Rezensionen
Rezensionen von Wolle
Autor: Jo Nesbø
Düstere Visionen - 5 Sterne
Den Autor kannte ich bisher nur als Verfasser von Kriminalromanen. Mit „Insel der Ratten“ zeichnet er ein Endzeitszenario der Menschheit auf, das düsterer nicht sein könnte. Korrumpierende Banden beherrschen dabei die Welt.
Es wird eine Gesellschaft beschrieben wie wir sie heute schon in Ansätzen sehen können, wenn einstige gemäßigte Regierungen immer radikaler werden und wenn Naturkatastrophen ihren Lauf nehmen. Beides zusammen nimmt in diesem Roman einen äußerst verheerenden Verlauf. An einigen Stellen wird das Geschehen äußerst brutal.
Mit einer übersichtlichen Seitenanzahl und einem flüssigen, eher einfachen, Sprachstil, lässt sich der Roman innerhalb kurzer Zeit lesen. Spannend und ereignisreich wird es dabei auf keiner Seite langweilig. Das Geschehen wird stets schnell auf den Punkt gebracht, ohne lange Ausschweifungen. Erzähltechnisch gelungen fand ich die Unterbrechung des normalen Textflusses durch immer wiederkehrende kursiv gedruckte Unterbrechungen, bei denen man zunächst nicht weiß wie sie sich in das Gesamtgeschehen einfügen sollen. Der Zusammenhang wird mit fortschreiten der Handlung jedoch immer klarer und hält so zusätzlich die Spannung hoch.
Was mir an dem Buch gar nicht gefallen hat ist nicht der Inhalt, sondern der äußerst ungewöhnliche Einband. Dass kein Umschlag vorhanden ist, finde ich sogar vorteilhaft, da dieser meist nur stört. Das Buch ist aber in einen dicken Karton, geradezu plump eingebunden. Irgendwie wirkt der Einband sehr unprofessionell. Die motivische Gestaltung des Covers finde ich dagegen gelungen.
Es wird eine Gesellschaft beschrieben wie wir sie heute schon in Ansätzen sehen können, wenn einstige gemäßigte Regierungen immer radikaler werden und wenn Naturkatastrophen ihren Lauf nehmen. Beides zusammen nimmt in diesem Roman einen äußerst verheerenden Verlauf. An einigen Stellen wird das Geschehen äußerst brutal.
Mit einer übersichtlichen Seitenanzahl und einem flüssigen, eher einfachen, Sprachstil, lässt sich der Roman innerhalb kurzer Zeit lesen. Spannend und ereignisreich wird es dabei auf keiner Seite langweilig. Das Geschehen wird stets schnell auf den Punkt gebracht, ohne lange Ausschweifungen. Erzähltechnisch gelungen fand ich die Unterbrechung des normalen Textflusses durch immer wiederkehrende kursiv gedruckte Unterbrechungen, bei denen man zunächst nicht weiß wie sie sich in das Gesamtgeschehen einfügen sollen. Der Zusammenhang wird mit fortschreiten der Handlung jedoch immer klarer und hält so zusätzlich die Spannung hoch.
Was mir an dem Buch gar nicht gefallen hat ist nicht der Inhalt, sondern der äußerst ungewöhnliche Einband. Dass kein Umschlag vorhanden ist, finde ich sogar vorteilhaft, da dieser meist nur stört. Das Buch ist aber in einen dicken Karton, geradezu plump eingebunden. Irgendwie wirkt der Einband sehr unprofessionell. Die motivische Gestaltung des Covers finde ich dagegen gelungen.
von Wolle - 2026-06-23 20:41:00
Autor: Roger-Pol Droit
Reise durch die Philosophie - 4 Sterne
„Alice im Land der Ideen“ ist ein Roman, der versucht die Geschichte und den wesentlichen Inhalt der Philosophie, vor allem rund um das Thema „Ideen“, den Lesern auf eine umgängliche Art näher zu bringen. Vorbild des Romans ist, wie der Name schon verrät, „Alice im Wunderland“. Es ähnelt im Aufbau und Handlung allerdings auch sehr dem Buch „Sophies Welt“.
