Pi mal Daumen
Roman | Lieblingsbuch der Unabhängigen 2024
Hardcover
Kiepenheuer & Witsch (2024)
272 Seiten; 19.5 cm x 12.4 cm
ISBN 978-3-462-00425-0
versand- oder abholbereit innerhalb von 3 Werktagen
Hauptbeschreibung
Ausgezeichnet als Lieblingsbuch der unabhängigen Buchhandlungen 2024
Bestseller-Autorin Alina Bronsky legt eine Komödie über zwei Menschen vor, die aus unterschiedlichen Welten stammen – und am Ende nicht mehr ohne einander sein wollen. Warmherzig, rasant und höchst unterhaltsam.
Sie begegnen sich zum ersten Mal in einer Vorlesung: Der hochbegabte Oscar ist 16, hat einen Adelstitel und ist noch nie mit der U-Bahn gefahren. Moni Kosinsky hat drei Enkel, mehrere Nebenjobs und liebt knalligen Lippenstift und hohe Absätze. Sie ist fest entschlossen, sich heimlich den Traum von einem Mathe-Studium zu erfüllen.
Doch im Hörsaal wird Moni für eine Putzfrau gehalten und belächelt. Wie kommt sie dazu, sich für eines der schwierigsten Fächer überhaupt einzuschreiben? Und woher kennt sie den berühmtesten Professor der Uni?
Bald muss nicht nur Oscar feststellen, dass Monis Verstand und Beharrlichkeit größer sind als ihre Wissenslücken. Denn Mathematik schert sich nicht um Fragen der Herkunft, des Alters und des Aussehens. Oscar dagegen kämpft mit dem Alltag und findet ausgerechnet in der warmherzigen Moni eine Vertraute, die seinem Leben eine entscheidende Wendung gibt. Bald verbindet die beiden Außenseiter eine Freundschaft, die niemand für möglich gehalten hätte.
Ein leichtfüßiger, raffinierter, tragikomischer Roman über eine schillernde Heldin und eine ungewöhnliche Freundschaft, die weit über Fragen nach der vierten Dimension und schlechtes Mensa-Essen hinaus durchs Studium und Leben trägt.
Hersteller: Verlag Kiepenheuer & Witsch GmbH & Co. KG
Bahnhofsvorplatz 1, 50667 Köln DE
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Chaotisch
Im Buch geht es um Oscar, der mit 16 Jahren anfängt Mathematik an der Uni zu studieren. Dort lernt der introvertierte, autistisch wirkende Junge Monika "Moni" Kosinsky kennen, die er zuerst nicht für eine Kommilitonin hält, da sie fast 40 Jahre älter als er ist und auf ihn eher dumm wirkt.
Mit der Zeit freunden die beiden sich jedoch an und Oscar erfährt mehr und mehr über Monis Geschichte.
Der Schreibstil ist sehr flüssig und leicht zu lesen. Zu Anfang hat mich die Geschichte gepackt, doch mit der Zeit und vor allem zum Ende hin blieb ich mit Fragen zurück.
Die Charaktere sind oft sehr eindimensional und strotzen teils nur so vor Klischees.
Die Geschichte an sich hätte viel besser verpackt werden können, da auch tiefgehende Themen dabei waren, die viel zu schnell abgehandelt worden.
Leider konnte mich das Buch nicht überzeugen. Vielleicht ist es einfach reine Geschmackssache.
Nette Unterhaltung
Aber der Reihe nach: Es ist toll geschrieben und super zu lesen, aus Sicht des 16jährigen Oscar, ein adeliges Genie, der bereits an der Uni studiert, sozial aber doch eher unbeholfen oder auch uninteressiert ist.
Ich fand seine Gedanken ganz gut eingefangen, er war mir nicht unbedingt sympathisch, aber ich konnte ihm seine manchmal doch recht drastischen Äußerungen seinen Mitmenschen gegenüber eigentlich ganz gut verzeihen. Genau wie Moni, knallig, laut, chaotisch, mit Helfersyndrom, sie konnte ich mir wirklich bildlich vorstellen.
Die beiden freunden sich also an und es war auch echt unterhaltsam, mitzuverfolgen, wie beide sich dadurch weiterentwickeln. Aber irgendwie war es das dann auch schon. Ich möchte nicht sagen, dass ich das Buch langweilig fand, das war es nicht, aber am Ende war es mir dann doch ein wenig zu belanglos. Ich war fertig und dachte mir, okay, und das war es jetzt? Es war auch nicht so, dass gar nichts weiter passiert ist, die Geschehnisse fand ich allerdings eher ein wenig schwammig und für mich dadurch nicht ganz greifbar.
Ein bisschen unbefriedigt war ich also nach der Lektüre, es war toll zu lesen, kurzweilig und unterhaltsam, aber irgendetwas hat mir gefehlt.
Ich fand es unterhaltsam
Nicht mein erstes Buch der Autorin, ich mag ihre Ideen, ihren Schreibstil und vor allem ihrem Humor. Mit dieser Geschichte über die zwei total unterschiedlichen Chataktere zeigt sie, was sie kann. Auch wenn das ein oder andere Klischee angesprochen wird, aber das gehört dazu. Die zwei, Oscar und Moni, fand ich genial gewählt. Der hochinteligente Oscar, der zu Beginn so gar nichts von Moni hält und im Laufe der Geschichte feststellen muss, daß Intelligenz nichts mit Schulbildung zu tun hat und Moni ein ganz wunderbarer Mensch ist. Ich fand die Freundschaft zwischen den beiden ganz besonders, es hat mir so gut gefallen. Tolle Unterhaltung, die zum Nachdenken einlädt.
Zwei Welten
In der Geschichte geht es um Oscar, einen vermutlich hochintelligenten und autistischen Jungen (zumindest letzteres ist meiner Meinung nach offensichtlich, wird jedoch nie wörtlich erwähnt) und der exzentrischen Moni, die sich mit Mitte 50 noch entscheidet zu studieren, obwohl sie aufgrund ihres chaotischen Lebens allerhand Mühe aufbringen muss, beides unter einen Hut zu bekommen.
Gleich zu Anfang der Handlung lernen die zwei Hauptcharaktere sich im Hörsaal ihres Mathematikstudiums kennen und trotz ihrer offensichtlichen Unterschiede entsteht nach einiger Zeit eine Freundschaft zwischen den beiden.
Die Charaktere sind für meinen Geschmack viel zu klischeehaft. Bronsky hat sich hier lediglich einiger Stereotypen bedient und diesen keine eigenen individuellen Wesenszüge verliehen, was insbesondere die zwei Protagonist*innen flach und eindimensional wirken lässt.
Auch dass man die Geschichte nur aus Oscars Perspektive betrachtet ist ein kleiner Minuspunkt. Monis aufreibender Alltag, in welchem sie es irgendwie schafft Familie, Studium und mehrere Jobs gleichzeitig unter einen Hut zu bringen laden doch geradezu dazu ein ihr auch eine eigene Stimme zu geben und das Geschehen aus deren Sicht zu schildern. Gleichzeitig fand ich Monis Entwicklung genauso wie die Geschichte rund um ihre Kindheit und ihren Bruder nicht besonders glaubwürdig.
