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Petra PelliniDer Bademeister ohne Himmel

"Eine ganz zarte, heiter-melancholische Geschichte und dabei so wunderbar präzise erzählt." Ewald Arenz

Hardcover

ROWOHLT Kindler (2024)

320 Seiten; 20.9 cm x 13.2 cm

ISBN 978-3-463-00068-8

versand- oder abholbereit innerhalb von 3 Werktagen

Der Bademeister ohne Himmel



Petra Pellini
, geboren 1970 in Vorarlberg, lebt und arbeitet in Bregenz. Sie war lange in der Pflege demenzkranker Menschen tätig. Für einen Auszug aus 
Der Bademeister ohne Himmel 
wurde sie 2021 mit dem Vorarlberger Literaturpreis ausgezeichnet, außerdem stand der Roman auf der Shortlist für das «Lieblingsbuch der unabhängigen Buchhandlungen» 2024.




Hauptbeschreibung


«Es gibt Bücher, die lange nachhallen. Dieses ist so eines. Steht auf meiner persönlichen Bestsellerliste jetzt ganz oben.» (Christine Westermann)





Linda ist fünfzehn und würde am liebsten vor ein Auto laufen. Doch noch halten zwei Menschen sie davon ab: ihr einziger Freund Kevin, der daran verzweifelt, dass die Welt am Abgrund steht. Und Hubert, sechsundachtzig Jahre alt, ein Bademeister im Ruhestand, der seine Wohnung kaum mehr verlässt, Karotten toastet und auf seine Frau wartet, die vor sieben Jahren verstorben ist. Dreimal wöchentlich verbringt Linda den Nachmittag bei Hubert, um die polnische Pflegerin Ewa zu entlasten, die mit durchaus eigenwilligen Mitteln ihren Beruf ausübt. Feinfühlig und spielerisch begegnet Linda Huberts fortschreitender Demenz und versucht, den alten Bademeister im Leben zu halten. Bis das Schicksal ihre Pläne durchkreuzt …


Petra Pellini erzählt mit Wärme und Humor vom Erwachsenwerden und Vergessen und von einer einzigartigen Freundschaft.




Hersteller: Rowohlt Verlag GmbH
Kirchenallee 19, 20099 Hamburg DE
E-Mail: produktsicherheit@rowohlt.de


Außergewöhnliche Stimme
von SalMar
Die fünfzehnjährige Linda hadert mit ihrem Leben. Wären da nicht Kevin, ihr einziger Freund, und Hubert, der an Demenz leidende Nachbar, hätte sie schon aufgegeben. Aber so verbringt sie lange Nachmittage nebenan bei dem pensionierten Bademeister, wo man nie weiß, ob der Tag unerwartet komisch, traurig oder berührend endet.
Selten konnte mich ein Titel so sehr begeistern: Neben dem Titel wusste ich vorher nur, dass ich bisher nur Gutes über das Buch gehört hatte, aber ich habe mich riesig darauf gefreut. Und dann, nach nur wenigen Seiten, hatte mich Linda schon gepackt und ich konnte es kaum beiseitelegen.
Wer vielleicht selbst in der Familie Kontakt mit dem Thema Demenz hatte, dem wird vieles bekannt vorkommen. Aber Linda hat nicht nur eine sehr eigene Stimme, die vor trockenem Humor nur so strotzt, sie hat auch eine sehr eigene Sichtweise auf die Dinge – insbesondere darauf, wie man Hubert unterstützen kann. Mir hat das sehr gefallen, welche Wege ihre Gedanken gehen und wie sie sie in Worte fasst.
Überhaupt hat mich der Schreibstil der Autorin sehr begeistert: Er wirkt so mühelos und unangestrengt und ist trotzdem oft geradezu poetisch. Die Art und Weise, wie sie das Ende gestaltet hat, hat für mich das Leseerlebnis außerdem perfekt abgerundet.
Wer Lust auf eine leise, besondere Geschichte mit einer außergewöhnlichen Stimme hat, der ist hier goldrichtig. Mir werden Linda und der Bademeister ohne Himmel auf jeden Fall noch lange im Gedächtnis bleiben – und die Autorin werde ich definitiv im Auge behalten. Absolute Leseempfehlung!

Absolut Lesenswert
Linda ist erst fünfzehn und hat trotzdem das Leben schon satt, am liebsten würde sie vor ein Auto laufen. Aber zwei Menschen halten sie davon ab, Kevin und Hubert. Hubert wohnt im gleichen Haus und ist dement. Bei Hubert verbringt Linda viel Zeit und kann trotz seiner Demenz noch was von ihm lernen. Auch wenn es schwierig ist damit umzugehen.

Das Cover sieht eher nach einem Sommerbuch, nach Freibad und Spaß aus. Aber das ist es ganz und gar nicht. Es ist eigentlich ein tieftrauriges Buch über ein junges Mädchen, das schon nicht mehr leben möchte und einen alten Mann, der vom Leben nicht mehr viel mitbekommt und dann ist da noch Kevin, der Freund, der sich schwertut.
Erzählt wird die Geschichte aus Sicht von Linda, die auf Bitte von Huberts Tochter Zeit mit Hubert verbringt. Auch hat Linda außer Hubert und dem zwei Jahre jüngeren Kevin keine sozialen Kontakte, was sie zeitweise sehr einsam macht.
Mich hat die Geschichte so sehr berührt, ich habe sie trotz des schwierigen Themas so gerne gelesen und kann das Buch nur empfehlen. So einfühlsam und echt erzählt, einfach nur lesenswert.