Gemeinsam mit der ursprünglichen Alice ist die große Fantasie, die dieses Buch hervorbringt. Zwei Mäuse, die ihre Größe verändern können, ein Känguru und eine wohlgenährte Fee sind die ständigen Begleiter des Mädchens. Mit ihnen reist sie durch die Weltgeschichte und trifft auf die namenhaftesten Philosophen. Dabei erfährt man sicher das ein oder andere Detail das man noch nicht wusste, z. B., dass Socrates nie ein Wort seiner Philosophie zu Papier gebracht hat und dass wir seine Person nur aus einer stark stilisierten Form von Platon kennen. Aber auch der Inhalt verschiedener philosophischer Denkrichtungen werden erklärt. Hier musst man genau aufpassen, um nicht den Faden zu verlieren.
Insgesamt handelt es sich bei dem Roman nicht um eine leichte Lektüre. Stete Aufmerksamkeit ist gefragt. Jedoch wird man dafür mit allerhand Informationen und Denkanstößen belohnt. Inhaltlich ist der Roman durchaus interessant. Was aus meiner Sicht nicht ganz so gut gelungen ist, ist die Nacherzählung von Alice in dieser neuen Vision. „Sophies Welt“, ein Roman der in ganz ähnliche Weise versucht die Philosophie zu erklären und in der eine ganz eigene Geschichte rund um das wissbegierige Mädchen entworfen wird, hat mir besser gefallen. Teilweise wirkt diese Nacherzählung etwas konstruiert.
Die Sprecherin des Hörbuchs hat das Werk gut vorgelesen. Das Cover lässt viel Raum für eigene Interpretationen und passt damit hervorragend zum Thema.
Gemeinsam mit der ursprünglichen Alice ist die große Fantasie, die dieses Buch hervorbringt. Zwei Mäuse, die ihre Größe verändern können, ein Känguru und eine wohlgenährte Fee sind die ständigen Begleiter des Mädchens. Mit ihnen reist sie durch die Weltgeschichte und trifft auf die namenhaftesten Philosophen. Dabei erfährt man sicher das ein oder andere Detail das man noch nicht wusste, z. B., dass Socrates nie ein Wort seiner Philosophie zu Papier gebracht hat und dass wir seine Person nur aus einer stark stilisierten Form von Platon kennen. Aber auch der Inhalt verschiedener philosophischer Denkrichtungen werden erklärt. Hier musst man genau aufpassen, um nicht den Faden zu verlieren.
Insgesamt handelt es sich bei dem Roman nicht um eine leichte Lektüre. Stete Aufmerksamkeit ist gefragt. Jedoch wird man dafür mit allerhand Informationen und Denkanstößen belohnt. Inhaltlich ist der Roman durchaus interessant. Was aus meiner Sicht nicht ganz so gut gelungen ist, ist die Nacherzählung von Alice in dieser neuen Vision. „Sophies Welt“, ein Roman der in ganz ähnliche Weise versucht die Philosophie zu erklären und in der eine ganz eigene Geschichte rund um das wissbegierige Mädchen entworfen wird, hat mir besser gefallen. Teilweise wirkt diese Nacherzählung etwas konstruiert.
Die Sprecherin des Hörbuchs hat das Werk gut vorgelesen. Das Cover lässt viel Raum für eigene Interpretationen und passt damit hervorragend zum Thema.
von Wolle - 2026-06-23 20:39:00
Autor: Manik Sarkar
Genie und Außenseiter - 5 Sterne
Der junge Rensing erlernt den Beruf des Metzgers, wie sein Vater. Geradezu virtuos geht er mit dem Fleisch um. Keine Kunst seines Handwerks ist ihm nicht bekannt. Nur im zwischenmenschlichen Bereich hapert es. Und so wird ihm eine Fleischertochter aus dem Nachbarort zur Seite gestellt. Bald heiraten die beiden und Rensing übernimmt nach dem Tod des Vaters die Metzgerei.
Kurz und knapp wird die Geschichte um Rensing und das Fleischergewerbe erzählt. Ein leichter Humor sticht immer wieder hindurch. Aber vor allem wird an den Beschreibungen nichts verschönert. So wird das Ableben der Kuh bis ins kleinste Detail sachgerecht erläutert, ohne jede Gefühlsregung. Was jedoch immer wieder verstörend wirkt ist die Begutachtung des noch lebenden Tiers durch Rensing. Wie ein psychopatischer Mörder inspiziert er den Körper des Tieres und bewundert seine Schönheit und Perfektion. So lässt er sich dazu hinreißen, überteuertes Schlachtvieh zu kaufen. Vorläufiger Höhepunkt seines Wahns ist die Tötung eines Schafs auf einer fremden Weide aus lauter Gier am Zerteilen des toten Tieres.
