Rezensionen
Rezensionen von Niko
Autor: Douglas Stuart
viel Tiefgang, starke Charaktere und eine breite Palette an Gefühlen - 5 Sterne
Nachdem Cal in Edinburgh studiert hat, kehrt er auf Wunsch seines Vaters auf die Insel der Hebriden Insel Harris zurück, wo John und seine Großmutter Ella bereits auf ihn warten.
Die Insel ist klein, und nur wenige Bewohner sind geblieben, denn das Leben dort ist hart. Wie viele andere arbeitet Cals Vater John als Weber. Doch die Zeiten sind schwierig: Immer mehr Stoffe werden günstig aus China importiert, wodurch die Arbeit der Inselbewohner kaum noch genug einbringt, um davon leben zu können.
Der Autor Douglas Stuart beschreibt sehr detailliert das Leben auf der Insel, das zähe Wetter, die wenigen Bewohner, die trotz der schwierigen Lebensbedingungen auf der Insel geblieben sind und die sozialen Strukturen der Gemeinschaft.
Ich finde das Buch sehr gut, ich war einfach von der ersten Seite gefesselt. Die Charaktere sind vielschichtig und präzise gezeichnet. Man versteht ihre Beweggründe, selbst wenn man ihre Entscheidungen nicht immer teilen kann. Viele von ihnen tragen Geheimnisse mit sich, die ihr Leben prägen und sie zugleich verletzlich machen. Es gibt sehr viele Charaktere, die gut beschrieben sind, Cal und John, aber auch der netter Innes, die Großmutter Ella und die Mutter Grace, sowie Doll und Isla. Man sieht in dem Buch, wie intensiv der Autor sich mit seinen Charakteren und ihren Gefühlen auseinandergesetzt hat. Weiter möchte ich nicht zu viel verraten, da genau das ist, was das Buch so spannend macht.
Das ist ein wunderbarer Roman, der an vielen Themen nachdenklich macht: Zugehörigkeit vs. Einsamkeit, Identität als Individuum suchen und als Gemeinde bewahren, Tradition vs. eigene Wünsche erfüllen, familiäre Konflikte, Geheimnisse und Doppelleben, und vieles mehr.
Ich kann das Buch von ganzem Herzen weiterempfehlen. Wer ein Buch mit viel Tiefgang, starken Charakteren und einer breiten Palette an Gefühlen sucht, ist hier genau richtig.
Die Insel ist klein, und nur wenige Bewohner sind geblieben, denn das Leben dort ist hart. Wie viele andere arbeitet Cals Vater John als Weber. Doch die Zeiten sind schwierig: Immer mehr Stoffe werden günstig aus China importiert, wodurch die Arbeit der Inselbewohner kaum noch genug einbringt, um davon leben zu können.
Der Autor Douglas Stuart beschreibt sehr detailliert das Leben auf der Insel, das zähe Wetter, die wenigen Bewohner, die trotz der schwierigen Lebensbedingungen auf der Insel geblieben sind und die sozialen Strukturen der Gemeinschaft.
Ich finde das Buch sehr gut, ich war einfach von der ersten Seite gefesselt. Die Charaktere sind vielschichtig und präzise gezeichnet. Man versteht ihre Beweggründe, selbst wenn man ihre Entscheidungen nicht immer teilen kann. Viele von ihnen tragen Geheimnisse mit sich, die ihr Leben prägen und sie zugleich verletzlich machen. Es gibt sehr viele Charaktere, die gut beschrieben sind, Cal und John, aber auch der netter Innes, die Großmutter Ella und die Mutter Grace, sowie Doll und Isla. Man sieht in dem Buch, wie intensiv der Autor sich mit seinen Charakteren und ihren Gefühlen auseinandergesetzt hat. Weiter möchte ich nicht zu viel verraten, da genau das ist, was das Buch so spannend macht.
Das ist ein wunderbarer Roman, der an vielen Themen nachdenklich macht: Zugehörigkeit vs. Einsamkeit, Identität als Individuum suchen und als Gemeinde bewahren, Tradition vs. eigene Wünsche erfüllen, familiäre Konflikte, Geheimnisse und Doppelleben, und vieles mehr.
Ich kann das Buch von ganzem Herzen weiterempfehlen. Wer ein Buch mit viel Tiefgang, starken Charakteren und einer breiten Palette an Gefühlen sucht, ist hier genau richtig.
von Niko - 2026-06-14 14:20:00
Autor: Rafik Schami
Das „Opferungspotential“ von Frauen - 3 Sterne
Rafik Schami ist berühmt für seine Art zu erzählen. Das erkennt man gleich auch in "Das Mosaik der Frauen".