Umgang mit Demenz
von Ulla
Der ehemalige Bademeister Hubert ist dement und auf Hilfe angewiesen. Damit Ewa, die polnische 24 Stunden Pflegekraft mal ein wenig frei bekommt übernimmt die 15-jährige Linda die Aufsicht. Linda hat außer Kevin keine Freunde, sie ist gestresst von ihrer alleinerziehenden und wieder neu verliebten Mutter und der Schule und sie hat Selbstmordgedanken. Mit dem jüngeren Kevin ist sie seit einigen Jahren befreundet, da sie ihn zur Schule begleitet hat. Kevin ist ein Computernerd, auch ohne Kontakte, dazu macht er sich ernsthafte Gedanken um den Klimawandel und die Zerstörung der Umwelt. Der Umgang mit Hubert ist eine Herausforderung, mal möchte er zur Arbeit gehen, mal wartet er auf seine längst verstorbene Frau Rosalie, mal suchen sie sein Gebiss. In Laufe der Zeit verschlechtert sich Huberts Zustand zusehends und sein Ende naht.
Der Roman ist einerseits bewegend und einfühlsam, andererseits hat er auch sehr viel humorvolle Passagen. Aus der Sicht der Teenagerin erleben wir die Welt um Hubert, die Situation der polnischen Pflegekraft, fern der Heimat, die Hilflosigkeit von Huberts Tochter, die sich den Vorwürfen ausgesetzt sieht, das sie nicht selbst die Pflege übernimmt. Mit profunden Kenntnissen wird der Umgang mit einem Demenzkranken beschrieben.

Wunderschön und bewegend
In ihrem Roman "Der Bademeister ohne Himmel" erzählt die österreichische Autorin Petra Pellini die Geschichte der 15-jährigen Linda, die nicht glücklich ist und daran denkt, vor ein Auto zu laufen. Es gibt nur zwei Menschen, die sie davon abhalten: ihr Freund Kevin, den sie seit 6 Jahren kennt und der zunehmend an der Menschheit verzweifelt, und der 86-jährige Hubert, der im gleichen Haus wohnt wie sie. Hubert war 42 Jahre lang Bademeister im Strandbad, nun ist er demenzkrank. Seine Frau Rosalie ist vor 7 Jahren verstorben. Er wird von der Polin Ewa betreut, einer 24-Stunden-Pflegekraft. An drei Nachmittagen pro Woche kümmert sich Linda um den alten Herrn, damit Ewa etwas Zeit für sich hat.

Wir erleben Linda, Hubert und Ewa über einen relativ kurzen Zeitraum, während dessen Hubert immer mehr in seiner eigenen Welt versinkt. Linda weiß intuitiv, wie sie mit ihm umzugehen hat, ohne ihn noch mehr zu verwirren. Sie geht beruhigend und verständnisvoll auf ihn ein, versucht, seine Erinnerungen, die ihm zunehmend entgleiten, wieder einzufangen. Wenn er fragt, wo seine Frau ist, sagt sie ihm nicht, dass Rosalie bereits seit langem tot ist, sondern erklärt ihre Abwesenheit mit einem Einkauf. Linda fühlt sich sehr wohl bei Hubert und der herzlichen und zupackenden Ewa, viel wohler als bei ihrer Mutter, von der sie sich wegen der Schule ständig gestresst fühlt und die nach der Scheidung von Lindas Vater mal wieder einen neuen Freund hat.  

Das Buch ist in schöner Sprache aus Sicht der jugendlichen Ich-Erzählerin Linda geschrieben. Es liest sich flüssig, die Figuren sind sehr liebevoll und vollkommen authentisch beschrieben. Die Autorin, die selbst lange in der Pflege demenzkranker Menschen tätig war, schildert Huberts Krankheitsverlauf mit viel Empathie und einer großen Portion Humor, dabei vollkommen realistisch, ohne Übertreibungen und ohne Rührseligkeiten.

Ich habe die Geschichte sehr gern gelesen, sie hat mich begeistert, zutiefst berührt und sehr nachdenklich gemacht. Es geht in dem Buch zwar in erster Linie um das wichtige Thema Demenz und den Umgang damit, es wird aber auch sehr anschaulich verdeutlicht, in welcher Situation sich die ausländischen Pflegekräfte befinden, die fern der Heimat nahezu rund um die Uhr tätig sind und welchen Problemen und Belastungen sie ausgesetzt sind. Auch die Überforderung der Angehörigen ist sehr eindrücklich am Beispiel von Huberts Tochter beschrieben. 

Absolute Leseempfehlung für dieses wunderbare Buch, das bereits jetzt zu meinen diesjährigen Lesehighlights gehört und mich noch lange beschäftigen wird!