Ich fand den Roman sehr gutgeschrieben. Der Autor beschränkt sich auf die rein sachliche Darstellung, Emotionen bleiben komplett außen vor, sowohl gegenüber den Tieren als auch Menschen. In seinem Handwerk stellt der Autor Rensing als ein Genie heraus. Außerhalb seines Metiers ist er jedoch ein Sonderling und wirkt teilweise sogar abartig und angsteinflößend. Gekonnt versteht es der Autor diese Eigenschaften dem Leser zu vermitteln.
Kurz und knapp wird die Geschichte um Rensing und das Fleischergewerbe erzählt. Ein leichter Humor sticht immer wieder hindurch. Aber vor allem wird an den Beschreibungen nichts verschönert. So wird das Ableben der Kuh bis ins kleinste Detail sachgerecht erläutert, ohne jede Gefühlsregung. Was jedoch immer wieder verstörend wirkt ist die Begutachtung des noch lebenden Tiers durch Rensing. Wie ein psychopatischer Mörder inspiziert er den Körper des Tieres und bewundert seine Schönheit und Perfektion. So lässt er sich dazu hinreißen, überteuertes Schlachtvieh zu kaufen. Vorläufiger Höhepunkt seines Wahns ist die Tötung eines Schafs auf einer fremden Weide aus lauter Gier am Zerteilen des toten Tieres.
Ich fand den Roman sehr gutgeschrieben. Der Autor beschränkt sich auf die rein sachliche Darstellung, Emotionen bleiben komplett außen vor, sowohl gegenüber den Tieren als auch Menschen. In seinem Handwerk stellt der Autor Rensing als ein Genie heraus. Außerhalb seines Metiers ist er jedoch ein Sonderling und wirkt teilweise sogar abartig und angsteinflößend. Gekonnt versteht es der Autor diese Eigenschaften dem Leser zu vermitteln.
von Wolle - 2026-06-15 20:18:00
Autor: Michael Pedersen
Muggle Flugga - 5 Sterne
Muggle Flugga heißt der Leuchtturm am äußersten nördlichen Ende Großbritanniens. Bewirtschaftet wird er von einem alten Leuchtturmwärter und seinem jungen erwachsenen Sohn. Der Vogelkundler Firth kommt als Besucher auf die kleine abgelegene Insel und lernt dort nicht nur die großartige Natur, sondern auch die beiden nicht weniger beeindruckenden Bewohner kennen. Durch Rückblicke erhält man im Laufe der Handlung auch Einblicke in Firths Vergangenheit.
Es ist eine raue Welt, die in dem Roman beschrieben wird. Die Umgebung ist einzigartig und wirkt unwirklich. Der Umgang des Vaters ist oft alles andere als freundlich und umgänglich. Doch der Sohn scheint mit diesen widrigen Umständen bestens zurechtzukommen, er erscheint als ein ungeschliffener Diament und Firth ist geradezu fasziniert von ihm und der einzigartigen Natur.
Was mir an diesem Roman besonders gut gefallen hat ist die sprachliche Ausdrucksweise des Autors. In ganz wundervoller Weise beschreibt er Mensch und Natur, man fühlt sich durch die Sprache in eine andere Zeit und eine ganz eigene Welt versetzt. Auch die Charaktere hat der Autor äußerst gekonnt herausgearbeitet. Vor allem der eigenwillige Vater wird auf eindrucksvolle Weise beschrieben. Weitere beindruckende Persönlichkeiten sind natürlich auch Ouse, sein Sohn, Firth und die junge Figga. Alle haben etwas besonderes in ihrem Charakter, was sie einzigartig macht.