Insgesamt hatte ich mir bei der Prämisse einer ungewöhnlichen Freundschaft deutlich mehr Tiefgang erhofft. Dennoch ist das Buch durchaus lesenswert, wenn man eine nette kurzweilige Unterhaltung sucht. Der Schreibstil mit den kurzen Kapiteln war fließend und gut lesbar.
Unterhaltsam und nett
Moni wird zunächst als Außenseiterin belächelt – allein schon wegen ihres auffälligen Auftretens mit knalligem Lippenstift und hohen Schuhen, und weil sie für eine Putzfrau gehalten wird. Doch der Roman schafft es, schnell zu zeigen, dass sich wahre Intelligenz und Leidenschaft nicht durch äußere Erwartungen und Rollenbilder begrenzen lassen. Es dauert nicht lange, bis Oscar erkennt, dass Monis Wissen und vor allem ihre Hartnäckigkeit etwas Besonderes sind.
Der Humor des Romans bewegt sich oft auf einer schmalen Linie. Während er stellenweise sehr amüsant ist, driftet er manchmal ins Kalauerhafte ab, was sicherlich Geschmackssache ist. An einigen Stellen ist es auch sehr klischeehaft, zudem gibt es hier und da klassistische Ansätze, besonders in der Art, wie Menschen in prekären Lebensverhältnissen dargestellt werden. Der Roman profitiert sicher davon, wenn man das selbst kritisch liest. Doch insgesamt überwiegt der positive Eindruck: Die Charaktere werde trotz der Klischees sehr warmherzig beschrieben und entwickeln sich im Laufe des Romans auch weiter. Die Geschichte ist flüssig und locker erzählt und ich fühlte mich gut unterhalten. Besonders die Entwicklung der Freundschaft, die niemand für möglich gehalten hätte, macht „Pi mal Daumen“ zu einer sehr netten Lektüre.
zwei Welten prallen aufeinander
Die beiden Protagonisten Moni Kosinsky (53, hält sich mit mehreren Jobs über Wasser und quasi hauptberuflich Oma) und Oscar Maria Wilhelm Graf von Ebersdorff (fast 17, Mathegenie mit Sozialphobie) sind sehr überzeichnet. Aber genau das macht den Charme dieses Romans aus, ebenso wie das Überbetonen von Klischees.
Oscar erzählt dem Leser in ich-Form die Geschehnisse, seit er an die Uni gekommen ist, um Mathe zu studieren. Er sieht sich als jemand, der schon fast alles kann und alle anderen Studenten werden sowieso aufgeben. (Gut, viele machen es auch.) Da man aus seiner Sicht liest, kann man sich eher in ihn hineinversetzen. Was aber dennoch schwierig ist, denn er ist eben anders, hat autistische Züge. Er lebt allein in einer großen Wohnung, die ihm seine Eltern extra gekauft haben, damit er Mathe genau an der Universität studieren kann, wo sein Idol Daniel Johannsen promoviert hat und wieder tätig ist.
Die schrille Moni hingegen kommt aus einer sozial benachteiligten Schicht; sie konnte sich ihren Traum eines Studiums nie verwirklichen und ist ständig für ihre Tochter bzw. die drei Enkelkinder da und versucht sich, mit diversen Jobs über Wasser zu halten.
Die beiden landen im Hörsaal zufällig nebeneinander und Moni sieht alles andere als wie eine Mathematik-Studentin aus. Eher wie die Putzfrau an der Uni.
Aber genau diese klischeehafte Gegenüberstellung der sozialen Schichten macht das Buch lebendig. Einerseits fühlt man sich mittendrin, andererseits fühlt es sich überzogen an.
Was mir nicht so gefiel, war das teilweise unglaubwürdige Verhalten einiger Professoren. Und ich konnte auch nicht nachvollziehen, warum Oscar seine eigene Abschlussarbeit darüber vergisst, dass er Moni bei ihrer hilft. Das war ihm doch immer das wichtigste: lernen und bei den Prüfungen gut abschneiden.
Doch es war so emotional zu verfolgen, wie die alles überrennende Moni, die es endlich wagt, ihren lang gehegten Wunsch wahr werden zu lassen, mit ihrer offenen und lauten Art den stillen und in sich gekehrten Oscar, der nichts mit anderen Menschen und besonders mit Moni zu tun haben will, langsam aus seinem Schneckenhaus holt. Sie lässt ihn gar nicht verschlossen sein, und er nimmt es auch (teilweise) an. Die kleinen Rituale und Neckereien fand ich sehr amüsant.
Eine für mich schöne Passage war, als Oscar die beiden jüngeren Enkel von Moni nicht mehr Kevin 1 und Kevin 2 nennt, sondern bei deren richtigen Namen. (Im inneren Buchdeckel findet man übrigens einen von Oscar gemalten Stammbaum von Monis Familie. Nur Enkel Nr. 3, Justin, findet er außergewöhnlich und deshalb nennt er ihn von Anfang an bei seinem richtigen Namen.)
Leider hat mir das Ende bzw. der Prolog nicht gefallen, weil ich es wahrscheinlich einfach nicht verstanden habe. Schade, das hat mir das tolle Buch ein bisschen verleidet.
Fazit:
Kurzweilige Unterhaltung mit zwei außergewöhnlichen und besonderen Protagonisten, vielen Klischees, viel Emotion, aber auch Humor und einer guten Entwicklung der Protagonisten.
zu viele Klischees
So hat Oscar als Ich-Erzähler immer wieder sehr herablassend von Moni gesprochen: sie immer wieder als dumm bezeichnet, das angestrebte Mathematik-Studium als sinnlos, ihre abgegebenen Leistungen durch die Gemeinschaftsarbeit nur von ihm erbracht, eine 52 Jahre Oma ist wohl nicht mehr lernfähig usw.
Zum Anfang als er sie bei der ersten Begegnung im Hörsaal als Putzfrau eingeordnet hatte war das noch humorvoll aber nicht mehr nach der Hälfte des Buches wo er sie doch so gut kennengelernt hatte. In dieser Zeit hatte sie sich vielfältig um ihn gekümmert, ihn in einem Notfall sogar bei sich zuhause aufgenommen.
Mathe mal anders
Die beiden Charaktere sind teilweise (wie auch die Nebencharaktere) etwas zu klischeehaft überzeichnet, aber meist dennoch sympathisch und man glaubt ihnen ihr Verhalten und die Dialoge. Schön sind die kleinen mathematischen Anspielungen, beispielsweise in den Namen einiger Nebencharaktere und insgesamt ist der Schreibstil so locker und spannend, dass man das Buch fix durchlesen will.
Eigenartig, gewöhnungsbedürftig, gut
Irgendwie hat mich das Buch fasziniert, irgendwie ist es komisch zu lesen, da es aus der Sicht von Oscar geschrieben ist.
Das Buch hat mir gefallen und gibt Einblicke in die Welt eines Menschen mit höherem IQ, zumindest, wie man es sich vorstellt.