Sehr ergreifend
von Alo
"Wir gleichzeitig Lebenden sind füreinander von geheimnisvoller Bedeutung."
Das Buch "Der Bademeister ohne Himmel" von Petra Pellini hat mich sehr berührt.
Erzählt wird die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft zwischen einer Jugendlichen, die suizidal ist, und einem 86-Jährigen, der Demenz im fortgeschritten Stadium hat.
Der Schreibstil der Autorin ist trotz der vielen schweren Themen voller Witz und Leichtigkeit. Ich konnte mich ganz oft nicht entscheiden, ob ich Lachen oder Weinen soll. Die Figuren und ihre Beziehungen sind ganz wunderbar und vor allem authentisch gezeichnet.
Am meisten hat mich die Demenzthematik berührt. Ich habe schon viele Bücher gelesen, die sich mit diesem Thema beschäftigen, aber noch nie war sie so eindrücklich und einfühlsam dargestellt.
In der Mitte des Buches ist die Geschichte etwas auf der Stelle getreten und ich fand es teilweise etwas langatmig, das könnte aber auch daran liegen, dass ich es als Hörbuch gehört habe.
Fazit: 4,5/5 Sternen für dieses wundervoll erzählte Debüt!

Berührend
Eine 15jährige die sich um ihren an Demenz erkrankten Nachbarn kümmert - Danke! Kein Interesse!
Ich interessiere mich weder für Teenager mit deren Problemen noch für diese Krankheit. Aber dieses Buch hat mich regelrecht verfolgt. Überall sprang mir dieses Buchcover entgegen. Und so beschloss ich, es doch zu lesen.
Zum Glück! Es hat mich von der ersten Seite an gefesselt. Dieses Mädchen, das die Pflegerin Ewa stundenweise entlastet. Die Schwierigkeiten hat, sich in der Schule zurechtzufinden.
Berührend, nachdenklich machend - aber ohne jemals bedrückend zu sein. Ein wunderbares, leichtes Buch um ein schwieriges, schweres Thema.
Lesen sie es! Unbedingt!

Berührende Coming of Age Story

Berührende Coming of Age Story

Inhalt:
Linda ist fünfzehn und fühlt sich in ihrem Leben nicht zu Hause. Am liebsten würde sie alles hinschmeißen und vor ein Auto laufen. Aber noch wird sie gebraucht: von dem jüngeren Kevin, der sich tierische Sorgen um die Welt macht, und dem alten Hubert, der dement in seiner eigenen Welt vor sich hin lebt.

Meine Meinung:
Linda habe ich bereits auf der ersten Seite in mein Herz geschlossen, ebenso wie Kevin, Hubert und Ewa, dessen polnische Pflegerin. Warum sich Linda allerdings mit Selbstmordgedanken trägt, ist für mich nicht klar geworden. Sicher, es läuft nicht alles rund in ihrem Leben. Schule und Elternhaus könnten es besser mit ihr meinen, aber etwas wirklich Dramatisches ist ihr nicht passiert. Für eine Depression wirkt sie auf mich durchweg zu gut drauf, entschlossen, zupackend. Aber ich muss zugeben, ich kenne mich da nicht wirklich aus. Mir kam Linda eher wie ein ganz normaler, leicht rebellischer Teenager vor, der eine ehrenvolle Aufgabe übernommen hat.

Es hat mich sehr berührt, wie Linda sich einfühlsam und ideenreich um den dementen Hubert kümmert, wie sie in der patenten und außergewöhnlichen Ewa eine Freundin findet. Zusammen bemühen sich Linda und Ewa sehr liebevoll um Hubert, auch wenn es nicht immer leicht ist. Hier denke ich, dass sich manch Angehörige*r von an Demenz Erkrankten eine Scheibe abschneiden und ein paar Ideen holen könnte.

Der Schreibstil ist sehr ansprechend, jugendlich leicht und mitreißend. Es wird aus Lindas Ich-Perspektive erzählt, sodass man ganz nah an der Protagonistin durch die Handlung geführt wird. Petra Pellini hat viel Erfahrung in der Pflege demenzkranker Menschen. Das merkt man hier sehr deutlich.

Fazit:
Eine berührende Geschichte um Leben und Sterben, die ich gerne weiter empfehle.



großartig
von BR
Die Ich-Erzählerin Linda wurde im Wohnhaus vor einiger Zeit von der Tochter des demenzkranken Hubert angesprochen ob sie dreimal pro Woche ein paar Stunden bei dem kranken Vater verbringen könnte. Damit würde sie der polnischen Pflegerin Ewa feste freie Zeiten ermöglichen. Linda ist erst 15 Jahre alt ist. Ich fand das schon außergewöhnlich, dass man sich in dem Alter darauf einlässt einen alten Menschen zu betreuen/zu besuchen, der nicht mit ihr verwandt ist.

Linda hat ein sehr feines Gespür für Hubert. Sie denkt darüber nach, was er wohl wahrnimmt, ob er sich wohlfühlt und freut sich über kleine Gesten die sie ihm hervorlocken kann. Im Gegensatz zu Huberts Tochter die zum Beispiel bei einem Ausflug nur mit sich und ihrem Handy beschäftigt ist anstatt dem Befinden ihres Vaters Aufmerksamkeit zu schenken.

Ihr eigenes Leben ist eher mühselig. Die Schule nervt, sie kommt mit Mathe nicht gut zurecht. Zu ihrer alleinerziehenden Mutter hat Linda kein gutes Verhältnis. Ansonsten ist ihr nur ein Mensch wichtig, Kevin. Die beiden kennen sich seit Kindertagen, er ist sehr intelligent aber scheitert auch daran seinen Platz im Leben zu finden.