Wenn man sich die Bilder im Internet von Muggle Flugga, den es wirklich gibt, ansieht, kann man sich die Beschreibungen im Roman sehr gut vorstellen. Auch auf den Bildern wirkt der Ort einfach nur faszinierend und unwirklich. Der Leuchtturm thront auf einem hohen Felsen mitten im Meer und scheint jeder Widrigkeit zu trotzen. Ich fand diesen Roman sprachlich und inhaltlich wunderbar und kann ihn bestens weiterempfehlen
Es ist eine raue Welt, die in dem Roman beschrieben wird. Die Umgebung ist einzigartig und wirkt unwirklich. Der Umgang des Vaters ist oft alles andere als freundlich und umgänglich. Doch der Sohn scheint mit diesen widrigen Umständen bestens zurechtzukommen, er erscheint als ein ungeschliffener Diament und Firth ist geradezu fasziniert von ihm und der einzigartigen Natur.
Was mir an diesem Roman besonders gut gefallen hat ist die sprachliche Ausdrucksweise des Autors. In ganz wundervoller Weise beschreibt er Mensch und Natur, man fühlt sich durch die Sprache in eine andere Zeit und eine ganz eigene Welt versetzt. Auch die Charaktere hat der Autor äußerst gekonnt herausgearbeitet. Vor allem der eigenwillige Vater wird auf eindrucksvolle Weise beschrieben. Weitere beindruckende Persönlichkeiten sind natürlich auch Ouse, sein Sohn, Firth und die junge Figga. Alle haben etwas besonderes in ihrem Charakter, was sie einzigartig macht.
Wenn man sich die Bilder im Internet von Muggle Flugga, den es wirklich gibt, ansieht, kann man sich die Beschreibungen im Roman sehr gut vorstellen. Auch auf den Bildern wirkt der Ort einfach nur faszinierend und unwirklich. Der Leuchtturm thront auf einem hohen Felsen mitten im Meer und scheint jeder Widrigkeit zu trotzen. Ich fand diesen Roman sprachlich und inhaltlich wunderbar und kann ihn bestens weiterempfehlen
von Wolle - 2026-05-14 18:29:00
Autor: Marceau Miller
Der geheimnisvolle Marceau Miller - 5 Sterne
Bei dem Roman „Das letzte Buch von Marceau Miller“ handelt es sich um einen Krimi in eine ganz besonderen und außergewöhnlichen Erzählform. Es dreht sich nämlich um den Tod des Autors. Die Erzählperspektive wechselt zwischen dem toten Marceau Miller, seiner Frau und deren Freundin.
Nach und nach erfahren wir immer mehr Umstände die zum Tod Marceaus geführt haben. Dieser hat viel mit dem Verschwinden seiner geliebten Schwester vor 20 Jahren und dem Unfalltod seines Vaters mit einem Flugzeug über dem Genfer See zu tun. Unerwartete Wendungen gestalten den Krimi äußerst spannend und kurzweilig. Mich konnte der Roman bis zur letzten Seite in Atem halten.
Schauplatz des ganzen Geschehens ist rund um den Genfer See. In den Beschreibungen merkt man die Verbundenheit des Autors mit seiner Heimat und der wunderbaren Natur an diesem Ort. Letzten Endes bleibt für mich nur eine Frage offen: Wer ist denn nur der wirkliche Autor des Romans? Das würde mich wirklich sehr interessieren.
Das Cover mit dem idyllischen Bild des Genfer Sees ist sehr passend und wunderschön. Genauso wie auf dem Bild würde ich mir den See anhand der Beschreibungen des Autors im Buch vorstellen.
Nach und nach erfahren wir immer mehr Umstände die zum Tod Marceaus geführt haben. Dieser hat viel mit dem Verschwinden seiner geliebten Schwester vor 20 Jahren und dem Unfalltod seines Vaters mit einem Flugzeug über dem Genfer See zu tun. Unerwartete Wendungen gestalten den Krimi äußerst spannend und kurzweilig. Mich konnte der Roman bis zur letzten Seite in Atem halten.
Schauplatz des ganzen Geschehens ist rund um den Genfer See. In den Beschreibungen merkt man die Verbundenheit des Autors mit seiner Heimat und der wunderbaren Natur an diesem Ort. Letzten Endes bleibt für mich nur eine Frage offen: Wer ist denn nur der wirkliche Autor des Romans? Das würde mich wirklich sehr interessieren.
