liebenswerten Charaktere: auf der einen Seite der eher unauffällige und kontaktarme Terry, der sich in seiner Verliebtheit von Bethany ausnutzen und einwickeln lässt, und auf der anderen Seite die lebenslustige und dreiste Bethany, die sich von ihrem Ex-Freund nicht zu lösen vermag, sich aber gleichzeitig mit Terry einen Mann mit Vermögen und Ansehen angeln möchte, und schließlich der gutaussehende und rücksichtslose Jesse, der auch vor Gewalttaten nicht zurückschreckt. Ich konnte verstehen, dass die attraktive Bethany eine gewisse Faszination auf Terry ausübte, habe aber einige seiner Handlungsweisen überhaupt nicht nachvollziehen können und hätte ihn am liebsten geschüttelt. 

Die Geschichte ist aus den Perspektiven der drei Hauptcharaktere erzählt, sie liest sich sehr flüssig und hat mich von Beginn an gefesselt. Ich habe das Buch sehr gern gelesen, neben der Ménage à trois enthält es, wie so oft in T.C. Boyles Romanen, eine Menge Gesellschaftskritik. Es geht neben Liebe, Leidenschaft und Eifersucht auch um Gewalt, Manipulation, Abhängigkeit und Drogen. Häufiger Alkoholkonsum nimmt im Buch meinem Empfinden nach zu viel Raum ein. 
  
Die Beschreibung von Terrys anstrengendem Klinikalltag fand ich sehr interessant, das Ende der Geschichte lässt mich allerdings etwas unzufrieden zurück.

Absolute Leseempfehlung für diesen brillant erzählten Roman über menschliche Abgründe!

Ewig lockt das Weib
Terrence, Bethany, Jesse: drei junge Menschen, die miteinander verstrickt sind. Ein Dreieck, genug Potenzial für viele Krimis. Ein Assistenzarzt aus L.A. muss erfahren, dass seine Mutter gestorben ist. Sie hinterlässt sein Elternhaus, das jetzt ihm gehört, und Daisy, einen zutiefst trauernden Hund. Terry fährt deshalb zu seinem Heimatdorf und wird gleich am ersten Abend von einer gerade obdachlosen jungen Frau angesprochen, die in der Folge in seinem Bett landet und sich eigenmächtig in seinem Elternhaus einquartiert. Um der Vollständigkeit halber ist da auch noch ihr Ex-Freund Jesse, den sie/der sie nicht vergessen kann.
Hier geht es um einen Arzt, dem der Verstand buchstäblich unter den Gürtel gerutscht ist, anders kann ich diese Entschlusslosigkeit nicht nennen. Immer wieder schafft es Bethany, die sich bildenden prekären Situationen für sich zu nutzen. Sie ist nicht bösartig, sondern sucht nach mehr Sicherheit in ihrem Leben. Doch ihr Ex Jesse kennt keine Skrupel, wenn es um seinen Vorteil geht. Notfalls fährt er mit seiner roten Maschine über Leichen.
Und um Leben und Tod geht es in diesem wahnsinnig aufregenden Roman von T.C.Boyle. Der Autor erzählt abwechselnd aus den Perspektiven der drei Hauptprotagonisten. Gemeinheit und Schlechtigkeit wechseln sich ab mit Hilfsbereitschaft, Nachgiebigkeit und Ethos, Trägheit und reichlichem Alkoholkonsum. Dazwischen ein Weibchen voll raffinierter Unschuld, den Genüssen aller Art äußerst zugetan, das alle Register zieht, um an ein Männchen mit Haus zu gelangen. Eine spezielle Rolle fällt auch noch der Hündin Daisy zu.
In gewohnter Boyle-Manier geschrieben, sinnlich wahrnehmbar, flüssig, mitreißend, rasant. Die Figuren sind sehr farbig und lebensnah gezeichnet.
Doch eins muss ich noch schreiben: Ich hätte mir nach all dem, was da geschehen ist, einen fulminanteren Ausgang erwartet, einen richtigen Paukenschlag. So kam wenig überraschend ein eher energieloses, erwartbares Ende. Dennoch meine Leseempfehlung an alle, die gute, spannende Geschichten mögen.

No Way Home
Das Buch handelt von der Liebe zweier Männer zu ein- und derselben Frau.
Terry, ein Arzt aus L. A. erbt nach dem Tod seiner Mutter ein Haus in Nevada. Eigentlich will er das Haus verkaufen, aber dann begegnet er Bethany und verliebt sich in sie. Bethany quartiert sich gegen Terry´s Willen in dessen Haus ein. Auch Terry zieht in das Haus der Mutter ein, doch immer wieder taucht Bethany´s eifersüchtiger Exfreund Jesse auf. Terry und Jesse geraten immer öfter aneinander und mitten in der Wüste eskaliert die Sache.

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Terry, Jesse und Bethany erzählt, was mir persönlich sehr gut gefallen hat.
Sowohl Drogen, zu viel Alkohol und toxische Liebesbeziehungen die alle drei Protagonisten ins Unglück ziehen, beschreiben den typischen T. C. Boyle - Stil.
Das Buch liest sich sehr flüssig und wird nie langweilig.

Verhängnisvoll
Zwei Männer und mittendrin eine Frau, die nicht weiß, was sie will. Die Dreiecksbeziehung wird jeweils aus der Sicht der Protogonisten erzählt. Eine Geschichte über die zerstörende Macht der Liebe, voller Eifersucht und Machtkämpfe. Skurril und aber auch realistisch. Unterhaltsam.

Boyle muss man mögen!
Wieder ein Boyle, wie man sich den so wünscht. Gute Geschichte, großartig erzählt.

Weniger sozialkritisch als manch andere seiner Bücher, aber dafür herrlich unterhaltsam. Eine Dreiecksgeschichte, die einem echt verzweifeln lässt :-). Haareraufen, Kopfschütteln, Wundern, Ärgern … alles dabei, wenn man sich auf die drei Vögel in dem Buch einlässt.

What Else?

Achja, große Empfehlung natürlich

Über das Mensch-Sein in allen Facetten… Grandios und sprachgewaltig! Boyle ist einfach grandios!!!