Linda merkt wohl selbst nicht welche große Leistung sie mit ihrer Begleitung erbringt. Und besonders gut tut sie Ewa. Linda ermöglicht ihr nicht nur die paar freie Stunden sondern steht ihr auch in der restlichen Zeit zur Seite mit Nähe und Freundschaft. Nur langsam wird uns Lesern und auch Linda bewusst dass sie sich mit der Struktur und der Auseinandersetzung mit den beteiligten Menschen selbst ein gutes Fundament für ihr weiteres Leben geschaffen hat. Über eine tragische Wendung am Ende bin ich ziemlich erschrocken, kann sie aber doch gut akzeptieren.

Nur noch ein Kapitel...
Linda ist 15, geht nicht besonders gern zur Schule und denkt oft über das Sterben nach. Befreundet ist sie nur mit einem Jungen. Kevin ist sehr intelligent, aber verzweifelt, weil er zusehen muss, wie die Welt zugrunde geht. Oft ist Linda bei ihrem Nachbarn Hubert, der an Demenz erkrankt ist und nach dem Tod seiner Frau allein in seiner Wohnung lebt. Er wird von Ewa gepflegt und betreut und dreimal in der Woche wird sie für einige Stunden unterstützt von Linda.
Die Autorin Petra Pellini weiß genau, wovon sie spricht, wenn sie die Geschichte von Linda und Hubert erzählt. Das wundert mich nicht, nachdem ich gelesen habe, dass sie selbst viele Jahre Menschen mit Demenz gepflegt hat. Die Nächstenliebe, die sie in sich trägt, wird in der Geschichte von Linda weitergegeben.
Linda ist sehr feinfühlig. Sie weiß genau, was gut ist für Hubert, welche Wünsche er hat und welche Erinnerungen sie ansprechen muss, um ihn glücklich zu machen.
Mir hat es große Freude gemacht zu erleben, wie liebevoll sie mit Hubert umgeht. Manchmal ist es ein Foto, das sie gemeinsam mit ihm anschaut, mal gibt sie ein paar Hinweise auf früher, als Hubert noch als Bademeister gearbeitet hat. Oder sie spricht von seiner Frau Rosalie, als sei diese nur kurz zum Einkaufen unterwegs.
„Gelegentlich denke ich darüber nach, was ich wem schenken würde. Keine realen Geschenke, die man auspacken kann. Mehr so Spinnereien … Ich würde ihm (Hubert) einen Mittwoch mit Rosalie schenken…“
Das ist nur einer von ganz, ganz vielen wunderschönen und berührenden Sätzen und Gedanken von Linda. Das Buch hat etwas mehr als 300 Seiten und weit über 60 Kapitel, die mich gleichermaßen begeistert haben. Dabei ist es egal, ob Linda zu Hause ist oder allein mit Hubert, ob sie von den Besuchen seiner Tochter erzählt oder sich mit Kevin trifft: Alles ist kurzweilig, mal fröhlich und erfrischend, manchmal traurig und nachdenkenswert.
Bis zum Ende der Geschichte, das ich so nicht erwartet hatte, hatte ich nach jedem Kapitel nur einen Wunsch: Nur noch ein Kapitel…
Sehr gern gebe ich eine Leseempfehlung für ein Buch, das eines der bewegendsten ist von denen, die ich in diesem Jahr gelesen habe.


ein highlight
von Nele33
Der Bademeister ohne Himmel gesprochen von Marie Isabell Walke hat mich auf ganzer Linie berührt.

Linda ist 15 und hat den Gedanken sich vor ein Auto zu werfen bisher nicht ausgeführt, da sie Kevin und Hubert nicht allein lassen kann. Kevin, der intelligente, der aber am Weltgeschehen und negativen Gedanken zugrunde gehen würde und Hubert, der 86-jährige demente Nachbar.
Hubert wird von Ewa gepflegt, sie kommt aus Polen und hat ihre eigene Weltanschauung, ist jedoch ganz mit ihrem Herzen bei der Pflege von Hubert engagiert. Dann gibt es da noch den Nachtfalter, Huberts überforderte und doch fürsorgliche Tochter.

Selten habe ich ein Buch gelesen, welches die Demenz so auf den Punkt und dabei dermaßen würdevoll geschrieben ist. Dies wird in erster Linie daran liegen, dass die Autorin Petra Pellini jahrelang in der Demenzpflege gearbeitet hat. Die Gedanken und das Leben von Linda, zeugen und unterstreichen den Zwiespalt, in dem Jugendliche heutzutage aufwachsen. Dabei wird hier nicht dramatisiert, sondern geschildert. Dieses Buch hat alle Facetten des Lebens in sich vereint: Lebenslust- und Frust, komische Seiten, traurige und anrührende Begebenheiten und Gedanken.

Nachdem ich nun das Hörbuch gehört habe, wird dieses Buch von mir gekauft und bestimmt auch mehrfach verschenkt werden.
Eine klare Lese- und Hörempfehlung von mir.

Feinfühlige Coming-of-Age-Story über den Umgang mit Demenz
Die zu Beginn des Buches noch fünfzehnjährige Linda nennt zwei Menschen in ihrem Leben, die ihr wichtig sind: ihren besten Freund Kevin und den dementen Nachbarn Hubert. Während Hubert sich nicht mehr um das Weltgeschehen sorgt, blickt Kevin pessimistisch in die Zukunft der Menschen. Die polnische Pflegerin von Hubert jedoch, hat großes Gottvertrauen und gehört auch zu den Menschen, die Linda Halt geben.