Das Buch ist flüssig geschrieben und in mehrere kleine, in sich abgeschlossene Kapitel unterteilt. Die Kapitel sind den Frauen im Leben von Nadim Suri gewidmet, der auf dem Sterbebett liegt. Die Erzählweise hat mich auch dieses Mal beeindruckt.
Zur Einordnung möchte ich erwähnen, dass Nadim die Frauen aus der Perspektive eines Mannes beschreibt, der aus Syrien stammt – einem Land, in dem Frauen gesellschaftlich anders bewertet werden als in Deutschland. Auch wenn die Intention vielleicht darin liegt, zu zeigen, dass diese Frauen mehr verdienen, werden sie in diesem Buch dennoch vor allem danach beurteilt, wie sie in Nadims Leben „gepasst“ haben – letztlich nur nach einem anderen Maßstab.
Das Buch versteht sich als Hommage an all die Frauen, die sich für Nadim aufgeopfert haben, ihn geliebt haben und sich von ihm haben lieben lassen. Doch sobald das nicht mehr der Fall war, verloren sie für ihn an Bedeutung. Im Grunde werden die Frauen in diesem Buch nur so lange geschätzt, wie sie Nadims Erwartungen erfüllen.
Die Einblicke in die syrische Kultur und die politische Entwicklung des Landes sind jedoch sehr wertvoll. Allein dafür lohnt es sich, das Buch zu lesen.
Das Buch ist flüssig geschrieben und in mehrere kleine, in sich abgeschlossene Kapitel unterteilt. Die Kapitel sind den Frauen im Leben von Nadim Suri gewidmet, der auf dem Sterbebett liegt. Die Erzählweise hat mich auch dieses Mal beeindruckt.
Zur Einordnung möchte ich erwähnen, dass Nadim die Frauen aus der Perspektive eines Mannes beschreibt, der aus Syrien stammt – einem Land, in dem Frauen gesellschaftlich anders bewertet werden als in Deutschland. Auch wenn die Intention vielleicht darin liegt, zu zeigen, dass diese Frauen mehr verdienen, werden sie in diesem Buch dennoch vor allem danach beurteilt, wie sie in Nadims Leben „gepasst“ haben – letztlich nur nach einem anderen Maßstab.
Das Buch versteht sich als Hommage an all die Frauen, die sich für Nadim aufgeopfert haben, ihn geliebt haben und sich von ihm haben lieben lassen. Doch sobald das nicht mehr der Fall war, verloren sie für ihn an Bedeutung. Im Grunde werden die Frauen in diesem Buch nur so lange geschätzt, wie sie Nadims Erwartungen erfüllen.
Die Einblicke in die syrische Kultur und die politische Entwicklung des Landes sind jedoch sehr wertvoll. Allein dafür lohnt es sich, das Buch zu lesen.
von Niko - 2026-06-14 13:50:00
Autor: Lucy Astner
Wunderschöne leichte Sommerlektüre - 5 Sterne
Charlie Henderson wohnt in London. Als sie unerwartet eine Erbschaft bekommt, muss sie zurück nach Liberty Beach, ihr Heimatort. Dort trifft sie August, ihr bester Freund und ihre große Liebe aus der Jugend. Charlie und August verbindet auch die Liebe zu Büchern, sie schreiben zusammen Geschichten und dabei schreiben sie zusammen auch ihre eigene Geschichte, die über mehrere Sommer geht.
Das Buch ist sehr schön gestaltet und macht schon Lust auf Sommer. Ist definitiv ein Genuss das Buch in die Hände zu halten.
Der Schreibstil ist angenehm, leicht zu lesen, genau passend für eine Sommerlektüre. Die Geschichte ist auf zwei Zeitebene erzählt. In der Gegenwart kehrt Charlie nach Liebrty Beach und dabei erfahren wir mehr über Charlies Leben, ihre alleinerziehende Mutter, die schwierigen Verhältnisse mit der Mutter, die warmherzige Molly, die ihr die Buchhandlung One Last Chapter überlassen hat und vor allem über August und ihrer Freundschaft, die im Laufe der Jahre ständig gewachsen ist und irgendwann in Liebe umgewandelt ist.