Die Mathematikwelt wird meines Erachtens nach etwas zu wenig für Laien erklärt, man kommt aber trotzdem mit, aber völlig Zahlen uninteressierten Personen würde ich das Buch nicht empfehlen.
An und für sich aber eine nette runde Geschichte, anders als ich mir vorgestellt habe, aber sehr nett.
Rechnen mit den Fingern
Denn eigentlich geht es um zwei besondere Menschen. Moni, eine Frau, die auf die 50 zugeht und es doch noch mal wissen will und ein Mathematikstudium beginnt. Auch, wenn ihr Leben mit den drei Enkelkindern ihrer Tochter, dem nicht-helfenden Mann, schon genug ausgelastet ist. Eine Frau, die schon viel erlebt hat und sich bereitwillig jedem Schicksal andient, dass eine helfende Hand braucht.
Damit wären wir auch schon beim hochbegabten Klugscheißer Oscar, der mit 16 Jahren bereits das Mathestudium angetreten hat. Sein Autismus on top, hilft nicht Freundschaften zu schließen und dass er dann auch noch seitens der Eltern reich ist, dass ist den Meisten einfach zu viel.
Und diese beiden finden sich, erst einmal ungewollt und dann ergibt eine schöne Win-Win-Situation. Er hilft ihr bei Mathe und sie ihm beim Leben.
Toll erzählt, bissig mit viel Wärme und Humor werden hier Höhen und Tiefen zweier sehr unterschiedlicher Personen ausgeleuchtet. Vor allem der Lebensmut und der Optimismus Veränderungen in die Hand zu nehmen, das hat mir bei Moni imponiert. Alina Bronsky hat großes Talent runde Charaktere zu erschaffen, die nachhaltig Freude bereiten.
Der Roman hat mir extrem gut gefallen!
Ein überhebliches Mathe-Genie zum Schmunzeln
Insgesamt eine humorvolle Hommage an die Mathematik und Einsichten eines Hochbegabten. Lesenswert!
Oscar + Moni = Freunde
Leicht verspätet kommt Moni zur ersten Vorlesung. Mit ihrem schrillen Outfit - roter Kunstlederrock und eine tief ausgeschnittene Bluse im Leopardenmuster, dazu eine gut gefüllte Ikea-Tasche an der Schulter - wirkt sie wie ein Fremdkörper im Vorlesungsraum. Außerdem ist sie deutlich älter als die anderen im Saal. Neben Oscar ist ein Platz frei und damit beginnt eine ungewöhnliche Freundschaft zweier Außenseiter.
Auch wenn Oscar überzeugt ist, dass Moni sowieso bald aufgeben wird, nimmt er sich ihrer an und unterstützt sie bei den Übungsaufgaben. Er betrachtet sie als sein„ Wohltätigkeitsprojekt“, dabei hat der Leser längst bemerkt, dass es sich eher umgekehrt verhält. Denn der weltfremde Oscar ist zwar ein mathematischer Überflieger, hat aber erhebliche Defizite im zwischenmenschlichen Bereich. Freunde hatte er noch nie, außer einem gewissen Mr. Brown, der allerdings nur in Oscars Phantasie existiert. „ Ich war es nicht gewohnt, dass fremde Menschen nach dem Erstkontakt weiter mit mir sprachen. Schon meine erste Reaktion war für mein Gegenüber meist so erschöpfend, dass kein weiterer Bedarf bestand.“ So bilanziert er selbst seine Erfahrungen mit anderen.
Schwungvoll und mit Humor lässt Alina Bronsky ihre beiden Protagonisten aufeinandertreffen. Da prallen unterschiedlichste Welten zusammen. Hier der autistische Sohn aus gutem Hause, sogar mit Adelstitel, dem die besorgten Eltern schon immer alle Hindernisse aus dem Weg räumten. Dagegen Moni, eine Frau Anfang Fünfzig, die vieles allein schultern muss. Sie kümmert sich nicht nur um ihren ständig brummeligen Ehemann, sondern außerdem um ihre drei Enkelkinder, weil Tochter Püppi mit der Aufgabe völlig überfordert ist. Und obendrein braucht sie noch diverse Nebenjobs, um über die Runden zu kommen. Wie soll da Zeit bleiben für ein so anspruchsvolles Studium? Doch Moni scheint begabt zu sein, das muss Oscar bald neidvoll feststellen. Und außerdem kennt sie einen der Professoren, ausgerechnet den, der Oscars großes Vorbild und Idol ist.
Moni gibt Oscar viele Fragen auf. Weshalb beginnt Moni in ihrem Alter noch ein Studium und warum versucht sie dies vor ihrer Familie geheimzuhalten? Und vor allem: Woher kennt Moni Professor Johannsen? Er beginnt nachzuforschen.
Erzählt wird das alles aus der Perspektive Oscars, das macht den Roman so besonders. Denn Oscars spezieller Blick auf die Welt sorgt für viele komischen Beobachtungen, Szenen und Dialoge. Anschaulich und witzig zugleich sind auch seine Vergleiche : „ Im Mathestudium mit Schulwissen anzukommen war, als wollte man mit einer Sandkastenschaufel versuchen, einen See auszugraben.“
Moni hat ein großes Herz und sie kümmert sich mit mütterlicher Fürsorge um Oscar. Von ihrer Beziehung profitieren beide. Moni, die bisher von allen unterschätzt wurde, kann zeigen, was in ihr steckt und Oscar lernt den Umgang mit Menschen. „ Es war der Sommer, in dem ich mich dabei ertappte, dass ich zum ersten Mal in meinem Leben spontan das Pronomen wir aussprach.“.
Und das Ende lässt Raum für Interpretationen.
Alina Bronsky hat ihre Charaktere, wie gewohnt, satirisch überspitzt und sie spielt mit vielen Klischees. Nichtsdestotrotz oder gerade deshalb wachsen die Figuren dem Leser ans Herz.
Auch greift der Roman wichtige Fragen auf, so z. B. warum immer noch der soziale Hintergrund bei der Beurteilung von Intelligenz eine Rolle spielt .Und er zeigt, dass es nie zu spät ist für einen Neuanfang.
„ Pi mal Daumen“ ist ein Roman, der bestens unterhält und man muss kein mathematisches Genie sein, um ihn zu genießen.
Zwei schräge Typen
Da quetscht sich Moni zu ihm auf die Bank. Er ist sich ziemlich sicher, dass sie sich verlaufen hat, denn sie kann ja wohl nur die Putzfrau sein. Sie ist ziemlich bunt angezogen und sehr alt, über 50, und wohl kaum intelligent genug für diese Studium. Spätestens nach den ersten Ausleseprüfungen wird sie wohl mit dem Großteil der Studierenden wieder weg sein.
Gezwungenermaßen bildet er mit ihr eine Arbeitsgruppe für die Hausübungen und verbringt schnell auch die Mittagspausen mit ihr, denn alle anderen Kommilitonen überfordern ihn sowieso und außerdem bringt sie immer ein leckeres Pausenbrot. Seine speziellen Nahrungsrichtlinien wirft er mit Moni rasch über Bord.