Der Schreibstil wird von kurzen Sätzen und kurzen Kapitel geprägt. Es ist die einseitige Sicht einer Teenagerin, die viel älter wirkt, als sie ist. Es sind Gedanken über Alltägliches, Zukunftszsenarien und Erinnerungen, die Linda beschäftigen. Dabei hat sie einen ganz eigenen Humor, der sich auch in den vielen Dialogen zeigt.

„Wir gleichzeitig Lebenden sind füreinander von geheimnisvoller Bedeutung.“

Der Umgang mit Demenz ist inspirierend. Linda beweist ein feines Gespür und begegnet Hubert einfühlsam, würdevoll und aufrichtig interessiert. Sie nimmt Anteil, versetzt sich in Hubert hinein und richtet keine Erwartungen an diese Freundschaft, deren Gespräche sie sehr genießt. „An solchen Nachmittagen ergibt nichts, was wir tun, einen Sinn und ehrlich gesagt: Ich mag das. Menschen wollen immer ein Ergebnis sehen. Wir nicht.“

Lindas Entwicklung bildet den Rahmen der Geschichte. Der Lebenswille und der Glaube, es zu schaffen, „taucht auf und unter und weg“, während das Leben passiert. Es ist eine unaufgeregt poetische Geschichte, in der gar nicht so viel passiert und trotzdem liest man sie gern.

Eine verschworene Schicksalsgemeinschaft zwischen Leben und Tod
Petra Pellini ist wie ihr Hauptprotagonist Hubert in ihrem aktuellen Roman "Der Bademeister ohne Himmel" eine passionierte Meisterin in ihrem Fach, die wohl nicht einfach so vom Himmel gefallen ist.

Pellinis Werk glänzt insbesondere durch sehr feinfühlige Zwischentöne, die man während der Lesezeit einfach so fast nebenbei in sich aufsaugt.

Der Titel wie auch der Klappentext verrät bereits ein klein wenig des Inhalts. Dreh- und Angelpunkt der Geschichte ist der 86 Jahre alte und demente Hubert, um den sich zwei Personen ganz besonders in seinem immer mehr verschwindenden Alltag kümmern. Linda und Ewa sind quasi die Sidekicks des ehemaligen passionierten Bademeisters dessen Gedächtnis dann immer mehr nachlässt. Hubert zieht sich dann immer mehr in seine ganz eigene Welt zurück.

Genau diesen spannenden, aufregenden und nicht immer leicht zu verdauenden Mikrokosmos erzählt Petra Pellini wirklich sehr glaubhaft und transportiert auch zig verschiedene Emotionen während dem ganzen Erzählstrang hinweg.

Mit den Handelnden wurde ich persönlich sehr schnell warm und konnte mich auch sehr gut in die verschiedenen Perspektiven hineinversetzen. Ich wähnte mich ganz einfach dicht im Alltag dieses außergewöhnlichen Trios mit dabei.

Jeder hat praktisch sein eigenes Schmerzköfferchen bzw. seinen eigenen Rucksack zu tragen. Die 15-jährige Linda, die lieber heute als morgen von dieser Welt abtreten möchte. Die polnische Pflegerin Ewa, die den dementen Hubert sehr liebevoll umsorgt, aber mit der Zeit auch Heimweh nach Polen und ihrem dort lebenden Freund hat.

Dieses vordergründig vielleicht nicht ganz stimmige Trio wächst dann im Alltag über sich hinaus und durchlebt wirklich viele Höhen und Tiefen. Pellini gibt diesen Charakteren dann unheimlich viel Tiefe, indem man immer mehr von ihren tatsächlichen Lebensumständen erfährt.

Wer sich auf genau dieses Buch einlässt, wird mit einer sehr liebevollen und vor allem tiefgründigen Story belohnt. Sie bietet einen nicht alltäglichen Einblick in die Begleitung eines Demenzkranken, dessen besonderer Gefühlswelt und Emotionen bzw. spiegelt auch sehr glaubhaft die Herausforderungen der pflegenden und begleitenden Personen wieder.

Ich persönlich pflege aktuell auch ein dementes Familienmitglied und mir ging die Handlung dann sehr nahe. Ich schmunzelte, weinte und fieberte einfach die komplette Story mit Hubert und seinen Freunden mit und wurde auch vom Finale nicht enttäuscht, auch wenn es eine echte Überraschung birgt.

Für mich persönlich ist Petra Pellinis Werk bereits jetzt eine echte Buchperle in diesem aktuellen Lesejahr 2024, die ich aus dem Nichtschwimmerbecken mit zahlreichen anderen Exemplaren herausfischen konnte.