„Kein Sommer ohne August“ ist ein Roman über Erwachsenwerden, Freundschaft, Familie und die erste Liebe – eine perfekte Lektüre für den Sommer.
Das Buch ist sehr schön gestaltet und macht schon Lust auf Sommer. Ist definitiv ein Genuss das Buch in die Hände zu halten.
Der Schreibstil ist angenehm, leicht zu lesen, genau passend für eine Sommerlektüre. Die Geschichte ist auf zwei Zeitebene erzählt. In der Gegenwart kehrt Charlie nach Liebrty Beach und dabei erfahren wir mehr über Charlies Leben, ihre alleinerziehende Mutter, die schwierigen Verhältnisse mit der Mutter, die warmherzige Molly, die ihr die Buchhandlung One Last Chapter überlassen hat und vor allem über August und ihrer Freundschaft, die im Laufe der Jahre ständig gewachsen ist und irgendwann in Liebe umgewandelt ist.
„Kein Sommer ohne August“ ist ein Roman über Erwachsenwerden, Freundschaft, Familie und die erste Liebe – eine perfekte Lektüre für den Sommer.
von Niko - 2026-06-12 14:09:00
Autor: Jessica Stanley
Wer sind wir in zehn Jahre? - 4 Sterne
Der Roman "Wir in zehn Jahre" von Jessica Stanley erzählt die ersten zehn Jahre aus Adams und Coralies Ehe.
Das Buch beginnt dort, wo andere Bücher schon aufhören, nämlich mit dem Happy End, und stellt die Frage, wie man sich in einer Partnerschaft durch die Überforderungen des Alltagslebens selbst bleibt.
Coralie Bower ist Werbetexterin und sie ist mit dreißig Jahren vor einem halben Jahr von Australien nach London umgezogen. Eines Tages rettet sie die 4-jährige Zora vor dem Ertrinken in einem Ententeich. So lernt sie Adam kennen lernen, Zoras Vater, und sie merken, wie viele sie verbinden. So ist keine Überraschung, dass sie bald ein Paar werden und Coralie in Adams Wohnung umzieht.
Das Buch ist flüssig geschrieben und ist sehr spannend, auch wenn es im Grunde um das alltägliche Leben erzählt. Von der leichten humorvollen Stimmung am Anfang des Buches, wird alles bald bedrückender. Coralie versucht, Beruf, Familie und Haushalt zu vereinbaren, und Adam von den häuslichen Aufgaben zu befreien, damit er sich um sein Buchprojekt sich kümmern kann.
Die Charaktere habe ich authentisch gefunden. Man kann mit Coralie mitfühlen, wie sie mit guten Absichten viel zu erledigen versucht, ohne an sich selbst zu denken. Adam ist Journalist und Podcaster und an Politik sehr interessiert. So erfahren wir aus erster Hand die politische Lage in England rund um Brexit.
Die politischen Einblicke habe ich am Anfang sehr interessant gefunden, aber nach einiger Zeit waren sie mir zu viel. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass für alle, die an Politik interessiert sind, wertvolle Insights sein können.
Insgesamt kann ich "Wir in zehn Jahre" gerne empfehlen. Das Buch erzählt sehr offen, wie das Leben in einer Partnerschaft nach zehn Jahre aussehen kann, welche Herausforderungen man bewältigen muss und man fühlt sich dabei nicht alleine. Dabei lern man sehr viel über die Politik Großbritanien.
Das Buch beginnt dort, wo andere Bücher schon aufhören, nämlich mit dem Happy End, und stellt die Frage, wie man sich in einer Partnerschaft durch die Überforderungen des Alltagslebens selbst bleibt.
Coralie Bower ist Werbetexterin und sie ist mit dreißig Jahren vor einem halben Jahr von Australien nach London umgezogen. Eines Tages rettet sie die 4-jährige Zora vor dem Ertrinken in einem Ententeich. So lernt sie Adam kennen lernen, Zoras Vater, und sie merken, wie viele sie verbinden. So ist keine Überraschung, dass sie bald ein Paar werden und Coralie in Adams Wohnung umzieht.
Das Buch ist flüssig geschrieben und ist sehr spannend, auch wenn es im Grunde um das alltägliche Leben erzählt. Von der leichten humorvollen Stimmung am Anfang des Buches, wird alles bald bedrückender. Coralie versucht, Beruf, Familie und Haushalt zu vereinbaren, und Adam von den häuslichen Aufgaben zu befreien, damit er sich um sein Buchprojekt sich kümmern kann.