Doch auch Moni birgt eine Überraschung. Schnell erkennen wir als Leser*innen, wie die Autorin mit den Klischees spielt, denn Moni ist wesentlich klüger als sie vorzugeben scheint. Ihre prekäre Situation lässt sie zwar nicht zur Höchstform auflaufen, aber sie zeigt rasch ihr Potential.
So treffen zwei Menschen aufeinander, die unterschiedlicher nicht sein könnten und fordern sich gegenseitig ihre Grenzen auszuweiten und über ihre Tellerränder zu blicken. Wie üblich zeichnet Alina Bronsky ihre Figuren mit ausgesprochener Liebenswürdigkeit, auch wenn klar ist, dass sie nicht immer leicht zu ertragen sind. Sie haben ihre Ecken und Kanten, werden dafür aber nie verurteilt.
Besonders gut gefallen hat mir außerdem, dass das Buch aus Oscars Sicht der Welt erzählt wird, die doch manchmal etwas anders anmutet, als Durchschnittsbürger die Welt beurteilen. Das ist meistens ganz amüsant und manchmal auch etwas anstrengend, denn seine Sicht ist häufig sehr urteilend. Gleichzeitig hat man das Gefühl alles mit einem Augenzwinkern erzählt zu bekommen.
Mir hat dieser Ausflug in die Welt der Mathematik ausgesprochen gut gefallen. Die Charaktere der zwei Protagonisten sind wirklich spannend gezeichnet! Nur leider war diese Geschichte viel zu kurz! Ich wäre gerne noch ein paar Seiten länger an Oscar's und Moni's Seite geblieben.
Was für eine geniale Tragikomödie
Inhalt:
Endlich darf Oscar, knapp siebzehn und hochbegabt, sein Mathematikstudium beginnen. Davon hat er schon als kleiner Junge geträumt. Und natürlich hat er sich die Uni ausgesucht, an der sein größtes Idol einen Lehrstuhl innehat. Zunächst fühlt er sich von seiner Kommilitonin Moni, 53, gestört. Sie schleppt immer alles Mögliche mit sich herum, Einkaufstaschen, Brotboxen oder auch mal ihren Enkel, auf den sie aufpasst. Sie wird von allen belächelt und keiner traut ihr das Studium zu. Doch nach und nach entwickelt sich zwischen Oscar und Moni eine wunderbare Freundschaft, die beiden durchs Leben hilft.
Meine Meinung:
Alina Bronsky ist ja bekannt für ihre berührenden, tief schürfenden Romane. Aber mit ihrem neuesten Werk übertrifft sie sich selbst. Ich wusste nie, ob ich lachen oder weinen sollte ob der Lebensprobleme von Oscar und Moni. Es wirkt alles so absurd und gleichzeitig so nachvollziehbar.
Mathematik bedeutet für Oscar einfach alles. Freunde hat er nie gehabt und auch die Familie ist ihm vordergründig nicht so wichtig. Auf den ersten Blick wirkt er wie ein arroganter, reicher Schnösel, entpuppt sich aber dann doch als Junge mit Herz, auch wenn er das selbst nie zugeben würde.
Mit Moni verhält es genau anders herum. Sie ist eine bodenständige, erfahrene Frau mit einem großen Herzen, die sich um alle kümmert - nur nicht um sich selbst. Wie sie ausgerechnet auf die Idee kommt, mit 53 Jahren Mathematik zu studieren? Das müsst ihr schon selbst herausfinden. Es lohnt sich auf jeden Fall.
Erzählt wird die Geschichte aus Oscars Perspektive in der ersten Person. Dies mag mit dazu beitragen, dass man ihn trotz all seiner Fehler mag. Denn durch den Einblick in seine Gedanken und Gefühle wird einem klar, dass er eigentlich gar nichts dafür kann, dass er so ist, wie er nun mal ist, und dass er es bei aller Überheblichkeit gar nicht böse meint. Gefangen in seinen selbst auferlegten strengen Regularien und seinem Tunneldenken steht er sich auf dem Weg zu seinem Glück selbst im Weg. Da ist es gut, dass Moni es schafft, ihn ein bisschen aufzubrechen.
Auch wenn sich die Story um Mathematik dreht, muss man kein Mathegenie sein, um sie genießen zu können. Diesen Roman möchte ich allen Menschen ans Herz legen, weil er so viele verschiedene Facetten aufweist, dass jede*r etwas für sich daraus mitnehmen kann.
Moni und Oscar
Oscar stammt aus einer reichen Familie und hat gelernt, dass man mit Geld alles bekommen kann. Er ist Autist und fixiert darauf, sein Idol, Professor Johannsen, persönlich zu treffen. Nur deshalb hat er sich für diese Uni entschieden.
Moni hingegen kommt mit allen leicht ins Gespräch, kümmert sich um alle(s) und hat auch mal ihren jüngsten Enkel mit in der Vorlesung.
Mir hat dieses Aufeinandertreffen zweier so unterschiedlicher Leben gefallen. Alina Bronskys Schreibstil ist einfach unglaublich und auch ihr neuer Roman war ein Kunstwerk.
Amüsant, warmherzig & tiefgreifend
Die fünfzigjährige Moni wird von ihrer Familie stark beansprucht und hat mehrere Nebenjobs gleichzeitig. Dennoch beschließt sie ihren Traum zu verwirklichen und beginnt Mathematik zu studieren. Auch der sechzehnjährige Oscar studiert Mathematik. Er ist hochbegabt, hat einen Adelstitel, allerdings fehlt es ihm an Sensibilität im Umgang mit anderen Menschen.
Die beiden lernen sich in einer Vorlesung kennen und müssen in einer Zweiergruppe zusammenarbeiten. Zunächst hat Oscar Vorbehalte gegenüber Moni und traut ihr nichts zu. Moni nimmt das recht gelassen und kümmert sich liebevoll um Oscar, der gut ein wenig Hilfe im alltäglichen Leben gebrauchen kann.
Der Schreibstil von Alina Bronsky liest sich toll. Er ist sehr lebendig und ich habe eine Menge gelacht. Aber das Buch ist nicht einfach nur humorvoll, sondern besitzt auch Tiefgang.
Wir lernen hier mit Oscar und Moni zwei ganz besondere Charaktere kennen, die eine tolle Entwicklung durchlaufen. Während Oscar durch Monis Lebenserfahrung gewinnt, kann er ihr bei dem Studium helfen, die beiden ergänzen sich also perfekt.
Außer den beiden Protagonisten spielen auch ihre Familien und das Umfeld an der Uni eine wichtige Rolle. Neben guter Unterhaltung gibt es auch Kritik an unserer Gesellschaft und unserem Bildungssystem.
Vieles konnte ich nicht vorhersehen, so dass ich mich gut unterhalten gefühlt habe und beim Lesen meinen Spaß hatte. Für mich war dieser Roman eine ausgewogene Mischung aus Humor und ernsten Themen.
Oscars Sicht auf das Leben und die Mathematik!