Tolles Buch
Zum Inhalt:
Die fünfzehnjährige Linda kümmert sich dreimal wöchentlich um den ehemaligen Bademeister Hubert, der sechsundachzig Jahre alt ist, dement ist, die Wohnung kaum verlässt und auf seine vor sieben Jahre Frau wartet. Der Alltag mit der polnischen Pflegerin Ewa funktioniert mal besser, mal schlechter. Linda versucht feinfühlig die Erinnerungen von Hubert wachzuhalten.
Meine Meinung:
Was für eine bewegende Geschichte! Einerseits das rührende Verhalten von Linda gegenüber Hubert, was man bei einer Fünfzehnjährigen sicher nicht erwartet, aber auch das immer mehr Verblassen von Hubert, der immer mehr in die Demenz verschwindet. Zusätzlich gibt es da auch noch Lindas Freund Kevin, dessen Geschichte auch nicht einfach für Linda ist. Das Buch bzw. Hörbuch hat mir ausgesprochen gut gefallen, denn es ist so gefühlvoll geschrieben. Ich hatte die Hörbuchversion und fand diese auch sehr gut gelesen. Ganz klare Lese- bzw. Hörempfehlung!
Fazit:
Tolles Buch

Linda und Hubert
von begine


Petra Pellini ist mit Hauptberuf Pflegerin für Demenzkranke.
Der Roman, Der Bademeister ohne Himmel, ist ihr sehr gut gelingen. Erst hatte ich Angst, weil es in letzter Zeit mehrere Romane gab, die diese Krankheit behandelt.

Der Roman ist temporeich, humorvoll
und erfrischend.
Die Autorin lässt die 15jährige Linda erzählen. Der 86jährige Hubert, war einst Bademeister. Jetzt ist er an Dement erkrankt und von der polnischen Pflegen Eva betreut. Zur Unterstützung hat Huberts Tochter Linda einen Job angeboten, das sie Eva mal ein wenig freie Zeit hat.
Linda hat selber Probleme, sie denkt an Selbstmord.
Wenn Linda bei Hubert ist, lässt sie sich immer wieder etwas einfallen, um ihn zu inspirieren.
Die Autoren versteht es auch sehr gut, die Lebenslage Lindas zu Papier zu bringen. Die Pflegerin Eva wird auch klug dargestellt.
Der Roman ist gut gemacht und lesenswert.

Von schwierigen Themen mit Humor und Feingefühl erzählt
Das Cover sieht nach unbeschwertem Freibadvergnügen aus und tatsächlich war der Protagonist Hubert jahrzehntelang Bademeister, aber nun ist er 86 Jahre alt und dement. An drei Nachmittagen in der Woche kümmert sich die 15jährige Linda um ihn, um die polnische Pflegerin Ewa zu entlasten.
Linda denkt oft darüber nach, vor ein Auto zu laufen, aber ihr Freund Kevin und Hubert halten sie bisher davon ab. Sie vergleicht ihre Situation mit Huberts, beide hängen in der Luft, sind überfordert und die Zukunft ist ungewiss. Sie ist Hubert gegenüber unverkrampft und sehr empathisch, ist selbst jedoch einsam, unverstanden und allein gelassen, besonders von ihrer Mutter.
Linda erzählt durchaus unterhaltsam von der Beschäftigung mit Hubert, ihren einfallsreichen Bemühungen und seinen (auch ausbleibenden) Reaktionen, von der sehr zugewandten Ewa, von ihrer Mutter und von Kevin, der permanent daran zu verzweifeln droht, dass die Menschheit an dem Ast sägt, auf dem sie sitzt. Sie lässt an ihren Gedanken teilhaben und ich fühlte mich ihr schnell nah.

Petra Pellinis Schreibstil ist trotz der ernsten Themen Demenz und Depressionen oft humorvoll. Bildhaft, realitätsnah und einfühlsam beschreibt sie den dementen Hubert, man merkt der Autorin ihre Erfahrung in der Pflege demenzkranker Menschen an. Die Figurenzeichnung der Pflegekraft Ewa ist komplex, glaubhaft und authentisch und auch die Herausforderungen, mit denen sich Angehörige konfrontiert sehen, kommen zur Sprache. Lindas Zweifel und Unsicherheit sind in den ersten Zweidritteln der Geschichte gut dargestellt, später empfinde ich ihre Gedanken als zu erwachsen, nicht mehr ihrem Alter entsprechend. Dennoch hat mir das Buch gut gefallen, 'Der Bademeister ohne Himmel' hat mich berührt, unterhalten und nachdenklich gemacht. Ich kann das Buch ohne Einschränkung empfehlen, denn jeder kann irgendwann auf Hilfe angewiesen sein und sich glücklich schätzen, wenn dann Menschen wie Linda und Ewa da sind.
Ich vergebe 4,5 Sterne.

Unglaublich toller Roman
von Anja S
Was für ein feinfühliger und eindringlicher Roman. So nah am wirklichen Leben und doch leicht erzählt.

Hubert hat 40 Jahre als Bademeister in einem Strandbad gearbeitet und ist an Demenz erkrankt. Die polnische Pflegerin Ewa und die Nachbarin Linda kümmern sich rührend um ihn. Linda hat selbst keine Lust mehr zu leben, kümmert sich aber so einfühlsam um ihn. Auch Lindas Freund Kevin hat es nicht leicht. Beide haben keinen Kontakt mehr zu ihren Vätern und leben allein mit ihren Müttern zusammen. Hubert vergisst mehr und mehr und manchmal möchte Linda das auch. Viel zu oft holt die Vergangenheit mit ihrem gewalttätigen Vater sie ein.

Das Buch hat mich zutiefst berührt. Beeindruckend wurden die Beziehungen untereinander erzählt. Linda ist eigentlich ein ganz normales Mädchen aber so feinfühlig und für ihre 15 Jahre schon sehr lebensklug. Trotz der Schwere der Themen auch eine Ode ans Leben mit all seinen Hürden.

Ganz große Empfehlung!