Die Charaktere habe ich authentisch gefunden. Man kann mit Coralie mitfühlen, wie sie mit guten Absichten viel zu erledigen versucht, ohne an sich selbst zu denken. Adam ist Journalist und Podcaster und an Politik sehr interessiert. So erfahren wir aus erster Hand die politische Lage in England rund um Brexit.
Die politischen Einblicke habe ich am Anfang sehr interessant gefunden, aber nach einiger Zeit waren sie mir zu viel. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass für alle, die an Politik interessiert sind, wertvolle Insights sein können.
Insgesamt kann ich "Wir in zehn Jahre" gerne empfehlen. Das Buch erzählt sehr offen, wie das Leben in einer Partnerschaft nach zehn Jahre aussehen kann, welche Herausforderungen man bewältigen muss und man fühlt sich dabei nicht alleine. Dabei lern man sehr viel über die Politik Großbritanien.
von Niko - 2026-06-02 08:04:00
Autor: Robert Seethaler
ein Mosaik aus Geschichten - 5 Sterne
Robert Seethaler erzählt in seinem neuen Buch Die Straße viele Geschichten, die eines gemeinsam haben: eine Straße, die zeitlos ist und überall sich befinden könnte.
An diesem Ort schildert Seethaler kurze Geschichten sowie kürzere oder längere Momente aus dem Leben der Bewohner. Manche Geschichten sind ausführlicher, sodass man sich die Charaktere besser vorstellen kann, andere sind sehr kurz.
Sehr interessant finde ich, wie der Autor so viele Themen auf einer einzigen Straße unterbringen kann. Er erzählt unter anderen von Leben und Tod, Liebe und Verlust, Einsamkeit und Zugehörigkeit. Der Autor ist ein sehr guter Beobachter; er findet immer das, was gerade im Leben gewöhnlicher Menschen passiert.
Der Schreibstil ist zwar flüssig, man muss sich jedoch schnell daran gewöhnen, wann die Geschichte eine andere Richtung einschlägt, da dies im Buch sehr schnell und häufig geschieht.
Insgesamt ein gutes Buch, das ich gerne weiterempfehlen kann. Aus so vielen Kleingeschichten werden sicherlich einigen in Erinnerung bleiben.
An diesem Ort schildert Seethaler kurze Geschichten sowie kürzere oder längere Momente aus dem Leben der Bewohner. Manche Geschichten sind ausführlicher, sodass man sich die Charaktere besser vorstellen kann, andere sind sehr kurz.
Sehr interessant finde ich, wie der Autor so viele Themen auf einer einzigen Straße unterbringen kann. Er erzählt unter anderen von Leben und Tod, Liebe und Verlust, Einsamkeit und Zugehörigkeit. Der Autor ist ein sehr guter Beobachter; er findet immer das, was gerade im Leben gewöhnlicher Menschen passiert.
Der Schreibstil ist zwar flüssig, man muss sich jedoch schnell daran gewöhnen, wann die Geschichte eine andere Richtung einschlägt, da dies im Buch sehr schnell und häufig geschieht.
Insgesamt ein gutes Buch, das ich gerne weiterempfehlen kann. Aus so vielen Kleingeschichten werden sicherlich einigen in Erinnerung bleiben.
von Niko - 2026-05-18 14:52:00
Autor: Lena Kupke
Pausr - 5 Sterne
Hanna, die Protagonistin aus Lena Kupke’s Roman „Pause“, kehrt nach einer Panikattacke von Berlin nach Lüneburg zurück, wo ihre Eltern und Geschwister leben. Sie versucht weiterzumachen, ihr Leben weiterzuleben, ohne Hilfe von außen zu bekommen, als es nichts passiert wäre. Doch das ist nicht so leicht und sie muss endlich akzeptieren, dass sie erst eine Pause braucht.
Lena Kupke’s Buch beschreibt den ganzen Prozess, ab dem Zeitpunkt, wo die Dinge nicht mehr zusammenhalten, bis Hanna endlich Frieden mit sich selbst macht und die Heilung möglich wird. Die Autorin lässt die LeserInnen an allen Selbstgesprächen der Protagonistin teilzunehmen und ihre Gedanken und Hoffnungen kennenzulernen. Die wichtigsten Menschen in Hanna’s Leben sind ihre Familie, ihre Schwester und die Eltern. Alle Charaktere haben für mich authentisch gewirkt. Auch wenn niemand so ist, wie Hanna vielleicht bräuchte oder sich gewünscht hätte, sie lieben sich als Familie und halten zusammen auch in den schweren Zeiten.