Das Cover mit dem idyllischen Bild des Genfer Sees ist sehr passend und wunderschön. Genauso wie auf dem Bild würde ich mir den See anhand der Beschreibungen des Autors im Buch vorstellen.
von Wolle - 2026-05-14 18:27:00
Autor: Rafik Schami
Ein Denkmal für die Frauen - 4 Sterne
Rafik Schami erzählt in seinem Roman „Das Mosaik der Frauen“ über Nadim Suri, dessen Leben von so einigen beeindruckenden Frauen geprägt ist. Sein Weg und damit seine Bekanntschaften führen ihn von Syrien über Umwege bis nach Deutschland und er blickt auf ein langes Leben zurück.
Ich denke, dass der Roman in großen Teilen von den eigenen Erfahrungen und Erlebnissen des Autors erzählen. Die Lebenswege der beiden gleichen sich in vielen Details und so werden auch die beschriebenen Frauen Personen entsprechen, die Rafik Schami in seinem Leben selbst begegnet ist. Ich finde es eine interessante und nette Geste den eigenen Werdegang im Lichte des Einflusses der vielen Frauen darzustellen, die das Leben des Autors geprägt und beeinflusst haben und ihnen damit ein Denkmal zu setzten.
Aber nicht nur die Frauen spielen in diesem Werk eine große Rolle, sondern auch die Erzählungen landestypischer Gegebenheiten oder politischer Ereignisse rund um seine syrische Heimat; und vor allem speziell die christliche Gemeinschaft in Syrien.
Das Cover mit dem orientalischen Ornament passt gut zur Heimat des Autors und ist mal ganz anders gestaltet als die seiner bisherigen Romane die eher in farbenfrohen und fantasievollen Stil gezeichnet sind.
Ich denke, dass der Roman in großen Teilen von den eigenen Erfahrungen und Erlebnissen des Autors erzählen. Die Lebenswege der beiden gleichen sich in vielen Details und so werden auch die beschriebenen Frauen Personen entsprechen, die Rafik Schami in seinem Leben selbst begegnet ist. Ich finde es eine interessante und nette Geste den eigenen Werdegang im Lichte des Einflusses der vielen Frauen darzustellen, die das Leben des Autors geprägt und beeinflusst haben und ihnen damit ein Denkmal zu setzten.
Aber nicht nur die Frauen spielen in diesem Werk eine große Rolle, sondern auch die Erzählungen landestypischer Gegebenheiten oder politischer Ereignisse rund um seine syrische Heimat; und vor allem speziell die christliche Gemeinschaft in Syrien.
Das Cover mit dem orientalischen Ornament passt gut zur Heimat des Autors und ist mal ganz anders gestaltet als die seiner bisherigen Romane die eher in farbenfrohen und fantasievollen Stil gezeichnet sind.
von Wolle - 2026-05-14 18:24:00
Autor: Jung Chang
Die Geschichte Chinas - 5 Sterne
„Fliegt, wilde Schwäne“ ist bereits der zweite Roman der Autorin Jung Chang. Ihren großen Erfolg „Wilde Schwäne“ schrieb sie bereits vor 40 Jahren.
Ihr aktueller Roman ist ein autobiographisches Werk, indem sie ihre Kindheit in China unter Mao und ihre Auswanderung und weiteres Leben in Großbritannien beschreibt. Den engen Kontakt zu ihrer alten Heimat und ihrer zurückgebliebenen Familie hat sie dabei nie verloren. Und so erfährt man in ihrem Buch nicht nur ihr eigenes Schicksal und das ihrer Verwandten, sondern auch eine breite Ausführung der jüngeren chinesischen Geschichte, von Mao bis zum Aufstieg des heutigen Chinas zu einer globalen Macht.
Das Buch ist in einer äußerst sachlichen und schlichten Sprache gehalten, was ich bemerkenswert angesichts der geschilderten Erlebnisse finde. Teilweise wirkt diese Sprache sehr distanzierend und eher wie aus einem Sachbuch. Trotzdem fühlt man sich von den vielen Schicksalsschlägen, dem entbehrungsreichen Leben der Familie, aber auch der großartigen Leistungen von Jung Chang sehr betroffen.
Die Bilder im Mittelteil des Buches geben einen noch besseren Eindruck in das Leben der Autorin. Die Karte Chinas auf den Klappeninnenseiten vermitteln einen guten Einblick über das Riesenreich. Das Cover ist genauso schlicht gehalten wie der Text im Innenteil. Mit der Farbgebung und den Schwänen passt es aber sehr gut zu dem Buch.