Lindas außergewöhnlichen Freunde
von Petra
In ihrem Roman "Der Bademeister ohne Himmel" lässt die Autorin Petra Pellini die fünfzehnjährige Linda die Geschichte ihrer außergewöhnlichen Freundschaft mit dem sechsundachtzig jährigen, dementen Nachbarn Hubert und ihrem einzigen Freund ,dem lebensmüden fünfzehnjährigen Kevin, erzählen.
Linda unterstützt die Polin Ewa, zu der sie ein herzliches Verhältnis hat, bei der Pflege des ehemaligen Bademeisters Hubert. Rührend versucht sie Huberts Erinnerungen wachzuhalten, indem sie ihm immer wieder Geschichten von seiner bereits verstorbenen Frau oder vom, Strandbad, seiner ehemaligen Arbeitsstelle, erzählt.
Kevin, den sie seit Jahren kennt, verzweifelt an den Zuständen in unserer Welt. Linda , die manchmal genervt von seinem Gerede ist, erkennt nicht wie tief seine Besorgnis ist.
Auch das nicht immer einfache Verhältnis zu ihrer alleinerziehenden Mutter spielt eine Rolle.
Das Buch ist einfühlsam und gelegentlich auch humorvoll Da man nur die Sicht von Linda erfährt, fand ich es an manchen Stellen zu langatmig.

Der Bademeister ohne Himmel
„Eigentlich ist es simpel. Entweder man taucht ein in seine Welt oder man lässt es bleiben.“

Eines der besten, der schönsten, der berührendsten Bücher, die ich in diesem Sommer gelesen habe, ist zweifelsohne der Debütroman von Petra Pellini. Ich weiß gar nicht, wohin mit meiner Begeisterung!
Zweiundvierzig Jahre war Hubert Bademeister im Bregenzer Strandbad, und nie ist ihm ein Kind ertrunken. Doch jetzt ist Hubert sechsundachtzig, und gäbe es eine Leistungsbeurteilung für Demente, wäre er Klassenbester.
Hubert sitzt in seiner Wohnung praktisch fest; er ist „der Bademeister ohne Himmel.“

Linda ist fünfzehn, und dank der Nachmittage, die sie bei Hubert verbringt, ist ihre Woche gut strukturiert. Gegenüber ihren Klassenkameraden ist Linda da klar im Vorteil, sie braucht sich nicht zu überlegen, was sie mit ihrer Zeit anfängt.
Zu Anfang hatte Linda keine Ahnung, worauf sie sich einlässt, als Huberts Tochter – genannt „der Nachtfalter“, weil sie so zerbrechlich und so flatterig ist – sie an den Briefkästen unten im Haus abgepasst hat: Ohne Betreuung sei ihr Vater aufgeschmissen, und so kommt Linda jetzt also mindestens dreimal die Woche, um die polnische Pflegerin Eva (ein Goldstück, eine ganz starke und wunderbare Figur in dieser Geschichte!) ein bisschen zu entlasten.
Inzwischen weiß Linda, wie die Sache läuft und findet kreative Lösungen, wenn es mit Hubert mal nicht so gut läuft.
„Ist Hubert mit nichts aufzumuntern, ziehe ich drei Brockhaus-Bände aus dem Regal, staple sie übereinander, steige hinauf, hole tief Luft, halte mir die Nase zu und springe vom Beckenrand.“
Oder sie holt für ihn die Schachtel mit den Schwimmflügeln aus dem Keller, Original BEMA, orangefarben, in unterschiedlichen Größen.
„Dann knöpft Hubert seine Strickjacke auf in einer Geschwindigkeit, als wäre es ein Klacks für ihn…, und reibt die Handflächen aneinander. ‚Wie viele?‘ – ‚Elf. Sieben Mädchen, vier Buben.‘ – ‚Alter?‘ – ‚Zwischen vier und sechs.‘ – ‚Unter 30 kg?‘ – ‚Alle unter 30 kg.‘ Hubert nickt: ‚Größe 0 für alle.‘ ‚Soll ich helfen?‘, frage ich. Entrüstet schaut er mich an.“
Diese kleine Szene gleich zu Beginn des Romans ist nur eine von vielen, die so zu Herzen gehen und so berührend sind. Die Freundschaft zwischen diesen beiden so ungleichen Menschen ist einfach wunderbar – auch wenn sie, je mehr Zeit vergeht, immer einseitiger wird, weil „die Löschtaste in seinem Kopf immer mehr die Oberhand gewinnt.“

Am liebsten würde ich hier immer weiter und weiter schwelgen und die vielen wunderschönen Sätze und Dialoge anführen, die ich mir alle angestrichen habe – aber wissen Sie was? Entdecken Sie die Schönheit dieser Geschichte doch am besten selber, indem sie möglichst bald dieses Juwel von einem Buch lesen.
„Der Bademeister ohne Himmel“ ist eine sensationell wunderbare Geschichte über das Erwachsenwerden, über das Leben und über das Abschiednehmen.
Ich möchte diesen Roman auch dringend allen Personen, die das Fach Deutsch unterrichten, für ihre etwas älteren Schüler und Schülerinnen als Klassenlektüre ans Herz legen. Es lohnt sich wirklich!

Geht ans Herz!
Ein Buch über das Leben und den Tod, übers Vergessen und Erinnern, über Liebe und Freundschaft, und wie vielfältig diese sein kann. Kann man mit 16 Jahren genauso lesen wie mit 96. Das können nicht viele Bücher!