Das Hörbuch ist von Autorin selbst vorgelesen. Am Anfang musste ich mich an der Stimme gewöhnen, doch nach einer Zeit sah ich wie viel Wärme und Zuneigung die Autorin ihrer Protagonistin einbringt.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Lena Kupke erzählt überraschend lustig über ein schweres, aber heutzutage sehr gewöhnliches Thema, psychische Gesundheit und wie man nach einem Zusammenbruch heilen kann.
Lena Kupke’s Buch beschreibt den ganzen Prozess, ab dem Zeitpunkt, wo die Dinge nicht mehr zusammenhalten, bis Hanna endlich Frieden mit sich selbst macht und die Heilung möglich wird. Die Autorin lässt die LeserInnen an allen Selbstgesprächen der Protagonistin teilzunehmen und ihre Gedanken und Hoffnungen kennenzulernen. Die wichtigsten Menschen in Hanna’s Leben sind ihre Familie, ihre Schwester und die Eltern. Alle Charaktere haben für mich authentisch gewirkt. Auch wenn niemand so ist, wie Hanna vielleicht bräuchte oder sich gewünscht hätte, sie lieben sich als Familie und halten zusammen auch in den schweren Zeiten.
Das Hörbuch ist von Autorin selbst vorgelesen. Am Anfang musste ich mich an der Stimme gewöhnen, doch nach einer Zeit sah ich wie viel Wärme und Zuneigung die Autorin ihrer Protagonistin einbringt.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Lena Kupke erzählt überraschend lustig über ein schweres, aber heutzutage sehr gewöhnliches Thema, psychische Gesundheit und wie man nach einem Zusammenbruch heilen kann.
von Niko - 2026-05-01 08:22:00
Autor: Hayley Gelfuso
"Wer bestimmt, woran wir uns erinnern?" - 5 Sterne
„Das Buch der verlorenen Stunden“ ist der Debütroman der amerikanischen Autorin Hayley Gelfuso.
Ich möchte da unbedingt die Gestaltung loben. Sowohl die Umschlagfolie als auch das Hardcover sind wunderschön in passenden Farben gestaltet.
Der Schreibstil der Autorin ist unglaublich gut, berührend, bildhaft und sehr atmosphärisch. Die Autorin legt großen Wert auf kleine Sprüche, die eine große Wirkung haben. Die Geschichte ist emotional und verfolgt zwei Erzählstränge, die sich am Schluss wieder vereinen.
Die 11jährige Lisavet wird im Jahr 1938, in der Kristallnacht, von ihrem Vater, ein jüdischer Uhrmacher, in einer geheimer Bibliothek versteckt. Lisavet wird langsam erkennen, dass das ein Ort außerhalb der Zeit und Raum ist und ist bewahrt von Zeithütern, die entscheiden können, welche Erinnerungen in Bücher aufbewahrt und welche ausgelöscht werden. Diese Idee hat mich sofort fasziniert und gibt dem Buch eine magische Atmosphäre.
Auf einer anderen Ebene kennen wir Amelia, Moira und Ernest im Jahr 1965 und wir bekommen langsam Hinweise, wer die anderen Charaktere sind und was zwischen 1938 und 1965 passiert ist. Dieser Teil hat ein eiliges Tempo, war spannender und hat sich für mich wie ein Thriller angefühlt.
Ich fand die Charaktere in diesem Buch glaubhaft und konnte ihre Entscheidungen gut nachvollziehen. Sehr interessant habe ich gefunden, wie man für die gleiche Figur in unterschiedlichen Situationen unterschiedliche Gefühle entwickeln kann.
Das zentrale Thema des Buches sind die Erinnerungen und rund um dieses Thema wird sehr viel philosophiert: wer entscheidet was wir uns erinnern, gehören die Erinnerungen uns selbst oder sind Teil der Gemeinschaft, wo alle Zugriff haben dürfen, wie ethisch ist es, Erinnerungen zu manipulieren, was passiert mit der Geschichte, wenn die Erinnerungen manipuliert werden, wie stark können wir uns an Erinnerungen verlassen, usw. Ich finde dieser philosophischen Teil, den historischen Hintergrund, den Zweiten Weltkrieg, sehr passend.
Es werden auch andere Themen besprochen, wie Identität, Zeit, Liebe, Familie, Geschichte und die Macht von Geschichten.