Insgesamt gibt das Buch einen guten Einblick über die jüngere Geschichte Chinas und dessen Einwohner. Es besticht weniger durch sprachliche Brillanz als durch den Inhalt des Geschriebenen und ist aufgrund seiner reichen geschichtlichen Schilderungen empfehlenswert.
Ihr aktueller Roman ist ein autobiographisches Werk, indem sie ihre Kindheit in China unter Mao und ihre Auswanderung und weiteres Leben in Großbritannien beschreibt. Den engen Kontakt zu ihrer alten Heimat und ihrer zurückgebliebenen Familie hat sie dabei nie verloren. Und so erfährt man in ihrem Buch nicht nur ihr eigenes Schicksal und das ihrer Verwandten, sondern auch eine breite Ausführung der jüngeren chinesischen Geschichte, von Mao bis zum Aufstieg des heutigen Chinas zu einer globalen Macht.
Das Buch ist in einer äußerst sachlichen und schlichten Sprache gehalten, was ich bemerkenswert angesichts der geschilderten Erlebnisse finde. Teilweise wirkt diese Sprache sehr distanzierend und eher wie aus einem Sachbuch. Trotzdem fühlt man sich von den vielen Schicksalsschlägen, dem entbehrungsreichen Leben der Familie, aber auch der großartigen Leistungen von Jung Chang sehr betroffen.
Die Bilder im Mittelteil des Buches geben einen noch besseren Eindruck in das Leben der Autorin. Die Karte Chinas auf den Klappeninnenseiten vermitteln einen guten Einblick über das Riesenreich. Das Cover ist genauso schlicht gehalten wie der Text im Innenteil. Mit der Farbgebung und den Schwänen passt es aber sehr gut zu dem Buch.
Insgesamt gibt das Buch einen guten Einblick über die jüngere Geschichte Chinas und dessen Einwohner. Es besticht weniger durch sprachliche Brillanz als durch den Inhalt des Geschriebenen und ist aufgrund seiner reichen geschichtlichen Schilderungen empfehlenswert.
von Wolle - 2026-05-14 18:21:00
Autor: Kristina Ohlsson
Eine neue Gruselgeschichte aus Hovenäset - 5 Sterne
„Sternengrab“ ist die Fortsetzung der Hovenäset-Reihe, die mit dem vorherigen Roman „Flmmenrad“ begann. Es handelt sich allerdings um eine eigenständige Geschichte, wozu man den Vorgängerroman nicht unbedingt kennen muss. Während in „Flammenrad“ Heidi im Mittelpunkt des Geschehens stand, ist nun deren Freundin Alva die Hauptperson.
Alvas Vater starb vor drei Jahren unter ungeklärten Umständen, indem er von einem Auto überfahren wurde. Nun hat die Mutter ein Strandhaus gekauft, in dem es nicht mit rechten Dingen zugeht. Außerdem werden immer wieder eine mysteriöse schwarze Katze, ein kleines Mädchen und deren Mutter gesichtet. Wie das alles zusammenhängt versucht Alva mit ihren Freunden Heidi und Harry zu lösen.
Die Handlung des Romans gestaltet sich von der ersten bis zur letzten Seite durchweg spannend. Nur sehr langsam bekommt man die Lösung des Rätsels allmählich präsentiert. Auch die mysteriösen und übernatürlichen Elemente aus dem ersten Teil wurden hier wieder aufgenommen und verleihen dem Werk einen echten Gruselfaktor. Ich fand diesen zweiten Teil der Reihe sogar noch gelungener als den ersten.
Das Cover finde ich ebenfalls sehr gelungen. Es spiegelt die düstere und bedrohliche Atmosphäre des Romans wieder.
Alvas Vater starb vor drei Jahren unter ungeklärten Umständen, indem er von einem Auto überfahren wurde. Nun hat die Mutter ein Strandhaus gekauft, in dem es nicht mit rechten Dingen zugeht. Außerdem werden immer wieder eine mysteriöse schwarze Katze, ein kleines Mädchen und deren Mutter gesichtet. Wie das alles zusammenhängt versucht Alva mit ihren Freunden Heidi und Harry zu lösen.