Mir fällt es extrem schwer Pi mal Daumen zu bewerten, denn im ersten Affekt hätte ich diesem Buch gute 3,5* gegeben. Ich kann positive Meinungen daher durchaus nachvollziehen, denn der Blick auf die Welt durch Oscars Brille ist ungewöhnlich und dadurch kommt es zwangsläufig zu komischen Szenen.
Nun kommt jedoch mein aber! Aber nachdem das Buch weiterhin präsent in meinem Kopf war, kamen die kritischen Punkte immer stärker zum Vorschein, sodass ich meine erste Bewertung nochmal überdenken musste. Denn es ist mir viel zu klischeehaft und keine Seite bleibt dabei verschont (was wiederum positiv ist). Nur bin ich absolut kein Freund von Klischees und hätte - mit dem entsprechenden Vorwissen - eher nicht zu diesem Buch gegriffen. Wenn man jedoch Klischees bedient, wird es seltsam, wenn Eigenschaften einzelner Figuren diesen nicht mehr entsprechen und entgegen ihrer (überspitzten) Zeichnung agieren. Deswegen wurden es letztendlich die 2,5*.
Am schlimmsten empfand ich jedoch die Zeichnung des Studiums, das fernab der Realität ist und bei dem man sich am Ende fragt, warum Oscar von einem schwierigen Studienfach spricht. Bei dieser Exklusivbetreuung und dem Pensum, das manche Studenten nebenher abliefern können, erscheint es doch eher mit links machbar zu sein.
Der Epilog konnte mich dann leider gar nicht von sich überzeugen.
Positiv empfand ich die Botschaft, dass man nie zu alt ist, um seine Träume und Ziele zu verwirklichen und mit Moni Kosinsky eine - beinahe beängstigende - Powerfrau zum Vorbild bekommt. Außerdem gab es kleinere Szenen, die hoffentlich zum Nachdenken anregen u.a. das Kinder oft dem Entsprechen, was Erwachsene ihnen zutragen, wie Pi mal Daumen an einem traurigen Beispiel zeigt.
Auch wenn ich zwischenzeitlich versucht habe, meinen Kopf während des Lesens aus- und mich nur auf den Humor einzulassen, dann fiel mir das spätestens nach Beenden des Buchs nicht ganz so leicht, weil mir vieles zu unstimmig und dem Humor unterlegen war.
Ich bin mir jedoch sicher, dass viele Spaß an Pi mal Daumen haben, auch ein Grund warum ich im ersten Moment positiver bewerten wollte, weil ich dieses Potenzial sehe, jedoch geht es um mein subjektives Empfinden und nicht darum, wie es bei anderen ankommen könnte. Vielleicht ist es auch von Vorteil, wenn man selbst kein Mathematikstudium hinter sich und dementsprechend kein Bild des Studiums, der Kommilitonen, der generellen Atmosphäre und auch des Studienfachs Mathematik hat. Denn das kam für mich hier absolut nicht rüber! Vielleicht reicht es aber auch, wenn man Lektüre nicht immerzu zerdenkt und einen urkomischen Roman als solchen hinnehmen kann. Ich konnte es leider nicht, wünsche aber jedem viel Spaß, der dies kann und keine Probleme mit einer geballten Packung Klischees hat, denn diesen werdet ihr dann mit absoluter Sicherheit haben!
3.14159265359
Der Klappenetxt hat mich dann jedoch vollkommen für sich eingenommen und mir war klar, dass dies ein Buch ist, das ich unbedingt lesen möchte. Der Schreibstil des Buches las sich für mich sehr angenehm, leicht und flüssig. Auch die Sprache passte gut zu Setting und Charakteren.
Die beiden Protagonist:innen Oscar und Moni sind mir innerhalb kürzester Zeit ans Herz gewachsen. Sie sind beide sehr unterschiedliche Charaktere, was die Freundschaft zwischen ihnen umso kostbarer macht. Mit den beiden schafft Autorin Bronsky zwei sehr klischeehafte und dennoch authentische Charaktere, die
mit einander wachsen. Oscar, Überflieger aus Gutem Hause und (auch wenn nie explizit betitelt) autistisch, und Moni, aufopfernd und aus eher prekären Verhältnissen bilden ein sympathisches und humorvolles Gespann.
Zum Schluss mochte ich das Buch gar nicht so recht aus der Hand legen, zwischendurch war es mir ein bisschen zu Mathematik-lastig und ich musste einiges nachschlagen, aber sei es drum... Inshesamt habe ich das Buch sehr gern gelesen!
Die Liebe zur Mathematik
Erster Eindruck: Ich mag das Cover des Schutzumschlages sehr gerne (auch wenn ich kein Fan von Schutzumschlägen bin) – es ist witzig, ebenso der Titel.
Oscar ist also hochbegabt, hat einen Adelstitel, ist vorurteilsbehaftet und hat kein Interesse an sozialen Kontakten. Er tut mir leid. Ich kann es mir gar nicht vorstellen, wie es wäre, mit 16 Jahren bereits zu studieren. Von seiner Intelligenz her ist das wohl keine Frage, aber in puncto Sozialkompetenz fehlt ihm einiges. Er ist sehr von sich überzeugt (tja, eben, die Intelligenz ist ja vorhanden), aber dadurch wirkt er auch wie ein Snob. So wie Moni zuerst beschrieben wurde, hätte man denken können, dass sie kurz vor der Rente stünde. Aber nein, sie ist erst 53. Warum darf ihr Umfeld nicht wissen, dass sie studiert?
Zu den erwähnten Vorurteilen: Oscar denkt u.a., dass Moni vielleicht gar keine Schulbildung genossen hätte (aber wie wäre sie dann zum Studium zugelassen?) oder dass sie doch besser nur einen einzigen Job als drei Jobs hätte. Nun ja, lieber Oscar, wenn aber das Geld sonst nicht für den Alltag reicht? Es ist arrogant von Oscar, Moni als sein Wohltätigkeitsprojekt zu betrachten. Aber ihm ist das nicht einmal bewusst. Das gehört wohl auch zu seinem autistischen Verhalten.
Zwei ungewöhnliche Protagonisten, die scheinbar nichts gemeinsam haben. Nein, stimmt nicht, ihr kleinster gemeinsamer Nenner ist die Mathematik (Wortspiel beabsichtigt). Gegen Schluss gibt es eine für mich unerwartete Wendung und ein abruptes Ende. Was wollte mir die Autorin nun eigentlich mit ihrer Geschichte sagen? Das ist für mich immer das Beste und zugleich das Schlimmste, was Autor:innen einem „antun“ können: sie bringen einen mit ihrer Geschichte zum Nachdenken! Für mich war es das erste Buch von Alina Bronsky, insofern habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten. Ich fühlte mich sehr gut unterhalten – 4 Sterne.
Die Länge der Primzahlen
Die Handlung spielt im Bereich der Universität und dem Studienfach Mathematik. Der junge Oscar ist sehr begabt und entsprechend von sich selbst überzeugt. Außer Mathematik interessiert ihn nicht. Kein Wunder das er ein wenig isoliert ist. Das ändert sich als er auf eine neue Studentin trifft. Moni Kosinsky, 53 Jahre alt und mit nebenbei mit drei Jobs unterwegs. Sie ist ein Original und immer direkt und geradeheraus. Schnell bildet sie mit Oscar ein Team, indem Studieren und Privatleben miteinander verschwimmen.