Es gibt Zeitsprünge und zwei Erzählstränge, man muss sich zurechtfinden, wo man in Raum und Zeit im Buch ist und dann ist man mit vielen Fragen konfrontiert. All das macht das Buch etwas anspruchsvoll, aber genau deshalb finde ich das Buch lesenswert.
Fazit:
Mir hat das Buch besonders gut gefallen, auch wenn ich von Genre es nicht gut einordnen konnte. Das Buch eignet sich gut für alle, die Fantasy Geschichten mit historischem Hintergrund mögen und für alle, die Geschichten mit Tiefe mögen, die Fragen stellen und nachdenklich machen. Aus meiner Seite bekommt das Buch auf jeden Fall 5*+
Ich möchte da unbedingt die Gestaltung loben. Sowohl die Umschlagfolie als auch das Hardcover sind wunderschön in passenden Farben gestaltet.
Der Schreibstil der Autorin ist unglaublich gut, berührend, bildhaft und sehr atmosphärisch. Die Autorin legt großen Wert auf kleine Sprüche, die eine große Wirkung haben. Die Geschichte ist emotional und verfolgt zwei Erzählstränge, die sich am Schluss wieder vereinen.
Die 11jährige Lisavet wird im Jahr 1938, in der Kristallnacht, von ihrem Vater, ein jüdischer Uhrmacher, in einer geheimer Bibliothek versteckt. Lisavet wird langsam erkennen, dass das ein Ort außerhalb der Zeit und Raum ist und ist bewahrt von Zeithütern, die entscheiden können, welche Erinnerungen in Bücher aufbewahrt und welche ausgelöscht werden. Diese Idee hat mich sofort fasziniert und gibt dem Buch eine magische Atmosphäre.
Auf einer anderen Ebene kennen wir Amelia, Moira und Ernest im Jahr 1965 und wir bekommen langsam Hinweise, wer die anderen Charaktere sind und was zwischen 1938 und 1965 passiert ist. Dieser Teil hat ein eiliges Tempo, war spannender und hat sich für mich wie ein Thriller angefühlt.
Ich fand die Charaktere in diesem Buch glaubhaft und konnte ihre Entscheidungen gut nachvollziehen. Sehr interessant habe ich gefunden, wie man für die gleiche Figur in unterschiedlichen Situationen unterschiedliche Gefühle entwickeln kann.
Das zentrale Thema des Buches sind die Erinnerungen und rund um dieses Thema wird sehr viel philosophiert: wer entscheidet was wir uns erinnern, gehören die Erinnerungen uns selbst oder sind Teil der Gemeinschaft, wo alle Zugriff haben dürfen, wie ethisch ist es, Erinnerungen zu manipulieren, was passiert mit der Geschichte, wenn die Erinnerungen manipuliert werden, wie stark können wir uns an Erinnerungen verlassen, usw. Ich finde dieser philosophischen Teil, den historischen Hintergrund, den Zweiten Weltkrieg, sehr passend.
Es werden auch andere Themen besprochen, wie Identität, Zeit, Liebe, Familie, Geschichte und die Macht von Geschichten.
Es gibt Zeitsprünge und zwei Erzählstränge, man muss sich zurechtfinden, wo man in Raum und Zeit im Buch ist und dann ist man mit vielen Fragen konfrontiert. All das macht das Buch etwas anspruchsvoll, aber genau deshalb finde ich das Buch lesenswert.
Fazit:
Mir hat das Buch besonders gut gefallen, auch wenn ich von Genre es nicht gut einordnen konnte. Das Buch eignet sich gut für alle, die Fantasy Geschichten mit historischem Hintergrund mögen und für alle, die Geschichten mit Tiefe mögen, die Fragen stellen und nachdenklich machen. Aus meiner Seite bekommt das Buch auf jeden Fall 5*+
von Niko - 2026-01-04 09:28:00
Autor: Rosie Hewlett
Was, wenn Medea nicht das Monster ist? - 5 Sterne
Rosie Hewlett schafft mit ihrem Buch "Medea" eine kraftvolle, moderne und feministische Neuerzählung der Geschichte einer umstrittenen Figur der griechischen Mythologie.
Das Buch ist aus Medeas Ich-Perspektive geschrieben und man kann leichter ihre Gedanken und Gefühle verstehen. Der Schreibstil ist lebendig, kraftvoll und emotional, was Medea sehr Nahe wirken lässt. Die Sprache ist kraftvoll, damit gibt die Autorin ihrer Protagonistin eine eigene Stimme in einer patriarchalischen Welt und zeigt, wie die Frauen behandelt werden, teilweise leider auch heutzutage noch.