Die Handlung des Romans gestaltet sich von der ersten bis zur letzten Seite durchweg spannend. Nur sehr langsam bekommt man die Lösung des Rätsels allmählich präsentiert. Auch die mysteriösen und übernatürlichen Elemente aus dem ersten Teil wurden hier wieder aufgenommen und verleihen dem Werk einen echten Gruselfaktor. Ich fand diesen zweiten Teil der Reihe sogar noch gelungener als den ersten.
Das Cover finde ich ebenfalls sehr gelungen. Es spiegelt die düstere und bedrohliche Atmosphäre des Romans wieder.
von Wolle - 2026-03-21 16:53:00
Autor: Elias Hirschl
Sprache als Kunst - 4 Sterne
In dem Roman „Schleifen“ steht die Sprache im Mittelpunkt. Als Rahmenhandlung dient die Geschichte um Franziska Denk, die jede Krankheit bekommt von der sie hört und die diese seltsame Krankheit zu überwinden scheint, indem sie sich intensiv mit Sprache beschäftigt.
Der Autor stellt in seinem Roman immer wieder Theorien über Sprach aber auch über Zahlen auf, die zu Beginn sehr interessant klingen, die ein oder andere Theorie hat man sogar schon einmal gehört. Diese Theorien werden im weiteren Verlauf immer weiter vertieft und schlussendlich ad absurdum geführt. Das Sprichwort „die Katze beißt sich in den Schwanz“ würde sämtlich vorgestellte Theorien bestes auf den Punkt bringen.
Um seine Theorien zu untermauern werden zahlreiche Quellenangaben geliefert, die größtenteils erfunden sind. Zahlreiche kleine skurrile oder paradoxe Geschichten und Nebenhandlungen werden erzählt. Die darin vorkommenden Personen haben größtenteils nie existiert.
Insgesamt kann man den Roman als ein Kunstwerk der Literatur ansehen, vergleichbar mit einem modernen Gemälde, in das man unendlich viel reininterpretieren kann oder auch nichts, indem man vor lauter Farben und Formen nichts mehr ausmachen kann.
Der Roman besteht aus vielen, anfänglich klugen, Theorien, die ich zunächst auch interessiert zur Kenntnis genommen habe. Mit zunehmender Ausdifferenzierung wurde das Lesen jedoch immer schwieriger. Da sich das Schema über fast 400 mehr oder weniger wiederholt, gestaltet sich das Lesen des Romans zunehmend schleppend. Der Autor hat mit seinem Werk jedoch etwas Einzigartiges geschaffen. Das Buch zeugt von großer Kreativität und anspruchsvollen Gedankenspielen, die bis ins Äußerste getrieben werden. Sicher kein Buch für jeden und auch keine Lektüre zum Entspannen.
Der Autor stellt in seinem Roman immer wieder Theorien über Sprach aber auch über Zahlen auf, die zu Beginn sehr interessant klingen, die ein oder andere Theorie hat man sogar schon einmal gehört. Diese Theorien werden im weiteren Verlauf immer weiter vertieft und schlussendlich ad absurdum geführt. Das Sprichwort „die Katze beißt sich in den Schwanz“ würde sämtlich vorgestellte Theorien bestes auf den Punkt bringen.
Um seine Theorien zu untermauern werden zahlreiche Quellenangaben geliefert, die größtenteils erfunden sind. Zahlreiche kleine skurrile oder paradoxe Geschichten und Nebenhandlungen werden erzählt. Die darin vorkommenden Personen haben größtenteils nie existiert.
Insgesamt kann man den Roman als ein Kunstwerk der Literatur ansehen, vergleichbar mit einem modernen Gemälde, in das man unendlich viel reininterpretieren kann oder auch nichts, indem man vor lauter Farben und Formen nichts mehr ausmachen kann.