Oscar ist schon sehr an Young Sheldon angelehnt, aber man kann nicht von Plagiat sprechen. Die Vorstellungen von wunderlichen Wunderkindern gab es auch schon früher.
Das Buch ist vielleicht nicht das originellste, aber routiniert geschrieben. Es funktioniert und bietet großartige Unterhaltung. Das Lesen war fast wie einen amüsanten Film sehen.
Brillantes Lesevergnügen
Alina Bronsky schreibt ihre Romane spannend und witzig.
Der Roman Pi mal Daumen, ist clever gemacht. Die Autorin spielt mit zynische Balance.
In diesem Roman hat sie einen hochbegabten 16jährige Oscar, Überflieger, der auch noch adelig und reich ist, und die 53jährige Moni. Moni ist schon Großmutter und will ein Mathematikstudium absolvieren.
Diese beiden sehr unterschiedliche Charaktere lernen sich am ersten Tag des Studiums kennen.
Oscar fühlt sich sehr überlege, er ist entsetzt über Monis Unwissenheit, er glaubt sie ist dumm. Er fängt trotzdem an ihr sehr zu helfen, damit sie es doch weiter bringen kann. Aber auch Oscar hat Hilfe von Moni. Moni hat drei Nebenjobs um die Miete aufzubringen. Ihre Familie ist auch eine Last.
Aber sie meistert alles .
Dann hat sie Autorin noch einen kleinen Fantasieporträt eingefügt.
Dieser Roman ist wieder einfach Klasse.
Die Autorin hat mich bis jetzt noch nie enttäuscht.
Es war wieder ein wunderbares Lesevergnügen.
Oscar und Moni
Sie trägt schrille Kleidung, hat blondierte Haare, ist stark geschminkt. Alle denken, sie hätte sich verirrt und wäre eigentlich die Putzfrau oder Kantinenmitarbeiterin. Aber Moni hat noch etwas offen im Leben, sie möchte wirklich Mathematik studieren. Und dabei ist sie in Oscars Augen auch noch unfassbar alt, über 50.
Und doch haben sie etwas gemeinsam, sie lieben die Mathematik und können die Schönheit darin erkennen.
Dass diese zwei nach einer ersten zufälligen Begegnung so etwas wie Freunde werden könnten, würde man wohl eher ausschließen. Doch beide werden für den anderen so etwas wie ein Projekt. Moni hilft Oscar in praktischen Dingen, rettet ihn, wenn er mal wieder unterzuckert ist, vorm Verhungern. Und Oscar meint, sie durchs Studium tragen zu müssen.
Daraus wird eine wunderbare Geschichte von zwei Außenseitern, die man schnell in Schubladen stecken würde und die immer wieder überraschen. Bronsky erzählt diese Geschichte voller Herzenswärme, es wird nicht gewertet, das Buch ist mal humorvoll, mal unglaublich berührend und überrascht immer wieder. Die Mathematik wird dabei geschickt eingestreut, nimmt zwar Raum ein, ohne die Leserinnen zu überfordern.
Ich mochte das Buch von der ersten Seite an, habe den Erzählstil geliebt, wie die Figuren gezeichnet sind, wie sie sich entwickeln.
Pi mal Daumen ist einer jener Romane, bei denen ich richtig traurig war, als die letzte Seite gelesen war. Für mich ein Lieblingsbuch 2024, das ich nur wärmstens weiterempfehlen kann.
Sehr vergnüglich
Ich habe dieses Buch in kurzer Zeit durchgelesen, weil es so mitreißend und flüssig geschrieben ist. Es ist auch ein bisschen überspitzt und klischeehaft dargestellt, was den komödiantischen Unterhaltungswert gesteigert hat. Oscar passt in die Vorstellung von einem stereotypischen Mathematiker, dem der emotionale Feinsinn fehlt. Das macht jedes Miteinander von Moni und Oscar so interessant und heiter, weil er sich logisch zu erklären versucht, was er nicht versteht. Das war sehr unterhaltsam und aufschlussreich aus seiner Sicht geschrieben. Mein einziger Kritikpunkt ist das Ende. Es kommt einfach zu schnell und wirkt unvollständig.
Ein vergnügliches Buch über eine skurrile Freundschaft und jeder, der sich vom Klappentext angesprochen fühlt, kann hier nichts falsch machen.
Geistreiche Unterhaltung mit viel Witz und Tiefgang
Die Geschichte ist, wie ich es von der Autorin bereits kenne, in schöner Sprache mit viel Wärme und noch mehr Humor erzählt, sie liest sich sehr flüssig. Wir lernen zwei Menschen kennen, wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Der Ich-Erzähler Oscar tritt sein Studium mit sehr viel Selbstvertrauen an und ist wenig erfreut, als sich die etwas schrill gekleidete Moni im Hörsaal neben ihn setzt. Sie verwickelt ihn in ein Gespräch, und er erkennt sehr schnell, dass ihr die wichtigen Grundlagen der Mathematik fehlen. Moni indes entwickelt mütterliche Gefühle für den jungen Mann, der sich nicht nur schlecht ernährt, sondern soziale Defizite und sehr spezielle Verhaltensweisen aufweist. Regelmäßig versorgt sie ihn mit Nahrung, während Oscar ihr bei der Lösung komplizierter Aufgabenstellungen hilft.
Ich fand es sehr spannend, Oscar und Moni nicht nur durch die Semester mit all ihren Herausforderungen zu begleiten, sondern auch Einblick in ihr privates Umfeld zu erhalten. Wir lernen Oscars Familie kennen, die mit seinen Eigenarten lebt, auf ihn eingeht und ihn unterstützt, während Monis Familie, die nichts von ihrem Studium weiß, ihre Hilfsbereitschaft und Warmherzigkeit über die Maßen ausnutzt.
Meine Lieblingsfigur war Moni, die eine außergewöhnliche Frau mit mathematischer Begabung ist, leidenschaftliche Mutter und Großmutter mit einem großen Herzen für ihre Mitmenschen. Ich mochte auch Oscar, der sich dank der Freundschaft mit Moni in seinem Sozialverhalten erfreulich weiterentwickelt hat.
In "Pi mal Daumen" geht es nicht nur um zwei liebenswerte Außenseiter und die Freundschaft, die sie verbindet, sondern auch um Liebe, Selbstvertrauen, die Erfüllung eines Traums - und natürlich um Mathematik. Ich habe das kurzweilige Buch, eine Komödie mit Tiefgang, sehr gern gelesen und mich bestens unterhalten gefühlt.
Leseempfehlung!
Eine außergewöhnliche Freundschaft
Dass sie außergewöhnliche Charaktere gut schreiben kann, hat Alina Bronsky ja schon in ihren vorherigen Romanen bewiesen, aber Oscar und Moni sind nicht nur beide einzeln, sondern auch gemeinsam etwas Besonderes. Sie sind in vielerlei Hinsicht das komplette Gegenteil, aber beide Außenseiter, die es gewohnt sind, nicht verstanden zu werden.