Hewlett stellt nachdenkliche Fragen, wie zum Beispiel "Was, wenn Medea nicht das Monster ist, sondern das Produkt einer patriarchalen Welt, die sie verrät und missbraucht?" und stellt Medeas Image als Kindsmörderin in Frage, wie viel aus dem griechischen Mythos wahr ist?
Eine große Rolle spielt die Magie, aber Hewlett sieht die Magie nicht als Dämonisierung, sondern zeigt sie als Wissensträgerin.
Auch wenn die Sprache sehr modern ist, die Autorin schafft eine stark mythologische Atmosphäre, was mich begeistert hat.
Fazit:
Das Buch ist fesselnd von Anfang an und ich war bis zum Schluss gut unterhalten. Ich würde das Buch vor allem allen weiterempfehlen, die an griechischer Mythologie, neu, in einer modernen Sprache, erzählt und mit starken weiblichen Charakteren interessiert sind. Das Buch ist eine spannende Lektüre auch wenn man wenig oder kein Vorwissen in der griechischen Mythologie hat.
Das Buch ist aus Medeas Ich-Perspektive geschrieben und man kann leichter ihre Gedanken und Gefühle verstehen. Der Schreibstil ist lebendig, kraftvoll und emotional, was Medea sehr Nahe wirken lässt. Die Sprache ist kraftvoll, damit gibt die Autorin ihrer Protagonistin eine eigene Stimme in einer patriarchalischen Welt und zeigt, wie die Frauen behandelt werden, teilweise leider auch heutzutage noch.
Hewlett stellt nachdenkliche Fragen, wie zum Beispiel "Was, wenn Medea nicht das Monster ist, sondern das Produkt einer patriarchalen Welt, die sie verrät und missbraucht?" und stellt Medeas Image als Kindsmörderin in Frage, wie viel aus dem griechischen Mythos wahr ist?
Eine große Rolle spielt die Magie, aber Hewlett sieht die Magie nicht als Dämonisierung, sondern zeigt sie als Wissensträgerin.
Auch wenn die Sprache sehr modern ist, die Autorin schafft eine stark mythologische Atmosphäre, was mich begeistert hat.
Fazit:
Das Buch ist fesselnd von Anfang an und ich war bis zum Schluss gut unterhalten. Ich würde das Buch vor allem allen weiterempfehlen, die an griechischer Mythologie, neu, in einer modernen Sprache, erzählt und mit starken weiblichen Charakteren interessiert sind. Das Buch ist eine spannende Lektüre auch wenn man wenig oder kein Vorwissen in der griechischen Mythologie hat.
von Niko - 2025-12-28 17:07:00
Autor: V. V. Ganeshananthan
Der brennende Garten - 5 Sterne
Der Roman „Der brennende Garten“ von V. V. Ganeshananthan wurde 2024 mit dem Women's Prize for Fiction und dem Carol Shields Prize geehrt.
„Der brennende Garten“ erzählt die bewegende Geschichte der jungen Tamilin Sashi, die in den 1980er Jahren in Jaffna, Sri Lanka, lebt und davon träumt, Ärztin zu werden. Der Bürgerkrieg in Sri Lanka bricht aus und reißt ihre Familie auseinander, zwei ihrer Brüder und ihr Jugendfreund schließen sich den Tamil Tigers an. Sashi kämpft auf ihre eigene Weise für Gerechtigkeit und muss schließlich ins Exil nach New York.
V. V. Ganeshananthan schreibt mit einer ruhigen Stimme und mit viel Tiefgang. Man lernt aus dem Buch sehr viel über die Geschichte Sri Lankas, aber gleichzeitig vergießt V. V. Ganeshananthan nicht die Geschichte mit viel Empathie zu erzählen.
Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive der Protagonistin Sashi erzählt, was dem Roman eine besondere Intimität und emotionale Tiefe verleiht.
Das Buch behandelt viele ernsten Themen. Es wird thematisiert, wie junge Menschen radikalisiert werden, wie sie in politische Bewegungen geraten und was das für ihre Angehörigen bedeutet. Es wird sehr gut beleuchtet und was Migration bedeutet, wie das Leben zwischen zwei Welten möglich ist.