Der Roman besteht aus vielen, anfänglich klugen, Theorien, die ich zunächst auch interessiert zur Kenntnis genommen habe. Mit zunehmender Ausdifferenzierung wurde das Lesen jedoch immer schwieriger. Da sich das Schema über fast 400 mehr oder weniger wiederholt, gestaltet sich das Lesen des Romans zunehmend schleppend. Der Autor hat mit seinem Werk jedoch etwas Einzigartiges geschaffen. Das Buch zeugt von großer Kreativität und anspruchsvollen Gedankenspielen, die bis ins Äußerste getrieben werden. Sicher kein Buch für jeden und auch keine Lektüre zum Entspannen.
von Wolle - 2026-03-21 16:51:00
Autor: Colin Walsh
Dunkle Machenschaften - 5 Sterne
Kala, Joe, Helen und Mush sind der Kern einer Clique in der irischen Stadt Kinlough im Sommer 2003. Doch am Ende des Sommers verschwindet Kala spurlos. 15 Jahre später treffen sich die verbliebenen Freunde wieder in Kinlough anlässlich einer Hochzeit. Da wird plötzlich eine Leiche gefunden. Schnell steht fest, dass es sich dabei um die menschlichen Überreste von Kala handelt.
Die Handlung wird abwechselnd aus der Sicht der drei Freunde Helen, Joe und Mush erzählt. Außerdem wechselt die Erzählung ständig zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Bereits am Anfang der Geschichte ist klar, dass Kala umgebracht wurde. Doch die Einzelheiten werden erst im Verlauf der Handlung und ganz allmählich immer klarer.
Die etwa ersten 100 Seiten fand ich etwas schleppend. Doch als die ersten Hintergrundinformationen in den Fokus rücken und allmählich die dunklen Machenschaften, die nach und nach von einem Großteil der ganzen Stadtgemeinschaft Besitz ergreift, zur Sprache kommen wird es richtig spannend. Dies Spannung hält dann auch bis zur letzten Seite des Buches an. Immer tiefer wird man in den Sumpf eines organisierten Verbrechens gezogen, dass viel weiter als über den Tod Kalas hinausgeht.
Aber auch die inneren Gefühlregungen der handelnden Personen stehen im Mittelpunkt. So hat jeder der Freunde seine Geheimnisse und ist mit Schicksalsschlägen behaftet. Einfühlsam wird auf die Sorgen und Träume der vier Jugendlichen eingegangen.
Mich hat das Buch gut unterhalten. Es liest sich wie im Flug und man mag es vor lauter Neugierde wie es weitergeht gar nicht mehr weglegen. Teilweise sind die Handlungen und Beschreibungen sehr grausam-
Das auf den ersten Blick idyllisch erscheinende Cover, bereitet einem bei genauerem Hinsehen bereits ein unbehagliches Gefühl. Denn der Oberkörper der eine Person schein, wie in großer Wut, durchgekritzelt. Ein Gefühl das sich bei Lesen durch den ganzen Roman zieht.
Die Handlung wird abwechselnd aus der Sicht der drei Freunde Helen, Joe und Mush erzählt. Außerdem wechselt die Erzählung ständig zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Bereits am Anfang der Geschichte ist klar, dass Kala umgebracht wurde. Doch die Einzelheiten werden erst im Verlauf der Handlung und ganz allmählich immer klarer.
Die etwa ersten 100 Seiten fand ich etwas schleppend. Doch als die ersten Hintergrundinformationen in den Fokus rücken und allmählich die dunklen Machenschaften, die nach und nach von einem Großteil der ganzen Stadtgemeinschaft Besitz ergreift, zur Sprache kommen wird es richtig spannend. Dies Spannung hält dann auch bis zur letzten Seite des Buches an. Immer tiefer wird man in den Sumpf eines organisierten Verbrechens gezogen, dass viel weiter als über den Tod Kalas hinausgeht.
Aber auch die inneren Gefühlregungen der handelnden Personen stehen im Mittelpunkt. So hat jeder der Freunde seine Geheimnisse und ist mit Schicksalsschlägen behaftet. Einfühlsam wird auf die Sorgen und Träume der vier Jugendlichen eingegangen.
Mich hat das Buch gut unterhalten. Es liest sich wie im Flug und man mag es vor lauter Neugierde wie es weitergeht gar nicht mehr weglegen. Teilweise sind die Handlungen und Beschreibungen sehr grausam-
Das auf den ersten Blick idyllisch erscheinende Cover, bereitet einem bei genauerem Hinsehen bereits ein unbehagliches Gefühl. Denn der Oberkörper der eine Person schein, wie in großer Wut, durchgekritzelt. Ein Gefühl das sich bei Lesen durch den ganzen Roman zieht.
von Wolle - 2026-03-21 16:49:00