Ich mochte die Art und Weise, wie sich die Ge¬schichte entwickelt, wie nach und nach Verbindungen aufgedeckt werden, und wie einem immer wieder zwischendurch die Mathematik nahegebracht wird – das war eine tolle Kombination. Thematisch kommt so einiges auf den Tisch, aber für mich wirkte das zu keinem Zeitpunkt überladen.
Wer Lust auf interessante Figuren, eine besondere Freund¬schaft, eine ordentliche Portion Humor, gewürzt mit Mathematik hat, der ist hier goldrichtig. Von mir gibt es auf jeden Fall eine klare Leseempfehlung.
Interessante Charaktere
Oscar ist gerade mal 16 Jahre und hat durch seine autistischen Züge deutliche Defizite im sozialen Bereich.
Moni ist bereits über 50, ihre Erscheinung ist nicht unauffällig und ihr Leben ist chaotisch. Mit dem Studium hat sie sich einen Traum erfüllt, leider mangelt es ihr an Grundkenntnissen. Allerdings hat sie Lebenserfahrung, an der es wiederum Oscar mangelt.
Oscar und Moni sind beide ausgesprochen sympathisch und sie ergänzen sich perfekt, so dass sich zwischen den beiden so etwas wie Freundschaft entwickelt.
Alina Bronsky beschreibt ihre Charaktere authentisch, bedient allerdings dabei eine Menge Klischees. Dadurch wird die Story amüsant, hat aber gleichzeitig auch Tiefgang.
Am Ende gab es eine Wendung, mit der ich nicht gerechnet habe und die m mir weniger gut gefiel. Deswegen ziehe trotz guter Unterhaltung einen Punkt ab.
Turbulent und humorvoll - Ein perfektes Sommerbuch mit einzigartigen Charakteren
Die beiden Protagonisten sind einfach ne Wucht: Er ist strukturiert, Einzelgänger, intelligent und ehrgeizig. Sie hat zu viel Schminke im Gesicht, ist hilfsbereit, äußerst kontaktfreundig und geplagt von einem chaotischem Familienleben. Dazu kommt der Altersunterschied: Oscar ist sechzehn und Moni über fünfzig, aber sie haben beide den gleichen Traum: Ein Abschluss in Mathematik.
Oscar hält Moni schon wegen ihres äußeren Erscheinungsbildes für dumm und hat Mitleid mit ihr, da sie das Studium niemals schaffen wird. Moni wiederum sorgt sich um den kleinen Jungen mit den autistischen Zügen, ob er denn auch genug Schlaf und zu essen bekommt. Aus der Zweckgemeinschaft entwickelt sich allmählich eine ganz besondere Freundschaft.
Die Story ist flott und witzig erzählt. Immer wieder musste ich über Oscars pragmatische Herangehensweise schmunzeln, während ich Moni am liebsten als Mutti oder Omi adoptiert hätte. Moni ist in ihrer Familie irgendwie für alles zuständig: Haushalt, Kochen, Kinder betreuen. Da bleibt eigentlich keine Zeit fürs Studium, wie Oscar treffend feststellt: "Ihre Familie behindert Sie offensichtlich. Warum verlassen Sie sie nicht einfach?" (Zitat, Seite 48). Die Familie wäre auch aus anderen Gründen nicht glücklich, von Monis Studium zu erfahren, und so hält sie es geheim. Sie braucht erst Oscar, um zu lernen, für sich selbst einzustehen.
Oscar hilft ihr bei den Hausaufgaben und beim Lernen, und stellt schnell fest, dass Moni gar nicht so dumm ist. Vor allem ist sie sehr beliebt bei Kommilitonen und Lehrpersonal. Sie trägt dazu bei, dass auch Oscar in den Genuss sozialer Kontakte kommt, obwohl er das gar nicht für nötig hält. Bis plötzlich sein großes Mathe-Vorbild als Wissenschaftler an die Uni kommt und Moni sich mit ihm bestens versteht.
Oscar wird immer mehr in Monis Leben hineingezogen und die Verwicklungen sind spannend, überraschend und humorvoll geschrieben. Ich konnte dieses Buch nicht mehr aus der Hand legen, denn auch mich hatte Moni innerhalb von wenigen Seiten um den Finger gewickelt.
Ich fand die beiden Figuren fantastisch - das beste Pärchen seit "Alte Sorten" von Ewald Arenz. Auch hier gab es diese erfrischende Kombination von jung und alt, von weise und ambitioniert und gegenseitigem herausfordern. Für mich war dieses Buch eine Überraschung und eines meiner Jahreshighlights 2024.
Was ergibt Mittwoch mal Mittwoch?
Der 16-jährige Oscar führt als Erzähler durch die Story. Seine Sicht ist eine autistische, seine Probleme mit der sozialen Kommunikation und dem gegenseitigen Verständnis beträchtlich. Er hat einen Adelstitel und residiert allein in einer Villa seiner Familie. Es gibt ihn und nur ihn, er betrachtet sich selbst als Norm.
Ungehalten registriert er daher die auffällig gekleidete 50-jährige Moni, als sie im Hörsaal bei einer Mathe-Vorlesung auftaucht und sich ausgerechnet neben ihn quetscht. Ihr fehlt die notwendige Grundlagenbildung. Manchmal muss sie auch noch ihren kleinen Enkel in die Uni mitnehmen und rackert sich in drei Jobs ab. Dennoch versucht sie, mitzuhalten, und lernt dabei erstaunlich schnell.
Die beiden arbeiten mit der Zeit sogar zusammen, könnten aber unterschiedlicher nicht sein. Jedes hat seine Defizite, wenn auch in verschiedenen Richtungen. Während Moni ständig unter Stress steht, ist der autistische Oscar auf sich selbst ausgerichtet. So unwahrscheinlich es klingt: Die beiden nähern sich einander an, staunen übereinander, freunden sich an.
Die ganze Handlung ist nicht nur ein bisschen verrückt (wie öfters mal bei Bronsky). Schon dass Moni heimlich studieren muss, sorgt für ernsthafte Turbulenzen. Monis familiärer Hintergrund scheint mir teils an den Haaren herbeigezogen und übertrieben, die Charaktere überzeichnet. Vielleicht ist das heutzutage auch notwendig, denn so stechen sie hervor, sind etwas Neues. Zu viele andere, immer wieder ähnliche Figuren tummeln sich bereits seit Jahrzehnten in der Literatur.
Alina Bronsky legt in all ihren Romanen den Finger auf empfindliche Stellen, originelle Handlungen sind so etwas wie ihr Markenzeichen. Für mich war dennoch vieles unglaubwürdig, beinahe wie in einem Märchen. Drum wird der Leser wahrscheinlich ein Happy End erwarten. Doch der Schluss hat mich enttäuscht, er scheint mir unausgereift zu sein und bleibt vage, gerade so, als sei eine Fortsetzung geplant. Hingegen gefällt mir, dass die dargestellte Form des Autismus verständlich dargestellt ist.