Wer erinnert sich nicht gern an Arno Geigers „Der alte König und sein Exil“
Da gings um das Thema Demenz und trotzdem hat es uns unheimlich unterhalten, wir haben gelacht und auch manche Träne verdrückt.
Und nicht anders gings uns bei „Der Bademeister ohne Himmel“. Junges Mädel, des Lebens überdrüssig, ein dementer, ehemaliger Bademeister und seine polnische Pflegerin mit großem Herz.
Die drei finden zueinander, greifen sich unter die Arme, gehen sich auf die Nerven. Voll Herzenswärme und Humor erzählt Petra Pellini eine Geschichte, die zur Pflichtlektüre dieses Jahres gehören sollte. Sie nimmt dem ernsten Thema Demenz die Schwere und zeigt uns, dass man mit einer gehörigen Portion Humor und kreativem Ums-Eck Denken verdammt viel bewältigen kann.
Einfach ein wunderbares Buch, sowohl für Betroffene als auch Unbedarfte, von einer Autorin, die lange mit Demenzkranken gearbeitet hat und trotzdem ihre Unvoreingenommenheit und Spontanität augenscheinlich nicht verloren hat.

Der Bademeister ohne Himmel
Mein absolutes Sommerhighlight!

Linda ist fünfzehn und würde am liebsten vor ein Auto laufen. Doch noch halten zwei Menschen sie davon ab: ihr einziger Freund Kevin, der daran verzweifelt, dass die Welt am Abgrund steht. Und Hubert, sechsundachtzig Jahre alt, ein Bademeister im Ruhestand, der seine Wohnung kaum mehr verlässt, Karotten toastet und auf seine Frau wartet, die vor sieben Jahren verstorben ist. Dreimal wöchentlich verbringt Linda den Nachmittag bei Hubert, um die polnische Pflegerin Ewa zu entlasten, die mit durchaus eigenwilligen Mitteln ihren Beruf ausübt. Feinfühlig und spielerisch begegnet Linda Huberts fortschreitender Demenz und versucht, den alten Bademeister im Leben zu halten. Bis das Schicksal ihre Pläne durchkreuzt ...

Petra Pellini erzählt mit Wärme und Humor vom Erwachsenwerden und Vergessen und von einer einzigartigen Freundschaft.

Der Bademeister ohne Himmel
In dieser zarten, warmherzig-fröhlichen Geschichte wird eine 15Jährige mit den ernstesten Dingen des Lebens konfrontiert. Sie macht das einmalig! Selten wird einem Erwachsenen dieser lockere Umgang mit den Mitmenschen gelingen...viel zu voreingenommen und gehemmt in der Angst etwas falsch zu machen agieren wir.
Die Vorarlberger Autorin hat zurecht ihren regionalen Preis gewonnen - es sollten noch weitere dazukommen.

Der Bademeister ohne Himmel
Die Geschichte der fünfzehnjährigen Linda und ihrer außergewöhnlichen Freundschaft mit Hubert, einem dementen sechsundachtzigjährigen Bademeister im Ruhestand, ist etwas ganz Besonderes. Das junge Mädchen bringt sich in die Pflege des alten Herren mit ein und sieht in ihm den Menschen hinter dem Patienten mehr als dessen Tochter oder die Pflegerin es können. Wer dieses Buch liest, wird zwischen Lachen und Weinen Linda, Hubert und die polnische Pflegerin Ewa in sein Herz schließen.

Der Bademeister ohne Himmel
Die Vorarlberger Autorin Petra Pellini sagt Ihnen noch nichts? Ändern Sie das bitte sofort und lesen dieses großartige Debüt! Ihren Roman beschreibe ich als sehr österreichisch: tragisch, komisch, und dabei unaufgeregt und präzise erzählt. Zücken Sie Ihre Bleistifte und Notizbücher, wenn Sie sich ebenfalls gerne denkwürdige Sätze markieren oder herausschreiben, denn ich habe gefühlt den gesamten Text unterstrichen.

Petra Pellini erzählt von der fünfzehnjärigen Linda, die sich dreimal die Woche um ihren demenzkranken Nachbarn Hubert kümmert. Dabei stellt sie fest, dass es viele Gemeinsamkeiten gibt: sie kämpfen beide mit ihrem Alltag, verstehen oft nicht alles, was von ihnen erwartet wird, wie sie sich verhalten oder was sie jetzt tun sollen. Gibt es überhaupt einen Platz für die beiden in dieser Welt?

Trotz der schwierigeren Themen behält die Geschichte eine unglaubliche Leichtigkeit bei und hat mich mit ihrem Sound begeistert. Große Empfehlung!

Trockenübungen gegen das Vergessen
Linda und Hubert verbindet eine unübliche Freundschaft, denn sie schafft den Spagat zwischen den Generationen. Die Fünfzehnjährige klammert sich durch den immer vergesslicher werdenden älteren Herrn an ein Leben, das sie eigentlich gar nicht mehr führen möchte; Hubert im Gegenzug, klammert sich durch das Mädchen an seine Erinnerungen, die ihn immer öfter im Stich lassen. Dies hätte ein zutiefst schwermütiger Roman werden können, doch Pellini schafft es mit Leichtigkeit in diese Geschichte Herzenswärme und Humor einzubetten.
Ein zartes, meisterhaftes, wunderschönes Debüt.