„Der brennende Garten“ von V. V. Ganeshananthan ist ein meisterhaftes Werk, das keine leichte Lektüre ist. Der Roman ist bewegend, literarisch stark und von großer gesellschaftlicher Relevanz.
„Der brennende Garten“ erzählt die bewegende Geschichte der jungen Tamilin Sashi, die in den 1980er Jahren in Jaffna, Sri Lanka, lebt und davon träumt, Ärztin zu werden. Der Bürgerkrieg in Sri Lanka bricht aus und reißt ihre Familie auseinander, zwei ihrer Brüder und ihr Jugendfreund schließen sich den Tamil Tigers an. Sashi kämpft auf ihre eigene Weise für Gerechtigkeit und muss schließlich ins Exil nach New York.
V. V. Ganeshananthan schreibt mit einer ruhigen Stimme und mit viel Tiefgang. Man lernt aus dem Buch sehr viel über die Geschichte Sri Lankas, aber gleichzeitig vergießt V. V. Ganeshananthan nicht die Geschichte mit viel Empathie zu erzählen.
Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive der Protagonistin Sashi erzählt, was dem Roman eine besondere Intimität und emotionale Tiefe verleiht.
Das Buch behandelt viele ernsten Themen. Es wird thematisiert, wie junge Menschen radikalisiert werden, wie sie in politische Bewegungen geraten und was das für ihre Angehörigen bedeutet. Es wird sehr gut beleuchtet und was Migration bedeutet, wie das Leben zwischen zwei Welten möglich ist.
„Der brennende Garten“ von V. V. Ganeshananthan ist ein meisterhaftes Werk, das keine leichte Lektüre ist. Der Roman ist bewegend, literarisch stark und von großer gesellschaftlicher Relevanz.
von Niko - 2025-12-15 15:05:00
Autor: Hannah Lühmann
"Heimat" - 5 Sterne
Der Roman "Heimat" von Hannah Lühmann erzählt die Geschichte von Jana und ihrer Familie, die auf Land ziehen und an einer idyllisches Leben hier träumen.
Zum dritten Mal schwanger, kündigt Jana ihr Job in der Stadt und lebt nun nur im Vorstadt, wo sie neue Freundinnen findet. Sie merkt nicht wie, langsam aber sicher, ihre Ideen von den neuen Freundinnen beeinflusst werden. Die Atmosphäre ist am Anfang idyllisch und im Laufe des Buches wird alles bedrückender.
Der Schreibstill ist flüssig und die Geschichte war die ganze Zeit spannend. Die Atmosphäre habe ich ständig zweideutig gefunden, man glaubt man hat Freunden gefunden, man rückt aber sehr leicht in Extremen. Diese Veränderung spürt Jana nicht an sich selber, obwohl sie ist die, die sich verändert hat, sondern sie spürt nur die Entfremdung von Noah, ihr Mann, der im Laufe des Bucher sich gar nicht verändert hat.
Das Buch ist ein gutes Spiegelbild der heutiger Gesellschaft. Wenn man naiv genug ist und die Sachen nicht gut genug hinterfragt, rücks man in Extreme schneller als man glauben kann.
Für mich war "Heimat" von Hannah Lühmann ein tolles Buch, das ich gerne weiterempfehlen kann.
Zum dritten Mal schwanger, kündigt Jana ihr Job in der Stadt und lebt nun nur im Vorstadt, wo sie neue Freundinnen findet. Sie merkt nicht wie, langsam aber sicher, ihre Ideen von den neuen Freundinnen beeinflusst werden. Die Atmosphäre ist am Anfang idyllisch und im Laufe des Buches wird alles bedrückender.
Der Schreibstill ist flüssig und die Geschichte war die ganze Zeit spannend. Die Atmosphäre habe ich ständig zweideutig gefunden, man glaubt man hat Freunden gefunden, man rückt aber sehr leicht in Extremen. Diese Veränderung spürt Jana nicht an sich selber, obwohl sie ist die, die sich verändert hat, sondern sie spürt nur die Entfremdung von Noah, ihr Mann, der im Laufe des Bucher sich gar nicht verändert hat.
Das Buch ist ein gutes Spiegelbild der heutiger Gesellschaft. Wenn man naiv genug ist und die Sachen nicht gut genug hinterfragt, rücks man in Extreme schneller als man glauben kann.
Für mich war "Heimat" von Hannah Lühmann ein tolles Buch, das ich gerne weiterempfehlen kann.
von Niko - 2025-11-03 15:16:00