Die Tiefen der höheren Mathematik können natürlich nur gestreift werden. Dennoch hatte ich das Gefühl, nicht völlig danebenzustehen. Dass diese Wissenschaft für Fachleute äußerst faszinierend ist und zum Spielen verführt, verstehe ich nun.
Seit meiner ersten Bekanntschaft mit einem der Bücher von Alina Bronsky (Die schärfsten Gerichte der Tatarischen Küche) bin ich ihr Fan. Auch diesmal geht es rasant durch die Kapitel, ein richtiger Pageturner. Dass am Ende des Buches einige weiße Seiten sind, regt dazu an, sich ab und zu eine Notiz zu machen, etwa den Satz herauszuschreiben: „Was ergibt Mittwoch multipliziert mit Mittwoch?“ – Moni weiß es: „Dienstag!“
Ein Leckerbissen für Bronsky-Fans und eine Empfehlung allen Freunden fantasievoller Literatur.
Eine ungewöhnliche Freundschaft
Alina Bronsky gelingt es sehr gut und glaubhaft, aus Oskars Perspektive zu erzählen, was das Buch besonders macht. Die Charakterentwicklung ist tiefgründig und einfühlsam, wodurch die Beziehung zwischen Oscar und Moni authentisch wirkt. Der Roman lässt sich in einem Stück lesen, ist kurzweilig und unterhaltsam. Die Autorin bringt wie immer einen ironischen und leichten Humor ein. An manchen Stellen mag dieser etwas überzogen sein, doch insgesamt hat das Lesen viel Spaß gemacht.
Moni und Oscar
Oscar Maria Wilhelm Graf von Ebersdorff ist 16 Jahre , wurde früh eingeschult und hat eine Klasse übersprungen. Er hat leicht autistische Züge.
Monika Kosinsky ist 53 Jahre, hat 3 Enkel und mehrere Nebenjobs. Sie kleidet sich gern auffällig , mit knalligen Farben und Leopardenlook.
Sie begegnen sich zum ersten Mal in einer Vorlesung . Beide wollen Mathematik studieren. Hätten sie sich an einem anderen Ort getroffen, wäre Moni von Oscar vermutlich überhaupt nicht wahrgenommen worden, denn er zählt sich zur geistigen Elite und Moni wäre mit Sicherheit unter seinem Niveau.
Moni ist eine Frau, die für alle da ist, aber immer übersehen und unterschätzt wird.
Anfangs schaut Oscar geringschätzig auf Moni. Erst später sieht er in der wesentlich älteren Frau, eine echte Freundin.
Wie die Autorin ,in dem Buch vorangestellten Interview ,selbst sagt, ist diese Geschichte ein wenig märchenhaft. Aber ich kann euch versichern es macht großen Spaß von Oscar und Moni und ihrer ungewöhnlichen Freundschaft zu lesen.
Selbstfindung
Auch Oscar ist alles andere als der typische Mathematikstudent. Er ist hochbegabt und besucht bereits mit 16 Jahren die Uni. Er trägt einen Adelstitel und ist mehr als arrogant unterwegs. Seine autistischen Züge machen ihm das Leben nicht gerade leichter, aber für den Leser die Lektüre des Buches umso lustiger.
Es kommt, wie es kommen muss: Oscar und Moni freunden sich an. Oscar hilft ihr in allen erdenklichen Situationen und dafür nimmt Moni ihn unter ihre mütterlichen Fittiche. Dummerweise tritt Oscar voll ins Fettnäpfchen und verrät Monis Familie ihr Geheimnis. Doch das Mathestudium ist nicht das einzige Geheimnis von Moni: Wer ist Moni Kosinsky wirklich?
Mit dieser Geschichte ist Alina Bronsky wieder ein großer Wurf gelungen. Sie kommt so leichtflüssig daher, dass es für mich die perfekte Sommerlektüre war. Mit Moni und Oscar hat Bronsky zwei herrliche Protagonisten erschaffen, die gegensätzlicher nicht sein könnten. Die Geschichte wird aus der Sicht von Oscar erzählt, der mich sehr an „Young Shelton“ erinnert. Ein Buch, das ich gar nicht mehr aus der Hand legen konnte und das von mir die volle Punktzahl bekommt!
Highlight
Ich nehme es gleich vorweg: doch! "Pi mal Daumen" ist ebenbürtig, wieder Lesegenuss in Vollendung.
Es geht um zwei Außenseiter. Oscar ist erst 16 und hochbegabt und schon jetzt an der Uni für ein Mathematikstudium. Allerdings ist er im Alltag komplett verloren und seine jugendliche Selbstgefälligkeit und Überheblichkeit sucht seinesgleichen.
Dann trifft er auf Moni, diese ist im schon über 50, schrill, Oma von drei Enkeln und immer mit Windeln und Knabberzeugs und Wechselwäsche in einer großen Ikea-Tasche anzutreffen. Auch sie studiert Mathematik, hat aber diesbezüglich gar kein Selbstbewusstsein.
Zwischen den Beiden entwickelt sich ganz zart, Stück für Stück, eine ungewöhnliche Freundschaft.
So wie ich das schreibe, klingt es zwar ganz lesenswert, aber ich kann nicht ausdrücken, wie lesenswert es wirklich ist.
Bronskys Schreibstil schafft hier ein Wunderwerk. Die Figuren in ihrer Unterschiedlichkeit werden vor dem Leseauge real und seltsamerweise wirken sie auf mich auch gar nicht überzeichnet. Die vielen urkomischen Szenen sind nie platt, sondern gepaart mit Feinfühligkeit. Das Buch hat eine Tiefe und ist doch nicht ernst, es ist tragisch, aber auch komisch und eines meiner bisherigen Lesehighlights 2024.
Noch eine kleine Entwarnung, falls das schon sehr präsente Mathematik-Thema abschrecken sollte: man braucht kein Mathe-Wissen oder Mathe-Affinität, um zu folgen und Spaß am Lesen zu haben. Wahrscheinlich ist es für Mathematik-Absolventen nur noch das I-Tüpfelchen.
Pi mal Daumen
Der hochbegabte Oscar ist er Ich-Erzähler dieser liebenswerten Geschichte und er sieht die Welt mit seinen Augen: manchmal naiv, manchmal unnachgiebig, immer sehr wie Oscar. Manches Mal möchte man ihn einfach schütteln und dann wieder umarmen. Mit Moni tritt ein Mensch in sein Leben, der so gar nicht hineinzupassen scheint. Und doch entsteht zwischen beiden eine Freundschaft, die ungewöhnlich und berührend ist und mich auch zum Schmunzeln gebracht hat.
Höhere Mathematik und die Tiefen einer Freundschaft
Beste Unterhaltung, nicht auf platt-doof-klamaukige Art sondern mit Tiefgang, Humor und Charme. Bronsky eben!
Skurrile Charaktere, ein witziger Plot, raffiniert erzählt, spannend ... Beste Unterhaltung einfach! Wem sollte das nicht gefallen? Mir fällt keiner ein und daher kriegts von uns ein "Unbedingt Lesen-Pickerl"!
Pi mal Daumen


